Was bringen die verschiedenen Traffic-Quellen? Verweildauer, Bounce Rate, AdSense …

Was bringen die verschiedenen Traffic-Quellen?Nachdem ich im ersten Artikel verschiedene Traffic-Quellen für deutsche Websites vorgestellt habe, möchte ich im Folgenden analysieren, was diese bringen und wie sie sich unterscheiden.

Dazu schaue ich mir meine eigenen Blog-Statistiken an und zeige, wo die Unterschiede liegen und welche Traffic-Quelle in welchem Bereich die beste ist.

Dabei analysiere ich unter anderem Verweildauer, Absprungrate und AdSense-Einnahmen je Traffic-Quelle.

Was bringen die verschiedenen Traffic-Quellen?

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Dass Google bei mir der Traffic-Bringer Nummer 1 ist, habe ich bereits im vorherigen Artikel ausführlich analysiert.

Doch das ist ja nur die quantitative Analyse. Was die einzelnen Traffic-Quellen genau bringen und wie sie sich unterscheiden, analysiere ich heute.

Dabei schaue ich mir einige interessante Kennzahlen an und differenziere dabei zwischen den Besuchern von Suchmaschinen (blau), von anderen Websites (grün) und direkten Zugriffen (orange).

(Die Daten stammen allesamt aus Google Analytics von den letzten 30 Tagen.)

Neue vs. wiederkehrende Besucher
Neue vs. wiederkehrende BesucherDie erste Statistik gibt an, wie viel Prozent der Besucher das erste mal auf meinem Blog sind.

Die Daten zeigen recht gut, dass durch die Suchmaschinen, allen voran natürlich Google, mehr neue Besucher auf meinen Blog kommen, als von den anderen Besucherquellen.

Erstaunlich ich dennoch, dass rund 2/3 der direkten Zugriffe ebenfalls von neuen Besuchern stammen sollen.

Hier stellt sich die Frage, wie gut Google darin ist, wiederkehrende Besucher zu identifizieren. Wenn es nur an einem Cookie* erkannt wird, dann wäre das sicher recht ungenau, da viele regelmäßig ihre Cookies löschen.

Alles in allem ist die Erkenntnis aus dieser Statistik jedoch, dass man wirklich neue Besucher vor allem über Google gewinnt. Eine Erkenntnis, die nicht so überraschend kommt.

Verweildauer
VerweildauerDie Verweildauer, oder wie sie offiziell heißt, die durchschnittliche Sitzungsdauer, gibt an, wie lange die Leser auf im Schnitt auf meinem Blog sind.

Generell muss man sagen, dass der Durchschnittswert eher niedrig ist. Das liegt einfach daran, dass ein Teil der Leser sofort wieder abspringt, was verschiedene Gründe haben kann:

  • War schon mal auf dem Artikel und kennt ihn deshalb bereits.
  • Sieht auf den ersten Blick, dass es nichts für ihn/sie ist.
  • Seite lädt länger, als der User warten will. Seite wird geschlossen.
  • Stammleser schaut lediglich, ob es neue Artikel gibt. Wenn nicht, geht er sofort wieder.
  • usw.

Es gibt also eine Menge Gründe, warum ein Teil der Nutzer meinen Blog recht schnell wieder verlässt. Das senkt dann natürlich die durchschnittliche Verweildauer.

Interessant ist aber, dass die Verweildauer der direkten Besucher (z.B. Stammleser) deutlich höher ist, als die der Google-Besucher. Bei den direkten Besuchern fällt z.B. der Grund “Sieht auf den ersten Blick, dass es nichts für ihn/sie ist.” weg.

Ebenfalls interessant ist, dass die Besucher von anderen Websites auch relativ lange bleiben. Die Empfehlung (also die Verlinkung) von anderen Website-Betreibern, Social Network Nutzern etc. scheint dazu zu führen, dass die Nutzer sich doch mehr Zeit nehmen und nicht so schnell abspringen wie Suchmaschinen-Besucher.

Man muss aber hier auch dazu sagen, dass sich der Wert je nach Unterseite teilweise deutlich unterscheidet. So ist die Verweildauer auf Homepage z.B. sehr niedrig. Das ist aber nichts negatives, da die Leser natürlich schnell zu einem bestimmten Artikel wechseln.

Besucher von anderen Websites und vor allem die direkten Besucher bleiben deutlich länger.

Seiten pro Besucher
Seiten pro BesucherDie Anzahl der Seiten pro Besucher (oder offiziell “Seiten/Sitzung”) ist ein interessanter Wert um festzustellen, ob die Besucher nach dem Betreten der eigenen Website noch weitere Seiten anschauen.

Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. So spielt die interne Verlinkung natürlich eine wichtige Rolle. Aber auch die Frage, ob ihnen der erste Artikel überhaupt gefallen hat.

Wie man an der Statistik sehen kann, ist dieser Wert bei den direkten Zugriffen am höchsten. Das bestätigt den Eindruck, den ich schon bei der vorherigen Auswertung hatte. Stammleser und all jene, die meinen Blog schon kennen, springen nicht ab, weil er ihnen grundsätzlich nicht gefällt. Stattdessen schauen sich Stammleser z.B. die neuen Artikel an, die seit dem letzten Besuch erschienen sind.

Suchmaschinenbesucher haben dagegen diesen Vertrauensbonus oft nicht und kennen meinen Blog meist noch gar nicht. Erfüllt der erste Artikel die Erwartungen nicht, schaut sich nur ein Teil der Google-Besucher weitere Artikel an.

Recht gut ist der Wert für die Besucher von anderen Websites. Thematisch passende Verlinkungen bringen anscheinend vor allem Leser auf meinen Blog, die sich gern mehrere Artikel anschauen und wissen, was sie erwartet.

Ein hoher Seiten pro Besuch Wert ist aber nicht immer das Ziel. Wer z.B. AdSense und/oder Affiliate-Links nutzt, will ja, dass die Leser darauf klicken und damit die eigene Seite verlassen. Das sollte man bei der Beurteilung dieses Wertes immer bedenken.

Auch diese Statistik zeigt, dass Suchmaschinenbesucher nicht gerade die langlebigsten sind. Dagegen kennen Stammleser den Blog und schaue sich gern mehrere Artikel an.

Bounce Rate
Bounce RateDie Absprungrate (Bounce Rate) gibt ursprünglich in Google Analytics an, wie viel Prozent der Besucher nach nur 1 Seite den Blog wieder verlassen.

Das fand ich aber keine gute Statistik, da z.B. regelmäßige Stammleser vielleicht nur den aktuellsten Artikel lesen und dann wieder gehen. Das sollte meiner Meinung nach nicht in der Bounce Rate erfasst werden.

Deshalb habe ich in Analytics eine Einstellung vorgenommen, die nur die Besucher in der Absprungrate erfasst, die kürzer als 10 Sekunden bleiben. Also wirklich nur die, die sofort wieder abspringen. (Wie ich diese Einstellung vorgenommen habe, erkläre ich auf Blogprojekt.de)

Wie man an der Statistik sieht, ist die Absprungrate von direkten Besuchern deutlich höher, als von Google-Besuchern. Das erkläre ich mir so, dass Stammleser regelmäßig vorbeischauen. Und wenn es keinen neuen Artikel gibt, gehen sie sofort wieder. Das sorgt für eine recht hohe Absprungrate, ohne dass es wirklich etwas negatives wäre. Diese Stammleser schauen dann eben später wieder vorbei.

Bei den Suchmaschinen-Besuchern und ganz besonders bei den Besuchern von anderen Websites ist die Absprungrate dagegen relativ niedrig. Hier scheinen sich die meisten zumindest erstmal die Zeit zu nehmen, um sich den Artikel (und den Blog insgesamt) anzuschauen.

Diese niedrigen Werte deuten zudem darauf hin, dass es keine technischen Probleme gibt und auch z.B. die Werbung nicht so schlimm ist, dass ein großer Teil der Besucher sofort wieder verschwindet.

Die relativ geringe Absprungrate bei Google-Besuchern ist positiv und zeigt, dass die meisten meinem Blog zumindest eine Chance geben.

AdSense-Einnahmen
Sehr spannend ist die Verknüpfung von Google Analytics und Google AdSense. Wie das geht, habe ich in diesem Artikel erklärt.

Hat man diese Verknüpfung hergestellt, kann man AdSense-Einnahmen z.B. einzelnen Artikeln zuordnen und auf diese Weise sehen, welche Themen sich wirklich lohnen.

Hier möchte ich aber natürlich mal schauen, wie AdSense bei den 3 Besucher-Gruppen funktioniert. Leider kann ich keine konkreten Daten angeben, da Google dies nicht erlaubt. Aber ich kann zumindest sagen, dass es deutliche Unterschiede gibt.

So liegt der AdSense-Umsatz pro 1.000 Sitzungen bei den Google Besuchern mit Abstand am höchsten. Er ist mehr als doppelt so hoch wie bei Besuchern von anderen Websites und auch deutlich höher als bei den direkten Besuchern.

Der Hauptgrund für diese deutlichen Unterschiede ist die Klickrate. Diese liegt bei den Besuchern von Google ebenfalls deutlich höher, als bei den beiden anderen Traffic-Quellen.

Die Klickrate bei den direkten Zugriffen (also z.B. den Stammlesern) ist dagegen am niedrigsten.

Diese Werte zeigen sehr gut, dass AdSense am besten mit neuen Lesern funktioniert. Und die Besucher von Google sind größtenteils das erste mal auf meinem Blog. Stammleser ignorieren dagegen oft die Werbung und sorgen so für weniger Einnahmen.

Demografische Daten
Zum Schluss noch ein Blick auf ein paar demografische Daten. Die folgende Grafik zeigt die Altersverteilung nach den 3 Besucherquellen:

Demografische Daten
(Google (blau), direkte Zugriffe (orange) und Verweise (grün))

Diese Analyse zeigt schon ein paar Unterschiede. So sind die Google-Besucher doch deutlich jünger, während die Stammleser im Schnitt etwas älter sind. Die Besucher von anderen Websites scheinen die ältesten zu sein.

Die Tatsache, dass die Google-Besucher eher etwas jünger sind, könnten die kürzere Verweildauer erklären. Ich richte mich mit meinen Inhalten schon eher an etwas ältere und nicht an ganz junge Menschen. Zumindest im Schnitt, natürlich habe ich auch Artikel für junge Gründer etc..

Diese Analyse zeigt, dass man unterschiedliche Altersgruppen auf dem eigenen Blog hat und dass es sich lohnt, dieser Tatsache in den eigenen Artikeln gerecht zu werden. Ich könnte z.B. mehr Artikel über die Existenzgründung und das Geld verdienen im Nebenjob (bzw. neben Schule und Studium) schreiben. Das würde den tendenziell jüngeren Google-Besuchern wahrscheinlich besser gefallen.

Fazit

Die statistischen Auswertungen bei Google Analytics zeigen sehr deutlich, dass es schon Unterschiede zwischen den 3 grundsätzlichen Besucherquellen gibt. Im Idealfall verstärkt man die Bemühungen vor allem bei der Gruppe, die die eigenen Erwartungen am besten erfüllt.

Würde ich z.B. Wert auf eine hohe Verweildauer legen, sollte ich mich noch stärker auf die direkten Zugriffe und die Verweise konzentrieren.

Man sollte dennoch auch immer bedenken, dass das alles nur Durchschnittswerte sind.

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9 Gedanken zu „Was bringen die verschiedenen Traffic-Quellen? Verweildauer, Bounce Rate, AdSense …“

  1. Hi Peer, recht lustig wenn ich mir so die Statistiken anschaue: Sehe mich da eigentlich selber wieder.
    Bin ein wiederkehrender Besucher und surfe einmal am Tag auf deine Seite und lese die 2 neuen Artikel (1,92 Seiten/Sitzungen bei wiederkehrenden Besuchern) und das ganze dauert eben je nach länge im Schnitt etwa 2,42 Minuten… Denke das wird den meisten wiederkehrenden Besuchern hier so gehen.

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  2. Dass man mithilfe der Verknüpfung zu AdSense die Einnahmen den einzelnen Artikeln zuweisen kann war mir auch noch nicht bewusst. Definitiv aber eine gute Möglichkeit um zu sehen, welche Beiträge/Themengebiete finanziell lohnenswert sind.

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  3. Habe leider bisher nicht geschafft adsense und analytics zu verknüpfen, habe in analytics und in adsense alle seiten drin und irgendwie kann ich nur eine verknüpfung setzen, aber nicht für jede url… oder ich bin dafür zu doof…
    Oder wie hast du das mit deinen div. Blogs gemacht!?

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  4. Die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht. Die besten Ergebnisse und Verkäufe werden durch die direkten Besucher erzielt. In diesen Fällen handelt es sich meistens um Stammkunden oder Besucher, die zu einem Angebot zurückkehren. Daher ist für mich die Kundenbindung besonders wichtig

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  5. Wirklich beeindruckend finde ich deine Absprungrate die ja um die 10 % hoch ist! Die meisten bemühen sich immer unter der 40 % grenze zu sein und du bist weit unterhalb dieser Grenze.

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  6. @ Ryan
    Wie im Artikel beschrieben, ist das nicht die Original-Absprungrate von Google, sondern eine angepasste, dich für sinnvoller erachte.

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  7. Bis auf die Absprungrate, die sich aber aus den genannten Gründen nicht vergleichen lässt, sind die Zahlen bei mir praktisch gleich.

    Das hat mich ehrlich gesagt etwas überrascht. Ich hätte eigentlich erwartet, dass bei dir die Leser länger bleiben und mehr Seiten besuchen, da deine Texte thematisch enger zusammenliegen, während ich bei mir mehr unterschiedliche Zielgruppen anspreche.

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  8. Interessante Zahlen. Was mich aber mal viel mehr interessieren würde, wie viele Besucher bei dir / euch überhaupt Werbung sehen? Habe die Erfahrung gemacht, dass mittlerweile 40 – 80 Prozent aller Besucher mit dem ABP unterwegs sind.

    Bei der Absprungrate (Bounce Rate) hast du echt tolle Werte. Aber bei echten Projekten mit einem Mehrwert ist das natürlich auch einfacher zu erreichen als bei einer Affl. Seite ;)

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  9. Hallo Peer,
    guter Artikel !
    Auf meine Seite kommen regelmäßig russische Klicks – hergeführt durch einen Online-Shop laut google Analytics. Mit diesem Shop habe ich allerdings nichts zu tun.
    Ist das dubios / sollte ich mir Sorgen machen oder mich einfach über die Klicks freuen? Gespamt wird zumindest nicht und auch sonst habe ich keiner Probleme…

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