Online Buchhaltungssoftware in der Übersicht – Kurz-Check aus Freelancer Sicht

Online Buchhaltungssoftware in der Übersicht - Kurz-Check aus Freelancer SichtWenn ich selbst über etwas stolpere, schreibe ich gerne darüber. Zuletzt war das Online-Buchhaltungssoftware, die mich jahrelang nicht überzeugen konnten.

Also habe ich viele ausprobiert. Die meisten davon gefallen mir immer noch nicht so richtig, so ehrlich sollte ich gleich zu Beginn sein.

Welche es gibt, was sie kosten, welche Vorteile sie einem Selbstständigen bieten und welche am ehesten meinen Geschmack treffen, verrate ich euch im heutigen Artikel.

Vor allem aber bekommt ihr eine Übersicht über die größten Buchhaltungssoftware-Anbieter.

Online Buchhaltungssoftware Übersicht

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Ganz wichtig zu erwähnen ist, dass sämtliche Tools in der Regel einen kostenlosen Testzeitraum zu Verfügung stellen. Mal sind das wenige Tage, manchmal mehrere Wochen und hin und wieder gibt es spezielle Angebote, die mit vielen Monaten oder sogar einem ganzen Jahr locken.

Lasst euch davon aber bitte nicht täuschen oder blenden und denkt immer daran, dass euch ein kostenloses Jahr nur dann etwas bringt, wenn ihr die Online-Buchhaltung* auch wirklich mögt und verwenden möchtet. Wenn nicht, wird der Wechsel am Ende des Jahres nur umso schwieriger.

Kostenlos testen könnt ihr sie jedenfalls alle und teuer sind sie ebenfalls nicht unbedingt, weshalb es sich lohnt, alle mal auszuprobieren, um das eine Tool zu finden, bei dem ihr für viele Jahre bleiben wollt.

Denkt dabei weiter und beachtet, dass ihr in ein oder zwei Jahren eventuell ganz andere Ansprüche haben werdet, die die Online-Buchhaltung jetzt schon erfüllen sollte.

Debitoor (meine Empfehlung)

Gleich vorweg möchte ich euch meine persönliche Empfehlung im Bereich der Online Buchhaltungssoftware nennen. Die hört auf den Namen Debitoor und ist schnell, recht minimalistisch gehalten und kommt ohne viel Ballast aus. Dabei liefert das Tool alles, was Selbstständige und Freelancer benötigen. Nicht mehr, nicht weniger.

Je nach Tarif mit sinnvollen Erweiterungen für das Banking oder Berichte an das Finanzamt. Vor allem weil Debitoor aber unkompliziert zu bedienen ist und auf mühsame Verfahren oder Menüs verzichtet, ist es meine klare Empfehlung geworden.

Preis: Ab 4 Euro im Monat. Vorteile: Rasend schnell und mit Fokus auf Freelancer und Kleinunternehmer ideal für diese Zielgruppe.

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SevDesk

Auch SevDesk* ist übersichtlich und einfach zu bedienen, kam mir im Test aber immer etwas zu verschachtelt vor. Während Debitoor im wahrsten Sinne des Wortes Freude bereitet, war es hier zunächst ein Suchen und Zurechtfinden. Das war alles nicht so eingängig und praktisch gelöst, wie es hätte sein sollen.

Vom Funktionsumfang ist SevDesk allerdings reichhaltiger und könnte für den ein oder anderen daher interessant sein.

Preis: Ab 7,90 Euro im Monat. Vorteile: Hoher Funktionsumfang bis hin zur Warenwirtschaft. Wer mehr als nur Rechnungen benötigt, ist hier also richtig.

LexOffice (Empfehlung von Peer)

LexOffice war im Test gar nicht mein Ding. Gelockt hatte mich vor einiger Zeit ein sehr langer Gratis-Zeitraum, der dermaßen lang ausfiel, dass sich dem Tool eine Chance geben musste. Doch von Anfang an war mir LexOffice zu fummelig und zu wenig intuitiv.

Andere sehen das sicherlich anders und ich weiß z.B. von Peer, dass er LexOffice schon seit Jahren als Online Buchhaltungssoftware verwendet und damit äußerst zufrieden ist. Daher ist LexOffice auch seine Empfehlung in diesem Artikel. Probiert es also ruhig mal selbst aus. Vielleicht habe ich mich auch einfach nicht genug damit beschäftigt.

Preis: Ab 7,90 Euro im Monat. Vorteile: Sehr umfangreich und das zum kleinen Preis. Auch noch in den höheren Tarifen.

Mit dem Gutschein-Code lx36m4y könnt ihr lexoffice mit allen Funktionen 6 Monate kostenlos und unverbindlich testen*.

Online Buchhaltungssoftware in der Übersicht. Was taugt welche Software?

FastBill

Auch den Anbieter FastBill* gibt es schon eine gefühlte Ewigkeit und er war stets der überdesignte Macho unter all den Online-Buchaltungen, der durch viel Werbung auffiel. So empfand ich FastBill jedenfalls immer. Mit dem prägnanten Grün, der fetten Schrift und der deutlich auffälliger designten Website.

Das Tool ist genau das. Sehr schick, gut zu bedienen und mit vollem Funktionsumfang ausgestattet. Allerdings auch teurer als die Konkurrenz, vor allem im hohen Tarif. Dafür gibt es interessante Features, wie beispielsweise die »Vollständige Finanzbuchhaltung« durch eine Steuerkanzlei.

Preis: Ab 9,99 Euro im Monat. Vorteile: Auf Wunsch wird die Finanzbuchhaltung von einer digitalen Steuerkanzlei übernommen.

Papierkram

Papierkram möchte mehr als nur Buchhaltung sein und übernimmt daher gleich noch die Zeiterfassung, die Angebotserstellung und den Mailversand für euch. Alles andere ist ebenso inbegriffen, also keine Sorge, der Kontoabgleich und der Steuerberaterzugang sind mit dabei.

Je nach Tarif ist Papierkram zudem sehr günstig zu haben. Mir ist das Tool irgendwie zu altbacken und zu fummelig, was natürlich Geschmackssache ist.

Preis: Ab 8 Euro im Monat. Vorteile: Einfach zu bedienen und besonders günstig.

Billomat

Billomat* ist modern, übersichtlich und kann als Online-Buchhaltung auch gleich noch personalisiert werden, sodass das eigene Logo angezeigt wird. Solche Kleinigkeiten sind nett, um sich abseits des altbekannten Funktionsumfangs abzuheben. Der ist gewohnt groß, sodass auch Billomat die üblichen Funktionen mit im Programm hat.

Interessant dabei: Die günstigen Tarife richten sich rein an Kleinunternehmer. Wer mit Steuer und Steuerberater zu tun bekommt, braucht also mindestens den Business-Tarif.

Preis: Ab 6 Euro im Monat. Vorteile: Günstige Tarife für Kleinunternehmer, die sich nach dem Auftragsvolumen richten.

Easybill

Als Letztes hatte ich noch Easybill* notiert, ein ebenfalls sehr bekannter Anbieter. Die Online-Buchhaltung oder eher Rechnungssoftware, wie es auf der Website selbst heißt, ist dabei einfach gehalten. Dennoch bietet sie Extras wie eine Zeiterfassung und eine Projektverwaltung sowie die Schnittstelle zum Steuerberater.

Für Unternehmen mit viel Umsatz bzw. mehr als 5.000 Verkäufen im Monat gibt es außerdem spezielle Tarife, die etwas teurer ausfallen. Mit dem Erklärvideo auf der Startseite wirkt Easybill ein wenig aus der Zeit gefallen, denn solche Clips sind einfach aus der Mode gekommen. Ansonsten ist es aber ein umfangreiches und einfach zu bedienendes Tool für die Rechnungsstellung, was durchaus einen genaueren Blick wert ist.

Preis: Ab 9 Euro im Monat. Vorteile: Kompletter Fokus auf Rechnungen und mit speziellen Tarifen für Unternehmen mit viel Umsatz.

Mein Problem mit Online Buchhaltungssoftware

Nun gibt es eine Sache, die mich an fast allen Online-Tools für die Rechnungsstellung und Buchhaltung in der Vergangenheit massiv gestört hat und das war ihr Design. Nicht weil dies mir per se besonders wichtig wäre, sondern weil es meist wenig intuitiv erscheint. Viele Buchhaltungs-Tools waren vor allem deshalb schlecht nutzbar, weil ihr Design massiv gegen mich als Anwender arbeitete. Es war unpraktisch und fummelig, verschachtelt und kompliziert.

Hinzu kommt, dass viele der Tools nicht gerade performant oder schnell liefen. Zum einen, was die reine Performance angeht, zum anderen, was die durch die Mängel in der Bedienung auftretenden Umwege betrifft. Für vieles benötigte ich eine Menge mehr Klicks, als ich im stressigen Alltag verkrafte. Vor allem aber auch mehr als notwendig wären. Es ist, als ob Programmierer sich um das Interface gekümmert hätten.

Das war einer der Gründe dafür, warum ich die Online-Tools für die Buchhaltung immer gescheut und gemieden habe. Egal welches ich probierte, sie alle hatten dieselben Probleme.

Inzwischen sind all diese Tools für die Online-Buchhaltung deutlich besser geworden, doch viele Mängel sind und bleiben meiner Meinung nach bestehen. Dabei zeigen einfach aufgebaute Tools wie FastBill oder Debitoor, dass Buchhaltung auch Spaß machen kann.

Online-Buchhaltungen im Vergleich

Zugegeben war dies kein richtiger oder umfangreicher Vergleich aller verfügbaren Tools. Dies wäre sowieso kaum möglich, da ich dann auf jeden Vor- und Nachteil der entsprechenden Software genauer eingehen müsste. Das will und kann ich hier gar nicht, dafür gibt es andere Websites.

Was ich wollte, war ein Überblick zu schaffen, der wichtige Anbieter von Online Buchhaltungssoftware zeigt und ein paar Stärken und Schwächen aufzeigt. Aus dem einfachen Grund, dass es anderen Freelancern bestimmt wie mir geht und sie sich einfach nicht entscheiden können. Vielleicht sogar, weil ihnen einige der Tools ebenfalls zu fummelig erschienen oder sie noch gar nicht alle kannten.

Mit der Übersicht habt ihr nun zumindest die Möglichkeit, euch die größten Online Buchhaltungssoftware Anbieter mal genauer anzusehen. Wer weiß, vielleicht hilft euch das bei der Entscheidungsfindung.

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5 Gedanken zu „Online Buchhaltungssoftware in der Übersicht – Kurz-Check aus Freelancer Sicht“

  1. Guten Morgen David,

    vielen Dank für den “Marktüberblick” auch wenn du schon sagtest, dass du hier nur einen Überblick über vorhandene Lösungen bieten magst und ein umfangreicher Vergleich nur schwer möglich ist mag ich doch noch zwei Cent für eine Entscheidung mitgeben.

    Bei der Auswahl einer Buchhaltungssoftware ist für mich ein wichtiger Punkt, wie einzelne Geschäftsvorfälle erfasst werden. Dabei sind sowohl die Anforderungen an einer Rechnungserstellung (Debitorenbuchhaltung) aber auch die Erfassung von eingehenden Rechnungen (Kreditorenbuchhaltung) ebenso wichtig wie die Abschreibung von Anlagevermögen und die Überleitung in Richtung Bilanz/GuV bzw. Einnahmenüberschussrechnung (EÜR).

    Selbst für ein Kleinunternehmen kann es hier hilfreich sein einen vorgegebenen Kontenplan zu verwenden, um bei den einzelnen Buchungsvorgängen später einen Jahresabschluss direkt durchzuführen.

    Der von dir angesprochene Wechsel einer Buchhaltungssoftware ist ebenfalls ein Problem, sodass auch umfangreiche Exportfunktionen ein Positivum für mich wären.

    Abgerundet durch eine elektronische Belegablage / Dokumentenmanagement wären dieses für mich wichtige Prüfbausteine, um sich die einzelnen Produkte näher anzusehen.

    Was das Design anbelangt ist das für mich auch ein Problem, aber selbst Desktopanwendungen ändern sich da ja immer wieder und gerade bei Steuersoftware (Stichwort Import von Vorjahresdaten oder Oberfläche von bspw. Lexware Taxman) ist hier auch ein Kundenbindungsargument. Sobald ich mich einmal in eine Menüführung und Softwarekonzept eingefunden habe ist es sehr viel mühsamer wieder auf ein Alternativprodukt zu wechseln.

    Leider können nicht alle Softwareprodukte so einfach in der Oberfläche sein wie SAP ;-).

    Viele Grüße
    Andreas Unkelbach

    Antworten
  2. Ich habe in der Vergangenheit mit SevDesk und Lexoffice gearbeitet. Bei SevDesk hatten wir leider später Probleme mit dem Import in DATEV beim Steuerberater. Mit Lexoffice war ich soweit zufrieden. Leider ist der Support aber katastrophal. Telefonisch wird man auf das Ticketsystem verwiesen. Dort kommt nach 3 Monaten eine Antwort mit der Frage, ob das Problem noch besteht. Deshalb sind wir zwischenzeitlich zu DATEV gewechselt.

    Antworten
  3. Hallo David, mir ging es ähnlich. Eine Menge Frust. Ich bin nämlich freiberufliche Autorin und habe Gleichzeitig ein Gewerbe. Ich brauche also eine Software, die das trennen kann.

    Letztendlich bin ich bei Sevdesk fündig geworden.

    Von debitoor hielt mich ab, dass die Verknüpfung mit einem Steuerberater wohl arg schwierig ist.

    Danke für den Überblick!

    Katharina

    Antworten

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