Crowdfunding für Blogger, Podcaster und andere – Interview mit Steady

Crowdfunding für Blogger, Podcaster und andere - InterviewCrowdfunding ist in den letzten Jahren immer populärer geworden, was vor allem an Patreon liegt.

Der amerikanische Anbieter ist aber für Deutschland nicht ideal und deshalb wurde nun ein deutscher Pendant gegründet.

Ich spreche in diesem Interview mit dem Gründer von Steady über Ziele, Möglichkeiten, Sicherheit und mehr.

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Hallo Sebastian. Bitte stell dich meinen Lesern vor.

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Ich bin Sebastian Esser, Journalist und einer der Gründer von Steady. Ich habe Politik studiert und die Berliner Journalisten-Schule absolviert.

Danach war ich Redakteur und Autor für Zeitungen und Magazine und habe mehrere Unternehmen gegründet, unter anderem das Online-Magazin Krautreporter, das ich noch heute herausgebe.

Wie bist du zum Internet und speziell zum Online-Business gekommen?

Zu Beginn meines Berufslebens waren Medien noch weitgehend analog, aber dieses Geschäft ist mit jedem Jahr schneller weggebröselt.

Gleichzeitig war ich begeistert von der großen Freiheit und den Gestaltungsmöglichkeiten des Internets.

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Welche Erfahrungen konntest du selbst mit dem Geld verdienen im Internet sammeln?

Ich habe Krautreporter 2012 ursprünglich als Crowdfunding-Plattform für Journalismus gegründet und in einem Jahr fast eine Viertel Million Euro umgesetzt. Die Kampagne für das Krautreporter-Magazin 2014 wurde dann das größte Crowdfunding in Deutschland überhaupt mit einer guten Million Euro.

Inzwischen ist Krautreporter ein vollkommen werbefreies, unabhängiges digitales Magazin mit einem Dutzend Reporter, das sich allein durch tausende Mitglieder finanziert. Es geht also! Der Weg dorthin war jedoch mit viel Aufwand verbunden.

Wie bist du auf die Idee für Steady gekommen? Was ist das genau?

Nachdem wir das Krautreporter-Magazin realisiert haben, haben wir schon gemerkt, dass es in den vielen kleinen Details eine große technische Herausforderung ist, ein funktionierendes Mitgliedschaftsmodell zu entwickeln.

Da draußen gibt es aber unzählige Menschen, die gute, unabhängige Podcasts, Blogs oder Videos komplett in Eigenregie kreieren und sich nicht von einer Werbefinanzierung abhängig machen könnten.

Wie sollen die mit den ganzen Payment-Anbietern sprechen, sich mit den unterschiedlichen Mehrwertsteuerregelungen innerhalb der EU auseinandersetzen und ihren Unterstützern korrekte Rechnungen ausstellen?

Genau das macht Steady. Jeder, der im Netz veröffentlicht, kann in wenigen Minuten ein Mitgliedschaftsmodell starten.

Was ist das Besondere an eurer Crowdfunding-Plattform und was unterscheidet diesen vom Platzhirsch patreon.com?

Bei Steady bekommen Publisher anders als bei Kickstarter oder Startnext nicht nur einmal Geld, sondern monatlich. Als Leser unterstütze ich meinen Lieblingsblog also zum Beispiel mit einem Kleinbetrag von 3 Euro pro Monat. Machen das noch weitere Leser, kommt nach und nach eine Summe zusammen, die dem Blogger ein geregeltes Einkommen sichert.

Patreon konzentriert sich auf Amerika und ist eher auf Musik, Youtube, kreative Projekte spezialisiert. Zudem möchten sie das Publikum auf ihre Seite locken – was wir durch die Integration in die Websites der Publisher vermeiden.

Wer kann über eure Website eine Crowdfinanzierung organisieren und was ist damit möglich? Gibt es Beispiele?

Ja, Blogger, Youtuber, Podcaster, Open-Source-Code Entwickler – jeder, der Inhalte veröffentlicht, kann mit Steady digitale Abos verkaufen.

Es gibt schon ein paar erfolgreiche Beispiele. Georg Watzlawek nimmt mit seiner digitalen Lokalzeitung, dem Bürgerportal Bergisch Gladbach, durch Steady bereits knapp 1.000 Euro monatlich ein.

Auch Schmalbart, eine Initiative gegen Fake News und Rechtspopulismus, erhält bereits mehr als 1.600 Euro monatliche Unterstützung.

Aber auch Medien für interessante Nischen-Communitys – zum Beispiel “Grenzwissenschaften Aktuell” – nehmen durch Steady regelmäßig viel Geld ein.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, damit man überhaupt Fans findet, die einen finanziell unterstützen?

Ideal ist es, wenn man schon eine aktive Community hat. Die muss man dann eigentlich nur noch informieren. Unserer Erfahrung nach sind etwa fünf Prozent der Leser bereit, freiwillig zu zahlen.

Aber auch mit einem ganz neuen Projekt kann man Steady nutzen, um nach und nach systematisch eine Mitglieder-Basis aufzubauen.

Welche sonstigen Tipps kannst du für erfolgreiche Steady-Kampagnen geben?

Vielen Unterstützern ist Transparenz besonders wichtig. Von Anfang an sollte man daher klarmachen, was man mit dem Geld vorhat. Die ausdauernde Verbreitung der Kampagnenseite über die eigenen Kanäle ist wichtig.

Einen zusätzlichen Anreiz kann man durch Prämien-Pakete schaffen, wie zum Beispiel Unterstützer-Treffen, exklusiven Facebook-Gruppen, Newslettern und so weiter. Man sollte seine Unterstützer regelmäßig auf dem Laufenden halten.

Wie lief die Umsetzung des Services und welche Herausforderungen musstet ihr überwinden?

Bisher lief eigentlich alles recht gut! Natürlich ist es immer direkt kompliziert, wenn es um Steuern, Payment und Sicherheit geht.

Datensicherheit ist bei eurem Service sehr wichtig. Wie stellt ihr diese sicher?

Wir benutzen zunächst die hohen Sicherheitsstandards der Bezahldienstleister. Du kannst dich bei uns für eine der herkömmlichen Zahlungsmethoden Paypal, Kreditkarte oder Lastschrift entscheiden. Da haben wir Dienstleister, die das Thema Sicherheit sehr ernst nehmen, da es ihr Kerngeschäft ist.

Wir selbst speichern keine dieser sensiblen Daten und kooperieren für die Zahlungsabwicklung mit seriösen Unternehmen. Für das Lastschriftverfahren nutzen wir das Unternehmen GoCardless, für Kreditkarten-Zahlungen arbeiten wir mit Braintree zusammen.

Was plant ihr für die Zukunft?

Steady soll bekannt werden und sich als Plattform etablieren, mit deren Hilfe man mit dem Schreiben, Musik machen, Bloggen oder produzieren von Podcasts und Videos einen Teil seines Lebensunterhalts bestreiten kann.

Wir wollen so viele Publisher wie möglich auf diesem Weg begleiten und ihnen mit unserer Erfahrung zur Seite stehen.

Mit Steady kann man seine Lieblingspublisher einfach und sicher unterstützen. Das soll jeder wissen.

Zum Schluss würde ich mich über deine wichtigsten Tipps für Gründer freuen.

  • Klein anfangen, aber anfangen.
  • Früh und oft mit Nutzern sprechen.
  • Nur Lösungen entwickeln, für die es auch ein Problem gibt.
  • Spaß haben!

Danke für das Interview

Nutzt du Patreon für Podcasts?

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2 Gedanken zu „Crowdfunding für Blogger, Podcaster und andere – Interview mit Steady“

  1. Mittlerweile verdienen manche schon mehrer tausende Euro aufgrund von vielen kleinen Unterstützern.
    Ich finde das Konzept und die Idee dahinter sehr gut!

    Antworten

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