Eine besondere Geschäftsidee – Interview mit HafenCity RiverBus

Ein großer Fehler vieler Gründer und Startups ist es, sich in einen gesättigten Markt zu begeben, ohne etwas besonderes zu bieten.

Wie man im wahrsten Sinne Blaue Ozeane betreten kann, zeigt das Startup HafenCity RiverBus, mit dem ich im Folgenden über die Geschäftsidee und dessen Umsetzung spreche.

Mein Gesprächspartner bietet interessante Einblicke, teilt Erfahrungen und gibt Tipps für andere Gründer.

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Guten Tag Herr Franken. Bitte stellen Sie sich meinen Lesern vor.

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Mein Name ist Fred Franken, in Hamburg geboren und 49 Jahre alt.

Nach 25 Jahren Tätigkeit in der Schifffahrt (an Bord und an Land), hatte ich mich dazu entschlossen eine in Deutschland noch existierende Art der Stadtrundfahrt zu etablieren.

Wie ist die Situation in der Rundfahrt-Branche? Wie intensiv ist die Konkurrenz?

Hamburg ist eines der touristischen Boomtowns in Europa. Städtereisen liegen im Trend und bescheren Hamburg stetig steigende Besucherzahlen. Neben Übernachtungsgästen ist auch die Zahl der Tagestouristen weiter ansteigend. Stadtrundfahrten sind die attraktivste und vor allem kürzeste Möglichkeit eine unbekannte Stadt und die dazugehörigen Sehenswürdigkeiten schnell und unkompliziert kennenzulernen.

Hamburg ist eine Seehafenstadt und bietet somit neben den herkömmlichen Hop on Hop off Rundfahrten auch ein weites Spektrum an verschiedenen Bootstouren. Hafenrundfahrten mit Barkassen, als auch Fahrten mit den kostengünstigen Hafenfähren, stehen immer hoch im Kurs der Besucher. Daneben gibt es zahlreiche Bootstouren entlang der Alster und Bille.

Mit unserem amphibischen Bus bieten wir allerdings eine Stadtrundfahrt mit dem Alleinstellungsmerkmal, Hamburgs enge Verbundenheit mit dem Element Wasser in einem Fahrzeug erlebbar zu machen. Somit ergibt sich für uns z.Zt. keine, bzw. nur marginale Konkurrenz durch andere Stadtrundfahrtunternehmen, da unser Projekt in dieser Form in Deutschland einzigartig ist.

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Wie sind Sie auf die Idee für den HafenCityRiverBus gekommen?

Die Idee einer amphibischen Stadtrundfahrt ist schon recht alt und nicht von mir. Die Boston Ducks z.B. fahren bereits seit 24 Jahren durch ihre Stadt.

Vor ca. 19 Jahren habe ich eine ähnliche Tour in Singapur bestaunen können, auch dort werden solche Touren mit ausgemusterten Militärfahrzeug durchgeführt. Mir war in diesem Moment sofort klar, dass dies eine passende Variante einer Stadtrundfahrt für Hamburg wäre.

Diese Idee blieb dann für 15 Jahre im Hinterkopf, bis schließlich der Wunsch kam, etwas neues zu Probieren. Das war dann vor ca. 5 Jahren der Startschuss zur Stadtkreuzfahrt.

Was ist das Besondere daran und wie wurde die Idee aufgenommen?

Wie bereits erwähnt, ist Hamburg eine Stadt dessen Namen man unweigerlich mit dem Element Wasser verbindet. Barkassenfahrten durch den Hafen gab es schon immer und auch Stadtrundfahrten an Land gibt es zu genüge. Die Kombination aus beidem, Land und Wasser mit einem Fahrzeug, gab es bisher aber noch nicht. Wie ließe sich diese Stadt und ihr maritimer Charakter besser erleben, als in einem Fahrzeug dass sich über die natürlichen Grenzen hinweg bewegen kann.

Die Idee stieß anfänglich nicht bei allen Beteiligten auf ein positives Echo. Viele Bedenkenträger meldeten sich zu Wort und teilweise erschien es, als wenn die verantwortlichen mit dem bisherigen Angebot zufrieden gewesen wären. Auch wurde anfänglich die Ernsthaftigkeit unsererseits, dieses Projekt umzusetzen, in Frage gestellt.

Glücklicherweise gab es aber auch eine große Zahl von Menschen und Institutionen, die uns in unserer Sache bestärkt haben und mit viel Rat und Tat zur Seite standen. Ganz besonders hat sich die Handelskammer Hamburg für unsere Sache stark gemacht und an entscheidenden Punkten die Realisierung unterstützt. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass auch die meisten Skeptiker schlussendlich doch erfreut waren, dass die Umsetzung gelungen ist.

Wie lange hat es gedauert von der Idee bis zur ersten Fahrt?

Fast genau 4 Jahre vom Entschluss bis zur finalen Genehmigung.

Welche technischen oder sonstigen Herausforderungen musste Sie meistern?

Kurz nach dem Entschluss diese Projekt in die Tat umzusetzen erfolgte die erste ungeahnte Hürde. Es gibt keine Fahrzeuge dieser Art von der Stange, genaugenommen gibt es keine Hersteller für große Amphibienfahrzeuge zur zivilen Nutzung. Damit waren wir vom ursprünglichen Gedanken eine amphibische Stadtrundfahrt zu betreiben, plötzlich in der Situation unser Fahrzeug selbst bauen zu müssen, wenn wir diese Idee umsetzen wollten.

Nach einiger Recherche hatten wir einen Partner, den Betreiber des RiverRide in Budapest, gefunden und den Bau eines technisch, auch in Europa einsetzbaren Fahrzeugs, beschlossen. Da es sich bei den modernen und für touristische Zwecke nutzbare Fahrzeuge grundsätzlich um Prototypen und Eigenbauten handelt, war neben der technischen Umsetzung vor allem das Zulassungsverfahren für einen Stadtbus und ein Fahrgastschiff äußerst zeitaufwendig und problematisch.

Technische Vorschriften überschnitten sich teilweise und erforderten großen Einfallsreichtum in der technischen Umsetzung. Alle involvierten Behörden hatten noch keinerlei Erfahrung mit solchen Fahrzeugen und waren naturgemäß skeptisch. Zahlreiche externe Gutachter und Prüfgesellschaften wurden involviert, die geforderten Nachweise zu erbringen.

Wie machen Sie das Angebot bekannt? Welche Marketing-Maßnahmen setzen Sie ein?

Aufgrund des besonders großen Medieninteresses waren wir, entgegen damaliger Planungen, nicht gezwungen eigene Marketingmaßnahmen einzusetzen. Uns war zwar bewusst, dass ein solches Fahrzeug und eine damit stattfindende Rundfahrten in einer Stadt wie Hamburg, großes Interesse hervorrufen würde, allerdings hatten wir das überregionale Medieninteresse unterschätzt.

Entscheidend war aber die Beauftragung einer professionellen PR Agentur, die uns vor und während der Inbetriebnahme unterstützt hat und jegliche PR Belange entsprechend koordiniert hat. Alle namhaften Medien hatten innerhalb kürzester Zeit über uns berichtet und dieses Interesse ist nach wie vor bis heute immer noch recht groß.

Ungefähr 90 % unserer Besucher kennen uns aus der Berichterstattung ihrer lokalen Printmedien und Regionaler TV Berichterstattung. Wichtig ist am Ende jedoch, dass jeder zufriedene Gast die beste Marketingmaßnahme ist.

Wie wurde die Umsetzung dieser Geschäftsidee finanziert?

Der Bau des Fahrzeugs wurde komplett aus Eigenmitteln finanziert. Der Umstand den Bau aus vorhandenem Eigenkapital stemmen zu können, hatte letztendlich auch den entscheidenden Ausschlag dafür gegeben, dieses Projekt zu starten. Eine Finanzierung eines Amphibienbusses durch eine Bank wäre wohl nicht darstellbar gewesen wäre.

Durch die erheblichen Verzögerungen während des Genehmigungsverfahrens waren wir zwischenzeitlich gezwungen unseren Lebensunterhalt mit verschiedenen Jobs zu überbrücken.

Nutzen Sie das Internet für die Kundengewinnung? Wenn ja wie, und welche Bedeutung hat das Internet für ihr Business?

Wir betreiben lediglich eine eigene Homepage mit einem integriertem Buchungssystem ansonsten nutzen wir das Internet für Werbemaßnahmen nicht.

Fakt ist aber, dass sich ca. 80% unserer Kunden ein erstes Bild über die Informationen auf unserer Homepage machen und dann dort auch über unser Online Buchungssystem Ihre Stadtkreuzfahrt buchen. Statt ein eigenes Reservierungsprogramm zu entwickeln, haben wir uns für einen externen Provider entschieden, der auf die Vermarktung von Freizeitaktivitäten spezialisiert ist.

Wie gut entwickelt sich ihr Angebot und was planen Sie für die Zukunft?

Das Produkt einer amphibischen Stadtrundfahrt scheint den Nerv von Hamburg-Kennern und Entdeckern getroffen zu haben. Die Auslastung liegt über den von uns erwartenden Zahlen und auch für das kommende Jahr liegen bereits zahlreiche Buchungen vor, obwohl der Fahrplan für 2017 noch nicht einmal veröffentlich ist.

Nach den sehr anstrengenden letzten Jahren und dem großen Ansturm in unserer ersten Saison, möchten wir zunächst einmal die verbleibende Saison ausklingen lassen und sehen, wo wir noch besser werden können. Was die Zukunft bringt können wir noch nicht sagen, aber es gibt schon die eine oder andere Idee.

Was machen Sie im Winter, wenn das Wasser nicht befahrbar ist?

Am 30.12.2016 ist diese Saison für uns zu Ende. Danach werden wir uns um unser Fahrzeug kümmern und auch selbst ein paar Wochen ausspannen, bevor wir dann im Februar wieder durchstarten – sofern das Wetter mitspielt und kein Eis auf der Elbe treibt.

Zum Schluss würde ich mich über Ihre wichtigsten Tipps für Gründer freuen.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass man sich nicht genug Reserven, sei es zeitlicher und/oder finanzieller Art, einbauen sollte.

Des Weiteren ist ein sehr detaillierte Businessplan unheimlich wichtig. Hierin sollten sich nicht nur die für ein Bankdarlehen wichtigen Eckdaten befinden, sondern vielmehr ein genauer Fahrplan darüber wie man sich sein Geschäftsmodell und alle relevanten Abläufe im Detail vorstellt.

Dieser Businessplan sollte nach einem erfolgreichen Bankgespräch nicht einfach in der Schublade verschwinden, sondern in den ersten Jahren der Selbstständigkeit dazu dienen sich, seine Unternehmung daraufhin zu überprüfen, ob man sich noch auf dem damals geplanten Weg befindet.

Danke für das Interview

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