Nischenidee, Vorgehensweise, Technik und Inhalte – Interview mit Martin Mißfeldt

Das Audio-Interview mit Martin Mißfeldt von tagseoblog.de, meinem Gegner bei der Nischenseiten-Challenge, war ja leider qualitativ sehr schlecht.

Deshalb habe ich es in Textform bringen lassen und nach einer weiteren Überarbeitung durch mich, gibt es nun den ersten Teil des Interviews hier in Textform.

Martin spricht dabei unter anderem über seine Vorgehensweise bei der Ideenfindung, schildert die technische Umsetzung und erklärt, wie er Inhalte für seine Nischenwebsites erstellt.

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Hallo Martin. Bitte stell dich kurz meinen Lesern vor, vielleicht kennt ja der ein oder andere dich noch nicht.

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Ich heiße Martin Mißfeldt, bin eigentlich Künstler, wohne in Berlin, habe Familie mit vier Kindern. Bin also eigentlich ein ganz solider Typ.

Ich betreibe auch eine ganze Reihe von Websites, die ich auch optimiere, so dass sie über Google viele Besucher kriegen.

Ich bin aber ursprünglich aus dem Bilderbereich dazu gekommen, weil ich meine künstlerischen Bilder auf meiner Homepage zeigen wollte und dann irgendwann gemerkt habe, dass über bestimmte Bilder viele Besucher kamen.

Dann habe ich mir das angeschaut und überlegt, warum kommen jetzt über diese Bilder so viele und über andere Bilder eher weniger. So habe ich das Thema Bilder-SEO für mich entdeckt. Da dort nicht nicht so viele aktiv sind, habe ich eine gewisse Bekanntheit erreicht.

Diese Nischenseiten-Challenge ist natürlich eine spannende Sache, weil ich gerne selber neue Projekte aufsetze. Für mich hat das auch immer so einen künstlerischen Charakter, so ein neues Projekt. Ich gehe da schon mit Herzblut und Leidenschaft auch ran und dabei, scheue ich mich nicht gewisse Dinge und Erkenntnisse zu veröffentlichen oder zu teilen.

Da bot sich es an, dein Gegner für diese Challenge zu werden, damit wir beide unsere Erfahrungen und Erkenntnisse teilen können, sodass möglichst viele Leute auch für sich selber was rausziehen können.

Anmerkung von mir im Interview:
Ja, es gab ein paar Leser, die das relativ ernst gesehen haben und gefragt haben, wie genau denn die Regeln sind, um zu gewinnen.

Ich habe dann immer gesagt, dass primär im Vordergrund steht Informationen zu teilen und Einblicke zu gewähren. Und ich glaube, das ist auch das, was die meisten Leser und auch die Teilnehmer der Challenge am besten finden.

Du hast die ein oder andere Nischen-Website schon aufgesetzt. Wie bist du eigentlich dazu gekommen?

Bei mir war das eigentlich nie finanziell motiviert. Ich habe mich nie hingesetzt und habe gesagt, okay, ich mache jetzt eine Website, weil ich damit einen bestimmten Betrag pro Monat verdienen will, sondern es war tatsächlich immer inhaltsgetrieben oder auch interessengetrieben.

Der Ausgangspunkt war, dass ich mich 2002 selbstständig gemacht habe. Ich hatte vorher mit ein paar Freunden zusammen eine GmbH, die ist dann aber in der Internetblase im Jahr 2000/2001 leider geplatzt.

Danach habe ich mich selbstständig gemacht, habe die Insolvenzmasse aufgekauft, was ein paar Rechte an Produkten waren und Software. Und dann habe ich eine Zeitlang nur Flash-Projekte programmiert und Webdesign gemacht.

Mittlerweile bin ich aber dahin gekommen, dass ich wieder Projektmanagement mache. Ich werde gebucht über irgendwelche Institutionen, meistens aus dem Kulturbereich, die Internetprojekte umsetzen wollen. Und dann bin ich derjenige, der das organisiert und es dann umsetzt.

Über diese Arbeit hat sich dann ergeben, dass ich meine Künstlerseite irgendwann erstellt habe. Mit der Künstlerseite bin ich zum Bilder-SEO gekommen. Ich habe schon vor 20 Jahren Cartoons gezeichnet und habe dann auch eine Cartoon-Website gemacht.

Sehtest-Bilder habe ich ebenfalls gemacht und eine eigene Website draus gemacht, das ist sehtestbilder.de.

Später häuften sich dann die Fragen, was Sehen an sich betrifft und auch Sehhilfen. Dazu habe ich ein paar Artikel geschrieben und mir gedacht, warum mache ich nicht wieder einen eigenes Webprojekt daraus. So ist die Brillen-Seite entstanden.

Und so entwickelt sich immer eins zum anderen. Das hängt thematisch alles zusammen. Es ist fast immer so, dass ich die Dinge, die ich bearbeite, vorher schon mal eine Zeitlang irgendwo anders behandelt habe. Dann merke ich irgendwann, das kriegt jetzt so viel Gewicht oder das ist so ein interessantes Thema, dass ich ein eigenes Projekt draus machen kann.

Die Monetarisierung ergibt sich meist erst im Nachhinein. Mittlerweile kann ich einigermaßen abschätzen, wie viel ich damit in Zukunft am Tag ungefähr verdienen werde und ob sich das rechnet
Aber ich habe zum Beispiel gar nicht vor komplett von Google abhängig zu sein. Die ganzen Webprojekte, die ich habe, sind eher so nebenbei und ich betreue diese nur dann, wenn ich keine anderen Jobs habe, also wenn Zeit dafür ist. Andere Dinge gehen vor.

Ich will nicht nur von Webprojekten abhängig sein, denn das wäre eine sehr riskante Strategie.

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Ich erkenne aus deinen Antworten, dass du Wert darauf legst eine Nische zu nehmen, mit dem du dich auskennst. Du wirst also nicht eine völlig fremde Nische für die Nischenseiten-Challenge nehmen?

Das war ehrlich gesagt ein bisschen die Hoffnung, dass mir andere mir eine Nische vor den Kopf “schreinern” und sagen: So, du behandelst jetzt das Thema, keine Ahnung, Stützstrümpfe oder ich weiß nicht was. Also irgendwas, wo ich mich nie mit beschäftigen würde, weil das natürlich eine Herausforderung gewesen wäre.

Als ich dann gemerkt habe, dass man sich selber das Themenumfeld aussucht, habe ich darüber nachgedacht und fand das totalen Quatsch. Das macht man dann für eine gewisse Zeit und dann liegt das Ding letztlich brach und man hat meistens auch keine Lust mehr, da wirklich noch was rein zu investieren.

Wenn ich so eine Challenge mitmache und öffentlich preisgebe, wie ich vorgehe, dann soll das natürlich ein Projekt sein, wo ich auch in einem halben Jahr oder in zwei Jahren noch sage: „Okay, ich stehe erstens inhaltlich dahinter und zweitens, ist es auch etwas, wo ich immer mal wieder Lust habe die Website weiter auszubauen.

Wie gehst du an die Erstellung einer neuen Nischen-Website heran? Hast du eine bestimmte Vorgehensweise, die sich immer wiederholt?

Ja, das kann man schon sagen. Ich nutze im Prinzip erst mal alle öffentlichen Suchfunktionen, die ich so kenne. Das heißt, ich google natürlich selber. Oft kriegt man schon, wenn man sich die ersten Ergebnisse anguckt bzw. über Google Suggest einen Einblick, in welchem Bereich sich ein Keyword thematisch bewegt und auch wie viel Suchpotential vorhanden ist.

Dann sieht man natürlich auch schon, ob AdWords-Anzeigen gebucht sind. Ist also eine wirtschaftliche Relevanz vorhanden?

Dann schaue ich natürlich immer in die Google Bilder-Suche, weil für mich Bilder ein sehr wichtiger Faktor beim Aufbau einer neuen Website sind. Da kann man viele Besucher drüber ziehen und sich Trust aufbauen bei Google. Wenn man tatsächlich Content hat und ein paar Bilder, die man selber erstellt hat, dann ist das gut. Über Bilder kann ich Unique Content erzeugen, da ich diese selber erstelle und die kein anderer hat.

Natürlich schaue ich mir auch Amazon an, ob es da überhaupt Produkte gibt, die man zu dem Thema kaufen kann, in welcher Preisklasse die sich bewegen und wie viele Anbieter es dazu gibt. Je weniger Anbieter, umso größer ist nach meinen Erfahrungen die Chance, dass ich direkt Banner vermieten kann.

Des Weiteren nutze ich natürlich das Google AdWords-Tool. Wenn bei AdPlanner steht, dass es keine hohe AdWords-Konkurrenz gibt, also kein hoher Wettbewerb da ist, dann zeigt das oft schon, dass man auch in den Suchergebnissen ganz gute Chancen hat. So zumindest meine Erfahrung.

Verwendest du ein CMS wie WordPress oder erstellst du statische HTML-Seiten?

Da bin ich tatsächlich ein Opfer meiner langjährigen Erfahrungen, wenn man so will. Ich nutze nach wie vor Dreamweaver und erstelle zum größten Teil individuelle PHP-Seiten.

Im Laufe der Jahre sind da eine ganze Reihe von Funktionen und Skripten zusammengekommen, die ich wie eine Art kleines Framework benutze und bestimmte Templates habe, die ich immer wieder verwende. Das hat sich ganz gut bewährt.

Doof an der ganzen Geschichte ist natürlich, dass man einerseits keine Suchfunktion hat, weil keine Datenbank dahinter steckt. Das ist aber bei kleinen Sites bis 100 oder 200 Seiten, eigentlich auch völlig irrrelevant, weil eine Suche in den allermeisten Fällen keine Ergebnisse liefern würde. Eine Suche ist nur dann wichtig, wenn man tatsächlich viele Seiten anbieten kann.

Das andere ist die Geschichte mit den RSS Feeds, die bei meinem “Framework” nicht erzeugt werden. Das ist ein großer Vorteil von WordPress.

Aber ich habe insgesamt gute Erfahrungen mit meinem kleinen Framework gemacht.

Manchmal hänge ich noch einen WordPress-Blog hintendran. Das mache ich dann aber immer erst nach ein paar Wochen oder Monaten, wenn ich der Meinung bin, dass die Seite noch einen Blog vertragen könnte. Über diesen WordPress-Blog kann ich dann RSS Feeds anbieten und damit aktuelle News zu dem Thema anbieten.

Aber das Gerüst der Seite ist meistens tatsächlich mein PHP-Framework.

Anmerkung von mir im Interview:
Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Es gibt ja einige, die der Meinung sind, dass man unbedingt WordPress nutzen muss, weil Google das bevorzugt.

Aber es gibt so viel Webseiten, die auf so viele verschiedene Arten erstellt sind und auf verschiedenen technischen Grundlagen basieren. Ich glaube kaum, dass es irgendeine wirkliche Bevorzugung eines bestimmten CMS gibt.

Natürlich, wenn gewisse technische Fehler drin sind, die die Anzeige der Seiten blockieren oder sonstige Probleme verursachen, ist das natürlich nicht gut.

Aber im Grunde genommen braucht man für eine Nischenwebsite zum Beispiel nicht unbedingt einen RSS Feed. Die meisten Besucher werden über Google kommen oder aus dem Social Web. Man wird gerade bei eher kleineren Nischen-Webseiten kaum wiederkehrende Besucher haben.

Die ganzen Kundenbindungsfunktionen, die WordPress zum Beispiel auch anbietet, sind da meiner Erfahrung nach nicht unbedingt notwendig.

Und wenn man sich mit einem Tool auskennt, wie du mit Dreamweaver, dann macht das natürlich Sinn, weil die Produktivität und der Zeitaufwand, den du hast, viel geringer ist. Mit einem neuen CMS bräuchtest du viel mehr Zeit.

Stichwort Texte. Schreibst du deine Texte komplett selber?

Die Texte schreibe ich tatsächlich komplett selber und das halte ich bei meinem Vorgehen auch zwingend für erforderlich, weil diese Website auch immer wie so eine Art kleines künstlerisches Projekt sind. Da hängt irgendwie auch Herzblut mit dran.

Ich mache die Bilder und erstelle alle Grafiken selber. Und ich male auch Bilder für die Projekte. Das hängt alles miteinander zusammen.

Ich bin außerdem der Meinung, dass der Leser spürt, wenn verschiedene Leute an so einer Website gearbeitet haben. Wenn man Texte bestellt, kann man nicht wirklich garantieren, dass es ein passender Schreibstil ist, dass das Wording tatsächlich identisch ist und dass auch die Zielgruppenansprache zu den eigenen Texten passt.

Wenn sich sozusagen alles bei mir sammelt, dann ist das authentisch. Selbst wenn ich nicht von meiner Person zu schreibe, hat der Schreibstil schon eine gewisse Authentizität. Das kann man eben bei gekauften Texten nicht gewährleisten.

Hinzu kommt, dass es mir wichtig ist, mich in den Themen-Bereichen meiner Websites weiterzubilden. Deshalb suche ich mir spannende Themen aus.

Meine Methode geht ja immer über die Bilder, und deshalb überlege ich mir als erstes, was spannende Bilder in diesem Themenfeld sein könnten. Und ich versuche nachzuvollziehen und zu verstehen, was die Besucher daran interessiert.

Dann erstelle ich Grafiken für meine Projekte und versuche passende Texte drumherum zu schreiben.

Danke Martin für die ausführlichen Einblicke

Der Rest des Interviews erscheint in kürze auf Nischenseiten-Guide.de.

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4 Gedanken zu „Nischenidee, Vorgehensweise, Technik und Inhalte – Interview mit Martin Mißfeldt“

  1. Ich gehe auch vermehrt wieder dazu über, kleinere Seiten ohne CMS zu erstellen. Die letzten Jahre hatte ich mich ziemlich auf WordPress ausgeruht. Ich sehe bei kleinen Seiten aber auch keinen Sinn mehr darin, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

    Schlanke CMS ohne Datenbank, wie z. B. Get Simple, nutze ich auch in einigen Fällen.

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  2. Schönes Interview. Beim Thema CMS würde ich im Zweifel auch immer darauf setzen, womit man sich selbst am besten auskennt. Bei WordPress hat man halt den Vorteil der enormen Verbeitung. Zu fast jedem Problem gibt es ein Plugin oder zumindest einen Blogpost. Und wenn nicht, kann man recht einfach eigene Funktionen dazu bauen.

    Ich benutze in meiner Nischenseite auch kein WordPress, sondern auch ein PHP-Framework. Das liegt aber daran, dass es nur sehr wenig Content in Form von Texten gibt, sondern es sich eher um eine Anwendung handelt.

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  3. Sehr interessantes Interview, ich lese auch schon seit längerer Zeit auf Martins tagseoblog mit und hoffe, dass eine Lösung für den Rankingabsturz seines Brillenprojekts. Mir ging es nämlich vor einiger Zeit ähnlich mit einer Website. Leider habe ich bis heute noch keine plausible Lösung gefunden. Die Verwendung von Dreamweaver zur Websiteerstellung ist durchaus plausibel, wenn man sich über die Jahre eine Quellcode Bibliothek aufgebaut hat. Meine ersten Gehversuche in diesem Bereich habe ich auch mit Frontpage und Dreamweaver gemacht, bin allerdings nicht wirklich dran geblieben. Ich nutze heute für alle Projekte WordPress. Man weiß ja nie so richtig, wie groß das Projekt einmal wird, bzw. welche Funktionalitäten man integrieren möchte. Von daher finde ich WordPress wirklich perfekt. Für wirklich große Webprojekte finde ich natürlich typo 3 unschlagbar. Allerdings muss ich mich mit Typo 3 noch wesentlich intensiver beschäftigen.

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