Die optimale Twitter-Strategie – Was wann wie twittern?

Die optimale Twitter-Strategie - Was wann wie twittern?Twitter ist ein ziemlich spannendes Netzwerk. Entgegen der ersten Annahme lässt sich mit nur 140 Zeichen doch eine ganze Menge sagen. Das haben endlich nicht nur Internetpioniere und Journalisten erkannt, sondern auch Unternehmen aller Branchen. Für viele gehört Twitter mittlerweile zum festen Bestandteil des Marketingmix.

Wer auf Twitter geschäftlich aktiv sein will, der braucht eine Strategie. Und zwar eine, die auf Twitter zugeschnitten ist. Einfach die Social-Media-Inhalte, die man auf anderen Netzwerken veröffentlicht, auch bei Twitter zu posten, ist schon allein aufgrund der Zeichenbeschränkung keine gute Idee. Wer sich im Vorfeld ein paar Gedenken über den Einsatz von Twitter macht, der kann das volle Potential des Kurznachrichtendienstes ausnutzen.

Die Twitter-Strategie beginnt übrigens schon mit der nicht unbedeutenden Namenswahl. Warum es wichtig ist, über die Buchstaben nach dem @-Zeichen ausführlich nachzudenken, kann hier nachgelesen werden. Erst wenn man sicher ist, den richtigen Nutzername gefunden zu haben, sollte man ein Twitter-Konto* anlegen. Wer noch nicht gleich loszwitschern will, die Nutzung des Kurznachrichtendienstes aber für die Zukunft plant, der sollte sich seinen gewünschten Twitter-Namen bereits im Vorfeld sichern. Jeder Namen wird nämlich nur einmal vergeben.

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Wen will ich auf Twitter ansprechen und was dabei erreichen?

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Bevor man wild mit dem Twittern beginnt, sollte man sich fragen, wen man mit seinen Tweets eigentlich erreichen möchte. Genau wie der Blog, das Magazin oder das Portal hat auch der Twitter-Account eine Zielgruppe. Die kann, muss sich aber nicht zwangsläufig mit der des Internetangebots decken.

Außerdem muss man sich im Vorfeld klar machen, was man mit seinen Tweets eigentlich erreichen will. In der Regel will man mit Hilfe von Twitter seine Reichweite ausbauen, also neue Besucher bzw. Kunden gewinnen. Twitter eignet sich aber auch hervorragend um Stammbesucher bzw. Stammkunden zu binden. Über seinen Twitter-Kanal kann man sie, wenn man sie erst einmal als Follower gewonnen hat, über neue Artikel, Aktionen, Dienstleistungen, Produkte, etc. auf dem Laufenden halten.

Ziel der meisten, die Twitter als Marketinginstrument nutzen, ist es Besucher auf das eigene Internetangebot zu locken. Man muss sich also überlegen, was Leser animiert, einen Link anzuklicken. Um das zu erreichen, ist es wichtig Tweets als einen Aufmacher zu verstehen. Einem Tweet, der zu einer Interaktion führen soll, muss man deshalb genauso viel Aufmerksamkeit schenken wie der Überschrift eines Artikels. Schließlich entscheidet sie, ob jemand den Artikel liest oder nicht.

Tweets müssen Aufmerksamkeit wecken

In den meisten Timelines rattern die Tweets nur so herunter. Innerhalb von nur ein, zwei, drei Sekunden muss man mit einem Tweet die Aufmerksamkeit der Leser geweckt haben. Das geht am besten, wenn man Tweets mit Bildern und Videos postet. Sie nehmen in der Timeline mehr Raum ein und haben nachweislich eine höhere Interaktionsrate.

Miese Tricks, nur um Klicks zu generieren, sind Tabu. Falsche Versprechungen und ähnliches rächen sich auf einem so schnelllebigen Netzwerk wie Twitter im Nu. Damit verprellt man nicht nur seine Follower. Besucher, die auf einer Webseite nicht vorfinden was ihnen versprochen wurde, kehren selten wieder.

Zwar gibt es bei Twitter bzgl. des Sprachgebrauchs einige Besonderheiten, an der Rechtschreibung ist aber auch beim Kurznachrichtendienst nicht zu rütteln. Es ist allerdings nicht tragisch, wenn man mal ein Füllwort weglässt, um mit der Zeichenbeschränkung klar zu kommen. Abkürzungen sind natürlich gang und gäbe, es sollten aber bitte die allgemein gültigen und nicht selbst kreierte sein.

Auch über die Ansprache auf Twitter sollte man sich im Vorfeld kurz Gedanken machen. Duzen ist gemeinhin kein Problem, auch in der Kommunikation zwischen Kunden und Marken nicht. In Branchen, in denen besonderer Wert auf Seriosität gelegt wird, kann Siezen jedoch auch auf Twitter nicht schaden. Beispielhaft seien Banken und Versicherungen genannt.

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Tweets zum richtigen Zeitpunkt absetzen

Wer seine Ziele und seine Zielgruppe definiert hat, der weiß automatisch auch, was er inhaltlich twittern muss. Ist die Botschaft gefunden, muss man sie formulieren und timen. Das richtige Timing ist deshalb wichtig, weil Twitter ein Echtzeitmedium ist. Anders als beispielsweise bei RSS-Feeds liest kaum jemand seine Timeline nach.

In der Vergangenheit hat es diverse Untersuchungen gegeben, die versucht haben herauszufinden, wann Links in Tweets am häufigsten angeklickt werden und wann Tweets am meisten favorisiert, kommentiert und retweetet werden.

Die Ergebnisse sind ziemlich unterschiedlich. Von Land zu Land sowieso, aber auch in Deutschland. Es scheint sehr von der eigenen Zielgruppe abzuhängen.

Generell kann man aber vorsichtig sagen …

  • dass Tweets zwischen 00:00 und 09:00 Uhr verhallen.
  • dass am späten Vormittag und zur Mittagszeit die Aufmerksamkeit gut ist.
  • je später der Nachmittag, desto mehr lässt sie nach. Ab 18:00 Uhr kann oftmals wieder ein Anstieg festgestellt werden.
  • nach 20:00 Uhr ist der Erfolg von Tweets extrem zielgruppenabhängig. Zu dieser Zeit wird zum Beispiel viel übers Fernsehprogramm getwittert, aber kaum über Ratgeberthemen.
  • an Wochenenden herrscht oft Flaute.

Zu Beginn ist es also unvermeidlich selbst auszutesten, wann abgesetzte Tweets am besten ankommen. Als groben Anhaltspunkt kann man die Besucherstatistik seines Internetangebots nehmen. Wer beispielsweise ein Reiseportal betreibt, kann daran gut ablesen, wann sich die Menschen im Internet mit dem Thema beschäftigen. Es ist also gut möglich, dass sie zu dieser Zeit auf für Reisethemen auf Twitter empfänglich sind.

Seit dem letzten Jahr stellt Twitter allen Mitgliedern auch ein eigenes Analysetool zur Verfügung. Twitter Analytics gibt nicht nur die Reichweite jedes einzelnen Tweets an, sondern zählt auch jede Interaktion. Interaktionen werden bis ins kleinste Detail aufgeschlüsselt. Aus diesem Grund eignet sich Analytics sehr gut um seine Twitter-Strategie zu optimieren. Nicht nur, was den Zeitpunkt der Tweets angeht.

Die optimale Twitter-Strategie - Was wann wie twittern?

Letztlich gibt es zwei Glaubensrichtungen: Die einen twittern, wenn auf Twitter am meisten los ist, weil sie sich durch das große Publikum auch viel Interaktion versprechen. Die anderen twittern, wenn weniger los ist. Sie glauben, dass ihre Tweets in der Nachrichtenflut so weniger untergehen und trotz weniger Leser mehr Erfolg erzielen.

Twitter ist keine Einbahnstraße und kein Selbstzweck

Twitter lebt von Interaktivität. Jeder möchte gern favorisiert, kommentiert und retweetet werden. Aber nur wer sich aktiv an der Community beteiligt, darf auch selbst mit Beachtung rechnen. Man sollte deshalb auch selbst thematisch passenden Profilen folgen und ihre Inhalte verbreiten. So gewinnt man übrigens ganz von selbst erste eigene Follower und legt den Grundstein für ein erfolgreiches Twitter-Marketing.

Die 4-1-1-Regel besagt, dass man zunächst vier Mal fremde Inhalte verbreiten soll, bevor man einen Tweet retweetet um schlussendlich einen Tweet mit dezenter Werbung für sich selbst abzusetzen. Für Egoisten ist auf Twitter kein Platz. Wer sich hingegen für andere Community-Mitglieder interessiert und mit ihnen in den Dialog tritt, der baut neben einer soliden Anhängerschaft auch Vertrauen auf. (Eine Alternative ist die 5-3-2 Regel)

Je mehr getwittert wird, desto mehr Follower hat ein Twitter-Account normalerweise. Diese Tatsache sollte jedoch keineswegs zu einem übermäßigen Ausstoß an Tweets führen. Auch auf Twitter muss man Maß halten, vor allem wenn es um Tweets mit Links geht.

Gleiches gilt für Hashtags. Sie sind wichtig damit Tweets nicht nur von den eigenen Followern wahrgenommen werden. Mehr als zwei bis drei haben auf 140 Zeichen aber nichts verloren. Letztlich kommt es nicht auf die Quantität der Anhänger, sondern auf ihre Qualität an. Lieber wenige aktive, als viele inaktive.

Auch professionell geführte Twitter-Profile dürfen übrigens eine persönliche Note enthalten. Tweets aus dem Büroalltag oder lustige Videos sind in Maßen erlaubt, auch wenn sie nicht unbedingt etwas mit dem Thema des Profils zu tun haben. Sie machen es dafür authentischer und interessanter.

Profilen, die nur angelegt wurden, weil ja jeder auf Twitter ist, sieht man ihren Selbstzweck übrigens an. Erfolgreich wird man damit nicht. Zum Twittern gehört auch Leidenschaft. Wer mit Twitter nichts anfangen kann, sollte seine Energie und Zeit in etwas anderes investieren.

Fazit: Aller Anfang ist schwer

Um aus Twitter als Marketinginstrument das bestmögliche herauszuholen, muss man sich mit dem Netzwerk beschäftigen. Wer eine Strategie hat, dem wird es leichter fallen Follower zu gewinnen und seine Reichweite mit Hilfe des Kurnachrichtendienstes auszubauen. Dabei sollte man aber immer bedenken, dass Twittern Zeit benötigt. Nicht nur in der Anfangszeit. Einen guten Aufmacher auf meist weniger als 140 Zeichen zu begrenzen fällt schwerer, als einen knackigen Text auf Facebook zu posten.

Wichtig ist es am Ball zu bleiben, auch wenn die Follower und Reaktionen auf Tweets zu Beginn nur spärlich sind. Je mehr Anhänger, desto mehr verselbstständigt sich die Interaktivität. Wer kreativ ist und Mehrwert bietet, der setzt sich auch auf Twitter am erfolgreichsten von der Masse ab.

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7 Gedanken zu „Die optimale Twitter-Strategie – Was wann wie twittern?“

  1. @Peer

    Gibt es auch irgendwo eine Statistik wo man sehen kann welches soziale Netzwerk sich am meisten lohnt? Also welches den meisten Einfluss auf neue Besucher und SEO hat? Oder eine Statistik welche Kanäle welche Nutzer, also welche Zielgruppe haben?

    Da ich EInzelkämpfer bin würde ich mich lieber gern gut um ein Netzwerk kümmern also alle zu haben und da nur automatische Posts zu veröffentlichen …

    Danke

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  2. Das ist noch mal ein sehr guter Hinweis, auch auf twitter vorwiegend fremden, werthaltigen Content zu posten. Für dieses Jahr habe ich meine Tweets schon geplant, aber für nächstes Jahr kommen definitiv mehr fremde Inhalte dazu.

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  3. Zugegeben, wir tun uns mit twittern immer noch recht schwer. Aber vielleicht haben wir bisher auch nur zum falschen Zeitpunkt getwittert. Die Anregung das am späten Vormittag und zur Mittagszeit am meisten los ist, werden wir mal testen :)

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  4. Die Zeit ist derartig wichtig für das Posten Habe das auch im Buch “endlich erfolgreich auf instagram” erfahren. Das Ganze ist nämlich das Gleiche wie auch Twitter auch.
    Der noch so gute Artikel oder Post bringt einem rein gar nichts, wenn man nicht gesehen wird.

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  5. Ich glaube am meisten lohnt sich noch Instagram. Man kann dort viele Menschen gezielt erreichen. Nur Facebook ist meiner Meinung nach noch weiter vorne – außerdem verstehe ich ehrlich gesagt den aktuellen Hype um Snapchat nicht :p

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  6. Hallo Peer, ein spannender Artikel ist das. Ich bin Holger.

    Habe ueber 5000 follower ueber adult content allmaehlich gesammelt.
    Ich koennte meinen Twitteraccount langsam ins Geld bringen. Offensichtlich bin ich zu dumm. Ich verstehe folgenden Satz nicht. “Die 4-1-1-Regel besagt, dass man zunächst vier Mal fremde Inhalte verbreiten soll”. Wenn ich getweetet habe, dann ueber eigenen Content. Ansonsten eigenes following, retweets und likes. Was meinst du mit 4mal fremde Inhalte?

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    • Man sollte halt auch stark andere Inhalte auf Twitter retweeten und nicht nur eigene Inhalte posten. Aber da du schon mehr als 5.000 Follower hast, machst du ja einiges richtig.

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