Wie man nebenher ein Startup gründet und viele weitere Tipps – Interview mit Autor Felix Plötz

In Vollzeit zu Gründen ist nicht nur aufwändig, sondern stellt auch ein Risiko dar, da man schnell davon leben können muss.

Dass es auch anders geht, zeigt mein heutiger Interview-Partner in seinem neuem Buch, in dem er sich mit der nebenberuflichen Gründung beschäftigt.

Viele interessante Einblicke und Tipps erfahrt ihr im Folgenden.

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Hallo Felix. Bitte stell dich meinen Lesern vor.

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Ich heiße Felix Plötz, bin 32 Jahre alt und habe mittlerweile zwei Startups gegründet und erfolgreich verkauft – eines im letzten Herbst, das andere vor wenigen Wochen. Kurz darauf bin ich in einem Berliner Startup als Gesellschafter eingestiegen und baue dort den Vertrieb auf.

Außerdem schreibe ich Bücher über Startups bzw. unternehmerische Projekte neben dem normalen Job. Es gibt nämlich eine Sache, von der ich felsenfest überzeugt bin: Es könnten vielmehr Leute ihr eigenes Ding machen.

Ich sage: Du musst deinen Job nicht kündigen, wenn du ein eigenes Business aufziehen willst! Heutzutage geht beides. Ich selbst bin diesen Weg gegangen und ich habe bei so vielen anderen gesehen, dass es geht.

Welche Gründungserfahrungen konntest du bisher konkret sammeln?

Ich habe mein erstes Unternehmen 2011 gegründet und erst 1 1/2 Jahre später den Sprung ins „angewärmte“ Wasser gewagt, also dann erst meinen Job gekündigt. Ich hatte dabei nach dem Bootstrap-Ansatz gegründet: Meine Geschäftsidee bestand in einem Spritspartraining für Firmenkunden mit eigener Fahrzeugflotte. Ja, ich weiß, das ist nicht unbedingt eine Idee, mit der man die Mädels auf Partys beeindrucken kann. Aber für mich war es das Richtige und der geeignete Schritt, um endlich das Großraumbüro verlassen zu können. Zum Zeitpunkt der Gründung war ich als Wirtschaftsingenieur in einem großen Industriekonzern beschäftigt. Es war kein schlechter Job, aber ich wollte einfach mein eigenes Ding machen.

Die nächste Gründung war wieder so ein „Nebenprojekt“, diesmal parallel zu meinem Spritspartraining. Zusammen mit einem Freund gründete ich einen Verlag. Das Ganze ist aus einer verrückten Idee entstanden: Wir wollten ein Buch über authentische Gründergeschichten schreiben und somit den Lesern diesen „einfach-mal-machen“–Spirit vermitteln. Dafür haben wir mit Crowdfunding über 10.000 Euro eingesammelt und einen eigenen Verlag gegründet, in dem das Buch herauskam. Wir wollten damit selbst beweisen, dass man als normaler Mensch mit normalem Job etwas Außergewöhnliches nebenher starten kann. Das Ganze bekam ziemlich viel Medienaufmerksamkeit und das Buch wurde zum Bestseller.

Ein paar Monate später haben wir uns zusammengehockt und überlegt, ob man aus dieser einmaligen Geschichte nicht vielleicht etwas Größeres machen könnte: Daraus entstand die Idee, den Plötz & Betzholz Verlag als Deutschlands ersten YouTuber-Verlag auszubauen. Wieder so eine etwas verrückte „man-müsste-doch-mal“-Idee. Dieses „4-Stunden-Startup“ schien einen Nerv getroffen zu haben: Ein paar Monate nach dem Start wurden wir für unser Geschäftsmodell mit der Wildcard der Frankfurter Buchmesse ausgezeichnet. Über 130 internationale Publishing-Startups hatten sich dafür beworben.

Danach ging alles Schlag auf Schlag. Uns wurde eine Vertriebskooperation angeboten, die wir annahmen. Mit unserem nächsten Buch eroberten wir daraufhin prompt die SPIEGEL-Bestsellerliste – und plötzlich waren zwei große Verlagsgruppen an uns interessiert. Wir verhandelten drei Monate lang mit beiden Häusern – und entschieden uns letztlich für die Ullstein Buchverlage. Am ersten Februar wurde die Übernahme von „Plötz & Betzholz“ als Imprint offiziell bekannt gegeben.

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Du hast zu diesem Thema auch ein Buch geschrieben. Wie heißt es und worum geht es darin?

Das Buch heißt Das “4-Stunden-Startup” und zeigt, wie man neben dem Job sein eigenes Ding machen kann – also ein Business gründet ohne dafür zu kündigen.

Der Titel klingt “amerikanisch”. Was genau willst du damit ausdrücken?

Das stimmt. Ich hatte zu Beginn übrigens einen ganz anderen Titel im Sinn, nämlich „Her mit dem schönen Leben.“ Als der Verlag mein Buch-Konzept vorliegen hatte, war denen allerdings klar, dass es „Das 4-Stunden-Startup“ heißen muss und es 7 Jahre nach Veröffentlichung der „4-Stunden-Woche“ Zeit für einen „inoffiziellen“ Nachfolger ist.

Es ist übrigens der gleiche Verlag, der damals Timothy Ferriss nach Deutschland geholt hat. So wurde aus „Her mit dem schönen Leben“ „Das 4-Stunden-Startup“.

Kann jeder gründen und Unternehmer werden?

Ich glaube, fast jeder hatte schon mal eine Geschäftsidee im Kopf: „Man müsste doch mal“ oder „Warum gibt es eigentlich dieses oder jenes noch nicht“, sind ganz typische Gedanken. Das Problem ist: Zu viele gute Ideen werden nicht ausprobiert, weil in unseren Köpfen das „entweder oder“-Mantra noch zu sehr verankert ist. Entweder angestellt sein oder selbständig. Entweder Sicherheit oder Selbstverwirklichung. Entweder Geld oder Glück. Das ist Unsinn. Es geht beides. Wir haben heute alle Möglichkeiten, um ohne großes Risiko ein eigenes Business neben dem Job zu starten. Das 4-Stunden-Startup ist die moderne Version des klassischen zweiten Standbeins: seine Talente und Fähigkeiten austesten und dabei Geld verdienen.

Ein weiterer Punkt ist mir wichtig: Leider trauen sich noch zu wenige Menschen an ein eigenes unternehmerisches Projekt heran. Auch hier gibt es noch zu viele Vorurteile. Wenn ich den Begriff „Startup“ höre, denke ich doch als erstes an diese stereotypen Gründer-Stories, in denen Ex-Unternehmensberater irgendein Copy-Cat züchten, um es schnellstmöglich an das Original zu verkaufen. Es ist ja toll, wenn so etwas klappt, aber es ist nicht alles. Das Spektrum der Möglichkeiten für ein eigenes Business ist so viel größer.

Für wen ist das Buch gedacht und was lernt man darin?

Das Buch ist für Leute, die Lust haben ihr eigenes Ding zu machen. Neben der Denkweise und den Geschäftsideen von erfolgreichen Startup-Gründern stellt es auch die Tools vor, um Ideen schnell und günstig zu testen und professionell umzusetzen. Es erklärt u.a., auch wie Crowdfunding funktioniert und wie man dem Vorgesetzten am besten verklickert, dass man künftig pünktlich aus dem Büro geht, um demnächst selbst Chef zu sein. Echte Beispiele zeigen, welche Ideen andere umgesetzt haben. Das Coole bei einem 4-Stunden-Startup ist vor allem die Bandbreite der möglichen Ideen, die so umgesetzt werden können.

Im Buch zeige ich sowohl Gründer, für die von Anfang klar war, dass sie ihren Brotjob niemals aufgeben würden, egal wie erfolgreich das 4-Stunden-Startup auch wird. Die Geschichte der beiden Gründerinnen von Bibabox fällt z.B. in diese Kategorie. Dann gibt es andere Geschichten, wie die von Thomas Bachems Lebenslauf.com. Ein Projekt, das am Anfang zwar mehr als 4 Stunden pro Woche gefordert hat, aber irgendwann ein Selbstläufer wurde. Das Unglaubliche: Thomas konnte sein 4-Stunden-Startup für einen 7-stelligen Betrag an Xing verkaufen. Auch das ist möglich.

Was sind dabei die häufigsten Fehler und Probleme und wie kann man diese vermeiden?

Das ist natürlich sehr abhängig davon, welche Geschäftsidee man umsetzt. Als wir mit Plötz & Betzholz gestartet sind, hatten wir beispielsweise einen Cover-Designer über 99designs engagiert. Das Cover sah super aus und wir sind damit in den Druck gegangen. 10.000 Stück betrug die Erstauflage. Als ich dann das erste Exemplar in den Händen hielt, fiel uns auf, dass der Cover-Designer einen Fehler gemacht hatte. Mir ist in dem Moment wirklich das Herz in die Hose gerutscht. Am Ende hat es jedoch zum Glück keiner gemerkt.

Unabhängig von der konkreten Idee gibt es allerdings drei große Problemfelder bzw. Hürden, die man überwinden muss, um ein erfolgreiches Business aufzuziehen. Diese beschreibe ich im Buch sehr ausführlich und zeige auch wie man durch den Startup-Thinking-Ansatz systematisch auf gute Geschäftsideen kommt.

In aller Kürze bestehen die drei Hürden daraus, dass erstens die Leute nicht anfangen, sondern beim ewigen „eigentlich würde ich gerne mal“ bleiben. Der Wunsch alleine genügt einfach nicht. Klingt super banal, ist aber Hürde Nummer eins.

Zweitens: Du musst etwas finden, das zu dir und deinen Fähigkeiten passt. Die Ideen zu Facebook oder Snapchat sind erwiesenermaßen großartig. Zu meinen Fähigkeiten hätten sie allerdings nicht gepasst – ich hätte beide total versenkt.

Drittens: Die Idee, die zu dir und deinen Fähigkeiten passt, muss ihren Markt haben. Häufig genügt eine kleine Kurskorrektur, wenn es im Geschäft nicht richtig läuft. Auch das erkläre ich ausführlich.

Ist es sinnvoller sich nebenberuflich selbständig zu machen und wenn ja, warum?

Für ganz viele Geschäftsideen ist das der beste Weg, weil ein 4-Stunden-Startup ohne Erfolgsdruck entstehen kann! Das ist ja gerade das Charmante daran: Du musst nicht von Anfang an von deiner Idee leben können oder Investoren glücklich machen. Natürlich gibt es Branchen, in denen man mit einem 4-Stunden-Startup schneller an Grenzen stößt. Und das sollte man bei der Wahl des Geschäftsmodels auch berücksichtigen. Am besten eignen sich Ideen, bei denen man nicht auf Venture Capital angewiesen ist und wo zumindest am Anfang ein langsameres Wachstum ausreicht.

Bei solchen „Facebook-Ideen“ ist der Druck viel größer, erfolgreich sein zu müssen. Und gerade die Angst vor dem Scheitern hält viele Menschen davon ab, ihre Träume in die Tat umzusetzen. Ich bin selbst nicht gerade risikoaffin und hätte mich früher nie getraut, von einem Tag auf den anderen alles hinzuschmeißen und von vorne anzufangen.

Wie kann man dabei die Motivation behalten?

Der Trick liegt in der darin, sich diese drei Hürden ganz bewusst zu machen. Viele Leute machen es sich „einfach“ und achten nicht darauf, eine Idee zu suchen, die zu ihnen selbst und ihren Fähigkeiten passt (zweite Hürde). Wer sich stattdessen nur darauf konzentriert eine besonders marktfähige Idee zu finden (dritte Hürde), der kann leicht die Motivation verlieren, wenn es mal nicht so gut läuft. Und das wird es.

Kleines Beispiel: Als YouTuber kannst du sprichwörtlich ein Vermögen verdienen. Aber nahezu alle erfolgreichen Leute hatten eine Anfangsphase, in der sich kaum jemand für sie interessiert hat – diese kann ein paar Monate, aber auch Jahre dauern. Wer nur durch die Aussicht auf Geld motiviert ist, hört dann auf. Die erfolgreichen Leute haben aber Bock auf ihre Videos gehabt – und weiter gemacht. Sie haben die drei Hürden Schritt für Schritt überwunden. Ein erfolgreiches Business ist mit Sicherheit kein Hexenwerk. Aber man muss es richtig angehen.

Danke für das Interview

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7 Gedanken zu „Wie man nebenher ein Startup gründet und viele weitere Tipps – Interview mit Autor Felix Plötz“

  1. Das Buch ist absolut empfehlenswert für alle die mit den gleichen Gedanken spielen. Schön und vor allem ehrlich geschrieben ohne viel Shi-Shi. Es macht Mut seinen Traum nicht aufzugeben und zeigt auf das man es auch anfänglich nebenher schaffen kann, mit Disziplin und einem gesunden Erfolgswillen.

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  2. Hm das hört sich wirklich spannend an, das wird wohl dann mal wieder zeit für eine Amazon Bestellung ;-) Obwohl ich mir das nebenher nicht wirklich vorstellen kann, evtl bei einer 37,5 Stunden Woche aber nicht im normalen 50-60 Stunden Rhytmus.

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  3. Ist mir das nicht schon bei Bonek über den Weg gelaufen :)
    Aber es gab in dem Artikel dann doch viele neue interessante Eindrücke…

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  4. Das Buch Palmen in Castrop habe ich gelesen. Die Geschichten haben mich motiviert und waren wirklich gut. Nicht eines dieser Bücher, bei dem es um Apple und Steve Jobs geht.
    Wobei,dort hat man ihn glaube auch erwähnt.

    Mir hat vor allem der Mann mit den Palmen, der vorher auch eine verrückte Idee hatte, gefallen. 4-Stunden Start-Up kenne ich nicht..

    Grüße.

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  5. Zum Thema Motivation kann ich ihm recht geben. Macht was Euch “Spaß” macht und am Herzen liegt, dass werden eure User merken und der Erfolg kommt von ganz alleine.
    Egal ob Blogger oder Webseiten Betreiber. Ich habe auch mehrere große Startups gegründet und verkauft. Das wichtigste dabei war und bleibt, es muss dir täglich Spaß machen, am besten ist es dein Hobby.

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  6. Am wichtigsten ist es die eigene Motivation langfristig zu erhalten.

    Um Erfolg im Leben und Arbeiten und Interessen zu haben braucht es ein ständiges Arbeiten an der eigenen Motivation.

    Beim Sport gibt es dafür Personal Trainer die einen aufpuschen können. Für einen selber setze realistische motivierende Ziele mit kleineren Zwischenziele. Sei dein eigener Personal Trainer.

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  7. Hallo,
    wieder tolle Tipps.
    Danke für das Interview.
    Wer ein Startup gründen will, soll zuerst diesen Beitrag lesen.
    Beim Startup gründen muss mann spass haben und motiviert sein.
    Marco

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