Aus eigenen Erfahrungen zur Startup-Idee – Interview mit Einblicken und Tipps

Im heutigen Interview spreche ich mit einem Startup-Gründer über sein Unternehmen. Es geht z.B. darum, wie er auf die Idee für das Startup gekommen ist und wie die Umsetzung lief.

Zudem gibt es viele Einblicke und Tipps, die für andere Existenzgründer interessant sind.

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Guten Tag Herr Clement. Bitte stellen Sie sich meinen Lesern kurz vor.

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Ich bin seit 10 Jahren unternehmerisch tätig und habe gemeinsam mit meinen Partnern bereits mehrere Unternehmen gegründet. Unser neuestes Startup heißt Logobox24 und ermöglicht es Unternehmen auf sehr einfache Art und Weise bedruckte Verpackungen – im speziellen Kartons – online zu bestellen.

Im Jahr 2005 schloss ich mein Betriebswirtschaftsstudium an der Wirtschaftsuniversität Wien ab und arbeitete ein Jahr für ein Beratungsunternehmen, bevor ich gemeinsam mit vier Partnern ein Unternehmen gründete. Wir starteten mit einer Beratungsgesellschaft im Bereich Einkaufskostensenkung für Industrieunternehmen.

Da es immer unser Ziel war mehrere Standbeine aufzubauen, gründeten wir im Laufe der Jahre mehrere Unternehmen in den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern.

Sie haben vor kurzem ein Startup gegründet. Wie kam es dazu?

Als leidenschaftliche Unternehmer evaluieren wir ständig neue Ideen und versuchen neue Geschäftsbereiche zu erschließen. Bis dato waren wir eher im Bereich Old-Economy aktiv – da sich jedoch ein immer stärkerer Trend zur Digitalisierung von traditionellen Geschäftsmodellen abzeichnet, entschieden wir uns dafür uns verstärkt in diese Richtung zu orientieren.

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Wie sind Sie auf die Idee für Logobox24 gekommen und worum geht es dabei genau?

Als Unternehmensberater war ich für unsere Kunden häufig mit der Optimierung der Verpackungseinkaufes beschäftigt – hier musste ich erfahren wie aufwendig und schwierig es ist Verpackungen einzukaufen. Es beginnt mit persönlichen Terminen zur Abstimmung von Qualitäten und Druckverfahren, es folgt eine teure Prototypen-Herstellung, und langwierige Preisverhandlungen. Allein aufgrund der aufwendigen und teuren Prozesse konnte man Verpackungen nur in Großmengen zu vernünftigen Preisen einkaufen.

Basierend auf diesen Erfahrungen entwickelte sich unser Wunsch ein Unternehmen in diesem Bereich zu gründen, das einiges besser macht – mit massiv gestrafften Prozessen, standardisierten Qualitäten und günstigen Konditionen bereits ab geringen Stückzahlen.

Für wen sind ihre Produkte interessant?

Unsere Produkte sind generell für Unternehmen interessant, die eine individuelle Verpackung einsetzen möchten. Bis vor Kurzem war dies nur Unternehmen, die große Stückzahlen benötigten vorenthalten. Mit unseren effizienten Prozessen und dem Einsatz von moderner Digitaldrucktechnik können Kunden nun bereits ab 50 Stück bedruckte Kartons online zu günstigen Preisen bestellen.

Die konkreten Einsatzbereiche unserer Kartons sind so vielseitig dass es unmöglich ist alle aufzuzählen. Folgend einige Beispiele:

  • Versandkarton für Onlinehändler
  • Geschenkbox für Firmenveranstaltungen oder Events
  • Box für Schulungsunterlagen (für Fahrschulen, Seminaranbieter, etc.)
  • Welcome-Box für neue Mitarbeiter
  • Box für Marketingaussendungen
  • Ersatzteilversand
  • Versand von Dentalprodukten durch Zahntechniker
  • Verpackung verschiedenster Produkte (Schmuck, Elektronik, Brillen, Schuhe, etc.)

Haben Sie den Markt und die Konkurrenz vorher analysiert? Wenn ja, wie?

Wir starteten mit einer umfangreichen Internet-Marktrecherche und vertieften die Analyse durch zahlreiche Gespräche mit Experten in den Bereichen Verpackungen, Drucktechnik, Onlinehandel, etc.

In unseren ursprünglichen Analysen gingen wir davon aus, dass unser Marktpotenzial insbesondere bei den vielen tausenden kleinen Onlinehändlern liegt, die Verpackung für Ihre Produkte benötigen – vor allem kleine Onlinehändler verwenden nach wie vor langweilige braune oder graue Kartons zur Versendung ihrer Produkte.

Nach einigen Gesprächen zeigte sich jedoch, dass diese Onlinehändler extrem preissensitiv sind und selbst minimale Mehrkosten von bedruckten Schachteln gegenüber unbedruckten Standardkartons schwer zu stemmen sind. Ganz einfach deshalb, weil im Onlinehandel eine hohe Wettbewerbsintensität herrscht und wenige Cent darüber entscheiden wo der Kunde einkauft.

Diese Erkenntnis beeinflusste auch unsere Produktentwicklung – wir gingen weg von Kartons, die mit einem Aufreißsteifen ausgestattet sind und entwickelten Kartons die universeller einsetzbar sind. So können wir unsere Verpackungen auch für andere Zwecke eingesetzt werden bei denen Kosten keine so große Rolle spielen (z.B. im Marketing Bereich).

Wie lief die Planung des Startups ab? Wie lange haben sie Logobox24 geplant?

Die Planungsphase nahm circa drei Monate in Anspruch und fokussierte sich auf die Findung von geeigneten Partnern in den Bereichen Druck sowie Website Erstellung.

In der Anfangsphase trat sehr schnell Ernüchterung ein, da die ersten potenziellen Partner im Druckbereich mit denen wir Kontakt aufnahmen meinten, unsere Idee sei nicht umsetzbar, weil gute Preise nur bei tausenden Stück pro Auflage möglich sind. Wir mussten die Partnersuche daher massiv ausweiten und kontaktierten europaweit nahezu 2.000 Firmen – zuerst per Email und dann telefonisch.

Wir entschieden uns dazu diesen Aufwand zu betreiben weil wir überzeugt waren, dass unser Konzept funktioniert. Von diesen 2.000 Firmen waren nur fünf in der Lage unsere Anforderungen zu erfüllen.

Wie haben Sie das Startup finanziert?

Wir verfügen bereits über ein Portfolio an gut laufenden Unternehmen, wobei ein Teil der erwirtschafteten Gewinne regelmäßig reinvestiert wird. Deshalb war die Entscheidung leicht auch dieses neue Startup selbst zu finanzieren.

War es schwer Mitarbeiter zu finden und wie läuft bei Ihnen die Team-Organisation ab?

Wir suchten insbesondere Mitarbeiter für Grafikdesign und Bestellabwicklung, die wir schnell fanden. Dadurch, dass unser Geschäft nahezu vollständig online abläuft, ist es nicht unbedingt notwendig, dass unsere Mitarbeiter ständig vor Ort im Büro sind – somit kann der Großteil der Mitarbeiter von zuhause arbeiten.

Jede Bestellung, die wir über unsere Website erhalten, wird einem Mitarbeiter zugeordnet der dann für die gesamte Abwicklung zuständig ist.

Für die Mitarbeitersuche selbst schalten wir zu günstigen Konditionen Anzeigen in Jobportalen. Wir haben das Gefühlt, dass es in den letzten Jahren leichter wurde als Startup Mitarbeiter zu finden. Durch zahlreiche Erfolgsgeschichten und die damit verbundene Medienberichterstattung ist es immer hipper geworden für ein Startup zu arbeiten und einen Unternehmensaufbau von Anfang an mitzugestalten.

Welche Marketingmaßnahmen haben Sie durchgeführt, um Kunden zu gewinnen? Was hat gut funktioniert?

Unser Marketingmaßnahmen laufen momentan zu 100% online ab. Wir fokussieren uns vor allem auf Werbung bei Google AdWords, was sehr gut funktioniert.

Anfangs versuchten wir Kunden direkt anzusprechen, was jedoch nur mäßig gut funktionierte und sehr zeitintensiv war. Unsere Margen sind nicht besonders groß, somit können wir in die Akquise eines Kunden nur begrenzte Ressourcen investieren.

Der Vorteil von Google AdWords liegt darin, dass die Anzeigen nur Personen gezeigt werden, die gezielt nach unserem Produkt suchen. Ein Großteil der Überzeugungsarbeit fällt somit weg, man muss dem Kunden nur noch ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis anbieten.

Wie aufwändig ist es die Logistik für so ein Startup auf die Beine zustellen und wo lauern hier Probleme und Fehler?

Es war eine Herausforderung einen Logistik Partner zu finden, der in der Lage ist das gesamte benötigte Spektrum von der Lieferungen von kleinen Paketen bis hin mehreren Paletten kostengünstig und zeitnah abzuwickeln. Es gibt Paketdienstleister, die sehr gut darin sind Pakete effizient zuzustellen. Die Problematik für uns lag darin, dass wir nicht nur kleine Pakete versenden, sondern oft auch mehrere Paletten zustellen müssen.

Wir fanden zwar Transportunternehmen, die auf die Zustellung von Paletten spezialisiert waren, das war allerdings nicht genug. Unser Wunsch war es – nicht zuletzt, um die Prozesse einfach zu halten – alle Transporte durch einen Partner durchführen zu lassen. Schlussendlich fanden wir einen Partner der alles abdeckten konnte – seitdem funktionieren die Logistikabläufe problemlos.

Welche Rolle spielt ihre Website für ihr Business?

Unsere Website ist ein zentrales Element für unser Geschäft. Kunden finden uns über unsere Website, sie informieren sich über unsere Produkte auf unserer Website und tätigen auch den Großteil der Bestellungen über unsere Website.

Zusätzlich fungiert die Software unserer Website im Backend als ERP-System zur Steuerung, Planung und Überwachung sämtlicher Abläufe. Die Erstellung der Website und der damit einhergehenden Funktionen nahmen beim Aufbau des Unternehmens die meiste Zeit in Anspruch. Ursprünglich war für die Erstellung der Website ein Zeitraum von 2-3 Monaten anberaumt. Während der Erstellung kam es immer wieder zu neuen Herausforderungen die es zu meistern galt wodurch die Website erst 2 Monate später als geplant fertiggestellt werden konnte.

Derartige Verzögerungen können beim Unternehmensaufbau immer wieder vorkommen, daher sollte man entsprechende Zeitpuffer in der Planung berücksichtigen.

Welche weiteren zukünftigen Entwicklungen planen Sie für Ihr Unternehmen?

Wenn man ein Unternehmen gründet, hat man eine gewisse Vorstellung vom Markt und man möchte am liebsten sofort die ganze Welt erobern. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass diese Ersteinschätzung meist nicht mit der Realität übereinstimmt.

Deshalb möchten wir zunächst unser Geschäft in Deutschland und Österreich aufbauen und versuchen so viel wie möglich über den Markt zu lernen. Basierend auf dieser Erfahrung passen wir unser Geschäftsmodell kontinuierlich an, um unsere Leistungen möglichst nah am Kundenbedarf auszurichten. Erst wenn dieser Anpassungsprozess eine gewisse Reife erlangt hat, erfolgt die europaweite Expansion unseres Geschäfts.

Zum Schluss würde ich mich über Ihre wichtigen Tipps für Startups freuen.

Bevor man ein Startup gründet, sollte man sich intensiv mit der Frage beschäftigen, ob es für die geplanten Produkte einen Bedarf beim Kunden gibt und ob die Unterscheidung vom Mitbewerb ausreichend ist. Alleine die Tatsachen, dass man ein bestimmtes Produkt selbst gut findet oder dass ein bestimmtes Geschäftsmodell in einem anderen Markt gut funktioniert, sind keine Erfolgsgaranten.

Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor, der sich bei meinen unternehmerischen Aktivitäten in den letzten Jahren immer wieder als wichtig herausgestellt hat, ist das Thema Kosten. Als Unternehmer ist man in der heutigen Zeit – nicht zuletzt bedingt durch das Internet – einem starken Wettbewerb ausgesetzt. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, reicht eine innovative Idee nicht aus. Es ist extrem wichtig seine Kosten im Griff zu haben um kompetitive Preise anbieten zu können. Potenzielle Kunden können durch wenige Mausklicks Preisvergleiche durchführen, die einen erheblichen Effekt auf die Kaufentscheidung haben. Wer alle seine Kosten im Griff hat und regelmäßig Preise bei seinen Lieferanten nachverhandelt, kann sich einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Danke für das Interview

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6 Gedanken zu „Aus eigenen Erfahrungen zur Startup-Idee – Interview mit Einblicken und Tipps“

  1. DAS ist eine wirklich super Idee für ein Startup! Ich denke wenn sich das arg verbreitet wird das Ding sehr sehr gut laufen.

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  2. Tolle Idee, toller Artikel. Ich finde die Startup Kultur großartig, weil sie verdammt viele neue Chancen der Arbeit mit sich bringt. Ich selbst habe vor ca 1,5 Jahren gegründet und bereue es nicht eine Sekunde. Ich liebe diese Art der Arbeit.
    Gründer wie Herr Clement faszinieren mich….mehrere Unternehmen und jetzt eine Neugründung. Wo nimmt der Mann die Zeit her? Ich nehme an, er automatisiert das Geschäft bis zu dem punkt, an dem das Tagesgeschäft weitestgehend nicht mehr von ihm abhängig ist?

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  3. Gute Idee mit Chancen als Verpackungskarton aber als Versandkarton viel zu teuer!
    Von minimalen Mehrkosten im Vergleich zu unbedruckten Versandkartons kann leider nicht die Rede sein. Selbst wenn ich ein paar Tausend Stück bestelle, sind die Kosten immer noch etwa drei mal so hoch wie bei herkömmlichen Kartons. Das macht unternehmerisch einfach keinen Sinn, pro Bestellung einen Euro auszugeben, nur damit der Karton bedruckt ist.

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