Online-Reisebüros – Erfahrungen und Tipps

Im Web gibt es eine fast unüberschaubare Zahl an Reise-Websites. Neben vielen Affiliate-Websites zum Thema Reisen, gibt es immer mehr Online-Reisebüros.

Das ist auch nachvollziehbar. Schließlich tauchen die klassischen Reisebüros immer wieder in Listen von Branchen auf, welche die größte Konkurrenz von Online-Angeboten bekommen. Immer mehr Menschen buchen Ihre Reisen online.

Dementsprechend betreiben auch immer mehr Reisebüros eigene Websites. Ob das funktioniert und was man beachten muss habe ich Stefan Teupe gefragt. Er betreibt ein Online-Reisebüro seit 2003 und konnte da sehr viel Erfahrungen sammeln.

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Stellen Sie sich und Ihre Website hotelkatalog24.de meinen Lesern bitte vor.

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Mein Name ist Stefan Teupe und persönlich habe ich seit 2001 verschiedene Internet-Projekte betrieben und betreut. Seit 2003 betreibe ich zusammen mit meinem Partner Yildirim Yildiz das Online-Reisebüro hotelkatalog24.de und gewährleiste dort als technischer Geschäftsführer u.a. den reibungslosen Betrieb.

Als klassisches Reisebüro gestartet, bieten wir heute mit unserer Onlineplattform alle Leistungen des typischen Reisebüros auch über das Internet an. Dazu zählen beispielsweise die klassischen Pauschalreisen, die heute gerne auch als Lastminute- oder Frühbucherreisen betitelt werden, aber auch die Einzelbuchung von Flügen und Hotels, Ferienwohnungen und Mietwagen.

Reisen sind ja ein riesiger Markt im Internet, aber da gibt es auch eine große Konkurrenz. Lohnt es sich überhaupt, in diesem Bereich eine Website zu starten?

Sie haben Recht. Das Thema Reisen gehört zu den ganz großen Themen im Internet. Und die Konkurrenz ist umwerfend: Abgesehen von den richtig großen Onlinereisebüros, die auch tagtäglich in Rundfunk und Fernsehen werben, gibt es natürlich mehrere Dutzend mittelgroße Reise-Webseiten und tausende kleine stationäre Reisebüros, die mit minimalen Fixkosten eine Onlineplattform betreiben.

Wer heute noch in diesem Bereich starten möchte, braucht Kapital, eine gute Idee und eine sehr gute Umsetzung. Und er sollte bereits ein Reisebüro betreiben – andernfalls bleibt meist nur die Zusammenarbeit mit einem Affiliate-Netzwerk oder Partnerprogramm.

In jedem Fall ist das Geschäft jedoch sehr schwierig geworden. Davon abgesehen: ein Projekt wie hotelkatalog24.de stellt auch rein technisch hohe Ansprüche, z.B. an das Webhosting oder auch die gesamte Programmarchitektur. Hier lässt sich das bereits bei den etablierten Anbietern vorhandene Wissen nur durch viel Geld für KnowHow im Bereich Travel Technology ausgleichen. Kurz gesagt: wer heute versucht damit ein paar schnelle Euro zu verdienen, läuft Gefahr, ungesehen unterzugehen.

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Wie wichtig ist es, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden? Wie gut ist das in diesem Marktsegment überhaupt möglich?

Einen Unterschied zur Konkurrenz kann vor allem die Servicequalität ausmachen. Hier ist unser Engagement besonders groß. Auch bereits vor einem Kontakt zum Serviceteam kann eine gute Usability der Website aus einem Besucher einen potentiellen Kunden machen.

Das Beste ist vermutlich, sich thematisch auf einen Bereich zu konzentrieren, beispielsweise Wellness-Reisen oder Single-Urlaub. In der Tourismus-Branche ist das jedoch in der Regel nur mit viel Handarbeit möglich, da die Angebote oft redaktionell ausgewählt werden müssen.

Was waren und sind die Ziele von hotelkatalog24.de? Wie hat sich die Website entwickelt.

Unser Ziel war es, aus einem kleinen lokalen Reisebüro einen etablierten Online-Reiseanbieter zu machen. Zum Teil ist uns das nach 7 Jahren auch gelungen – denn wir wachsen konstant, jedes Jahr.

Anfangs gab es natürlich eine Vorbereitungszeit. Da wir im Online-Bereich von null gestartet sind, mussten wir viel Wissen und viele Kontakte aufbauen, um unserem Ziel Stück für Stück näher zu kommen. Stufenweise hat sich unser Produkt jedes Jahr stark weiterentwickelt.

Nur durch kontinuierliche Arbeit ist es möglich, sein Potential auszuschöpfen oder zu maximieren. Im Laufe der Jahre haben wir hier einen sehr langen und teilweise harten Weg zurückgelegt.

Vor kurzem habt ihr einen Relaunch durchgeführt. Warum und was wollt ihr verändern?

Der Relaunch war im Dezember 2009. Wir haben die komplette Software hinter hotelkatalog24.de neu entwickelt. Nicht nur die Performance ist besser geworden, auch die Optimierung der Usability stand im Vordergrund.

Nebenbei wurden auch alle Server gewechselt und neu aufgesetzt. Es war also praktisch ein kompletter Neustart – im alten Design, mit vielen Verbesserungen im Detail. Ich glaube es waren mehr als 250 Punkte, die wir innerhalb von 3 Monaten umzusetzen hatten. Man glaubt gar nicht, wie viel Technik bei so einem Projekt im Hintergrund steht und gewartet werden muss.

Welche Vermarktungsmaßmahmen haben Sie in letzter Zeit eingesetzt? Welche davon waren effektiv und welche nicht?

Wir kommen eigentlich aus dem Bereich SEO, also Suchmaschinenoptimierung. Das ganze betreiben wir seit einigen Jahren sehr seriös, ohne die üblichen Fallstricke Keyword-Spamming oder Linkanmietung / -ankauf. Diese Sachen können zwar sehr effektiv sein, aber auch gewaltig nach hinten losgehen.

Wenn man es mit seriöser SEO schafft, ist man fast schon verwöhnt – man hat für das SEO-Consulting einen hohen und fixen Kostenblock, aber zahlt dann nicht mehr pro Besucher. Langsam testen wir aber auch andere Bereiche an. Ein Fazit zu bestimmten Instrumenten kann ich jedoch noch nicht ziehen.


Nutzen Sie weitere Marketing-Instrumente, wie z.B. Newsletter oder Blogs zur Vermarktung Ihres Portals?

Newsletter versenden wir unregelmäßig, hier installieren wir gerade jedoch einen Workflow um in Zukunft sehr flexibel und kurzfristig Newsletter versenden zu können. Auch das ist in der heutigen Zeit von Black- und Whitelists garnicht mehr so einfach wie man auf den ersten Blick denkt.

Einen Reiseblog betreiben wir seit ca. Mitte 2009. Hier werden nicht nur aktuelle und wichtige Reiseinformationen veröffentlicht sondern auch besondere Ziele und Hotelempfehlungen vorgestellt.

Auch Reiseberichte unserer Kunden werden dort veröffentlicht – der Kunde erhält im Gegenzug sogar einen Reisegutschein!


Nutzen Sie das Social Web zur Vermarktung Ihrer Website? Wenn ja wie und wie sehen ihre Erfahrungen aus?

Wir haben unseren Blog mittlerweile an Twitter und Facebook angebunden. Bei Twitter sind wir schon länger aktiv, jedoch ohne nennenswertes Feedback. Twitter ist aus unserer Sicht eher ein Hype. Diese Diskussion ist schon lange in den Medien, und es ist nach wie vor das selbe: ob sich Twitter als ernsthafter Kommunikationskanal durchsetzt, bleibt weiterhin abzuwarten.

Bei Facebook sind wir jetzt erst seit Anfang Januar aktiv, und durch geschicktes Marketing haben wir schnell eine wachsende Fangemeinde gebildet. Regelmäßig veröffentlichen wir in unserem Facebook-Profil aktuelle Artikel. Dazu sind besondere Aktionen für Fans von hotelkatalog24.de geplant. Facebook ist durchaus interessant.


Bewertungen anderer Nutzer sind ja ein Kernelement des Web 2.0. Nutzen Sie auch Bewertungen? Wie und was bringt das?

Bewertungen nutzen wir in zweifacher Hinsicht.

Jeder Kunde wird nach seiner Rückkehr um sein Feedback gebeten. Das hat mehrere Vorteile – vor allem aber den, dass wir nur Hotelbewertungen von echten ehemaligen Hotelgästen veröffentlichen. Missbrauch, um ein Hotel künstlich besser oder schlechter zu machen als es ist, wird somit also effektiv unterbunden. Andere Plattformen hatten und haben stark mit diesem Problem zu kämpfen.

Zum anderen kann jeder Kunde, der bei uns etwas gebucht hat, uns auch bei Trusted-Shops bewerten. Unsere Kunden beurteilen uns aktuell im Gesamtdurchschnitt mit “sehr gut”. Seit kurzem zeigen wir das auch stolz auf unserer Website an.

Durch Bewertungen im Allgemeinen bekommt der Kunde die Möglichkeit, das gewünschte Produkt, in unserem Fall das jeweilige Hotel, aus der Sicht von anderen Menschen zu sehen. Auch wenn ein oder zwei Kunden kein repräsentatives Bild abgeben können – einige Hotels verfügen bereits über 300 Hotelbewertungen und mehr. Wenn die Weiterempfehlung dann bei 90% liegt, können Sie sich sicher sein, ein gutes Preis/Leistungsverhältnis statt einer bösen Überraschung zu erwischen. Das macht unser Angebot für unsere Kunden transparent.


Ein Vermarktungsinstrument sind Gutscheine. Wie setzen Sie diese ein?

Gutscheine werden bei uns ganz unterschiedlich eingesetzt. Wer zum Beispiel einen Reisebericht schreibt, bekommt wie schon erwähnt, einen Gutschein, wenn wir den Text veröffentlichen.

Wer uns bei Twitter folgt, oder bei Facebook ein Fan wird, bekommt einen Reisegutschein. Wir haben noch mehr Gutschein-Aktionen in Planung, aber Gutscheine sind ein fest eingeplantes und interessantes Marketinginstrument.


Viele Internet-Nutzer informieren sich im Web, buchen dann auch oft auch offline. Bieten Sie auch für diese Zielgruppe eine Lösung an, z.B. Telefonhotline? Wie geht man mit den Internet-Nutzern am besten um, die Angst haben, online etwas zu bestellen?

Unsere Telefonhotline ist wesentlicher Erfolgsbestandteil des Onlineangebots. Viele Kunden klären auf diesem Wege kurze Fragen und buchen dann online. Ein persönlicher Ansprechpartner macht es viel leichter, in dem an sich relativ anonymen Internet Vertrauen herzustellen. Zugleich ist das ein wesentlicher Faktor unserer Servicequalität. Unsere Hotline ist jeden Tag mit kompetenten Mitarbeitern besetzt, auch an Sonn- und Feiertagen.

Um ein Höchstmaß an Sicherheit vermitteln zu können, haben wir uns bei Trusted-Shops zertifizieren lassen. Trusted-Shops ist genau wie der TÜV ein Siegel, das dem Kunden signalisiert: dieses Unternehmen ist geprüft – hier bist du sicher. Und so ist es auch.

Trotzdem wird es immer Menschen geben, die Vorbehalte gegen eine Buchung über das Internet haben, und vielleicht auch telefonisch keine Kontodaten übermitteln möchten. Aber – die stationären Reisebüros brauchen doch auch ihr Klientel. Wäre es nicht schrecklich, wenn wir bald nirgendwo mehr das TUI Logo in unseren Einkaufsstraßen sehen würden?


Am Ende des Interviews würde ich mich noch über einen Tipp für meine Leser freuen, die auch eine erfolgreiche Website im Internet starten wollen.

Lassen Sie es langsam angehen!

Setzen Sie sich genau mit der Materie auseinander, oder greifen Sie auf jemanden zurück, der bereits Erfahrung hat. Gehen Sie niemals sofort aufs Ganze. Aber vor allem: Vieles ist machbar – aber stellen Sie es sich nicht zu einfach vor.


Danke für Antworten.

Im Online-Reisebereich erfolgreich zu werden ist nicht einfach. Wer ein kleines Reisebüro hat und nun denkt, dass er einfach mal schnell eine Website starten kann und massig Geld verdient, wird enttäuscht werden.

Der Konkurrenzkampf ist hart und die Suchergebnissplätze bei Google stark begrenzt.

Entweder man nimmt wirklich viel Geld in die Hand und setzt eine gute Idee um, oder man sucht sich eine Nische. Wie Herr Teupe beschrieben hat, kann man sich z.B. auf Wellness-Reisen oder auf eine bestimmte Region beschränken. Dort wird man zwar auch nicht auf Anhieb auf Google Position 1 rutschen, aber für ein kleines Reisebüro ist da mit Leidenschaft und Engagement etwas machbar.

Geduld sollte man aber in beiden Fällen mitbringen. :-)

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4 Gedanken zu „Online-Reisebüros – Erfahrungen und Tipps“

  1. Eine gute Reiseseite ist durchaus etwas Wert, das konnte ich gerade feststellen.
    Ein Kunde hat seine “alte” Seite um die er sich schon länger nicht mehr intensiv kümmern konnte für gutes Geld, wie ich finde, verkauft.
    Der Kaufpreis war deutlich höher, wie bei Blogs, die ca. zum Jahresumsatz verkauft werden.

    Thomas

    Antworten
  2. Der Artikel kommt mir wie gerufen, baue ich doch gerade selber eine Reiseseite auf die in wenigen Tagen online geht. Zu einem ganz speziellen Reiseziel allerdings, die Konkurrenz dürfte da durchaus überschaubar sein. Investiert habe ich dennoch eine Menge, man unterschätzt das schnell …

    Gerhard

    Antworten
  3. Juchuu – super Thema!

    Richtig ist vor allem dass es eben mit einem “mal eben online” gehen nicht gemacht ist, auch nicht mit dem einmaligen Aufsetzen einer tollen, extern programmierten Präsenz. Aktualisierungen, Erweiterungen, neue Ideen, Newsletter (die auch wirklich verschickt und gefüllt werden), auf den Nutzer hören und und.

    Nichts ist schlimmer als der Online-Auftritt eines vorher rein stationären Reisebüros um den sich nicht gekümmert wird, der den Nutzer mehr abschreckt als er ihm hilft. Und dann wundert man sich über geringe Akzeptanz- und Buchungszahlen.

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  4. Ich danke Stefan Teupe für die wirklich ehrlichen Antworten:
    Er erwähnt nicht nur die gängigsten Marketingmöglichkeiten eines kleinen Online-Reisebüros sowie einige vertrauensbildenden Maßnahmen, sondern warnt sogar mehrmals vor unausgegorenen Schnellschüssen.

    Ich für meinen Teil habe bereits 1999 angefangen Leistungen für Individualurlaub in Griechenland online zu vermarkten und mich erst vor 2 1/2 Jharen damit selbstständig gemacht. Die gründliche Vorbereitung scheint sich auszuzahlen: Trotz der großen “Griechenland-Krise” setzt sich für mich bisher (noch) unvermindert der Aufwärtstrend der letzten Jahre fort. Hoffen wir, das das so bleibt!

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