Spaß am Projektieren und das Potential von Nischenwebsites – Interview

Wenn man erstmal Erfahrungen mit dem Aufbau von Nischenwebsites gesammelt hat, fallen weitere Projekte nicht mehr so schwer.

Das bestätigt auch mein heutiger Interview-Gast Jens Peterssen von projektieren.de. Und das ist ja auch einer der wichtigsten Gründe, warum ich die Nischenseiten-Challenge durchführe.

Seit Jahren baut er Nischenwebsites auf. Im Interview geht es deshalb unter anderem um seine Vorgehensweise, SEO-Tipps, guten Content und mehr.

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Hallo Jens. Bitte stell ich dich meinen Lesern vor.

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Hallo, ich bin Jens und komme aus dem Sauerland.

Seit ca. 1997, seitdem ich das erste mal mit dem Internet in Berührung gekommen bin, arbeite ich auch im Internet. Angefangen mit kleinen privaten “Homepages”, über Erlernen von Programmiersprachen wie php und java bis hin zur Suchmaschinenoptimierung.

Mittlerweile gebe ich einen Großteil meines Wissens auf meinem Blog projektieren.de weiter.

Wie bist du zu Nischenwebsites gekommen und welche Erfahrungen hast du bisher sammeln können?

Seit 2007 beschäftige ich mich mit dem Domainhandel. Ich hatte zu Spitzenzeiten rund 6.000 Domains in meinem Bestand, darunter einige hochkarätige Keyworddomains, wie zum Beispiel Computerspiele.com, Wirtschaft.com, Schmuck.org. (inzwischen sind diese verkauft).

Da habe ich immer mal wieder die ein oder andere Domain aus dem Parking herausgezogen und “klein” projektiert. Dies steigerte den Wert der jeweiligen Domain noch einmal. Das Projektieren machte mir extrem Spaß, weshalb ich das immer weiter ausbaute.

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Wie gehst du an die Erstellung einer neuen Nischenwebsite heran? Wie findest du z.B. profitable Keywords bzw. das Thema der Nischensite?

Dadurch, dass ich seit Jahren auslaufende (also gelöschte) Domains beobachte und auch snappe, ergeben sich die Themen von selbst.

Ist die Domain generisch und hat Projektierungs-Potenzial, so werde ich versuchen sie zu snappen. Dies sind allerdings so viele, dass ich gar nicht alle projektieren kann. Also suche ich mir die besten Nischen daraus aus.

Hierbei achte ich auf gängige Kriterien wie Suchvolumen, Competition – und natürlich schaue ich mir die Serps an, um einen Eindruck zu bekommen, wie schwierig es wird nach vorne zu kommen. Mittlerweile habe ich ein ganz gutes Bauchgefühl entwickelt und muss die Metriken nicht mehr so oft prüfen, wie noch früher.

Ich projektiere übrigens nur reine Keyworddomains bzw. Exact Match Domains. Von Kunstbegriffen halte ich mich in der Regel fern. Ich habe viel zu gute Erfahrungen mit Keyworddomains gemacht und bin überzeugt, dass diese auch weiterhin leichter zu projektieren sind als andere Domains.

Schreibst du deine Texte selbst und wenn ja, auf was achtest du dabei?

Ich mache alles selbst – bis auf das Texten. ;)

Das Recherchieren der einzelnen Gebiete – da ich mich wegen der unterschiedlichen Themen gar nicht überall auskenne – würde viel zu viel Zeit kosten. Also arbeite ich mit Agenturen zusammen.

Ab und zu benutze ich auch Textbroker. Aber da muss das Briefing schon extrem genau sein. Die Agenturen kennen mich mittlerweile und wissen, wie ich meine Texte haben möchte. Das erleichtert einiges.

Wie sieht es mit SEO und Linkaufbau aus? Welche Maßnahmen sind da deiner Meinung nach wichtig und wie gehts du diese an?

Zu allererst ist wichtig, dass der Content richtig gut ist. Man muss sich in den Besucher hineinversetzen und Content erstellen, der ihn auf der Seite hält. Der ihm das bietet, wonach er sucht.

Aus dem Grund ist mein Content in der Regel sehr umfangreich. Mit 0815 Texten (300 Wörter sinnloses Zeugs dahergeschrieben) erreicht man heutzutage wirklich nur noch in den kleinsten Nischen etwas – und nachhaltig ist das sowieso nicht.

Darüberhinaus muss die Seite aus Onpage-Sicht vernünftig sein. Ich achte auf Pagespeed, interner Verlinkung und den anderen üblichen Hauptfaktoren wie saubere Urls, schöne Titles und Descriptions.

Natürlich dürfen die Links nicht fehlen. Kleine Nischenseiten ranken mit der Zeit auch ohne viele Links sehr gut, aber man kann durch sinnvollen Einsatz von Backlinks schon einiges bewegen.
Ziel ist es aber natürlich, dank des guten Contents später freiwillige, organische Links zu erhalten.

Spielt Social Media eine Rolle für deine Nischensites und wenn ja, welche?

Social Media vernachlässige ich bei Nischenseiten. Natürlich biete ich die Möglichkeit, meine Seite bei den großen Social Media Netzwerken zu verbreiten, aber eine eigene Fanpage oder Unternehmensseite lege ich nicht extra an.


Welche Tools nutzt du für den Aufbau und die Vermarktung deiner Nischensite(s)?

Ich beobachte meine Rankings mit meinem eigenen Projektverwaltungstool. Das zeigt neben den Rankings, die täglich geprüft werden, auch viele andere Metriken an. Darüber hinaus nutze ich natürlich die Sistrix Toolbox und MajesticSeo zur Backlinkanalyse.

Meine Seiten baue ich zu 99% mit WordPress. Manchmal kommt mein eigenes kleines CMS zum Einsatz.


Welche Einnahmequellen nutzt du und wie sind deine Erfahrungen?

Da ich viel mit Produkt-Test-Nischenseiten arbeite, kommt sehr häufig Amazon zum Einsatz. Die Conversion ist hier einfach großartig.

Natürlich sollte man darauf achten, Produkte zu vermarkten, die eine gute Provision versprechen. Immer dran denken, dass 10 Euro die maximale Provision bei Amazon ist. Verkauft man also Fernseher für 2.000 Euro, bekommt man bloß besagte 10 Euro für einen Sale, was sehr wenig ist. Hier sollte man evtl. andere Programme testen. Produkte im Bereich 50-200 Euro funktionieren meiner Meinung nach am besten.

Bei anderen Seiten, die nicht gerade etwas mit “Warenkorb-Produkten” zu tun haben, nutze ich Google AdSense.


Was sind deiner Erfahrung nach die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Nischenwebsites?

Da ich bereits aus wirklich allen “Mainstream”-Themengebieten schon Websites erstellt habe, kann ich bestätigen, dass die Seiten am erfolgreichsten sind, mit denen man sich am meisten identifizieren kann.

Erstellt man eine Seite über sein absolutes Hobby, so steckt automatisch mehr Herzblut drin, und das macht sich einfach bemerkbar. Solche Seiten haben es einfacher.

Ansonsten ist es wichtig, dass man Nischen findet, die wirklich wenig Mitbewerber haben. Finden sich in den Top 20 wenig Keyword- oder ExactMatch-Domains, so hat man meist gute Chancen – natürlich mit einer Keyworddomain.


Welche Fehler sollte man dagegen vermeiden?

Ich sehe immer wieder, dass viele Konkurrenten in meiner Nische verhältnismäßig viele Links aufbauen. Das halte ich für falsch.

Viele meiner Nischenseiten haben in einem Jahr vielleicht 5-10 Backlinks erhalten. Konkurrenten bauen diese Anzahl Links pro Woche auf.

Meiner Meinung nach ist das einfach zu viel und zu unnatürlich bei Nischenseiten. Und wenn Google sich an dieses Linkwachstum “gewöhnt”, und auf einmal hört der Webmaster auf, weitere Links aufzubauen, dann dürfte die Seite recht schnell wieder fallen, während meine relativ konstant weiter ranken wird.


Wie intensiv pflegst du deine Nischensite(s) und was macht du da genau?

Wenn die Seite online ist, kümmere ich mich um ein bis zwei Links und fasse die Seite erst einmal ein paar Wochen bis Monate nicht mehr an. Meistens wird die Seite dann, wenn es eine gute Nische ist, bereits in den Top 30 ranken und langsam weiter steigen.

Nun kann man entweder, wenn die Nische keinen weiteren Content mehr hergibt, weiter wenige Links setzen. Oder man hat weitere Contentideen – dann kann man neue Texte online stellen. Aber wirklich alles nur auf Sparflamme!

Nischenseiten kann man schnell und günstig erstellen. Daher empfehle ich, lieber viele Seiten zu projektieren und ganz gemächlich aufzubauen, als die komplette Zeit in nur eine Seite zu investieren. Die Chance, das eine Seite mit diesem wenigen Aufwand durchstartet, ist bei vielen Seiten einfach größer und minimiert das Risiko.


Wie siehst du die Zukunft für Nischenwebsites?

Meiner Meinung nach haben Nischenseiten nach wie vor großes Potenzial. Google ist bei Nischenseiten (derzeit noch) großzügiger, und man kann mit wenigen Mitteln sehr weit vorne ranken.

Der Traffic und die Einnahmen, die dabei herauskommen, können sich teilweise echt sehen lassen. Ich werde weiterhin viel Zeit in Nischenseiten investieren, da ich sehr überzeugt davon bin.


Danke

Jens für das Interview.

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10 Gedanken zu „Spaß am Projektieren und das Potential von Nischenwebsites – Interview“

  1. Eine Frage an Jens Peterssen: Welche Angenturen werden von Ihnen außerhalb von Textbroker genutzt?

    Ich habe selber vor kurzem einmal auf Textbroker zurückgegeriffen und war eigentlich ziemlich zufrieden nur wenn man sich verbessern kann, würde ich mich das natürlich schon sehr interessieren. :-)

    Antworten
  2. Interessantes Interview.

    Auch von mir eine Frage: Auf welche Domainendungen begrenzt du dich? Nur DE und CNO oder auch mal eine INFO?

    Viele sind ja von den INFO Domains wenig begeistert. Ich kann da allerdings nichts Negatives berichten.

    Antworten
  3. Hi Jens,

    schönes Interview. :) Was mich persönlich interessiert: Ich habe nun schon viele Nischenseiten von dir gesehen, und eben den ein oder anderen Blog zum Thema Projektieren. Aber gibt es auch größere Portale die du betreibst, oder setzt du ausschließlich auf Nischenseiten? Gerade mit deiner Erfahrung und den Mitteln kann man doch sicher gut etwas langfristiges aufbauen.

    Antworten
  4. Die Seite habe ich letzte Woche auch entdeckt. Da hat der Autor ein echt wertvolles Stück Anleitung geschrieben!

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  5. Tolles Interview, danke für die guten Infos. Ich selber nutze auch das Amazon Partnerprogramm und muss dir Teilweise recht geben. Der Umfang der Angebote von Amazon ist einfach enorm groß und deckt eigentlich jeden Bereich gut ab. Das Problem was ich mit Amazon habe ist nichtmal die 10 Euro Auszahlungsgrenze , sondern das Amazon anfängt sich Ip Adressen zu merken und somit Kunden , die schonmal bei mir gekauft haben, nicht mehr als Kunde gezählt werden. Das heißt , wenn Kunde XYZ bei mir einen Artikel gekauft hat, so bekomme ich logischerweise Provision dafür. Nun kommt der selbe Kunde nach 2 Wochen wieder auf meine Seite und kauft erneut etwas über meine Partnerlinks, so kann ich zwar die Bestellung sehen, bekomme aber keine Provision mehr dafür .
    Laut Amazon soll so verhindert werden , das innerhalb der Familie , Bekanntenkreis etc über den Partnerlink eingekauft wird.

    Wie habe ich das raus gefunden? Natürlich hat jemand aus meiner Familie etwas eingekauft, was ich absolut nicht falsch oder rechtswidrig finde. Ich finde es eher eine Frechheit von Amazon das man einen Kunden nur noch EINMAL haben dann und dann ist Ende denn so würden einem Bestandskunden kein weiteres einkommen mehr bescheren können.

    Die 3 Leute die im Monat aus der Familie etwas über Amazon einkaufen, können doch nicht der Grund sein , die Partnerlinks auf einen Pro Kunde zu beschränken. Es würde sicherlich niemals dazu kommen das ich mein Leben durch die Einkäufe meiner Familie finanzieren könnte und ich denke das ist auch bei jedem anderen der Fall.

    Hat man also eine Internetseite, die auch von ihren Bestandskunden lebt, so kann man sich jedenfalls nicht mehr durch Amazon finanzieren und müsste auf andere Partnerprogramme zurückgreifen.

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  6. Der Typ weiß wovon er spricht. Meine Erfahrung deckt sich mit seiner: SEO braucht vor allem Zeit. Nicht Zeit, die man investiert, sondern einfach Zeit, die verstreicht. Ich hab mal für eine Nische mit einem Suchvolumen von X.000 pro Monat eine Seite in die Top 10 gebracht, ohne einen einzigen Backlink. Hat halt 6-8 Wochen gedauert, der Inhalt der Seite war aber eben gut und etwas anders als das, was es bisher zu dem Thema gab. Mittlerweile ist diese wieder abgestürzt, weil ich 1 Jahr lang gar nichts dran gemacht habe.

    Rechtzeitig anfangen, dann erstmal liegen lassen und abwarten.

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  7. Sehr interessant.. Vielen Dank für die Einblicke. Es ist immer interessant zu wissen wie die anderen “großen” das machen, vorallem wenn man wie ich noch am Anfang steht.

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  8. @sebastian, ja, ich projektiere nur de und cno. Ne Info müsste schon sehr gut sein, damit ich die anfasse.

    @julian, ich hatte in der Vergangenheit schon das ein oder andere größere Projekt, in das ich auch richtig Geld investiert habe. Aber irgendwann habe ich auch diese Projekte verkauft. Ich mache gerne neue Sachen. Das reizt mich immer sehr. Darüberhinaus beschäftige ich mich gerade mit einem neuen Produkt bzw. Tool. Das nimmt viel Zeit in Anspruch, und da schaffe ich einfach keine größeren Projekte nebenbei.

    @Chris, 6-8 Wochen ist in meinen Augen keine zeit ;). Ohne überhaupt etwas zu tun, warte ich meist 3-6 Monate. Und diese Geduld sollte man bei manchen Seiten mitbringen.

    Danke für eure Kommentare.
    Gruß,
    Jens

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