Social Branding im Web 2.0

Im heutigen Gastartikel von Divena Smought geht es um das Branding im Web, speziell im Social Web. Divena schreibt auf rosa.pe.

Was ist Social Branding oder Branding 2.0?

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Der Begriff Branding steht im Marketing für das Aufbaue einer Marke* in enger Verbindung zum Unternehmen und dessen Produkten oder Services – im Zusammenhang mit Social oder 2.0 bezieht es sich auf das Branding im Social Media oder Web 2.0.

Gegenüber den klassischen Marketing- und Werbestrategien bei denen es um das möglichst effiziente Senden oder “Anbringen” einer bestimmten Werbebotschaft geht, stellt das Social Branding eine ganz andere Herausforderung dar. Es geht hierbei nicht nur um das Verstreuen von Werbebotschaften und Abwarten wie sich die Nachfrage entwickelt, sondern um ein aktives Interagieren mit der potentiellen Käuferschicht oder Zielgruppe.

Die meisten, die eine Webseite haben und Ihre Produkte oder Dienstleistungen darüber anbieten oder promoten, konzentrieren sich in erster Linie darauf Ihre Seite mit sinnvollen Content zu füllen, sie für Suchmaschinen zu optimieren und möglichst viele Backlinks* zu generieren, um in Google für relevante Keywörter besser gelistet zu werden.

Das Social Web effektiv nutzen

Viele nutzen dabei das Social Web meistens nur um Backlinks zu generieren und höchstens um ihre Produkte/Services zu präsentieren, die wenigsten erkennen das immense Potential, welches im Web 2.0 steckt, um die eigene Marke/Person/Dienstleistung effizient zu vermarkten und sehr hochwertigen Traffic für die eigene Webseite zu erschließen.

Das Web besteht nicht nur aus einer Ansammlung statischer Einzelwebseiten sondern der Community-Gedanke hinter Facebook, Xing & Co ermöglicht ein Vernetzen darüber hinaus und Sie können auf diese Weise ein sehr themenrelevantes Publikum ansprechen, die Sie über Ihre eigene Webseite unter Umständen nie erreichen würden (oder erst nach Jahren kontinuierlichen Aufbaus und entsprechendem SEO).

Über effektives Social Branding können Sie sich also eine gute Reputation erarbeiten, perfekt Ihre einzelnen Produkte etablieren und in einen aktiven Dialog mit Ihrer Zielgruppe treten und durch deren Feedback Ihr Angebot weiter optimieren und auch neue Produktideen finden (besonders in konkurrenzstarken Nischen ein klarer Vorteil).

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Dem Social Branding sollten gewisse Grundgedanken vorausgehen:

  • Wer ist Ihre Zielgruppe, bzw. wen möchten Sie mir Ihrem Angebot ansprechen?
  • In welchen Netzwerken, Foren oder Blogs ist diese aktiv?
  • Welches sind Ihre Hauptkeywörter und besten Keywort-Kombinationen?
    Dies sollten Sie bereits im Zusammenhang mit dem Aufbau Ihrer Webseite sehr sorgfältig recherchiert haben, denn Sie verschenken sehr viel Potential, wenn Sie auf die falschen oder zu generellen Keywörter (wie z.B. Auto, Haus, Kosmetik, Haustier etc.) hin optimieren!
  • USP Ihres Brands (was macht Ihr Angebot einzigartig gegenüber anderen, was sind seine größten Vorteile und die besten Verkaufsargumente?)
  • Wie viel Zeit können oder möchten Sie investieren?

Aktiver Dialog – nicht platte Werbung

Social Branding braucht eine gewisse Hingabe und Kontinuität, es ist ein lebendiger Prozess.

Anders als bei klassischen Marketing- oder Werbeformen in denen es ausschließlich um das Senden einer bestimmten Botschaft geht, ist das Social Branding auf den Dialog ausgerichtet.

Das bedeutet, dass auf das Senden Ihrer Botschaft eine Antwort erfolgt und daraus entsteht dann im Idealfall der Dialog und dies ist im Grunde das Social Branding Ihres Produkts oder Services.

Noch besser ist es, wenn Sie auf die Fragen und Nöte eines Nutzers reagieren und ihm die passende Lösung oder Hilfe anbieten (dafür eignet sich z.B. Twitter hervorragend).

Ihr Brand im Social Web etablieren

Die Art und Weise wie Ihr Brand sich im Social Web etabliert ist nicht von Ihnen vorgegeben, sondern richtet sich danach wie die Nutzer des entsprechenden Netzwerkes, Blogs oder Forums darauf reagieren und interagieren. Sie sollten selbst möglichst aktiv an diesem Prozess mitwirken um Ihr Brand positiv zu gestalten.

Nicht selten gehen Social Media Kampagnen auch nach hinten los (wie z.B. bei Nestle). Enttäuschte Nutzer schließen sich gegen die Marke zusammen und betreiben eine aktive Gegenkampagne und schaden dem Unternehmen dadurch erheblich.

Sie müssen also erkennen welche Erwartungen Ihre Zielgruppe an Ihre Produkte oder Dienstleistungen hat und ob Ihr Brand ein gewisses Unterhaltungspotential hat, damit es überhaupt im Social Web angenommen wird.

Das Interesse an Ihrem Brand kann z.B. durch Events, Ausschreibungen und Gewinnspiele erhöht werden und sobald Sie erst einmal ein gewisses Kontingent an echten Fans heran “gezüchtet” haben, kann Ihr Social Branding auch schnell viral werden und sich von Ihren Bemühungen unabhängig weiter entwickeln. Im Idealfall entwickelt sich ein Schneeballeffekt der Ihr Branding breit streut.

Doch dafür muss Ihr Social Media Marketing eine kleine Sensation beinhalten – etwas noch nie da gewesenes, ein besonders attraktiver Gewinn, ein super lustiges Video oder dergleichen mehr und das ist schon eine Kunst für sich.

Nicht auf jeder Hochzeit tanzen

Ich empfehle lieber ein behutsames Vorgehen und nicht die geballte Social Media Präsenz auf einmal, damit Sie Erfahrungen sammeln und Ihre Zielgruppe und deren Denk- und Reaktionsweise austesten können.

Wenn Sie noch wenig Erfahrungen in diesem Bereich haben oder nicht so viel Zeit investieren können, dann konzentrieren Sie sich lieber nur auf die wichtigsten Netzwerke wie z.B. Facebook, Twitter und Youtube und vielleicht ein oder zwei Foren, die in Ihrem Bereich am entscheidendsten sind und bauen Sie Ihre Präsenz in diesen Netzwerken gut aus.


Kommunikationskonzept und Corporate Design

Für ein gutes Social Branding ist es wichtig, dass Sie ein schlüssiges Kommunikationskonzept haben, d.h. Sie sollten Ihre Twitterseite, Youtube-Channel und Facebook-Seite dem Design Ihres Brands so gut wie möglich anpassen. Dies erreichen Sie mit Ihren Firmenfarben, Firmenlogo und auch dem Hauptslogan.

Falls Sei ein persönliches Social Branding betreiben, dann arbeiten Sie unbedingt mit Ihrem echten Portraitfoto (legen Sie hier großen Wert auf dessen Qualität. Es sollte professionell aufgenommen, gut ausgeleuchtet sein und ansprechend wirken).

Social Branding im Web 2.0Mein Blog Rosa.pe hat z.B. einen dunkelgrauen Hintergrund, und als Firmenfarbe rosa. Die Textfarben sind weiß und hellgrau und mein gerastertes Portrait in rosa ist eine Mischung aus persönlichem Branding und Logo.

Das Design an sich ist bewusst minimal gehalten. Mit dieser Farbkombination kann ich innerhalb meiner Social Media Präsenzen sofort einen guten Wiedererkennungseffekt erzielen und damit eine direkte Verbindung zu meinem Blog herstellen.

Ein durchdachtes Corporate Design ist daher auch im Social Branding eine wichtige Grundlage und je konsequenter es umgesetzt wird desto stimmiger und ansprechender wirkt Ihre gesamte Webpräsenz (die sich eben nicht nur auf Ihre Webseite beschränkt).


Social Branding für Dienstleister

Social Branding ist besonders für den Dienstleistungsbereich sehr interessant, denn Sie können einen direkten Kontakt zu Ihren potentiellen Kunden aufbauen und deren Vertrauen in Ihre Kompetenz durch kontinuierliches Kommunizieren aufbauen, so dass diese lieber Ihnen den Auftrag geben als jemand anderem zu dem sie noch gar keinen Bezug haben.

Die Preisfrage spielt dabei meist eine untergeordnete Rolle, denn wichtiger sind für viele (vor allem größere) Kunden solche Faktoren wie Erreichbarkeit, Zuverlässigkeit, gute Kommunikation und Qualität der Dienstleistung.

In den Foren, Gruppen und Netzwerken, die zu Ihrer Thematik passen, finden sie schnell ein “hungriges” Publikum. Menschen die sich verzweifelt mit Fragen und Problemen herumschlagen zu denen Sie als Experte eine Antwort oder Lösung geben können und damit nicht nur Eindruck schinden, sondern auch direkt am Puls des potentiellen Käufers sitzen.

Mit etwas Geschick können Sie einen Lösungsansatz geben, der auf Ihre Webseite verweist in der das Thema in aller Ausführlichkeit behandelt wird. So haben sie mit großer Sicherheit schon die Aufmerksamkeit potentieller Kunden gewonnen, je professioneller Sie sich im Social Web präsentieren.

Relevante Foren finden Sie ganz einfach: Geben Sie ihre Hauptkeywörter in Zusammenhang mit einem passenden Fragewort in Google ein.

Wenn Sie z.B. Kosmetika verkaufen, wäre Suchwortkombination wie “welche Tagescreme” schon sehr aufschlussreich. Sicher erhalten Sie sofort entsprechende Forenbeiträge der aktivsten Foren im Bereich Kosmetika in den Suchergebnissen.

Je aktiver Sie mit den potentiellen Kunden interagieren, in den Dialog treten, helfen, austauschen, zuhören und herausfinden was dieser wirklich will und braucht, umso mehr wird auch Ihre Online Reputation wachsen und eine gute Basis für Ihre Kundenakquise bilden.

Mit viel Ausdauer und Kontinuität kommen Sie dann irgendwann dahin, dass Sie sich nicht mehr aktiv in den Foren bewegen müssen um Interessenten zu sammeln, sondern dass Sie sich so weit etabliert haben, dass Sie selbst deren Anlaufstelle werden.

Im Idealfall kreieren Sie vielleicht sogar Ihre eigene Community zu Ihrem Thema. Als Grundlage hierfür eignet sich z.B. ein Blog hervorragend, da er die aktive Teilnahme des Lesers durch das Kommentieren erlaubt und in Verbindung mit einem kleinen Forum diesen Punkt noch erweitert.


Tipps für erfolgreiches Social Branding:

  • Lösungsorientiert
    Denken Sie weniger als Verkäufer sondern als Problemlöser, bieten Sie Ihre Hilfe an und finden Sie heraus, was Ihre Zielgruppe sucht und braucht.
  • Eigenständigkeit
    Haben Sie nicht den Anspruch es allen recht machen zu können (es gibt immer welche denen Sie oder Ihr Angebot nicht gefallen werden). Haben Sie den Mut zur Eigenständigkeit und orientieren Sie sich nicht zu sehr an anderen. Denn me-too Angebote und bloße Nachahmer haben im Social Web keine große Chance. Ein drittes oder fünftes ähnliches Produkt interessiert einfach niemanden.
  • Einzigartigkeit
    Arbeiten Sie an dem USP (Einzigartigkeit/Vorteil) Ihres Angebots, kommunizieren Sie dieses möglichst gut. Versuchen Sie Ihr Brand interessant, einzigartig, innovativ und positiv in Szene zu setzen. Fachen Sie den Dialog an mit kontroversen Meinungen und interagieren Sie so viel wie möglich mit den Nutzern!
  • Dialog
    Versuchen Sie nicht nur platte Werbebotschaften oder Links zu streuen, auf die keiner gewartet hat (und entsprechend negativ aufgenommen werden). Versuchen Sie stattdessen ein Teil des Netzwerkes zu werden und möglichst konstruktive und sinnvolle Beiträge zu leisten, die erst im zweiten oder dritten Schritt auf Ihr Angebot verweisen.
  • Gratisangebote
    Bieten Sie das eine oder andere gratis an (z.b. für einen Eintrag in Ihre Liste). Mit Speck fängt man schließlich Mäuse!

    Ihre Emailliste ist eines Ihrer wichtigsten direkten Marketinginstrumente und diese sollten Sie intensiv pflegen und aufbauen. Bauen Sie viele Kontaktmöglichkeiten mit ein und laden Sie aktiv dazu ein Sie zu kontaktieren (z.B. für eine Gratis Beratung oder für eine unkomplizierte Hilfestellung).

    Auch wenn nicht jeder Ihr Kunde wird, dem sie helfen oder beraten – viele werden dafür dankbar sein und Sie weiter empfehlen und so wird es sich am Ende doch für Sie auszahlen. Aber ein bisschen Geduld müssen Sie dabei schon mitbringen.

  • Updates
    Automatisieren Sie Ihre Updates. Wenn Sie einen neuen Blogpost veröffentlichen, dann sollte dies automatisch in Ihren Social Media Präsenzen wie z.B. Facebook oder Twitter erscheinen. [Hinweis des Blog-Inhabers: Das sehe ich etwas anders. Ich trage Blogposts manuell in Social News Sites und z.B. Twitter ein. Da kann ich dann individuell auf die jeweiligen Anforderungen eingehen.]
  • Feedback nutzen
    Nutzen Sie das wertvolle Feedback um Ihre Produkte und Dienstleistungen zu optimieren, anzupassen und vielleicht sogar neue Nischen zu finden. Und ganz wichtig, tanzen sie nicht auf allen Hochzeiten!

    Konzentrieren Sie sich auf Ihre Spezialgebiete, testen Sie den Markt eingehend auf sein Kaufpotential, verschwenden Sie keine Zeit mit den falschen Keywörtern und nicht relevanten Netzwerken. Konzentrieren Sie sich auf das was wirklich zählt: Effektives Social Branding innerhalb Ihrer (kaufwilligen) Zielgruppe.


Danke Divena

für diesen sehr ausführlichen und nach meiner Meinung auch sehr guten Gastartikel.

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4 Gedanken zu „Social Branding im Web 2.0“

  1. Ein schöner Gastbeitrag, danke sehr! Meine Wahrnehmung ist auch, dass viele Firmen das gerade in Deutschland noch grundlegend falsch machen, und eher wie die Spammer agieren. Mir wurden auch schon Facebook-Kommentare einfach gelöscht, wenn ich mich auf einer Fanpage negativ geäußert habe.

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  2. @ Carsten

    Ich habe auch den Eindruck, dass viele (nicht nur Firmen) wie Spammer agieren. Vor allem in der Form, dass wahlos Kontakte oder Follower gesammelt werden. Ich muß zugeben, dass ich, als ich mich bei Twitter angemeldet habe, auch zunächst darauf aus war möglichst viele Follower zu bekommen und auch einige Aktionen gemacht habe von denen ich heute abraten würde. Es hat nicht lange gedauert bis ich selber ca. 1500 Leuten gefolgt bin und selber ca 900 Follower hatte. Gebracht hat das natürlich nichts. Ich habe mich dann dazu entschlossen alle Verbindungen wieder zu löschen und folge jetzt nur noch Leuten die mir auch interessante Infos liefern. Meine Followerzahl sank dadurch natürlich auch auf heute rund 330. Ich habe aber auch lieber Follower bei denen ich nicht einer von tausenden bin. Ich würde heute jedem abraten wahllos Kontakte zu sammeln. Wenn man seine Sache gut macht kommen diese von alleine.

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  3. Branding finde ich auch eine ganz wichtige Sache. Es gibt so viele Blogs da draußen, die haben noch nicht einmal ein Logo und sind sonst auch nur Textwüsten. Da interessiert mich oft der Inhalt auch nicht mehr. Bei meiner Seite war es mir z.B. wichtig, dass man sich an sie erinnern kann, auch wenn man sie erst ein paar Monate später das 2. mal besucht.
    Wenn man dazu noch durch Content (& idealerweise Support) Nutzen stiften kann im Social Web braucht man eigentlich nur noch Zeit, um sich seine starke Marke aufzubauen.

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  4. Guter Beitrag! Allerdings geht es dabei eher um das Binden von Kunden und potentiellen Kunden, weniger um Branding im klassischen Sinne. Für die, die dem Produkt aber ohnehin sehr nahe sind, eignen sich die Mittel und Werkzeuge sehr gut – und die Anmerkungen im Artikel zeigen die dabei wichtigen Punkte sehr deutlich.

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