“Verliebe dich in das Problem des Users” – Startups, Fehler und Erfolgsfaktoren – Interview

Im heutigen Interview geht es um Startups, Unterschiede zu den USA, wichtige Erfolgsfaktoren und Fehler.

Die Startup-Expertin und Microsoft-Mitarbeiterin ist Jury-Mitglied des internationalen Startup-Wettbewerbs Midemlab, der vom 5.-8. Juni in Cannes stattfindet. In ihrer Karriere hat sie viele Startups kennengelernt und begleitet.

Viel Spaß mit dem Interview.

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Guten Tag. Bitte stellen Sie sich meinen Lesern vor.

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Ich heiße Roxanne Varza und bezeichne mich gewöhnlich als “Startup-Lover”. Ich finde es beschreibt am besten was ich tue.

Ich komme ursprünglich aus Silicon Valley und leite nun die Startup-Programme für Microsoft in Frankreich: Microsoft Ventures and Bizspark.

Davor war ich Redakteurin bei TechCrunch France und arbeitete für verschiedene europäische Startups. Ich bin ebenso Mit-Gründerin von Girls in Tech in Großbritannien und Frankreich und Tech.eu.

Außerdem bin ich Mitorganisatorin der FailCon Konferenz in Paris. Ich spreche drei Sprachen und setze mich für Menschen mit Epilepsie ein.

Welche Erfahrungen mit Startups konnten Sie bisher sammeln?

Viel aber noch nicht genug!

Bevor ich nach Europa kam, arbeitete ich mit der Agentur für ausländische Direktinvestitionen Frankreich mit Startups in Silicon Valley. Dort spürte ich zum ersten Mal, wie sehr ich Startups mag.

Dann, mit TechCrunch, Girls in Tech, FailCon etc. konnte ich mich ausgiebig mit der Startup-Community befassen – vor allem in Frankreich und Großbritannien. Vieles davon hatte mit Kommunikation zu tun. Mit Tech.eu kann ich mich jetzt geografisch ein bisschen erweitern. :-)

Ich arbeitete auch für zwei Startups in Großbritannien – beide aus dem ECommerce-Bereich – und startete ebenso Projekte und Coachings für viele andere.

Mit Microsoft ist es ein bisschen mehr praxisbezogen, besonders mit Microsoft Ventures. Weil wir mit einer kleinen Anzahl Teams eng zusammenarbeiten, sehen wir wie ihr Business sich entfaltet. Dabei arbeiten wir mit Ihnen in unterschiedlichen Bereichen: Business, Technik, Rekrutierung, Kommunikation, Fundraising etc.

In letzter Zeit beschäftigte ich mich mehr mit der iranischen Startup-Szene, wegen meiner iranischen Wurzeln.

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Wie sehen Sie die aktuelle Startup-Szene in Deutschland?

Ich bin weniger vertraut mit der deutschen Startup-Szene als mit der in Frankreich und England, aber ich weiß, dass sie eine der führenden Europas ist. Berlin nimmt da eine besondere Rolle ein.

Die vielen Facetten Berlins machen die Stadt zu einem einzigartigen Ort um ein Unternehmen zu gründen, das spürt man. Berlin zieht internationale Talente an. Sie ist nicht so teuer und hat eine kulturelle Offenheit – perfekt für Startups und Innovation.

Ich hatte die Chance ein paar ambitionierte Berliner Projekte zu besuchen, wie z.B. The Factory. Ich glaube Projekte dieser Art werden die Startup-Szene Berlins noch mehr festigen und strukturieren. Klar gibt es fantastische Startups, Investoren und Startup-Programme, aber das ist ja nichts Neues.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Unterschiede zu den USA?

Um ehrlich zu sein kenne ich das deutsche Startup-Ökosystem zu wenig, um deutsch-spezifische Unterschiede aufzeigen zu können. Aber ich sehe viele Unterschiede zwischen europäischen Startup-Systemen und dem US-amerikanischen Startup-System. Manche sind kulturelle Unterschiede, andere sind struktureller Art.

Aber ich glaube dass sich vieles zum Besseren wendet in Europa. Eine Sache, die mich wirklich stört ist nicht, dass Europa aus vielen Ländern besteht, aber dass die Länder miteinander in Wettbewerb zu treten scheinen, anstatt zu kollaborieren und zusammen zu arbeiten.

Das mag zwar für die landeseigene Wirtschaft besser sein, nicht aber für die europäische Wirtschaft als Ganzes. Europäische Startups haben mit diesem Problem viel zu kämpfen.

Sie sind Teil der Midemlab Jury. Was genau ist das?

Ich liebe die Midemlab – den Startup-Wettbewerb der internationalen Musikindustrie-Messe Midem. Ich bin schon seit ein paar Jahren Jury-Mitglied und liebe es einfach.

Jedes Jahr entdecke ich die besten Startups der Musikindustrie aus aller Welt. Es ist so beeindruckend und die Auswahl ist wirklich einzigartig.

Am 5.-8. Juni in Cannes, Frankreich geht es wieder los. Die 30 Finalisten werden ihre innovativen Startup-Ideen vorführen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Nach welchen Kriterien entscheidet die Jury, welche Startup-Idee weiterkommt?

Normalerweise suchen wir nach soliden Geschäftsideen. Geschäftsideen, die nicht bloß innovativ sind, sondern ein gut durchdachtes Konzept haben und einen großen Abnehmermarkt.

Wir halten nach Startups Ausschau, von dem wir glauben, dass sie das „next big thing“ werden.

Was bringt es den Startups bei Midemlab ausgezeichnet zu werden?

Die Reichweite allein ist riesig!

Außerdem erhalten die Preisträger verschiedene Formen der Unterstützung, wie Trainings und Zugriffe auf Networks und andere Leistungen. Das ist jedes Jahr anders.

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Erfolgsfaktoren für neue Startups?

Ein agiles und sich vervollständigendes Team. Existenzgründer, die ihre eigenen Schwächen kennen und andere Leute finden und engagieren, die diese “Lücke” füllen, sind selten.

Gründer müssen aufmerksame Zuhörer sein. Sie müssen ihren Kunden und ihren Markt kennen und begreifen, um auf Veränderungen, Verhalten, Anwendungsfälle usw. reagieren zu können.

Ein guter Unternehmer ist jemand, der es versteht, ein solides Team aufzustellen, Signale zu erkennen und ihnen entsprechend zu agieren.

In welchen Themenbereichen bzw. Branchen sehen Sie für 2015 das meiste Potential für Startups?

Ha! In ganz vielen! Ich glaube derzeit passiert einiges im Bereich Medizin/Gesundheit – auf jeden Fall mehr als noch vor ein paar Jahren. Da wird sich auch noch einiges tun.

Außerdem gibt es gerade einen Hype und auch ein großes Potenzial für ähnliche Geschäftsideen wie UBER.

Und natürlich sind wir auch immer noch am Anfang die ganz traditionellen Businesses und Industrien ins Digitale überzuführen. Es besteht also sehr viel Bedarf in unterschiedlichen Bereichen.

Was sind die fünf größten Fehler, die ein Startup machen kann?

Ich leite die FailCon Konferenz in Paris seit 2011 und kenne so einige gescheiterte Geschichten. Ich habe das Gefühl, dass vieles am Team selbst liegt. Entweder hat das Team Schwierigkeiten oder es sind die Co-Gründer, die nicht richtig miteinander arbeiten können und unterschiedlicher Meinung sind.

Ich glaube außerdem, dass es Existenzgründern nicht leicht fällt beweglich zu sein. Oft können sie sich nicht eingestehen, dass ihre ursprüngliche Idee so nicht funktioniert. Für neue Wendungen sind sie oftmals nicht offen genug. Das führt nicht selten dazu, dass sie etwas aufbauen, was keinen Markt findet.

Zum Schluss würde ich mich über Ihre wichtigsten Tipps für junge Startups freuen.

Sarah Prevette hat etwas auf der FailCon in Paris 2011 gesagt, was glaube ich sehr wahr ist:

Verliebe dich in das Problem des Users – nicht in deine Lösung.

Wenn es dir darum geht, dem User so gut du kannst zu helfen, und nicht darum, ihm dein Produkt aufzustülpen, kannst du es weit schaffen.

Danke für das Interview

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1 Gedanke zu „“Verliebe dich in das Problem des Users” – Startups, Fehler und Erfolgsfaktoren – Interview“

  1. Start-Ups sind nicht (mehr) meine Welt, aber trotzdem ein sehr interessantes Interview. Ich denke, die genannten Erfolgsfaktoren lassen sich auch 1:1 auf jedes “normale” Business übertragen.

    Oftmals steht und fällt alles mit dem richtigen (oder falschen) Team.

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