Alles nur heiße Luft? 37% haben ihre Website noch nicht komplett an die DS-GVO angepasst

Die DS-GVO hat für eine Menge Aufregung in der Online-Branche gesorgt. Vor dem Stichtag des neuen Gesetzes war die Panik groß.

Ich selber habe viele Fragen von befreundeten Unternehmern bekommen, die von dem Thema erst kurz vorher das erste Mal gehört hatten.

Doch wenn man sich nun die erste Zeit danach anschaut, ist der große Knall ausgeblieben. War das alles nur viel heiße Luft um nichts?

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Website-Anpassung an die DS-GVO

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Erst gestern habe ich darüber berichtet, wie wichtig die SSL-Verschlüsselung der eigenen Website für die Zukunft ist und dass es schon erste Abmahnungen gab.

Deshalb habe ich mir mal eine Umfrage angeschaut, die ich vor einer Weile durchgeführt habe. Darin ging es um die Umsetzung der Anforderungen der DS-GVO für Websites.

Dass dies ein sehr wichtiges Thema ist, zeigt die Teilnehmerzahl von 449 Lesern. Diese haben ihre Stimme abgegeben und dabei sind interessante Dinge herausgekommen.

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Nur teilweise wurde die DS-GVO umgesetzt

Hier das Ergebnis meiner Umfrage:

Habt ihr die DS-GVO Anforderungen für eure Website umgesetzt?

  • Nein, aber vor dem 25.5.2018 schaffe ich das. (23%, 102 Stimmen)
  • Ja, aber so ganz sicher bin ich mir nicht. (21%, 96 Stimmen)
  • Teilweise. (20%, 91 Stimmen)
  • Nein und das werde ich auch nicht mehr pünktlich schaffen. (17%, 77 Stimmen)
  • Ich schalte meine Website ab. (14%, 65 Stimmen)
  • Ja, und ich fühle mich nun sicher. (4%, 18 Stimmen)

Teilnehmerzahl: 449 (1 Stimmen)

Nur 4 % haben bei der Umfrage angegeben, dass sie die Umsetzung der DS-GVO Anforderung bei ihrer Website schon erledigt haben und sich dabei sicher fühlen. Das zeigt leider das große Problem, das mit der DS-GVO gekommen ist.

Der Gesetzestext ist sehr allgemein und die Auslegungen der Juristen sehr unterschiedlich. Als Laie, und das sind in rechtlicher Sicht die meisten Selbstständigen und Website-Betreiber, war man einfach oft überfordert und sich nicht sicher, was nun genau gefordert wurde.

Das beklagen auch 21% der Umfrage-Teilnehmer. Diese haben zwar ihre Websites an die DS-GVO angepasst, sind sich aber nicht sicher, ob das auch alles so korrekt ist. Hier werden wir sicher erst in den kommenden Monaten auf Grund von Abmahnungen und Urteilen herausfinden, ob das alles so richtig war, wie wir das gemacht haben.

Aber vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig perfekt zu sein. Es reicht evtl. überhaupt was gemacht zu haben. Schließlich zeigt das Umfrageergebnis auch, dass ein großer Teil die Anforderungen zumindest nicht pünktlich umgesetzt hat.

17% hatten es vor, aber bis zum 25.5, dem Inkrafttreten der DS-GVO, die Anpassungen nicht geschafft. 20% haben es zumindest teilweise zum Stichtag geschafft, aber auch das ist natürlich nicht ideal.

Immerhin 23% hatten es zum Zeitpunkt der Absstimmung noch nicht geschafft, gingen aber davon aus, es bis zum 25.5. erledigt zu haben. Ob das dann auch bei allen so geklappt hat?

14% haben vor den Anforderungen kapituliert und ihre Website lieber abgeschaltet. Ich habe in den Wochen nach dem Stichtag einige Websites gesehen, die abgeschaltet wurden oder die zumindest im Wartungsmodus waren. Teilweise sind diese immer noch nicht wieder online.

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Was das alles nur heiße Luft?

Natürlich war etwas mehr Aufregung vor dem Inkraftreten der DS-GVO da, als vielleicht notwendig gewesen wäre. Nimmt man die Daten der Umfrage als Grundlage, dann waren mindestens 37% der Websites zum Stichtag nicht komplett oder gar nicht an die DS-GVO angepasst. Dennoch ist es nicht zu den großen Abmahnwellen gekommen, die von manchen befürchtet wurden.

Allerdings habe auch ich damals schon geschrieben, dass ich erst später mit Abmahnungen und auch Ärger mit den Datenschutzbehörden rechne. Die Abmahner warten auf Urteile, auf die sie sich beziehen können und die es leicht machen Abmahnungen zu versenden. Die Behörden sind dagegen vollkommen überfordert, weil sie viel zu wenig Personal haben. Ehe da wirklich intensiv geprüft wird, wird es sich auch noch dauern.

Und mit den Anpassungen an die DS-GVO ist es ja noch nicht vorbei. So gibt es bei eRecht24 immer wieder Updates für den Datenschutzgenerator, da z.B. Urteile neue Anforderungen oder zumindest Änderungen mit sich bringen.

Die DS-GVO bleibt

Dennoch ist das kein Grund, das Thema DS-GVO auf die leichte Schulter zu nehmen. Die DS-GVO bildet die Datenschutz-Grundlage für die Zukunft und man muss damit einfach leben. Es gilt alle Prozesse im eigenen Unternehmen daran anzupassen und in Zukunft auch immer an diese Anforderung zu denken, wenn man neue Aktionen startet oder ähnliches.

Mit der ePrivacy Verordnung, die 2019 oder 2020 kommen wird, erwarten uns zudem wahrscheinlich noch strengere Anforderungen. Das Thema also zu ignorieren, ist keine gute Idee. Von der unklaren Rechtslage bzgl. Facebook-Pages mal ganz abgesehen

Ich habe mich an die neuen Anforderungen auf jeden Fall schon ganz gut gewöhnt und vor allem die eigene Denkweise hat sich dadurch doch schon etwas geändert. Und genau diese Sensibilisierung hinsichtlich des Datenschutzes war ja auch ein erklärtes Ziel der DS-GVO.

Wie ist das bei euch? Seid ihr mittlerweile mit der Umsetzung der DS-GVO fertig und wie wirken sich die neuen Datenschutz-Vorschriften auf eure tägliche Arbeit aus?

Oder haltet ihr das alles nur für heiße Luft und kümmert euch nicht darum?

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5 Gedanken zu „Alles nur heiße Luft? 37% haben ihre Website noch nicht komplett an die DS-GVO angepasst“

  1. Danke für den schönen Artikel!
    Ich habe alles umgesetzt, was ich für richtig halte. Als kleine Hobby-Bloggerin habe ich nicht viel Angst vor Abmahnungen. Ich finde nur diese Cookie-Popups fürchterlich nervig. Wenn das jeder macht, dann interessiert das auch keinen mehr.
    LG
    Ulrike

    Antworten
    • Eben! Erstens ignoriert es jeder, zweitens machen sie jetzt das gleiche wie vorher, wenn nicht sogar noch mehr, weil sie jetzt offiziell die Einwilligung erhalten und drittens habe ich schon die ersten bei mir, die mir erzählen, dass sie jetzt ihren AdBlocker anmachen, weil der auch die nervigen Meldungen zu Cookies blockieren kann. Super!

      Ergebnis: Gängelei für die Webmaster, Nerverei für die Besucher, vermeintlicher Vorteil für die Großen, da sie jetzt automatisch die Einwilligung für so ziemlich alles bekommen, denn kein Schwein liest diese Nachrichten.

      PS: Mich nerven sie auch extrem und ich nutzte keinen AdBlocker, muss sie mir also auf jeder Seite ansehen und bei einigen kommen sie einfach immer und immer wieder. Urgs.

      Die EU soll langsam mal auf den Boden der Tatsachen zurückkommen. Youtuber müssen plötzlich alles als Werbung kennzeichnen (was ein Freifahrtschein für echte (!) Schleichwerbung ist, weil niemand das “Werbung” in der Ecke mehr ernst nimmt), Leute werden abgemahnt für Dinge, die sie nicht anders machen können (siehe Jörg Sprave aktuell) und das Internet ist im Steinzeitalter, mal abgesehen von der komplett verpennten Digitalisierung.

      Antworten
      • Bitte einmal tief durchatmen. Es ist nicht ganz so dramatisch, viele reagieren etwas über.

        Eine ausführliche Darstellung der Situation liefert dieser Artikel: https://www.projekt29.de/die-cookie-situation-ab-der-dsgvo-im-mai-2018/
        Wer wenig Zeit hat, sollte zumindest das Fazit lesen.

        Also: Vor der ePricavy-Richtlinie 2019 und ohne Google-Dienste (eingebunden in der eigenen Webseite) kann man ohne Cookie-Banner Webseiten betreiben.

        Google besteht darauf, noch strenger als das aktuelle Gesetz zu sein. Was fast lustig ist, wenn man sich ansieht, was Google sich selber in Sachen Datenschutz heraus nimmt – aber das ist ein anderes Thema.

        Dienste wie Analytics können (und sollten) ohne Cookies und mit IP-Anonymisierung eingebunden werden.

        In der Datenschutzerklärung der Webseite sollte natürlich alles aufgeführt und erklärt werden, die Pflicht sollte man kennen und einhalten.

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  2. Da stimme ich David zu. Diese DSGVO ist aus meiner Sicht fuer die technische Entwicklung eher ein derber Rueckschritt als ein Fortschritt. Und die Grosskonzerne, die urspruenglich damit in ihre Schranken gewiesen werden sollten, setzen einen bezahlten Anwalt an die Erklaerung (das Gehalt dieser Person wird wahrscheinlich samt Boni aus der Portokasse bezahlt) und der baut alles rein, was rechtlich abgesegnet werden muss. Facebook und Co. machen exakt so weiter wie bisher, denn jeder, der sich in seinen FB-Account einloggt, bestaetigt alles, was Facebook erklaert hat. Und wer liest sich das denn alles durch und wer verzichtet denn nach Jahren des Netzwerkens von heute auf morgen auf Facebook? Fuer die heimische Industrie bedeutet das einen Rueckschritt. Z.B. Selbstfahrende Autos. Da werden permanent Standort-Daten ausgetauscht. Nach den Gesetzen gar nicht so einfach umsetzbar fuer die Firmen, wenn man nicht rund um die Uhr getrackt werden will. Ich denke, dass Deutschland schon lange nicht mehr das Land der Dichter und Denker ist, wo grossartige Sachen wie Motoren etc. erfunden wurden. Ich vermute, dass Dtl. digitaltechnisch in spaetestens 10 Jahren keine Rolle mehr spielen wird im internationalen Vergleich – tut es ja heute kaum noch (schlechte Netzanbindungen, immer mehr Verbote durch die DSGVO, etc…). Sehr schade eigentlich. P.S. In Spanien kuemmert sich niemand um
    die DSGVO!

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  3. Also ich habe meine Projekte nach bestem Wissen und Gewissen umgestellt.

    Wo es ging, habe Cookies komplett abgebaut. Analytics habe ich gleich mal komplett über Bord geworfen. Ich habe mich nie sonderlich für Statistiken interessiert. Google Fonts nutze ich lokal oder gar nicht mehr. Logfiles kann ich bei meinem Webhoster komplett deakivieren… Google Maps und YouTube greifen leider automatisch auf Google Fonts zu, aber die nutze ich eh nicht.

    Erstaunlich auf was man alles verzichten kann, ohne etwas zu vermissen und ohne sich einschränken zu müssen.

    Kontaktformulare habe ich angepasst. Eine SSL-Verschlüsselung hatten meine Websites eh schon.

    “Interne Prozesse” habe ich dokumentiert.

    Mittlerweile habe ich mich an die DSGVO gewöhnt und kann gut mir ihr leben. Einmal richtig Zeit (und etwas Geld) investiert zu haben, hat sich definitiv gelohnt.

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