Google Update überstehen, Author Rank, Lieblings-SEO-Tools … – Marcus Tandler im Interview Teil 2

Im zweiten Teil des Interviews mit SEO-Experte Marcus Tandler geht es unter anderem um seine “Geheimnisse”, wie man die häufigen Google Updates unbeschadet übersteht, was er vom Author Rank hält und was seine Lieblings-SEO-Werkzeuge sind.

Auch diesmal finden sich in seinen Antworten wieder eine Menge Tipps, die vor allem auf den langfristigen Erfolg in Google abzielen.

Das deckt sich mit meiner Herangehensweise an SEO und deshalb freue ich mich sehr, euch den zweiten und ebenfalls sehr lesenswerten Teil des Interviews präsentieren zu können.

Die Fragen in diesem Interview stammen übrigens größtenteils von den Lesern dieses Blogs.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews.

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Was sind die wichtigsten “Geheimnisse”, abgesehen von aktuellen Inhalten, um die Google-Updates heil zu überstehen?

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Mittlerweile gibt es meiner Meinung nach keine wirklichen “Geheimnisse” mehr. Die Devise lautet schlichtweg so organisch wie möglich zu arbeiten und die “SEO-Brille” auch gelegentlich mal abzunehmen. Google misst mittlerweile sehr genau mit, wie die User mit einem bestimmten Suchergebnis interagieren und welche Seiten das Suchbedürfnis am besten befriedigen.

Google will ja nicht die Seiten ranken, die das beste SEO machen – oder auch das größte SEO Budget haben mögen – sondern vielmehr die Seiten, die das beste Ergebnis für den User sind!

Es gilt also genau zu schauen, welche Seiten für die von mir getargeteten Keywords eigentlich ranken und welche Inhalte man zusätzlich anbieten kann, um dem User ein noch besseres oder in manchen Fällen auch umfassenderes Ergebnis bieten zu können – das Stichwort lautet hier “Content Curation”.

Also unter anderem die Anreicherung des Contents mit multimedialem Content, wie bspw. Video, dass vortrefflich die Verweildauer auf einer Seite erhöht!

Auch im Bereich der OffPage Optimierung, also dem Aufbau von auf die eigene Seite verweisenden Links, sollte man lieber ohne SEO-Brille arbeiten. -> build links for users not search engines heißt die Devise!

Man bekommt heutzutage eine Menge Ramsch angeboten, der in den meisten Fällen sowieso nix bringt und irgendwann vielleicht der Schlüssel zum Pinguin Gehege ist. Das ist Zeitverschwendung! Die Zeit sollte man lieber in ein kreatives Brainstorming investieren.

Nachhaltigkeit ist heutzutage einfach das allerwichtigste beim SEO – es geht nicht darum, so schnell wie möglich auf Platz Nr. 1 zu kommen, sondern vielmehr so lange wie möglich dort zu bleiben!

Wie beurteilst du den Author Rank im Hinblick auf SEO? Hast du da schon nähere Erkenntnisse?

Die Verknüpfung von Links/Empfehlungen (ein Link ist ja zumeist eine Art von Empfehlung) mit dem persönlichen Interessens- und Aktivitätsprofil eines Autoren macht einfach extrem viel Sinn.

Die soziale Komponente ist ein weiterer Layer, der über die traditionellen Faktoren der Linkbewertung gelegt wird und in Kombination noch bessere Ergebnisse produzieren kann. So könnte es künftig weniger wichtig sein, wo ein Link platziert wird, sondern vielmehr von wem.

Letztendlich ist dies der nächste evolutionäre Schritt in der Evaluierung von Links. In der Anfangszeit waren mehr oder weniger alle Links wertvoll, selbst solche die sitewide in der Sidebar oder im Footer einer Seite waren.

Im Laufe der Zeit wurde die thematische Relevanz der verlinkenden Seite immer wichtiger, so dass Links von thematisch affinen Seiten wertvoller wurden. Durch einen stärkeren Fokus auf Marken/Brands und der Identifizierung ebensolcher, wurde dem exzessiven Gebrauch von Exact-Match-Anchor-Textlinks letztendlich Einhalt geboten.

Google ist mittlerweile einfach schlau genug, wenn es darum geht zu evaluieren, wofür eine Seite ranken sollte und muss Linktexten nicht mehr blind vertrauen.

Letztendlich muss Google einfach noch unabhängiger von von Außen beeinflussbaren Faktoren werden, um den Suchenden das für sie wirklich beste Ergebnis anzeigen zu können. Linkbuilding wird infolge dieser Entwicklung immer schwieriger, Manipulationsversuche eineindeutig identifizierbar und Google´s Pinguin immer mächtiger. Es fängt ja auch gerade erst richtig an!

Mit einer Kombination aus Bewertung des Authors (“Agent Rank” / “Author Rank”) und seitenbezogenen Qualitätsmetriken wird Google versuchen noch effektiver zu bewerten, inwieweit ein Link dem Ranking einer Seite bei bestimmten Suchwörtern zuträglich ist. Aber natürlich braucht es hierfür noch eine Menge Futter für Google’s Social Graph. Das wird schon noch etwas dauern.

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Wird die neue Facebook-Suche die Suchmaschinen-Optimierung stark verändern oder wenn ja wie?

Suchmaschinen Optimierung kann man letztendlich für jede Suchmaschine betreiben, natürlich nur solange das Ergebnis organisch bestimmt wird und nicht gekauft wurde.

Es gibt ja bereits auch Optimierer, die sich voll auf die Optimierung der Suchergebnisse in den diversen App-Stores spezialisiert haben – App Store Optimization / ASO.

Die Optimierung für die Facebook-Suche wird also sicherlich nicht die gesamte Suchmaschinen-Optimierung verändern, sondern vielmehr das vorhandene Spektrum durch einen weiteren spannenden Kanal erweitern, denn mit steigendem Traffic und Relevanz der internen Facebook-Suche werden sicherlich sehr bald auch SEOs auf den Plan treten.

Ich persönlich finde die Facebook-Suche zwar spannend, aber die meisten über die Facebook-Suche abgefeuerten Suchanfragen werden wohl eher lokaler Natur zu sein (“Pizza in New York”), bei denen ich auf die Empfehlung seitens meiner Freunde zähle, oder Suchanfragen, bei denen ich Empfehlungen suche durch die intelligente Kombination von Freunden mit gleichen Interessen.

Hier gilt es wohl eher die Auswahl seiner Freunde zu optimieren. :-)

Es ist aber immer gut mehrere Traffic-Kanäle zu haben, wer nur von Luft & Google-Liebe lebt, muss stets auf der Hut sein. Ich persönlich freue mich immer über neue Herausforderungen. Solange es zehn organische Ergebnisse gibt, wird es auch ambitionierte SEOs geben, die versuchen herauszufinden, was es bedarf ganz oben zu ranken – ganz egal auf welcher Plattform oder welchem Device!

Was sind deine Lieblings-SEO-Werkzeuge?

Mein Lieblings-SEO-Werkzeug ist selbstverständlich OnPage.org. :-)

Aber ich nutze in meiner täglichen Arbeit auch eine Vielzahl weiterer SEO-Tools, wie die Sistrix Toolbox, die Searchmetrics Suite, sowie die LinkResearchTools. Auch ahrefs und CognitiveSEO von meinem rumänischen SEO Kollegen Razvan finde ich sehr nützlich.

Lustigerweise nutze ich kaum US-amerikanische SEO-Tools. Ich finde es wirklich erstaunlich, wie sich die USA zwar als Vorreiter im Bereich SEO wähnen, aber größtenteils mit prehistorisch anmutenden SEO-Werkzeugen hantieren.

Dass die US-amerikanischen Kollegen bspw. zu weiten Teilen keine allgemeinen Sichtbarkeits-Indices nutzen, ist und bleibt mir ein Rätsel. Erst durch Searchmetrics scheinen die US-Kollegen langsam die Vorzüge einer schnellen Sichtbarkeits-Analyse jeder x-beliebigen Domain zu erkennen.

Ich persönliche finde, dass der damals von Johannes Beus mit der Sistrix Toolbox eingeführte allgemeine Sichtbarkeitsindex eine der zeitsparensten Analyse-Werkzeuge zur Evaluierung einer fremden Domain ist. Gerade auch wenn man bspw. sehen will, ob eine Seite schon einmal oder gar aktuell abgestraft wurde. Ich könnte auf keinen Fall mehr ohne die allgemeinen Sichtbarkeits-Indices von Sistrix und Searchmetrics leben!

Dies mag vielleicht auch daran liegen, dass deutsche SEOs eine mitunter viel technischere Herangehensweise an das SEO Thema haben. Ein geradezu ideales Beispiel ist hier der WDF*IDF Hype, der dank Karl Kratz vergangenes Jahr durch Deutschland fegte.

Dieses Thema ist ja kein wirkliches Thema in den USA. Der deutsche SEO versucht sich eher dem “perfekten Text” via mathematischer Berechnungen zu nähern, während der US-amerikanische SEO einfach mit Kreativität punktet! SEO ist mittlerweile ein kreativer Beruf geworden, auch wenn das manche noch nicht so richtig wahr haben wollen.

Es ist schön zu sehen, dass diese Leidenschaft des German Engineering nicht nur als Auszeichnung für tolle Autos gilt, sondern mittlerweile auch für SEO Tools “Made in Germany”.

Wie siehst du die Zukunft der Suchmaschinenoptimierung?

Also die nähere Zukunft habe ich unlängst versucht in einem Keynote Vortrag zu beleuchten. Das Video ist auf Vimeo veröffentlicht worden – 477 Slides in 35 Minuten – gegenüber einem Fachvortrag muss man in einer Keynote ja möglichst versuchen, alle Zuhörer auf die Reise mitzunehmen, egal ob Hardcore-SEO oder nur am Rande SEO interessierter C-Level Executive.

Die wichtigste Erkenntnis für die nähere wie auch ferne Zukunft ist, dass die Zeit der Tricks ein für alle mal vorbei ist! Das Internet ist mittlerweile erwachsen geworden.

Früher war SEO vielmehr ein spannender Zeitvertreib für internetbegeisterte Progger mit zu viel Freizeit. Lass mich am besten einen kurzen Vergleich heranziehen. Google war damals wie der Wilde Westen und es gab nur einen Sheriff, der etwas überfordert war von gaunerischen SEOs, die die Guidelines der Stadt missachteten.

Mit zunehmenden Nutzerzahlen, also dem Wachsen der Stadt und der damit verbundenen wirtschaftlichen Relevanz, wurde der Sheriff langsam durch einen funktionierenden Polizei-Apparat ersetzt, der seine rechtsstaatlichen Gesetze (aka Guidelines) umsetzt.

Wer heute in SERPs, die ein hohes Suchvolumen vorweisen, Mist baut, der wird vom aus schwarz-weiß gestreiften Zootieren bestehenden SWAT-Team zu Hause abgeholt und in die hinterste Ecke der Suchergebnisliste gesperrt.

Wie vorhin bereits erwähnt, ist und bleibt das allerwichtigste beim SEO die Nachhaltigkeit! Wenn man zehn Mal hintereinander eine Bank überfällt, aber dabei nicht erwischt wird, macht dies die Taten nicht weniger illegal! Trotzdem wähnt man sich in Sicherheit und das Geschrei ist umso größer, wenn man dann beim elften mal schlussendlich erwischt wird.

Und ungefähr genauso verhält es sich beim SEO. Natürlich funktioniert noch eine Menge Zeug. Selbstverständlich kann man immer noch mit free-for-all Links auf ne Seite einbomben und wenigstens kurzzeitig Bergluft auf dem Gipfel der Suchergebnisliste schnuppern, aber what comes up, must come down again, und umso schneller, desto mehr Mist man gebaut hat!

Trotzdem wird Zeter und Mordio geschrien und die Integrität der Suchmaschine in Frage gestellt, weil man doch gänzlich unschuldig so vehement bestraft wurde. Aber Google ist für gewöhnlich nicht nachtragend – wer sich zum Glauben bekennt und sich fortan an die Regeln hält, der darf auch wieder mitspielen.

Aber es ist manchmal auch gar nicht so schwer, denn es ermöglicht mitunter einen weit faireren Wettbewerb. Natürlich gibt es noch eine Menge Keyword-Umfelder, die hoffnungslos (nach modernen Maßstäben) verspammt erscheinen, aber umso weniger gut sich gewisse Keywords seitens Google monetarisieren lassen und umso weniger das Suchaufkommen, desto geringer ist die Priorität, dort mit dem Stahlbesen durchzukehren. :-)

Man sollte sich daher nicht von einer aktuellen Momentaufnahme in seiner eigenen Berufs-Ethik beirren lassen, sondern vielmehr darauf vertrauen, dass die eigene saubere Arbeit sich irgendwann auszahlen wird.

Ich weiß wie frustrierend dies manchmal sein kann, wenn so ein 90% Keyword-Links Heini mit einer schrottigen Seite aus dem Kreidezeitalter des Internets vor einem rankt, und die eigene sauber optimierte Seite wie Blei in der Top 10 liegt. Aber ich habe auch nur allzu oft erlebt wie dann irgendwann doch der Knoten geplatzt ist. Gut Ding will manchmal Weile haben.

Danke Marcus

für das interessante Interview und die spannenden Einblicke.

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8 Gedanken zu „Google Update überstehen, Author Rank, Lieblings-SEO-Tools … – Marcus Tandler im Interview Teil 2“

  1. Hier sieht man wieder klar, das wichtigste ist einfach nur dein Content, wenn du es dann noch schaffst das deine User möglichst lange auf deiner Seite verweilen, dann bist du oben mit dabei, da braucht man sonst auch nichts zu tun, das ist das ganze Geheimnis im Internet.
    Einfach nur Qualität und Quantität unter einem Hut zu bringen, hast du gute Qualität und davon möglichst viel, kannst du auch enorm viel Verdienen.
    Alles andere kannste vergessen.

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  2. @Experimentiert
    Das mit der Qualität dachte ich auch immer, bin aber fasziniert, dass ich selber mir Arbeit und Mühe mit gutem Content mache und dann irgendwelche “Experten” mit einer nahezu leeren Seite, die voll gepumpt ist mit Keywords ohne sinnvolle Inhalte nach oben rutschen. Das kann ich echt nicht nachvollziehen, aber der Gedanke mit den Videos als Mehrwert für den User finde ich gut, dass wusste ich noch nicht.

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  3. Ich sehe das mit der Qualität auch leider skeptisch. Google mag zwar nach und nach ein paar Werte für die “Qualität” einer Website bekommen (auch wenn es etwas komisch klingt, wenn der Befragte sagt, die Zeit der Tricks sei vorbei, dann aber Videos empfiehlt, um die Verweildauer zu erhöhen…), aber zumindest bisher habe ich nicht den Eindruck, dass sich die Suchergebnisse in den letzten Jahren verbessert haben – oft sogar ist das Gegenteil der Fall, Google spuckt mehr und mehr entweder qualitativ minderwertige oder aber schlichtweg unpassende Seiten aus. Weiß nicht, wie man dieses Problem lösen kann, aber Google weiß es offenbar auch nicht so recht.

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  4. Auch wenn Linkbuilding immer schwieriger wird, ohne wird man wohl kaum auskommen. danke für den Hinweis “build links for users not search engines” – sagt viel darüber aus, wie man mit den ganzen schrottigen Linktauschanfragen umgehen muss.

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  5. Danke für das nette Interview. Die unbestreitbare Größe der SEO – Marcus Tandler – bringt es mal wieder auf den Punkt: Nachhaltigkeit.

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  6. Das mit dem Überstehen des Google Updates ist ja nichts neues. Jeder Seo muss hin und wieder solche Updates mit seinen Projekten überstehen. Grundsätzlich sollte sich aber Qualität und Benutzerfreundlichkeit durchsetzen.

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  7. Content is King! Aber natürlich guter…. weil wenn ich meine Kunden an mich binden will muss ich Ihnen etwas bieten. Was bringt mir der ganze SEO Kram, wenn es die, an denen mir wirklich was liegt nicht anspricht? Da ist sinnvolle Content Curation sicher nicht der falsche weg. In Maßen natürlich, denn wer nur kuratiert und nicht auch selbst erstellt, der wird schnell langweilig. Ich nutze dafür gerne Tools, da sie mir die Arbeit erleichtern. Momentan bin ich dabei eines zu testen über das ich kürzlich gestolpert bin, auf der Suche nach einer Alternative zu Curata. Nennt sich TopicHeads. Auf topicheads.com kann man es gratis testen.

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