Sollten Existenzgründer lieber Zeit oder Geld investieren?

Sollten Existenzgründer lieber Zeit oder Geld investieren?“Selbst und ständig” ist ein Spruch, den viele Gründer zu hören bekommen.

Damit ist gemeint, dass man als Existenzgründer und Selbständiger viel Zeit in das eigene Business investieren muss, um erfolgreich zu sein.

Doch wann sollte man die eigene Zeit und wann Geld investieren? Dieser Frage gehe ich im Folgenden nach und schildere meine eigenen Erfahrungen.

Zeit oder Geld?

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Wer selbständig ist, steht häufig vor der Entscheidung, ob man selber Zeit in eine Aufgabe investiert oder ob man diese von jemand anderes erledigen lässt.

So kann man selber Texte für die eigene Website schreiben oder jemanden dafür bezahlen. Oder man kümmert sich selbst um die Suchmaschinenoptimierung oder lässt das jemanden erledigen. Gerade bei vielen Verwaltungsaufgaben wird oft Geld ausgegeben. Z.B. für das Buchhaltungsbüro.

Doch es gibt hier sehr unterschiedliche Herangehensweisen und oft hängt es auch stark davon ab, ob man frischer Gründer oder etablierter Selbständiger ist.

Gründer sind flexibel

Existenzgründer haben meist viel Zeit, aber wenig Geld. Deshalb ist es nicht überraschend, dass viele Gründer in der Anfangszeit vor allem Zeit in ihr Business investieren.

Es geht darum überhaupt erstmal ein Einkommen aufzubauen. Und da das Geld knapp ist, wird versucht an allen möglichen Stellen Geld zu sparen. Ein Euro, den man nicht ausgibt, muss man auch nicht verdienen, heißt es nicht ganz zu unrecht.

Das ist auf jeden Fall nachvollziehbar und auch bei mir war es im Grunde so. Ich habe bei Null angefangen und mir Stück für Stück ein regelmäßiges Einkommen aufgebaut. Dabei hat es natürlich sehr geholfen, dass mir meine Arbeit Spaß macht.

Damals war es aber vor allem aus finanziellen Gründen undenkbar viel Geld für mein Business auszugeben.

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Was ist Zeit wert?

Mit den Jahren hat sich meine Selbständigkeit positiv entwickelt und ich habe immer mehr verdient. Irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich wieder das verdient habe, was ich in meinem Angestellten-Job vorher hatte. Das war natürlich ein tolles Gefühl, aber es war noch nicht genug, um nun damit anzufangen groß Geld für meine Selbständigkeit auszugeben.

Glücklicherweise ging die positive Entwicklung weiter und ich konnte meine Einnahmen weiter steigern. Das brachte mich an den Punkt, wo ich langsam darüber nachdachte wieder mehr Freizeit zu haben und ich den Wert meiner Zeit nach und nach höher eingeschätzt habe.

Grundsätzlich sollte man immer den eigenen Stundensatz kennen bzw. ihn für sich selbst definieren. Das ist in erster Linie natürlich sinnvoll für alle, die Kundenaufträge annehmen und dabei mindestens einen bestimmten Stundensatz verdienen wollen.

Doch für eine erfolgreiche und glückliche Selbständigkeit ist der Stundensatz mehr als nur die Angebotsgrundlage. Wenn ich jemanden finde, der eine Aufgabe für 20 Euro in der Stunde macht, während mir meine eigene Stunde 40 Euro wert ist, dann ist das eine lohnende Möglichkeit Geld zu investieren. Hinzu kommt, dass diese Person die Aufgabe oft schneller erledigt als ich selbst, da sie ein Experte dafür ist.

So kann man viele nicht zur eigenen Kernkompetenz gehörenden Aufgaben von anderen erledigen lassen und sich auf die wichtigsten, lukrativsten und angenehmsten Aufgaben konzentrieren.

Reinvestieren

Natürlich geht das nicht unbegrenzt, denn schließlich will man ja einen bestimmten Betrag im Monat verdienen. Aber für einen gewissen Teil der Aufgaben ist das bei mir heute normal.

Mittlerweile habe ich kein Problem mehr Geld in die Hand zu nehmen und für mein Business auszugeben. Dabei gebe ich zum einen Geld aus, um mehr Zeit zu haben, aber ich reinvestiere natürlich auch Geld in mein Business.

Das bedeutet, dass ich nicht nur versuche mehr Freizeit zu haben, sondern dass ich ebenfalls Geld ausgebe, um mein Business weiter voran zu bringen. Das ist wichtig, um später dann wieder mehr Flexibilität und Möglichkeiten zu haben Geld zu investieren.

Es ist also ein Kreislauf, der gut funktionieren kann und dafür sorgt, dass man als Selbständiger mehr Zeit hat und dennoch gut verdient.

Outsourcing

Geld an andere Selbständige oder Freelancer zu bezahlen, damit diese Aufgaben für einen erledigen nennt man Outsourcing.

Eine wichtige Lektion in meiner Selbständigkeit war es zu erkennen, dass ich nicht alles selbst machen sollte. Zu Beginn war das zwar sinnvoll, da ich so Zeit gespart und viel gelernt habe, aber mit den Jahren habe ich erkannt, dass ich mir damit nur selbst im Weg stehe.

Man hat schließlich selber nur eine bestimmte Menge Zeit, die man investieren kann und zudem kann man uch nicht alles so gut. Hinzu kommt, dass es der eigenen Gesundheit nicht zuträglich ist, wenn man sich selbst zeitlich ständig ausbeutet.

Wichtig ist, wie schon erwähnt, den Wert der eigenen Zeit zu definieren und grundsätzlich für sich selbst festzulegen, wohin man will. Wer damit glücklich ist nur zu arbeiten, braucht niemanden dafür zu bezahlen. Wer mehr Zeit mit der Familie verbringen will, sollte dagegen schauen, wie er mehr Zeit für sich freischaufeln kann.

Fazit

Ich selber kann den Spruch “selbst und ständig” schon lange nicht mehr hören, da er meiner Meinung nach ein zu einseitiges Bild für Gründer vermittelt, welches auf Dauer nicht wirklich erstrebenswert ist.

Für mich war es sehr wichtig mit den Jahren eine gute Ballance bei der Investition von Zeit und Geld zu finden, wobei ich auch niemand bin, der alles outsourcen will. Schließlich macht mir meine Arbeit viel Spaß und manche Dinge will ich einfach selber machen, da ich genaue Vorstellungen vom Ergebnis habe.

Es gibt also keine pauschale Antwort und es ist bei jedem anders. Deshalb muss man selber den eigenen Weg finden und abwägen, ob man für bestimmte Aufgaben Zeit oder lieber Geld ausgibt.

Investierst du lieber Zeit oder Geld in deine Selbständigkeit?

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16 Gedanken zu „Sollten Existenzgründer lieber Zeit oder Geld investieren?“

  1. Ich denke man sollte ehrlich zu sich selbst sein und lernen die Dinge auszulagern, die man selbst nicht perfekt beherrscht. Oder wenn das Geschäft eben eine gewisse Größe erreicht und man nicht mehr alles alleine machen kann, weil es zeitlich nicht geht.

    Vorher kann man sich ruhig den “Arsch” abarbeiten, weil es anders nicht möglich ist, aber wenn es möglich ist, sollte man sich vergrößern, weil damit dann eben auch eine gewisse Automation und Entlastung einhergeht und man nicht mehr alles selbst erledigen muss.

    Wer träumt nicht von einer gut laufenden und strukturierten Firma, bei der man selbst nur noch die Aufgaben übernimmt, die man mag bzw. nur noch die wichtigen Entscheidungen treffen muss, während das Alltagsgeschäft die Angestellten übernehmen können.

    Womit ich als Kontrollfreak mehr zu kämpfen habe, ist es Aufgaben erst einmal abzugeben. Man hat ja immer selbst im Kopf wie etwas sein/werden soll ;) Da fällt es schwer, jemanden zu finden der die gleichen Fokuspunkte setzt, oder Aufgaben so erledigt wie man es sich selbst vorstellt.

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  2. Als ich 2014 gestartet habe musste ich mit 100% Zeiteinsatz arbeiten. Mittlerweile kann ich einige Sachen Outsourcen. Das ist sehr angenehm und effektiv.

    Was dem ein oder anderen vielleicht auch weiterhilft: Freunde finden die das machen, was man selbst nicht gut tun kann. Und anderen geben was man selbst gut kann. Geben und Nehmen. Wobei das Nehmen Vorrang haben sollte (Buchtipp Geben und Nehmen – Adam Grant).

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  3. Zu Beginn ist natürlich die eingesetzte Zeit der Hebel zum Erfolg. Später steht man meist tatsächlich vor dieser Frage. Auch wenn es nur ein Randthema ist, finde ich das Prinzip des “Bootstrapping” in diesem Zusammenhang sehr interessant. Da gab es hier auf dem Blog auch mal einen interessanten Artikel :-) ich möchte mehr Freizeit habe, deshalb habe ich mich ja auch selbstständig gemacht. Daher suche ich gerade Wege, nicht mehr die Zeit sondern das Geld als “Hebel” für weiteres Wachstum einzusetzen.

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  4. Ich finde es ist, gerade zu Beginn einer Selbstständigkeit, unglaublich schwer Aufgaben abzugeben. Gerade was Speedy schon sagt, jemand anderen zu finden der die Aufgaben so erfüllt wie man es selbst machen würde, ist eine Frage des Kopfes.

    Mittlerweile habe ich verstanden, dass meine Arbeitszeit einfach sinnvoller genutzt werden muss als Aufgaben zu erledigen wie Texte schreiben oder Seiten bauen. Strategie und Kundengespräche sind beispielsweise noch wichtiger.

    Gruß

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  5. Auf jeden Fall ist es immer lohnenswert gewissen Dinge den Experten zu überlassen. Man muss auch bedenken, dass das Ergebnis weit aus besser sein kann als das eigene. Da muss man sich wirklich mal vom Gedanken lösen alles am besten zu können. Am Ende ist es besser 400 € = 40 € /h = 10 h für jemand anders auszugeben als für die selber Sachen 20 Stunden zu benötigen.

    Aber leider ist es in der Praxis manchmal nicht so einfach. Wenn man Dienstleister ist kann man dies aber mit anderen Dienstleistungen tauschen. Z. B. ich mache dir ein Logo + Geschäftsausstattung und du programmierst mir eine kleine Website. So profitieren beide ganz gut voneinander.

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  6. Hi Peer,

    die Frage Zeit oder Geld stelle ich mir des Öfteren auch, was mein Online-Nebengewerbe angeht. Da mir die meisten Dinge die anfallen jedoch Spaß machen mache ich vieles einfach selbst. Für alles, was ich selbst nicht schaffe oder worauf ich absolut keine Lust habe (Buchhaltung z.B.) hole ich mir jemand, der das besser kann.
    Ich denke das ist am Ende des Tages das wichtigste.

    Darüber hinaus kann man ja noch immer Umsätze reinvestieren, die man nicht zwingend anderweitig benötigt, um mit Unterstützung alles noch schneller voran zu bekommen.

    Viele Grüße
    Jahn

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    • Buchhaltung kann durchaus Spaß machen…

      Ich selbst fand das Thema auch immer fad und langweilig und belastend, habe es zu Beginn meiner Selbstständigkeit eher aus Budgetmangel selbst gemacht. Bis eine Betriebsprüfung praktisch ohne wesentliche Beanstandugen durchlief und mir klar wurde, dass da sehr viel mehr Wind drum gemacht wird, als dahinter steckt, solange man nicht alles und jedes ausreizen möchte und auf dem Teppich bleibt.

      Das meister in der Buchhaltung eines kleinen Gewerbes ist reine Routinesache. Ein paar Dutzend Rechnungen für Telefon, Benzin, Büromiete, Tintenpatronen und Hotelrechnungen. Und ein paar Ausgangsrechnungen, das war’s im wesentlichen. Mit einer dreiviertel Stunde im Monat ist das Thema erledigt, und ich kenne die finanzielle Situation meines Business in- und auswendig. Belege für den StB vorsortieren und irgendwann mal die BWA lesen und mich da reindenken dauert genauso lange…

      Inzwischen ist die Entwicklung einer Buchhaltungssoftware mein Hauptberuf, und er macht mir großen Spaß ;-)

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  7. Ein wirklich schweres Thema. Klar, die eigene Zeit sollte vor allem für das verwendet werden, was das eigene Business ausmacht.

    Andererseits: Dinge, die ich outsource, habe ich nicht unter Kontrolle, lerne sie nicht und bin von Anfang oder eben eines Tages absolut von demjenigen abhängig, der sie für mich macht.

    Das abzuwägen, fällt wirklich nicht leicht.

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  8. Moin Peer,

    es ist schwer zu sagen, ob man Zeit oder Geld in seiner Selbstständigkeit investieren soll,
    ich investiere beides, aber Zeit ist mir viel wichtiger als Geld. Mit Geduld kann ein
    Mensch sehr sehr viel im Leben erreichen! Geld ist so eine andere Sache, kommt drauf, was man betreibt. Ich habe zB in Design´s investiert oder in Werbung, deinen Beitrag finde ich echt super & hilfreich!

    Mit freundlichen Grüßen
    Ahmad

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  9. Ich habe ungefähr vor 4 Wochen angefangen mir etwas aufzubauen, das ist nicht sehr einfach vor allem wenn man wenig Ahnung davon hat und man sich erst schlau machen muss.
    Jedoch bin ich zuversichtlich, denn was gut sein will brauch Zeit.
    Ich investiere viel Zeit in mein Projekt und Arbeite mit Spaß an der Sache, das ist doch die Hauptsache.
    Ich konnte hier viele wichtige Tipps sammeln die mir in der Sache einiges verstädlicher gemacht haben.
    Vielen Dank und mach weiter so.

    Liebe Grüße
    Kai

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  10. Gerade am Anfang ist es schwer etwas nach außen abzugeben, da man in der Regel auch meistens mit einem niedrigen Stundensatz beginnt, um die Aufträge überhaupt an Land zu ziehen. Erst wenn man eine gewisse Basis aufgebaut hat, kann man auch wirklich seinen eigentlichen Stundensatz ohne Bedenken durchsetzen und ist finanziell in der Lage andere zu beauftragen.

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  11. Existenzgründer sollten in beides investieren, jedoch natürlich vor allem in Zeit, da der Geldfaktor limitiert ist. Viele meiner Kunden die bei uns Leuchtreklame oder Werbepylonen kaufen möchten auch am Wochenende beliefert werden. Oder wenn etwas ausfällt, wie auf einem Jahrmarkt, sofort mit neuer Leuchtreklame versorgt werden. Da muss man natürlich auch viel Zeit in seiner Freizeit investieren und hat oft keinen großen Vorteil durch einen geringen Umsatz. Das zahlt sich jedoch aus und deshalb ist unsere Firma auch so erfolgreich.

    Mein Tipp wäre mehr Zeit zu investieren.

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  12. Selbständig zu sein bedeutet nicht ein Unternehmer zu sein, dass ist der feine , saubere Unterschied. Selbständige sind immer die “Dummen” Unternehmer immer die Schlauen – aber warum ? Ganz einfach : Alle Selbständigen verdienen am Ende des Tages das Geld für Unternehmer ….

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  13. Die meisten Gründer werden gezwungen sein gerade zum Beginn alles selber zu machen. Schon alleine weil die Mittel fehlen und selbst wenn Kapital vorhanden ist, diese wa anders benötigt wird.

    Klar wäre es toll zu sagen “ich gebe folgende Aufgaben ab und kann dafür in diese Zeit an meine eigentliche Aufgaben arbeiten und Geld verdienen”. Problem dabei, ein andere macht die Arbeit nicht umsonst und wenn was immer der Fall ist, die ersten Monate ein Minus bringen dann ist einfach kein Geld dafür da.

    Wo ich aber auf jeden Fall Hilfe holen würde wäre bei Buchhaltung und Steuern. Nur wenn ich hier wirklich Top fit bin würde ich dies selber machen.

    Und wer meint ein Steuerberater wäre zu teuer. Wenn man die entsprechende Belege vor sortiert und dann erst abgibt sind die Kosten überschaubar. Wer aber aus Unkenntnis gerade zum Beginn was in Zusammenhang mit den Finanzamt nicht klärt und zahlt muss mit Konsequenzen rechnen. Diese reicht bis zur Pfändung wobei die FA hier schnell dabei sind

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  14. Man verfällt als Selbstständiger schnell in das Muster bei dem man seien Zeit mit Geld aufrechnet. Jedoch darf man dies nur machen, wenn man auch 100%ig ausgelastet ist. Sobald das nicht der Fall ist, verschwendet man so nur Geld:-)

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  15. Ich handhabe es meistens so, dass ich meinen Stundensatz gegenrechne. Das bedeutet zum Beispiel, dass ich die Erstellung einfacher (!) Texte lieber outsource, weil ich die Zeit besser in die Betreuung von Kundenprojekten investieren kann.

    Darüber hinaus investiere ich aber auch relativ viel Geld in eigene Projekte, die mir mittelfristig zusätzliche Umsätze einbringen werden. Natürlich ist das auch immer ein wenig risikobehaftet, aber das ist das Unternehmertum ja ohnehin ;).

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