Social Media vs. Email Newsletter – Warum Facebook den Newsletter nicht ersetzt

Im heutigen Gastartikel von Johannes Vorwerk geht es um die Frage, ob das Social Web den guten alten Newsletter* überflüssig gemacht hat.

Johannes ist CEO von 4OfficeAutomation.Inc und Gründer von emailunlimited.de, einer preiswerten Email Marketing Lösung, die sich an kleine und mittelständische Unternehmen richtet, die einen Email Newsletter an ihre Kunden versenden möchten.

Email ist tot. Besonders die Newsletter. Total veraltet. Von Vorvorvorgestern.

Die erste Email wurde 1971 gesendet – waren Sie da eigentlich schon auf der Welt?

Social Media ist neu, hip und sexy. Netzwerke wie Facebook, Xing und studivz sind in aller Munde.

Wer modern sein will, muß da sein, Präsenz zeigen, Kontakte knüpfen.

Social Media ist die Zukunft, da ist die Jugend, da ist Potential drinnen, da werden wir alle reich und glücklich werden … Ist das nicht so?

Im Grunde genommen ist Facebook eine riesige Datenbank, die Adressdaten verwaltet, verknüpft und aufbereitet und den Nutzern die  Möglichkeit bietet, sich zu präsentieren und zu kommunizieren.

Da werden die Phantasien der Werbewirtschaft geweckt, deswegen ist Facobook soviel Wert wie Google (ohne auch nur annähernd soviel Umsatz er erreichen).

Und natürlich können Sie sich auch als Firma beteiligen, Neuigkeiten posten und Freunde sammeln – wobei die dann nicht mehr Freunde heißen, sondern “Fans”. Und an diese Fans können Sie dann Nachrichten schicken, die in der Liste der Neuigkeiten angezeigt werden.

Soweit, so gut…

…aber da gibt es einen kleinen Haken:

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Facebook ist mehr ein “Realtime”-Medium, man kann es am ehesten mit einem gezielten Nachrichten-Ticker mit limitierter Reichweite vergleichen.

Die Anzahl der Posts, die bei einem “Fan” angezeigt werden, ist begrenzt, nach einer gewissen Zeit sind ältere “News” nicht mehr so einfach zu sehen, sie fallen einfach unter den Tisch (wir Informatiker nennen das einen FiFo Stack, First-In, First-Out), und je mehr Nachrichten ein Benutzer erhält, umso schneller ist Ihre Nachricht auch wieder verschwunden.

Einen gelegentlichen Facebook-Nutzer erreichen Sie auf diese Art und Weise praktisch nur durch Zufall.

Bei Twitter ist dieser Charakter noch extremer:  je vernetzter der Benutzer ist, umso schwerer ist er zu erreichen, weil Nachrichten praktisch sofort verfallen.

Unsere gute alte “Schwester” Email hingegen bewahrt all unsere Nachrichten auf, der Empfänger muss sich mit Ihrer Email auseinander setzen, und sei es, um sie zu löschen. Alternativ kann er Ihre Nachricht auch archivieren, oder sie für später aufheben.

Kurz und gut?

Nachrichten in sozialen Medien sind naturgemäß eher kurz: ein paar Zeilen mit geringen Formatierungsmöglichkeiten in Facebook, 140 Zeichen in Twitter – das reicht nicht einmal für einen sinnvollen Link mit Wiederkennungswert.

In Emails ist der Gestaltungsspielraum deutlich größer. Sie können Ihre Nachrichten viel individueller gestalten und haben den Platz für originellen Content. Sobald Ihr Newsletter geöffnet wurde haben Sie die volle Aufmerksamkeit Ihrer Leser und müssen nicht mit diversen hüpfenden Bannern oder anderen Ablenkungen konkurrieren.

Man kann es auch so betrachten:
Facebook und Twitter sind gut dafür geeignet, um für Ihre neuesten Artikel zu werben und sie zu verlinken, aber sie sind nicht die Träger von eigentlichen Inhalten.

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Gewachsen durch konsequentes Email Marketing

Jetzt werden sich alle Social-Media-Fetischisten und selbsternannten Email-Marketing-Totengräber die Augen reiben: Netzwerke wie Facebook oder LinkedIn sind vor allem durch den massiven Einsatz von Email Marketing groß geworden.

Wie das?

Ganz einfach: Ich melde mich bei Facebook an, und gebe meine sonst so geheimen Daten ein. Als nächstes kommt die Frage:
„Willst du hier Freunde finden?“
„Ja, logisch, warum sonst bin ich denn hier?“
„Na prima, dann schieb mal deine Kontaktliste rüber und lad all deine Freunde ein!“

Hallo? Gehts noch?

Da jammern wir seit Jahren über zu viel unerwünschte Werbepost, werden aber hier unverblümt dazu aufgefordert, unsere Kontaktliste hochzuladen, um unsere Freunde und Verwandte mit Werbung für ein soziales Netzwerk zu belästigen, ohne Rücksicht, ob die das wollen. Bei manchen Systemen wird sogar dreimal nachgehakt, ob man denn wirklich nicht befreundet sein wolle.

Je nach Perspektive könnte man das als geniale Marketingidee oder einfach nur als Spam bezeichnen.

Zwei verschiedene paar Schuhe

Fast jede Frau hat in Ihrem Schuhschrank sowohl High-Heels als auch Trekking-Schuhe, und das aus gutem Grund: 
High-Heels sind schick und kommen auf Parties gut an, aber für lange Wanderungen eignen sie sich nicht. Trekking-Schuhe sind gut für lange Wanderungen, aber versuchen Sie damit einmal, in eine Edel-Disko zu kommen.
Um überall anzukommen, braucht es eben doch verschiedene paar Schuhe.

Und genau so verhält es sich mit Email Newslettern und sozialen Medien:
Mit Email erreichen sie einfach jeden, der im Internet unterwegs ist, egal ob B2B oder B2C, zuhause oder am Arbeitsplatz.

Bei sozialen Medien ist es anders: Natürlich gibt es viele Menschen, die quasi in sozialen Netzwerken leben, Facebook als Ihre Startseite und Tweets via SMS aboniert haben und auf diese Weise gut erreichbar sind.

Diese Menschen bilden aber nicht die Mehrheit der Internetnutzer, sondern sind eine eher spezielle Zielgruppe. Der arbeitenden Bevölkerung wird im Büro der Zugang zu Twitter, Facebook & Co nicht selten verweigert, von daher sind sie in Echtzeit nur bedingt erreichbar.

Sowohl der Facebook-Power-User als auch der angestellte Büromensch wird hingegen regelmäßig einen Blick in sein Postfach werfen. Das Email Postfach ist das ultimative Sammelbecken für Nachrichten aus allen Bereichen, und aus diesem Grunde senden auch alle sozialen Medien Updates per Email.

Von daher kann man behaupten: Email ist universell, soziale Medien eher speziell.

Also Email Newsletter statt Facebook Präsenz?

Ein klares „Nein“.

Wie bei den verschiedenen paar Schuhen erzielen Sie die beste Wirkung durch die Kombination beider Medien.

Betrachten wir die beiden einmal nicht als konkurrierende Medien, sondern konzentrieren wir uns auf das Wesentliche, nämlich Ihren qualitativ hochwertigen Content unter die Leute zu bringen. Darum gehts es, und um nichts anderes.

Idealerweise sieht der Ablauf folgendermaßen aus:

  1. Sie erstellen Ihren Content, und stellen Ihn als erstes Online, beispielsweise in Ihrem Blog (der hoffentlich eine Sign-up Box für Ihren Email Newsletter enthält).
  2. Anschließend senden Sie den Artikel als Email Newsletter direkt an Ihre Liste. Verwenden Sie Facebook „I like“-Buttons und Bookmarks, die auf den entsprechenden Artikel in Ihrem Blog verweisen.
  3. Danach posten Sie Hinweise auf Ihren neuen Content auf allen relevanten Netzwerken inklusive Facebook und Twitter (ping.fm ist da eine große Hilfe).

Auf diese Weise wird Ihr Content direkt an Ihre Kundschaft gesendet und gleichzeitig auf allen Kanälen verlinkt, zusätzlich werden alle Links von den Suchmaschinen aufgegriffen.

Das ganze nennt man „Cross-Promotion“ und ist als Summe der Teile im Endeffekt deutlich effektiver als wenn Sie sich nur auf ein einzelnes Medium konzentrieren.

Auch wenn bestimmte Zielgruppen, gerade die jüngeren, heute schon mehr das Social Web nutzen, als Emails versenden, sind große Teile der Bevölkerung noch eher über die Email zu erreichen. Bei allem Fortschritt und coolen neuen Entwicklung sollte man seine Zielgruppe nie aus den Augen verlieren und die eigenen Marketing-Instrumente entsprechend wählen.

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13 Gedanken zu „Social Media vs. Email Newsletter – Warum Facebook den Newsletter nicht ersetzt“

  1. :smile: sehr ausführlicher Artikel! Jetzt weiß ich endliche Bescheid: keine Newsletter, kein Facebook, eigene Blocks

    Antworten
  2. Hab gerade mit Tobias Knoof telefoniert und er hat Deinen Blog sehr positiv erwähnt, und ich muss sagen wirklich eine gute Empfehlung.

    Super-Content und Gedankengänge, die für alle sehr nützlich sind.

    Einzig und allein Deine “Sign up Box” suche ich noch…
    Danke für Deine professionellen Berichte und Ideen.

    :) der ivan :)

    Antworten
  3. Ja, manchmal hackt es bei mir auch. Man sollte eben nicht nur die Texte, sondern auch die Überschriften Korrektur lesen. :oops:

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  4. Mal unabhängig von textlichen Dingen oder der Tatsache, dass es 140 Zeichen sind bei Twitter :wink:, ist das ein hervorragender Artikel, der fast schon irgendwo zum “Sticky” gemacht werden müsste. Ach so, geht ja nicht. “Sticky” ist Forum und Forum ist 1.0 Schade, schade… :mrgreen:

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  5. Nett geschrieben, Ich finde es zwar selbstverständlich, aber dem einem oder anderem wird es bestimmt hilfreich sein.

    Was leider vergessen worde ist das Newsletter von Leuten gelesen werden, die mal auf der Seite waren und abonieren gedrückt haben – also ist es eine Art Errinerung mal wieder auf die Seite zu kommen.
    Im Social Web hingegen kann man vorallem neue Leser / Kunden erreichen. Vorallem durch “Gefällt mir`s” und “retweet´s”.
    Also wenn ich sehe, dass ein Freund ein Artikel gut findet, dann lese ich ihn ehr als wenn ich einfach irgendwo im Web ein Lnk dorthin finde. Und wenn ir der Artikel gefiel dann abonier ich den Newsletter ;)

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  6. Stand jemals _ernsthaft_ im Raum, dass Facebook Newsletter ersetzen kann? Ich meine nicht, ob das mal irgendwann irgendwo behauptet worden wäre; ich meine: Gab es dafür jemals Anzeichen?

    (PS: Twitter erlaubt nur 140 Zeichen. :wink:)

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  7. Hallo!

    Newsletter sind dann ein Ärgernis wenn man bei mehreren Marketern eingetragen ist und es steht wieder mal ein Launch an. Den dann bekommt man gleich sechs oder sieben mal die selbe Nachricht nur der Absender ist ein anderer!

    Ich versende nur max. 3mal im Monat einen Newsletter…und an den ganzen Launches nehme ich nicht Teil mit meiner Newsletterliste!
    So entgeht mir womöglich etwas Geld, terrorisiere aber meine Newsletterliste nicht mit dem selben Müll wie alle anderen.

    Damit bin ich bis jetzt gut gefahren…

    Social Media nutze ich mehr für den Traffic für meine Seiten.

    MfG

    Csaba Nagy

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  8. Hallo,

    ich wollte mich kurz bei Euch für die vielen netten Kommentare bedanken :-)

    Es handelt sich hier um meinen ersten Artikel als Gastautor, aber es wird bestimmt nicht der letzte gewesen sein.

    @ivanGalileo,

    welche Sign-Up Box meinst du?

    Im Moment habe ich noch keinen eigenen Blog, wird aber sicher auch bald kommen.

    Viele Grüße,

    Johannes Vorwerk

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  9. Naja, wirklich viel Elan in E-Mail Newsletter zu stecken lohnt nicht mehr so, wie es mal war. Klar, Shopbetreiber sollten (sofern die Erlaubnis da ist) immer Produktempfehlungen regelmässig liefern. Ich empfang soetwas (von Amazon z.B.) sogar gerne. Aber mit Facebook zum Beispiel erreicht man einfach einfacher und besser die Leute, da sie es “zwangsweise” in ihren Feeds lesen… und wenn sie nur jedesmal das Logo sehen, das kann schon viel bringen.

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  10. Ich habe mir mal ein WordPress-Plugin gekauft. Der Anbieter hatte auch ein Newsletter Plugin. Nach dem Kauf konnte ich mich von der “Wirksamkeit” des Newsletterplugins überzeugen, ich bekam zweimal am Tag eine Email, wie wichtig und toll dieses Plugin ist, um Kunden zu binden. Ergebnis war, dass ich nach einer Woche entnervt den “junk” Button im Thunderbird gedrückt habe und seitdem ist Ruhe.
    Fazit: Man soll es nicht übertreiben: Bitte bei anklicken des Newsletter-Buttons sagen, was ich als Empfänger zu erwarten habe!

    Hingegen finde ich z.B. den Amazon-Produkt-Newsletter als eher unaufdringlich, obwohl er in kurzer Frequenz kommt. Aber da stehen zu 90% Dinge drin, die mich wirklich interessieren. Die Analyse von Amazon scheint wirklich gut zu funktionieren… ;o)

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