2. Wie man eine unwiderstehliche Überschrift schreibt – Teil 1

Der erste Eindruck zählt. Und bleibt.

Und weil eine Überschrift ganz oben steht, entscheidet sie über den ersten Eindruck. Noch bevor dein Leser einen Blick auf den eigentlichen Text wirft, schaut er sich die Überschrift an und entscheidet darüber, ob dein Artikel interessant, also lesenswert, ist oder nicht. Deshalb gehört die Überschrift unumstritten zu den wichtigsten Teilen deines Artikels.

Überschriften formulieren ist jedoch wahrlich nicht leicht. Genausowenig wie einen guten Text zu schreiben. Wenn man sich zudem die Tipps und Tricks für gute Überschriften im Netz anschaut, dann geht es hier doch eigentlich um die eierlegende Wollmilchsau.

Lass uns Licht ins Dunkel bringen und herausfinden, was Überschriften für deine Leser interessant machen und wie man eine Überschrift schreibt, die Ergebnisse bringt.

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Der Grund, warum deine Überschrift das wichtigste Element ist

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Als Betreff im E-Mail-Postfach, als Teaser in den Suchergebnissen von Google, in deinen sozialen Netzwerken oder im RSS Reader. Überall erscheint deine Überschrift. Und deswegen muss sie einfach sensationell sein. Denn sie ist ein Versprechen an deinen Leser. Ein Versprechen dafür, was er bekommt. Wenn du hier keine Aufmerksamkeit bekommst, hast du schon verloren.

„Did you know that 8 out of 10 people only read the headline? That leaves just 2 out of 10 who stay and read the rest of the article.“ – David Ogilvy
(Im Durchschnitt lesen 8 von 10 Leuten deine Überschrift. Aber nur 2 von diesen 10 lesen den Rest.)

Versuche deshalb die Grundaussage des Textes, die Ziele, die du mit deinem Post verfolgst oder den Mehrwert für deine Leser in die Überschrift zu packen. Dein Leser muss sofort erkennen, was für ihn dabei herausspringt, wenn er sich die Zeit nimmt, deinen Artikel zu lesen.

Peer zum Beispiel schreibt Überschriften in der Regel zum Schluss. Ich dagegen mache mir schon im Vorfeld eines neuen Artikels Gedanken zur Überschrift. Meist schreibe ich 2 – 3 Versionen auf bevor ich mit dem Schreiben beginne. Mir persönlich fällt es so leichter, beim eigentlichen Thema zu bleiben und dir, dem Leser, tatsächlich diesen Mehrwert zu verschaffen, den ich eingangs versprochen habe.

Habe ich dir jetzt genug Gründe gegeben, damit du dich mit dem Thema Überschriften schreiben intensiv auseinandersetzt?

Ja? Dann wird es Zeit für ein paar praktische Tipps.

8 Basis-Überschriften, die ich gerne verwende

Viele denken sie müssten das Rad neu erfinden. Einige denken sie hätten das sogar getan.

Aber ist das so und ist es wirklich notwendig? Ich denke nicht. Es gab bereits viele Menschen, die sich in der Vergangenheit über das Thema Überschriften den Kopf zerbrochen haben. Darunter sehr erfolgreiche Werbetexter. Schon vor Jahrzehnten lüfteten sie die Geheimnisse unwiderstehlicher Überschriften.

Ich persönlich verlasse mich auf die Erkenntnisse von Robert W. Bly*, US-amerikanischer Schriftsteller und 1926 geboren. Seine Ansichten dürften also schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Da meine bisherigen Artikel auf Selbständig im Netz aber recht gut angekommen sind, gehe ich davon aus, dass seine Ansichten immer noch Bestand haben.

Nachfolgend findest du acht Kategorien von Überschriften. Auf Erfolg getestet. Und für gut befunden.

  1. Direkte Überschrift
    Direkt und ohne Umschweife. Auf den Punkt. Was genau? Das Verkaufsargument.

    • 20 % auf alles – außer Tiernahrung (Praktiker)
    • Für Sie online: 365 Tage, 24 Stunden (Rewe)
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  2. Indirekte Überschrift
    Eine Überschrift mit doppelter Bedeutung. Eine versteckte Botschaft. Um sie zu erfassen, muss man den eigentlichen Text lesen. Aufgabe: Neugier wecken.

    • Der einzige Karriere-Guide, den du wirklich brauchst (Buch)
    • Was dir niemand über Selbständigkeit verrät
    • Besser und schneller den Kunden erreichen (Markt und Mittelstand)
    • Was du von Schweinsteiger über Kampfgeist lernen kannst
  3. Neuigkeiten-Überschrift
    Gibt es Neuigkeiten zu berichten? Über deinen Blog, dein Produkt oder deine Dienstleistungen? Dann ab damit in die Überschrift.

    • Das ist Susann – Meine neue Mitarbeiterin und Autorin auf Selbständig im Netz
    • Der neue Passat Variant (Passat)
    • Adobe integriert Fotolia als Abo-Dienst in die Creative Cloud (Selbständig im Netz)
    • Neue Artikelserie – …
    • Windows 10: Das Wichtigste in einer Minute
  4. „Wie du“ – Überschrift
    „Wie du“, „Wie man“, „Wie Sie“ oder auch „So…“. Ganz wie du möchtest. Unzählige Werbebotschaften, Artikel oder Buchtitel verwendet diese Überschrift. Da muss also ein Erfolgsrezept dahinter stecken. Sicher ist: Sie verspricht eine verlässliche Information und die Lösung eines Problems.

    • Wie du engagierte Mitarbeiter findest (Selbständig im Netz)
    • Wie du eine unwiderstehliche Überschrift schreibt (Selbständig im Netz)
    • Wie man langfristig mit dem Rauchen aufhören kann (Stern)
    • Wie du Web-Texte erstellt, aber richtig! (Selbständig im Netz)
  5. Frage-Überschrift
    Eine wirklich wirksame Überschrift dieser Art muss eine Frage stellen, mit der sich der Leser verbunden fühlt oder die er gern beantwortet haben möchte.

    • Fans, Follower oder Likes kaufen – Sinnvoll oder Schwachsinn? (Selbständig im Netz)
    • Wer sind deine Besucher? Analyse-Tools für Firmen-Websites (Selbständig im Netz)
    • Was darf mit ins Handgepäck, was nicht? (hand-gepaeck.de)
    • Du hast es satt, dass dich keiner liest? (Schreibsuchti)
  6. Aufforderung-Überschrift
    Sag deinem Leser einfach, was zu tun ist. Fordere ihn zum Handeln auf.

    • Lerne jetzt die wichtigsten SEO-Basics fürs Schreiben (Selbständig im Netz)
    • Hol Dir die neue Xbox One. Jetzt mit gigantischer 1 TB Festplatte. (Microsoft)
    • Entdecke jetzt die besten Tools und Ressourcen für Texter und Blogger (Selbständig im Netz)
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  7. „Grund, warum“ – Überschrift
    Einfach und sehr effektiv. Hierzu zählen auch die „8 Wege…“ und „3 Schritte…“ – Überschriften.

    • Der Grund, warum der Längste nicht immer der Beste ist (Selbstständig im Netz)
    • Der Grund, warum dich Perfektion beim Schreiben ausbremst (Selbstständig im Netz)
    • 14 Wege, um deinen Zuckerkonsum zu reduzieren (Healthy Habits)
    • 10 Schritte zum erfolgreichen Stillen (Europäisches Institut für Stillen und Laktation)
  8. Kundenmeinung – Überschrift
    Deine Kunden verkaufen deine Produkte oder Dienstleistungen für dich. Wie? Über Empfehlungen. Das schafft Vertrauen. Vergiss dabei die Anführungszeichen nicht.

    • „Mit den Infos von Selbständig im Netz habe ich endlich den ersten Schritt gemacht.“
    • „Mit Dynamics CRM sind wir bei der Angebotserstellung fünf Mal schneller als zuvor.“
    • „Einfach und unkompliziert!“
    • „Ich muss zugeben du hast mein Leben zum richtigen Zeitpunkt um Einiges verändert.“ (ANTI-UNI)

Denk immer daran: Als Blogger und Texter sind wir keine kreativen Künstler. Wir überzeugen Leute, etwas zu teilen, zu liken, zu kommentieren oder idealerweise zu kaufen.

„We are not in the business of being original. We are in the business of reusing things that work.” – John Francis Tighe

Du musst das Rad nicht neu erfinden. Nutze zunächst einmal Dinge, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. Natürlich meint dieses Zitat nicht, dass du deine Zeit damit verbringen sollst, ganz bewusst andere Blogger und Texter zu kopieren. Die Herausforderung ist, die Arbeit anderer herzunehmen und es auf dein Produkt, dein Projekt, deinen Blog oder deine Webseite anzuwenden. Und zwar so, dass deine Überschrift unwiderstehlich, unvergesslich und überzeugend ist.

Sicher. Die besten Texter sind diejenigen, die Regeln brechen. Doch bevor du dies tust, solltest du die oben genannten Basis-Überschriften erst einmal verinnerlichen und insbesondere auch anwenden.

Noch ein letzter Tipp: Zahlen! Verwende zusätzlich Zahlen in den eben genannten Beispielen. Warum? Keine Ahnung. Irgendwie lieben wir Menschen Aufzählungen. Warum auch immer. Denk nur an die ganzen Charts und Rankings*, die nahezu alles auf unserer Welt vergleichbar machen.

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15 Gedanken zu „2. Wie man eine unwiderstehliche Überschrift schreibt – Teil 1“

    • Jeder Blogartikel hat, für den Moment des lesens, nur eine Person die liest.

      Zitat aus Artikel: Wir überzeugen Leute, etwas zu teilen, zu liken, zu kommentieren oder idealerweise zu kaufen. Zitat Ende

      Wenn ich eine Person ansprechen und überzeugen möchte dann muß ich diese Person direkt ansprechen.

      Kellner zum Gast: “Ich bekomme 3,50 EUR von Ihnen.”

      Blogartikel: Ihre Vorteile sind größer als … Kaufen Sie vor dem Sommer …

      “man” bezieht sich auf die Allgemeinheit oder auf externe Prozesse.
      Besipiel: Sie können daß so machen aber wenn man so handelt dann können Sie (man) auch scheitern.
      Unverbindlichkeit schafft keine belastbare Verbindung zum Gegenüber.
      Ob, höflich “Sie” oder flapsig “Du” kommt auf die Zielgruppe an.

      Antworten
  1. Wow, dass nenne ich mal einen umfassenden Artikel über Überschriften. Den einen oder anderen Tipp werde ich künftig durchaus berücksichtigen. Vielen Dank Susann.

    Antworten
  2. es fehlen in der Liste noch meine Hass-Überschriften, wie sie auch die huffingtonpost.de gerne nutzt. Die, die neugierig machen sollen und eine völlig falsche Erwartungshaltung beim Leser / bei der Leserin erzeugen. Wobei ich bei solchen Überschriften schon gar keinen ernsthaften Artikel mehr erwarte und ergo fast gar nicht mehr auf so was klicke. So was wie Was aussieht wie ein Alien, ist in Wahrheit noch viel schlimmer.
    Argh, sieht man manchmal auch in Blogs. Mache ich inzwischen einen riesigen Bogen drum.

    Im übrigen gibt es genügend Blogger und Texter, die sich durchaus für kreativ halten und/oder für Künstler und vielleicht sogar für eine Kombination davon. Es gibt ja auch echte Wortakrobaten unter den Bloggern. Und die halten es sicherlich nicht alleine mit John Francis Tighe.

    Grüße,
    Bella

    Antworten
  3. Ich mag ganz normale Überschriften, die nichts versprechen und nicht locken, die einfach den Inhalt präsentieren, ohne auf Clickbait aus zu sein.

    Seit Heftig.co noch mehr als jemals zuvor. Kann diese ellenlangen Überschriften mit allen möglichen Lockmitteln einfach nicht mehr sehen. Sagt mir halt was mich erwartet, mehr will und muss ich nicht wissen.

    Seit Heftig so mit den langen Überschriften durchgestartet ist, klicke ich auch nur noch auf “normale” Headlines und meide bewusst jede Ausschweifung im Titel, um es deutlich zu machen.

    Antworten
  4. Vielen Dank für den Artikel. Nr. 1 funktioniert bei mir am besten im gewerblichen Umfeld. Nr. 7 erinnert mich eher ans Teleshopping ;) Mich persönlich sprechen Headlines an, die genau zeigen, was mich erwartet. Also z. B. 10 Tipps für irgendwas. Der gefühlt immer häufiger auftretende Typ der aufmerksamkeitsheischenden Überschriften (“…Doch dann geschah das”) ist für mich dagegen abstoßend, weil klar suggeriert wird, dass es schlicht um den Klick geht. Nichtsdestotrotz bleibt man an denen in Facebook meistens hängen. In jedem Fall geht probieren über studieren. Weiterhin viel Erfolg mit Deinen Artikeln.

    Antworten
  5. Vielen Dank für den Artikel. Wir haben bisher auf unserer Internetseite vor allem auf suchmaschinenrelevante Wortwahl gesetzt bzw. mit Keywords gearbeiten.
    Hier sind tolle Beispiele gennant die Aufmerksamkeit des Besuchersauf den eigentlichen Inhalt zu lenken, von denen wir einige umsetzen werden.

    Antworten
  6. Interessanter und wichtiger Artikel!

    Der spannendste Aspekt (für mich) im Online Marketing (allgemein) ist “Emotional Targeting”. Ich denke “Überschriften” kann man schon dazu zählen.

    Imo können neben der richtigen Formulierung auch Farbe, Fonts, etc den potenziellen Leser mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Artikel ziehen.

    Antworten
  7. Wie oben in einem Kommentar angemerkt, hat die neue Überschriften-Generation von heftig und Co. zwar funktioniert, aber viele normale User im selben Zuge mehr und mehr alarmiert.

    Sie “riechen” jetzt viel Kalkül und lehnen zu spektakuläre oder typische Überschriften gefühlt mehr ab. Nun ist man in der Zwickmühle: Zu alltäglich und die 08/15-Optimierung geht unter, zu reißerisch fällt negativ auf -und gut formuliert reicht oft nicht für relevante Google-Signale.

    Daher sind die Überschriften-Formen 5,6 und 7 wirklich erfrischend, bieten einen informativen Mehrwert und machen neugierig.

    Hingegen sind die Zahlenüberschriften ala “7 Gründe ….” aufgrund der inflationären Verwendung fast schon Frequenzspam. Kein leichtes Feld und doch ein guter Artikel.

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  8. Sehr guter Artikel zum Thema Überschriften, danke. Ich habe gleich mal nachgesehen, was ich richtig und falsch mache.
    Bei manchen Websites wird meine Neugier durch Frage-Überschriften geweckt, eine gute Idee… Ich werde bestimmt einige Beispiele umsetzen.

    Antworten
  9. Sie “riechen” jetzt viel Kalkül und lehnen zu spektakuläre oder typische Überschriften gefühlt mehr ab. Nun ist man in der Zwickmühle: Zu alltäglich und die 08/15-Optimierung geht unter, zu reißerisch fällt negativ auf -und gut formuliert reicht oft nicht für relevante Google-Signale.

    Antworten
  10. Sehr interessanter Beitrag.
    Ich war neulich selber erst bei einer Content Schulung, da ging es auch viel um die “perfekte” Überschrift. Da ist es echt schön mal ein paar Beispiele zu bekommen.
    Liebe Grüße

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