Podcast-Monetarisierung mit Patreon – Interview mit dem Five-Chefredakteur Teil 1

Vor einer ganzen Weile bin ich bereits auf die Plattform Patreon gestoßen und habe diese auch hier im Blog schon mal vorgestellt.

Die Idee fand ich sehr faszinierend und so bin ich auch in Kontakt mit einem deutschen Podcaster gekommen, der Patreon recht erfolgreich für die Monetarisierung seines Podcasts nutzt.

Im heutigen ersten Teil des recht umfangreichen Interviews spreche ich mit André über seine Leidenschaft zum Basketball und wie er zu seinem Podcast* gekommen ist.

Zudem gibt es Einblicke, wie sich dieser entwickelt hat und was er ausprobiert hat, um Geld damit zu verdienen.

Zum zweiten Teil des Interviews

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Hallo André. Bitte stell dich meinen Lesern vor.

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Mein Name ist André Voigt. Ich bin 41 Jahre alt, komme eigentlich aus Wolfsburg, bin Sportjournalist und im richtigen Leben Chefredakteur der Zeitschrift Five.

Das ist ein zehnmal im Jahr erscheinendes Printmedium, das sich komplett mit Basketball beschäftigt, vor allem mit der amerikanischen NBA, aber auch mit der deutschen und der europäischen Liga.

Ich bin nebenbei in der virtuellen Welt Host von Got Nexxt. Das ist ein Podcast, den es seit 2010 gibt.

Wie bist du zum Basketball gekommen und wie beliebt ist der Sport in Deutschland?

Zum Basketball bin ich relativ spät gekommen, mit damals 15. Ich habe mich relativ schnell in den Sport verliebt. Dann habe ich gespielt bis 2003/2004. Habe drei Jahre in der zweiten Bundesliga, die es ja damals noch gab, gespielt und ein paar Jahre in der Regionalliga.

Es war und ist ein Sport, wo ich irgendwie alles durchlaufen habe vom Spieler, über Trainer und sogar Schiedsrichter war ich eine Zeitlang. Der Sport fristet in Deutschland ein Nischendasein, aber das tut ja eigentlich jeder Sport außerhalb von Fußball in der Bundesrepublik. ;-)

Wir hatten in den 90er Jahren einen richtigen Boom, 92 mit dem Dream Team und 93 mit dem Europameistertitel. Micheal Jordan war natürlich in den 90ern ein ganz großes Thema. Auch in Deutschland haben viele junge Leute Basketball gespielt, ich ja unter anderem dann auch. Von daher glaube ich, dass Basketball bei jungen Leuten sehr beliebt ist.

Leider gibt es in Deutschland das Problem, auch wenn vielleicht mehr Menschen als jemals zuvor mit dem orangenen Leder in Kontakt kamen, es natürlich trotzdem nicht viele gibt, die wirklich im Verein spielen oder sich intensiv damit beschäftigen. Von daher ist es ganz klar eine Nische in Deutschland.

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Wann hast du deinen Basketball-Blog gestartet, wie hat sich dieser seitdem entwickelt und warum hast du einen Podcast ins Leben gerufen?

Es gab eigentlich erst den Podcast. Ich bin seit 2003 Chefredakteur von Five und 2010 war ich mal ein bisschen gelangweilt von meiner Arbeit, weil man macht eigentlich schon jeden Morgen das Gleiche. Natürlich ist das ein wahnsinnig cooler Job, weil ich mein Hobby irgendwann zum Beruf gemacht habe, aber ich wollte nebenbei noch was anderes machen, als nur über das Thema zu schreiben.

Early Adopter wie ich bin, habe ich mich dann mit meinem Kollegen Jan Hieronimi entschieden ein Buch zu schreiben. Mit unseren Five-Geschichten, die wir über die Jahre geschrieben haben, wollten wir eine dreiteilige Basketball-Enzyklopädie machen mit persönlichen Einschätzungen und Inhalten.

Im Zuge dessen haben wir uns überlegt, wie wir das ein bisschen mehr promoten könnten und ich wollte mich sowieso mal mit Podcasts beschäftigen. So kam eins zum anderen. Das war okay, denn ich wollte es sowieso machen, weil ich in den USA Adam Carolla kannte, der aus dem terrestrischen Radio kam, dann aber angefangen hatte auch Podcasts zu machen. Das war damals genau in der Zeit und ich habe das verfolgt und fand es wahnsinnig interessant, einfach mal abseits der großen Medienhäuser, Verlage und Rundfunkanstalten was Eigenes zu probieren.

Ich wollte es für Basketball ausprobieren und habe 2010 mit Jan angefangen. Vor allem mit dem Gedanken, wenn wir da vielleicht 200 Hörer finden und die kaufen alle das Buch, dann sind wir in den schwarzen Zahlen, da wir das Buch komplett in Eigenregie gemacht haben.

Dann hat sich das mit dem Podcast aber relativ schnell verselbstständigt, das war der Wahnsinn. Es ging eigentlich nur über soziale Medien, nur über Word of Mouth und relativ schnell hatten wir 5.000 Hörer. Heute haben wir knapp 9.000 pro Folge.

Jan ist zurzeit nur noch sehr selten dabei, weil er mittlerweile einen ‘richtigen’ Job hat. So entwickelte es sich von den ganz einfachen Anfängen mit einem billigen Headset, wo man jedes Atmen gehört hat, bis zu einem halbwegs professionellen Podcast-Studio heute.

Der Blog 3meter5.com, oder besser gesagt eine Seite mit Textinhalten, kam erst relativ spät dazu, eigentlich erst vergangenes Jahr 2014. Als wir dann so 7.000/8.000 Hörer hatten habe ich schon überlegt, ob man nicht auch Geld durch Werbung verdienen kann. Oder dass man vielleicht Extrafolgen macht und die verkauft.

Aber das ist nicht so leicht, weil Podcasts kann man nun mal nicht verkaufen. Man kann auch kein Abomodell machen, das geht nicht so einfach. Ich habe damals bei Adam Carolla verfolgt, was er in den USA probiert hat. Er hat natürlich eine viel, viel höhere Hörerschaft. Er hat auch ausprobiert Extrafolgen anzubieten, die man kaufen konnte und am Ende ist er dann bei Werbung hängen geblieben. Klassische Radiowerbung, die er während seiner Show anspricht.

Das ging aber in Deutschland nicht, weil Basketball ein Nischen-Thema ist und auch das Medium Podcast hier einfach nicht wirklich auf Verständnis stößt. Immer wenn ich erkläre, was ich da mache, dann sage ich immer: Ich mache einen Podcast. Dann fragen die: Was? Dann muss ich erklären, dass das wie Radio ist, aber On-Demand. Dann haben die meistens schon abgeschaltet.

Es ist also schwer hier einen Podcast bei der Industrie zu promoten und dann noch Basketball, wo es nur eine Handvoll Firmen gibt, die sich damit beschäftigen. Es war fast unmöglich langfristige Kooperationspartner zu finden.

Deshalb habe ich vergangenes Jahr darüber nachgedacht eine App anzubieten, in der man auch Käufe tätigen kann, für Extrafolgen zum Beispiel, aber das war zu teuer.

Aus der Community kann dann die Idee, dass ich mir mal patreon.com anschauen soll. Das ist eine Crowdfunding-Plattform, bei der es nicht um ein einzelnes Zahlungsziel geht, sondern dauerhafte monatliche Unterstützung. So bekommt man regelmäßig Geld und wenn bestimmte Ziele erreicht werden, gibt es Zusatzangebote für die Fans. Das fand ich sehr interessant, weil ich bereits bei Startnext eine Aktion gemacht hatte, bei der mich die Hörer dann zu den NBA Finals geschickt haben.

Ich habe meine Patreon-Seite vergangenes Jahr aufgesetzt und gesagt: Okay, wenn wir bestimmte Ziele erreichen, dann gibt es auch wirklich exklusive Texte und auch eine Website für den Podcast.

Und die Leute haben das unfassbar gut aufgenommen. Das läuft jetzt ein Jahr und es ist einfach der Wahnsinn. Aber auch die, die keine Kreditkarte und kein Paypal haben, können das Projekt unterstützen.

Der Podcast läuft also seit 2010 und die Website erst seit 2014, aber sie läuft sehr, sehr gut. Ich bin zwar selber mit meiner Arbeit nicht immer zufrieden, weil es viel Learning by Doing ist, aber es ist halt ein Prozess und am Ende des Jahres kann ich zufrieden sein, wie es gelaufen ist.

Wie viel Arbeit macht der Podcast und wie stark ist das Interesse daran?

Es gibt Montags eine normale Show, Mittwochs gibt es häufiger Premium-Podcasts, die nur für Abonnenten sind und Freitags beantworte ich Hörer-Fragen.

Einmal ist so eine Montags-Show ausgefallen, aber dafür hatte dann die Folge davor weit über 10.000 Hörer. Es werden ja vor allem die aktuellen Folgen gehört. Momentan haben wir stabil bei 8.500-9.000 Hörer, in der Spitze geht es sogar über die 10.000. Das ist wirklich gut wenn man überlegt, wie die Auflagen bei den Special-Interest-Magazinen teilweise aussehen.

Und da die Hörerschaft wahrscheinlich nicht jede einzelne Folge hört, sondern immer mal wieder, ist es wahrscheinlich, dass die Hörerzahl insgesamt bei vielleicht 15.000 liegt. Das finde ich immer noch Wahnsinn, muss ich ehrlich sagen.

Wie viel Arbeit das Ganze macht, ist ein bisschen schwer zu beziffern, weil sich meine Arbeit im Tagesgeschäft als Chefredakteur von Five und als Host und Sprecher bei Got Nexxt überschneidet. Ich muss mich nicht extra hinsetzen und Themen für den Podcast recherchieren. Das mache ich jeden Tag sowieso schon, von daher kann man das schwer sagen.

Wenn ich rechne, dass ich mich jeden Tag hinsetze und in meinem regulären Job mindestens zwei-drei Stunden lese und zudem noch Videos anschaue, dann werden schon mal vier-fünf Stunden am Tag mit schreiben und redigieren aufgebraucht. Von den vier Stunden sind es vielleicht zwei, die ich für Got Nexxt schreibe.

Dazu kommt die Produktion des Podcast, der meist rund eine Stunde, manchmal auch zwei Stunden lang ist, plus Nachbearbeitung. Mit mehreren Gästen dauert die Produktion des Podcasts ein bisschen länger, weil die Nachbearbeitung aufwändiger ist.

Alles in allem würde ich sagen, wenn es 10 Stunden Recherche sind in der Woche, plus die Produktion der beiden Shows, gehen im Endeffekt schon 15 bis 20 Stunden drauf. Und dann ist noch die Frage, ob ich noch eine dritte Show in der Woche mache oder nicht.

So geht es weiter
Im zweiten Teil des Interviews geht es um weitere Einnahmequellen, das Feedback der Hörer zur Patreon-Kampagne und wie die weitere Entwicklung aussieht.

Zudem gibt André Tipps für angehende Podcaster.

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1 Gedanke zu „Podcast-Monetarisierung mit Patreon – Interview mit dem Five-Chefredakteur Teil 1“

  1. Schön zu sehen, dass es in Deutschland auch Podcasts gibt, die Geld machen und gut laufen. Leider wird das Thema hier in Deutschland niemals eine ähnliche Popularität wie in den USA beispielsweise erreichen.

    LG

    Antworten

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