Hoffnungsträger Ello – Facebook-Killer oder Nischen-Netzwerk?

Hoffnungsträger Ello - Facebook-Killer oder Nischen Netzwerk?Immer wieder versuchen soziale Netzwerke unterschiedlichster Couleur das Internet zu erobern. Nur von den wenigsten nimmt eine signifikante Anzahl an Internetnutzern überhaupt Notiz.

Hin und wieder gelingt es einem Angebot jedoch wahrgenommen zu werden. Derzeit ist es wieder soweit. Ello ist in aller Munde.

Wer und was steckt hinter dem geheimnisvollen Netzwerk, das wahlweise als Anti-Facebook oder Facebook-Killer, in jedem Fall aber als Alternative zum weltweiten Marktführer bezeichnet wird?

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Das etwas andere Social Network: Ello

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Daran, dass Ello derzeit als vielversprechender Konkurrent von Facebook gehandelt wird, sind die sieben Macher nicht ganz unbeteiligt. Sie stellen ganz bewusst heraus, was Ello von Facebook unterscheidet. Das sind in erster Linie die Dinge, die an Facebook gerne und häufig kritisiert werden: Datenschutz und Werbung.

Ello sieht seine Nutzer nicht als Produkt und möchte die Daten seiner Mitglieder deshalb nicht verkaufen. Entsprechend vorbildlich ist der Datenschutz. Dazu gehört auch, dass es bei Ello keine Klarnamenpflicht gibt.

Als Facebook in den vergangenen Tagen die Profile einiger Travestiekünstler löschte, weil sie statt mit ihrem richtigen Namen mit ihrem Künstlernamen angemeldet waren, zog diese Aktion den Zorn dieser und weiterer Facebook-Mitglieder auf sich und trieb sie in die Arme von Ello.

Puristisches Design

Dabei ist das bereits jetzt als ethisch korrekt gelobte Netzwerk schon rein optisch noch nicht wirklich spektakulär. Das minimalistische Design entsteht durch große Fotos, wenig Text und viel Platz. Hinzu kommt eine gewisse Farblosigkeit. Während einige die “Designleere” als aufgeräumt bezeichnen, sieht sie für andere unfertig aus. Modern und zeitlos, aber wie gesagt nicht spektakulär.

Rein funktionell ist Ello bisher eine Kreuzung aus Facebook, Tumbler und Twitter, wobei der Funktionsumfang noch ähnlich minimalistisch ist wie das Design. Derzeit können sich Mitglieder weder private Nachrichten schreiben noch gegenseitig sperren. Auch Videos lassen sich nicht implementieren.

Der Grund: Das Projekt ist noch recht jung und die Entwickler können Neues mangels Kapital nur Schritt für Schritt umsetzen. Was für die Zukunft alles geplant ist, steht für jeden sichtbar in einer Feature List.

Das, was das Netzwerk bisher kann, ist dafür umso bemerkenswerter. So erlaubt Ello es, völlig frei Links festzulegen, mit jedem beliebigen Linktext. Viele der noch raren Funktionen sind aber noch mit Fehlern behaftet. Um diese schnell beheben zu können und den Funktionsumfang auszubauen braucht Ello Geld.

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Die Finanzierungsfrage

Das mit dem Geld ist so eine Sache. Zwar hat Ello 435.000 US-Dollar von der Risikokapitalgesellschaft FreshTracks Capital erhalten, doch allgemein dürfte es schwierig werden an weiteres Kapital zu kommen. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist, dass das Startup komplett auf Werbung verzichtet, was in Zeiten von personalisierten Anzeigen wieder dem Alleinstellungsmerkmal Datenschutz zugutekommt. Zudem müssen weder Design, noch die Funktionen nach den Bedürfnissen der Werbekunden ausgerichtet werden. Stellt sich nur die Frage, wie Ello einmal Geld verdienen will.

Anders als beim einstigen Hype App.net ist keine Nutzungsgebühr geplant. In Zukunft sollen optionale Gadgets angeboten werden, mit denen man sein puristisches Nutzerprofil aufwerten und individualisieren kann. Die Hürde, die nehmen muss was Geld kostet, ist bei den meisten Internetnutzern jedoch ungleich höher als die Abscheu gegenüber Werbung.

Bereits jetzt sind die Geschäftsbedingungen auf die Zusammenarbeit mit Kreditkartenunternehmen vorbereitet. Sollte es dazu kommen, werden die Nutzerdaten freilich auch an diese Kooperationspartner weitergegeben, so die aktuelle Privacy Policy.

Letztlich muss sich jeder Ello-Nutzer die Frage stellen, wie nachhaltig das Datenschutzversprechen ist. Mit jedem Kapitalgeber schwindet etwas Unabhängigkeit, wächst der Einfluss. Selbst wenn die weitgehend unbekannten Gründer, von denen bisher nur Paul Budnitz öffentlich in Erscheinung getreten ist, das Projekt nicht mit der Motivation aufbauen es einmal teuer zu verkaufen, könnten lukrative Angebote sie später zu diesem Schritt bewegen. Was sind schon höchste ethische Ansprüche, wenn Millionen winken? Wechseln die Daten der Nutzer den Besitzer, ist vollkommen offen was dieser damit anstellt.

Selbst Pornografie ist erlaubt

Die datenschutzrechtliche Selbstbestimmung wird bei Ello so konsequent durchgezogen, dass selbst Pornografie kein Tabu ist. Wer möchte, kann auf der Plattform auch seine Nacktbilder präsentieren. Man muss sein Profil nur entsprechend kennzeichnen.

Ein weiterer Pluspunkt ist sicherlich die Zusage, dass es keinen Algorithmus geben wird der bestimmt, welche Neuigkeiten ein Nutzer in welcher Form angezeigt bekommt. Außerdem soll jedes Mitglied sein Profil eigenständig und unverzüglich löschen können. Die Daten eines einmal gelöschten Profils sollen dann nicht mehr wiederherstellbar sein.

In jedem Fall tritt Ello mit seinen nutzerfreundlichen Datenschutzbestimmungen in eine Marktlücke, vor allem im diesbezüglich sensiblen Deutschland. Aber ist allein mit der Sehnsucht nach Datenschutz zu erklären, warum sich zeitweise bis zu 50.000 Menschen pro Stunde bei Ello angemeldet haben sollen? Und dass, obwohl sich momentan nur anmelden kann, wer im Besitz eines Einladungscodes ist!

Die Codes können Mitglieder weitergeben, man kann sie aber auch bei Ello anfordern, wenngleich es hier einige Zeit dauern kann, bis man die heißbegehrte Einladung erhält. Wer einen Code benötigt ist derzeit groteskerweise am besten beraten, wenn er auf Facebook oder Twitter zurückgreift. Dort werden unzählige Einladungscodes verschenkt. Sogar auf eBay kann man sie kaufen.

Mehr als ein Hype?

Über Ellos Zukunftschancen wird derzeit allerorts diskutiert, sogar in den Fernsehnachrichten. Breite Aufmerksamkeit immerhin kann dem langfristigen Erfolg nicht schaden. Aktuell sollen sich laut BBC 31.000 Nutzer pro Stunden anmelden. Die Analysten von RJMetrics rechnen mit 3.000 bis 4.000 Neuregistrierungen pro Stunde. Wie auch immer, der Start kann sich sehen lassen, erst recht wenn man bedenkt, dass das Projekt ursprünglich für gerade mal rund 100 Freunde vorgesehen war.

Noch ist Ello im Gespräch. Doch das Netzwerk ist nicht das erste, das versucht Facebook Paroli zu bieten. Auch nicht in der Nische Datenschutz. Diaspora mag zwar noch nicht tot sein, quicklebendig ist der einstige Hoffnungsträger aber auch nicht.

Ello hat es mit seinem Manifest bereits geschafft einen Nerv zu treffen, das Interesse auf sich zu lenken und Menschen zur Registrierung zu bewegen. Noch sind es vor allem die Netzaffinen, die sich anmelden. Als nächstes muss die weniger experimentierfreudige Masse angelockt werden. Die jedoch will häufig erst sehen, dass genügend Bekannte, Familienmitglieder und Freunde zur Community gehören. Ein schwer überwindbarer Teufelskreis.

Die Erwartungen an Ello sind groß. So groß, dass das Netzwerk eigentlich nur scheitern kann. Denn ab wann wird man es als erfolgreich bezeichnen? Ist Google+ erfolgreich? Einige halten Googles soziales Netzwerk für tot, andere erleben es als durchaus lebendig und genießen die (ungewollte) Exklusivität.

Die Chancen, dass Ello das nächste große Ding wird, mögen angesichts der Hürden gering sein. Doch auch ein Netzwerk, das eine Nische bedient, hat eine Existenzberechtigung und kann erfolgreich sein. Es muss ja nicht immer eine Internetrevolution sein.

Was denkt ihr?

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15 Gedanken zu „Hoffnungsträger Ello – Facebook-Killer oder Nischen-Netzwerk?“

  1. Es sollte mal ein Netzwerk geben, wo man als Mitglied Geld dafür bekommt, dass man seine Daten dort reinstellt. Quasi: jedes Mitglied ist gleichzeitig Aktionär. Das wäre der einzig vernünftige Grund das Netzwerk zu wechseln. Ob man nun irgendwo Pornos teilen kann oder nicht… wen interessierts.

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    • Hallo Peter,

      solch eine Seite gibt es auch im Netz. Ist allerdings noch nicht so weit, daß man es ausgereift nennen kann. Aber Wie immer hapert es an Nutzern. Aber ich bin optimistisch.

      Funktioniert auch nach dem Invite Prinzip und man bekommt für die Nutzung und die anonyme Datenbereitstellung sogar Geld.

      Das Projekt heißt boniup. Bei interesse kann ich dir gerne eine Einladung zusenden.

      Gruß

      Fatih

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  2. Von Luft und Liebe kann auch Ello auf Dauer nicht leben. Und wenn es kein “Geldvernichtungs-Startup” wie viele andere werden soll, muss irgendwann auch mal etwas verdient werden.

    Viele stürzen sich jetzt drauf, weil es verspricht, was alle an Facebook hassen. Datenschutz, Werbung… Doch wie sieht es mit einer nachhaltigen Finanzierung aus? Früher oder später…

    Entweder man verdient früher oder später Geld durch Werbung oder man bittet die User zur Kasse. Und der Großteil ziert sich ja nach bekanntlich gerne, wenn es konkret wird.

    Ich sehe schon folgenden Werdegang vor mir. Wenn Ello genug User hat, wird es an einen der Big Player verkauft. Ich sehe da z. B. bei Microsoft noch Bedarf. Die lassen das eine Weile so laufen, bis viele denken, dass alles beim Alten bleibt. Dann erfolgen nach und nach die notwendigen Modifizierungen. Die Generation #Aufschrei wird dann empört weiter zum nächsten werbefreien und datenschutzkonformen Startup wechseln usw.

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  3. Ich habe dort schon seit längerer Zeit einen Account. Wirklich vom Hocker gerissen hat mich das Netzwerk nicht. Schade um die verlorene Zeit.

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  4. Also ich bin drauf und finde die Seite super gut designed aber auch noch ziemlich buggy.

    Mich erinnert das irgendwie etwas an den Anfang von Google+. Als sich bei G+ nur Unternehmer, Tech-Gurus und Kreative getummelt haben, inzwischen ist der Hype ja aber auch rum.

    Wenn jemand einen Invite möchte kann er mich gerne anschreiben :) Habe noch 8 Stück frei.

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  5. Seit WhatsApp wissen wir, dass den Leuten es völlig egal ist, ob sie nackt im Internet sind. Datenschutz? Pff interessiert keinen. Die Privatsphäre im Internet ist für die Leute einfach nicht fassbar. Ello? Keine Konkurrenz zu Facebook…

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  6. So lange es nicht die kritische Masse erreicht, dann wird das nichts. Und das hat selbst Google mit allen Mitteln noch nicht bei seinem Netzwerk erreicht. Wenn überhaupt könnte es als Nischennetzwerk bestehen, aber Facebook wird es ganz sicher nicht vom Thron stürzen.

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  7. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass Ello sich an Google+ und Facebook vorbei scheiben kann. Dass der Datenschutz besser ist mag sein. Dass sie nie Werbung schalten werden glaube ich irgendwie nicht. Und beides sind keine Features die das Netzwerk so viel besser machen, denn wenn man ehrlich ist, ist das für den täglichen Gebrauch kein großer Mehrwert zu Facebook und Co.

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  8. Also es ist mit seiner Schlichtheit schon sehr gewöhnungsbedürftig und ich fürchte, das Datenschutzversprechen (mehr ist es ja leider nicht) allein wird nicht ausreichen. Schauen wir doch auf die Diskussion um Threema oder andere “sichere” IM’s, immer dieselbe Leier, ist ja keiner meiner Freunde da und ich habe doch nichts zu verbergen. Dieselbe Situation sehe ich derzeit bei Ello, gibt einen Hype drum, es melden sich ein paar Millionen an und nach einem Jahr ist es aus.

    Anyway, lassen wir uns überraschen und wer eingeladen werden will, kontaktet mich einfach, habe noch ein paar Codes und kostet nix ;-)

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  9. Ich teile die Skepsis der anderen jedoch finde ich die Idee toll. Der Hauptgrund warum ich mich von Facebook fernhalte ist diese konstante Spionage (ja so kann man es nennen) seitens der Betreiber. Ob man nun was zu verbergen hat oder nicht, ich hab gerne Kontrolle darüber welche persönlichen Informationen ich mit der Welt teile. Abgesehen davon ist vielen überhaupt nicht bewusst wie radikal ihre Daten aufgegriffen, gespeichert, geteilt und/oder verkauft werden. Diese Unwissenheit wird (und insbesondere wurde) stark von Facebook ausgenutzt was der Hauptgrund für meinen Groll gegen dieses Netzwerk ist.

    Ich würde mir wirklich wünschen das Ello erfolgreich ist und zugleich halten kann was es verspricht.
    “In Zukunft sollen optionale Gadgets angeboten werden, mit denen man sein puristisches Nutzerprofil aufwerten und individualisieren kann.”
    Ob das genug Profit generiert um mit den großen konkurieren zu können ist fraglich aber je nach angebotenen Gadgets nicht unbedingt unrealistisch. Ich wünschen ihnen auf jeden Fall viel Glück.

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  10. Ich hab mich noch nicht wirklich mit Ello beschäftigt, aber was ich bisher an Ello seltsam finde…7 Personen, die über 400.000 Dollar Risikokapital zur Verfügung haben und keine Werbung machen. Und dann ist dieses … Ding das einzige was bisher rausgekommen ist? Das kann man sich mit Minimalismus nicht schönreden finde ich. Von der nicht vorhandenen Funktionalität ganz zu schweigen. Naja, bleibt zu hoffen, daß doch noch was draus wird. Wäre auf jeden Fall gut für den “Wettbewerb”.

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