Studenten-Startup im Interview – Idee, Umsetzung, Teamarbeit und Vermarktung

Online-Startups sind beliebt und jeden Tag gibt es neue interessante Gründungen.

In Deutschland noch nicht so üblich sind Studenten-Startups, die während des Studiums starten und dann idealerweise nach dem Studium weiter wachsen.

Ein interessantes Startup von insgesamt 6 Studenten habe ich diesmal im Interview.

Dabei geht es unter anderem um die Idee, die Kooperation im Team und wie die Zukunft aussieht.

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Guten Tag Herr Oschmann. Bitte stellen Sie sich meinen Lesern vor.

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Vielen Dank erst einmal, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben. Ich bin 24 Jahre alt und studiere derzeit Wirtschaftswissenschaften im Master.

Letztes Jahr habe ich zusammen mit Freunden das Projekt esabbo ins Leben gerufen.

Welche Business-Erfahrungen konnten Sie bisher im Web sammeln?

Bisher habe ich im Rahmen meines Studiums bereits in Jena bei einem Unternehmen Erfahrung im Online-Marketing und e-commerce sammeln dürfen.

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Sie betreiben mit ein paar anderen Studenten die Plattform esabbo.de. Was genau ist das?

Studenten-Startup im Interview - Idee, Umsetzung und Vermarktungesabbo ist eine Onlineplattform zur gegenseitigen Unterstützung in der Nachbarschaft. Dabei können unsere User kostenlos Inserate erstellen, um dadurch Unterstützung in der Nachbarschaft anzubieten oder zu erhalten.

Wir möchten mit dieser Plattform, dass ein stärkeres soziales Miteinander und Füreinander bei Menschen in der Nachbarschaft geschaffen wird.

Die Unterstützung kann sehr vielfältig sein. Beispielsweise bei einem Umzug, einem PC Problem, dem Ausleihen von Geräten und vieles mehr.

Wie kann man damit Geld verdienen und für wen lohnt sich das?

Wir möchten ein breites Publikum ansprechen, denn die Idee der Plattform betrifft ausnahmslos alle Altersgruppen und jeden Menschen.

Jeder ist herzlich eingeladen unsere Plattform zu nutzen und kann Hilfe leisten oder erhalten. Wir als Betreiber der Plattform verdienen durch Affiliate-Programme Geld.

Wie sind Sie auf die Idee dazu gekommen?

Die ursprüngliche Idee war ein Kurierservice für ältere Mitmenschen, da mir in den Supermärkten immer wieder aufgefallen war, dass diese sich quälen Ihre Einkäufe zu tragen und oft eine Hemmschwelle existiert jemanden vor all den anderen Leuten um Hilfe zu bitten.

Auf einem Segeltörn auf dem Ijsselmeer, bei dem auch die restlichen Mitgründer von esabbo dabei waren, haben wir uns genauer mit der Idee beschäftigt und den Faden weitergesponnen. So dachten wir, dass nicht nur ältere Menschen von der Idee profitieren können, sondern alle Altersgruppen. Seien nun kranke, schwache oder viel beschäftigte Menschen, die einfach helfen möchten oder Hilfe benötigen.

Das Team war von der Idee begeistert und da zwei Mitarbeiter des Teams programmierbegeistert sind, lag der Anfang der Umsetzung zum Glück nicht weit in der Zukunft.

Wie lief die Umsetzung und welche Herausforderungen mussten Sie bewältigen?

Unsere beiden Programmierer haben sich sofort an die Planung der Webseiten-Architektur gemacht und verschiedene Frameworks ausprobiert, bis sie auf CakePHP gestoßen sind, mit dem die Entwicklung bis zum Status quo stattfindet.

Da wir während der Umsetzung alle studiert haben und Ende 2012 für viele Mitarbeiter die Zeit des Bachelor-Abschlusses kam, hatten wir von Ende 2012 bis zum Launch der Seite im April 2013 ein enormes Wochenpensum.

Teilweise mussten wir Studium, Arbeit und das Projekt esabbo gleichzeitig bewältigen. Jedoch war und ist unser Team super motiviert eine tolle Webseite zu bauen, tatsächlich waren wir nie an dem Punkt, dass jemand am liebsten alles hingeschmissen hätte.

Eine richtige Herausforderung aber waren die Planung und Koordinierung der vielen Aufgaben. Letztlich haben wir uns in den Bereichen für Asana entschieden, einer Aufgabenverwaltung, die sich durch flache Hierarchien und kollaboratives Editieren auszeichnet.


Wie haben Sie esabbo.de vermarktet? Wie schwer war es, die ersten Nutzer zu finden und wie haben Sie das geschafft?

Die ersten 50 Nutzer haben wir im Freundeskreis akquiriert – durch direkte Freunde oder Freundesfreunde.

Die weiteren Nutzer kamen durch die sozialen Netzwerke und Flyer-Aktionen, bspw. Flyer für die Erstsemester an der Jenaer Universität.

Derzeit haben wir über 2.000 Nutzer, womit wir noch ganz am Anfang unseres Ziels stehen, möglichst in jeder Region genug Menschen zu verbinden, damit ein reger Hilfs-Austausch flächendeckend verfügbar ist.


Welches Geschäftsmodell steckt dahinter? Wie wollen Sie Geld verdienen?

Wir verwenden das sogenannte Bootstrapping. Das heißt, dass wir eigene Mittel nutzen, ohne dass wir uns Vorgaben von Investoren beugen müssen.

Wenn die Umsetzung der grundlegenden Agenda weitestgehend abgeschlossen und das Feedback der Nutzer positiv ist, denken wir über Fundraising nach.

Derzeit nutzen wir Affiliate-Werbung als Einnahmequelle, später sollen im Zuge eines freemium-Angebots das Abonnement als Einnahmequelle hinzukommen und die Werbe-Möglichkeiten erweitert werden.


Welche Pläne haben Sie für Ihre Plattform?

Wir haben zunächst noch viele neue Funktionen auf der Agenda, die programmiert werden müssen und das Aufbauen der esabbo-Community erleichtern.

Unser nächstes Ziel ist dann, dass wir unsere Seite in Österreich und der Schweiz schalten und dort die Nachbarschaften verknüpfen. Wir träumen auch von einer weltweiten Nutzung des Portals aber wir sind so realistisch, um zu erkennen, dass bis dahin noch viel Arbeit auf uns wartet.


Zum Schluss würde ich mich über Ihre wichtigsten Tipps für Web-Startups freuen.

Bei uns ist es ein besonderer Fall. Keiner von uns hat vorher etwas mit Start-ups zu tun gehabt, sodass wir erkennen mussten, dass uns unser Wirtschafts-Studium nicht viel weiterhilft. Gerade die gesellschaftsrechtlichen Umstände waren wichtig geklärt zu werden, um eine Basis zu haben, auf der man aufbauen kann. Dazu haben wir viel gelesen und uns fachliche Beratung aus dem Freundeskreis geholt.

Die zweite Besonderheit ist, dass keiner von uns Vollzeit an dem Projekt arbeitet, weil Arbeit und Studium noch vorgeschaltet sind.

Für diese besondere Situation haben wir im Laufe der Entwicklung festgestellt, dass Kommunikation zwischen den Entwicklern und dem Rest des Teams das A und O ist. Wenn jemand nicht weiß, was der andere macht oder die kurzfristigen Ziele nicht klar sind, verläuft die Entwicklung nicht am roten Faden. Somit haben wir uns für eine wöchentliche kurze Konferenz mit allen Mitgliedern entschieden, bei der Fortschritte, Probleme und kurzfristige Ziele besprochen werden.

Daneben gibt es gesondert Treffen der einzelnen Fachbereiche, die spezifische Themen diskutieren. Für die langfristigen Ziele gibt es bei Bedarf Treffen, die zeitlich natürlich länger ausfallen.

Wir haben für uns auch einen Tag der Woche freigeschaufelt, den wir “Wochen-Team-Working” nennen. An dem Tag kommen alle Mitarbeiter zusammen und gehen ihren Aufgaben nach. So wird die Gemeinschaft gestärkt und der kreative Output erhöht. Aber da wir uns gut kennen, ist esabbo im Alltag sowieso stark verankert, sodass es zwischendurch auch immer wieder Thema ist.


Danke Herr Oschmann

für das Interview.

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6 Gedanken zu „Studenten-Startup im Interview – Idee, Umsetzung, Teamarbeit und Vermarktung“

  1. Hmm, 2000 Nutzer aber nur 10 Inserate, wenn ich das richtig sehe? Ich würde massiv Werbung in einer einzigen Stadt machen, z. B. einer Studentenstadt via Flyer. Oder in einer Stadt mit hohem Altersdurchschnitt (sprich: viele Rentner).

    Interessant wäre außerdem herauszufinden, ob die meisten wirklich kostenlos Hilfe anbieten oder eher für Geld.

    Antworten

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