Sollte man Websites personalisieren? – Vorteile, Nachteile und Tipps

Es gibt immer wieder neue Trends im Online-Business.

Neben Responsive Design ist sicher das Thema “personalisierte Websites” ein derzeit recht populäres.

Aus den Bereichen Online-Werbung, Online-Shops und Newslettern ist die Personalisierung schon länger bekannt, auf “normalen” Websites und Blogs ist es dagegen eher selten, dass Personalisierung eingesetzt wird.

In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen, was Personalisierung im Web ist, welche Vor- und Nachteile diese hat und wie man diese umsetzen kann. Zudem gehe ich auf einige Beispiele ein.

Sollte man seine Website personalisieren?

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Die meisten statischen Websites und Blogs zeigen allen Nutzern die selben Inhalte an. Egal ob es sich dabei z.B. um einen Stammleser handelt oder ob der Besucher zum ersten mal auf der Website ist.

Das ist allerdings suboptimal, da unterschiedliche Besuchergruppen durchaus unterschiedliche Informations-Bedürfnisse haben.

Ganz davon abgesehen, dass die individuelle Ansprache noch ganz andere Vorteile mit sich bringt.

Vorteile und Nachteile

Zu den Vorteilen gehören folgenden Punkte:

  • Man kann durch die Personalisierung einer Website auf individuelle Bedürfnisse, Wünsche und Interessen einzelner Besucher(gruppen) eingehen.
  • Die Personalisierung ist auch für die Besucher vorteilhaft, da es dadurch im Idealfall weniger Information gibt, die sie nicht interessieren. Stichwort Informations-Flut.
  • Wenn die Personalisierung gut umgesetzt wird, kann eine Website dadurch übersichtlicher und besser nutzbar werden.
  • Durch Personalisierung kann eine engere Bindung der Nutzer zur Website aufgebaut werden.
  • Es gibt viele Studien, die belegen, dass durch Personalisierung eine Conversion Rate Steigerung erreicht werden kann. Das bedeutet mehr Umsatz.
  • Generell wirkt eine personalisierte Website oft frischer, da sich Inhalte ändern und dem Besucher anpassen.

Allerdings bringt die Personalisierung nicht nur Vorteile mit sich. Es kann durchaus auch Nachteile haben:

  • Die Umsetzung der Personalisierung ist mit Aufwand verbunden und bedarf regelmäßiger Pflege und Aktualisierung.
  • Gerade in Deutschland spielt der Datenschutz* eine immer größere Rolle. Deshalb muss man bei der Personalisierung sehr darauf achten nur Daten zu verwenden, die unproblematisch sind oder man muss das Einverständnis des Besuchers einholen.
  • Schlechte Personalisierung kann Einschränkungen mit sich bringen. Nicht alle User haben alle Optionen verfügbar oder Zugriff auf alle Daten.
  • Technische Limitierungen können ebenfalls Schwierigkeiten bereiten. So verhindert der Einsatz von Caching-Methoden oft eine Personalisierung.
  • Auch aus SEO-Sicht ist das nicht unproblematisch. Ganz besonders dann, wenn der Google Crawler eine personalisierte Seite (durch den Cache) zu Gesicht bekommt
  • Zudem bringen viele Nutzer mittlerweile eine große Skepsis mit, wenn Websites personalisiert sind. Sammeln die meine Daten und kennen mich?

Die Nachteile der Personalisierung sind besonders für kleinere Websites und Blogs oft recht schwerwiegend, da recht Aufwand bzgl. der rechtlichen, technischen und inhaltlichen Herausforderungen bewältigt werden muss.

Dennoch ist es natürlich auch für Selbständige im Netz interessant, eine Personalisierung zu nutzen.

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Möglichkeiten der Personalisierung

Man kann auf einer Website so gut wie alle Inhalte personalisieren. Ob die Startseite, Headlines, die Sidebar, persönliche Empfehlungen, Werbung, Content-Typen und vieles anderes.

Eine Personalisierung kann unter anderem vorgenommen werden auf Basis der folgenden Informationen:

  • Interessen
    Eine häufig verwendete Information sind die Interessen des Besuchers. Diese findet man z.B. heraus, in dem man die bisher besuchten Artikel analysiert.

    Früher wurde oft der Suchbegriff ausgewertet, den ein Besucher bei Google eingegeben hat. Aber diese Infos ist seit einer Weile bei den meisten Besuchern nicht mehr verfügbar.

  • Interne Suche
    Viele Nutzer nutzen die interne Suche, um passende Inhalte zu finden. Auf Basis dieser internen Suche kann man eine Personalisierung vornehmen.
  • Besuchs-Historie
    Mittels Cookies kann man unter anderem erkennen, ob ein Besucher bereits öfter da war und was er sich angeschaut hat. Das bietet eine gute Basis für die Personalisierung. Allerdings ist der Einsatz von Cookies zur Personalisierung aus Datenschutz-Sicht problematisch.
  • Erstbesuch
    Einen Erstbesucher auf bestimmte Inhalte hinzuweisen, die einen Stammleser nicht interessieren, ist ebenfalls eine oft genutzte Methode.
  • Verhalten
    Generell macht es Sinn auf das Verhalten eines Besuchers zu reagieren. Hat er sich ein bestimmtes Produkt angeschaut? War er kurz davon einen Newsletter* zu abonnieren, hat es dann aber nicht getan?

    Auf solche und andere Verhaltensweisen kann man mit Personalisierung reagieren.

  • Geo
    Eine Personalisierung auf Basis der Region, der Stadt oder des Landes ist ebenfalls ein typischer Praxiseinsatz. Das macht natürlich vor allem bei bestimmten regionalen Angeboten Sinn.
  • Zeit
    Die Tageszeit ist ebenfalls eine Information, auf deren Basis man eine Personalisierung vornehmen kann. Allerdings macht das nur bei bestimmten Websites und deren Inhalten Sinn.

Technische Lösungen und Hindernisse

Ein paar potentielle Hindernisse habe ich bereits angesprochen. Auf diese will ich nun noch genauer eingehen und zudem mögliche technische Lösungen kurz ansprechen.

  • Datenschutz
    Der Datenschutz ist sicher eine der größten Hürden für die Personalisierung. Zumindest dann, wenn man direkt auf einzelne Besucher eingeht. Greift man z.B. auf Informationen über frühere Besuche mittels Cookies zu, dann muss man darüber informieren und den Nutzern Möglichkeiten aufzeigen, wie sie das verhindern können.
  • Cache
    Ebenso ist das Caching ein Problem, welches die Personalisierung behindern kann. Gute Caching-Plugins bieten allerdings die Möglichkeit bestimmte Bereiche dynamisch zu belassen. Das würde dann weiterhin eine zumindest teilweise Personalisierung ermöglichen.
  • JavaScript
    Ebenfalls möglich ist die Nutzung von JavaScript, um bestimmte Informationen ein- oder auszublenden, auch wenn die Seite gecached und damit statisch ist.
  • Heatmap-Tests
    Heatmap-Tests sind ein beliebtes Mittel, um die Interaktion der Nutzer mit der eigenen Website zu analysieren. Das Problem bei starker Individualisierung ist jedoch, dass die Website für jeden Besucher anders aussieht und ein Testen mit diesem Instrument kaum möglich ist.
  • Services
    Es gibt viele Services, die sich der Personalisierung verschrieben haben, wie z.B. etracker.com. Dieses Feature erlaubt z.B. ein Behavioral Targeting und damit eine Anpassung der eigenen Website an die Nutzer. Der deutsche Service gibt an Datenschutzkonform zu sein.

    Hier gibt es allerdings auch viele Services, die nicht gerade Datenschutzkonform (US-Services) und für den normalen Selbständigen im Netz zudem oft zu teuer sind.

  • WordPress Plugin
    Es gibt auch das eine oder andere WordPress-Plugin, mit dessen Hilfe man eine gewisse Personalisierung hinbekommt. Z.B. WP Get Personal.

Unter dem Strich muss man sich schon mit ein paar technische Problemen beschäftigen, will man eine Personalisierung umsetzen. Möglich ist es aber auch bei Blogs und normalen Websites.

Beispiele

Zum Schluss noch ein paar Beispiele.

In Online-Shops ist die Personalisierung schon weit verbreitet. Durch das vorhandene Konto eines Kunden kann man natürlich sehr einfach und schnell auf seine Produkt-Vorlieben etc. zugreifen und entsprechende Produkte präsentieren.

Sehr intensiv macht diese z.B. Amazon und das hat bestimmte jeder schon mal gesehen.

Weitere Beispiele finden sich auf blog.hubspot.com. Dort werden bestimmte Elemente einer Website (z.B. Call to Action) mit und ohne Personalisierung gezeigt. Damit wird sehr anschaulich vermittelt, was der Unterschied ist.

Beispiele und Code für die Personalisierung nach Aufenthaltsort und Zeit finden sich auf sitepoint.com. Und auch die Nutzung eines Cookies wird gezeigt, inkl. passendem Code.

Fazit

Die Personalisierung einer Websites bietet viel Potential, aber auch einige Nachteile und Hürden. Welche Vorteile sich ergeben, haben Online-Shops und Newsletter schon seit langem unter Beweis gestellt.

Spannend ist es also allemal, aber ob sich der Aufwand auch für kleinere Websites und Blogs lohnt, ist die Frage.

Nutzt ihr Personalisierung auf eurer Website oder eurem Blog?

Ergebnis anschauen

Ich finde das Thema Personalisierung sehr spannend und denke darüber nach, wie ich es sinnvoll nutzen könnte. Sicher werde ich über Details und meine Erfahrungen in Zukunft mal wieder berichten.

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6 Gedanken zu „Sollte man Websites personalisieren? – Vorteile, Nachteile und Tipps“

  1. Zitat: “Zudem bringen viele Nutzer mittlerweile eine große Skepsis mit, wenn Websites personalisiert sind. Sammeln die meine Daten und kennen mich?”

    Das würde mir auch durch den Kopf gehen und ich würde mich unwohl fühlen.

    Ich möchte hier das gleiche sehen wie alle anderen Besucher auch und halte überhaupt nichts von dieser Idee.

    Antworten
  2. Hallo Peer,

    ungeachtet der – technischen, (datenschutz-)rechtlichen und inhaltlichen – Anforderungen, mit welchen sich die Webmaster hinsichtlich einer entsprechenden (Nutzer-)Personalisierung deren Websites konfrontiert sehen dürften, erachte ich derartige Bestrebungen als überaus kritisch; denn:

    1. Dürfte fraglich sein – inwieweit – Webseitenbesucher es (insbes.) als Bevormundung empfinden könnten, das Webmaster für betreffende Besucher entscheiden (könnten), welche Inhalte diese sehen können / dürfen / sollen (etc.).
    2. Dürfte (m. E.) durch eine solche entsprechende (Inhalts-)Filterung – nicht bloß ledigl. – (datenschutz-)rechtlich eine (imaginäre) Grenze überschritten werden; ein solches Vorgehen dürfte (m. E.) somit einer Zensur, einem Diktat gleich kommen.
    3. Sowohl die Vor- und Nachteile (der Webmaster resp. Webseitenbesucher), als auch der Aufwand und Erfolg, die Kosten und der Nutzen (der Webseitenbetreiber) dürften (m. E.) in keiner vernunftsbezogenen Relation zueinander stehen.

    Aufzählung nicht abschließend.

    Ciao, Sascha.

    Antworten
  3. Hallo Peer,

    der Bielefelder Verein “Digitalcourage” hält – auf seiner Webpräsenz – einen CAPTCHA-Generator bereit, welcher (z. B.) zum Schutz persönlicher Daten genutzt werden kann.

    Betreffende (Daten) – beispielsweise Telefonnummern, Mailadressen, … (etc.) – können dortig in eine sog. CAPTCHA-Grafik konvertiert und sodann heruntergeladen werden.

    Die Datenschutzdebatte anbelangend könnte dieses Kommentar (bzw. nachfolgender Weblink) daher – ggf. – themenrelevant und von grundsätzlicher Signifikanz für jeden Webmaster resp. Webseitenbesucher sein:

    https://privacy-captcha.com/
    https://privacy-captcha.com/learn_more.php

    Ciao, Sascha.

    Antworten
  4. Wenn bloggen dann richtig! Wenn die Zeit oder die Lust dazu fehlt lieber ein bischen Geld in die Hand nehmen und die Profis für sich arbeiten lassen. Schöne Beispiele…

    Antworten
  5. Aktuell stehe ich mit meiner Webseite vor dem Problem, das Google Adsense einfach nicht genug ausspuckt um den betrieb zu rechtfertigen, daher muss ich aus eigener Tasche das ganze finanzieren, Lösung: Direktvermarktung, aber was will ein Werbetreibender wenn er 3000 Nutzer seine Werbung im Monat sehen, dieser aber nicht weiß, wer von diesen Leuten potentielle Kundschaft ist?

    Wäre es denn legitim, wenn ich beim erstaufruf der Seite frage welche Interessen der Nutzer hat? So kann ich Werbetreibenden zumindest sagen wie viele Nutzer Interesse X haben und damit zur potentiellen Kundschaft gehören. Denn selbst für 3000 Nutzer, war ein Werbekunde nicht bereit 100€ zu zahlen, obwohl seine Werbung 24/7 für einen Monat von jedem gesehen werden würde.

    Danke für eure Meinung dazu

    Antworten
    • 3000 Besucher im Monat ist wahrscheinlich schon etwas wenig, um damit Werbekunden zu gewinnen.
      Die meisten werden erst ab 10.000 aufmerksam.

      Was die Interessen der Leser angeht, so kann man eigentlich ganz gut von den Artikel-Themen auf deren Interessen schließen.
      Wer also nach etwas sucht in Google und dann zu deinen Artikeln kommt, der interessiert sich in der Regel auch genau für diese Themen.

      Alternativ solltest du mal Affiliate Marketing ausprobieren, wenn das Thema deiner Website irgendwas mit Produkten zu tun hat.

      Um was geht es denn bei dir?

      Antworten

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