10 Tipps für das Lektorat eigener Artikel

Egal wie sorgfältig man einen Text überprüft, es gibt immer noch kleine Fehler zu entdecken. Es gibt kein absolut sicheres Rezept für die perfekte Korrektur.

Oft neigt man dazu, beim Lektorat nur das eigentlich Gemeinte zu sehen und die eigenen Gedanken erneut abzuspulen, anstatt die tatsächlichen geschriebenen Wörter bewusst zu überprüfen.

Die folgenden 10 Tipps sollen Ihnen helfen, Ihre Fehler aufzuspüren und sie zu beseitigen, bevor es jemand anderer tut.

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10 Tipps für das Lektorat eigener Artikel

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Fehlerhafte Artikel können sich auf verschiedenen Weisen negativ auswirken. So hinterlassen diese nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei aktuellen und potenziellen Kooperationspartnern einen schlechten Eindruck. Dieser kann den Weg für neue Kooperationen verbauen und vor allem neue Leser verprellen.

Für nebenberufliche Texter drohen auch Konsequenzen in der Karriere. Dass Arbeitgeber das Internet nach Infos zu Ihren Bewerbern durchforsten, ist längst gang und gäbe.

Ein fehlerfreier Artikel, der in Verbindung mit dem eigenen Namen zu finden ist, kann hierbei die entscheidende Nuance für eine positive oder negative Antwort auf die eigene Bewerbung darstellen.

  1. Machen Sie Schaffenspausen
    Wenn Sie einen größeren Abschnitt Ihres Textes fertiggestellt haben, legen Sie diesen für eine Weile beiseite, solange es Ihre Zeit erlaubt. Nach ein paar Stunden (oder Tagen) können Sie diesen mit neuen Augen korrekturlesen.

    Statt nur das vor Augen zu haben, was man beim Verfassen eigentlich gemeint hat, kann man sich dann darauf konzentrieren, nur das zu sehen, was man auch wirklich zu Papier gebracht hat.

  2. Bitten Sie Freunde, Bekannte oder Mitarbeiter um Hilfe
    Wenn das verfügbare Budget für ein professionelles Lektorat nicht ausreicht, bitten Sie trotzdem Freunde, Bekannte oder Mitarbeiter, Ihren Text gegenzulesen, nachdem Sie Ihre eigenen Korrekturen abgeschlossen haben. Ein neues Paar Augen erkennt sofort Fehler, die Sie übersehen haben.

    Außerdem erhalten Sie so ein Feedback zu eventuellen inhaltlichen Verständnisschwierigkeiten, die Ihnen wegen der allseits bekannten „Betriebsblindheit“ verborgen blieben.

    Dies birgt jedoch den Nachteil, dass ein Laie schnell eigene Fehler in den Text einbaut, weshalb Sie nicht allen Korrekturen und Anmerkungen Ihrer Bekannten blind vertrauen sollten.

  3. Widmen Sie sich nur einem Problem auf einmal
    Lesen Sie Ihren Text mehrmals und konzentrieren Sie sich zuerst auf die Satzstrukturen, dann auf die Wortwahl, dann auf die Rechtschreibung, auf die Zeichensetzung und schließlich auf die Quellenangaben.

    Solche Fehler entdecken Sie schneller, wenn Sie gezielt danach suchen. Selbstverständlich können Sie auch andere Fehler korrigieren, die Sie hierbei entdecken. Wenn Ihnen Aspekte mit größerem Änderungsbedarf auffallen, machen Sie sich eine kurze Notiz und markieren Sie die betreffende Stelle für einen späteren Korrekturdurchlauf.

    Bei längeren Texten kann hierdurch ein sehr hoher Aufwand entstehen, weshalb Sie immer auch Aufwand und Nutzen eines weiteren Korrekturdurchlaufs abwägen sollten.

  4. Erstellen Sie eine Checkliste
    Führen Sie eine Liste der Arten von Fehlern, die Sie häufig machen. Diese kann dann beim Lektorat des aktuellen Artikels genutzt werden. Vergessen Sie auch hierbei nicht, sich immer nur auf einen Aspekt zur gleichen Zeit zu konzentrieren. Wenn Sie diese Liste laufend aktualisieren, hilft Ihnen dies auch langfristig, Ihre schriftlichen und sprachlichen Kompetenzen zu verbessern. Außerdem können Sie diese Checkliste auch für zukünftige Artikel weiterverwenden. Für den Anfang können Sie auch eine von anderen erstellte Liste mit weit verbreiteten Fehlern verwenden.

    Linktipps:
    Liste häufiger Rechtschreibfehler im Deutschen
    Die 10 häufigsten Grammatikfehler
    10 typische Sprachfehler

  5. Überprüfen Sie Fakten, Zahlen und Eigennamen
    Stellen Sie neben der Überprüfung auf korrekte Rechtschreibung und Wortwahl sicher, dass alle Informationen im Text korrekt sind. Notieren Sie sich dafür schon beim Verfassen Ihres Textes detailliert Ihre Quellen und speichern Sie Online-Dokumente am besten lokal, damit Sie auf diese auch zu einem späteren Zeitpunkt noch zugreifen können. Bei umfangreicheren Projekten empfiehlt sich eine Software zur Literaturverwaltung.

    Linktipp:
    Citavi

  6. Drucken Sie eine Preview-Version
    Drucken Sie Ihren Text und überprüfen Sie ihn Zeile für Zeile. Ihre Arbeit in einem anderem Format erneut zu lesen, ermöglicht es Ihnen, bisher unentdeckte Probleme, wie beispielsweise Formatierungsfehler, aufzuspüren. Besonders bei Artikeln für Print-Medien können solche Formatierungsfehler zu Problemen beim Druck führen. Ein Probedruck ist um ein Vielfaches günstiger als eine gesamte fehlerhafte Serie.
  7. Lesen Sie Ihren Text laut vor
    Ihren Text laut vorzulesen, hilft Ihnen, sprachliche Probleme zu erkennen. Grammatische Verstöße, syntaktische Schwächen oder fehlende Wörter können oft besser gehört als gesehen werden.

    Ziehen Sie am besten einen Bekannten oder einen Mitarbeiter hinzu, um auch eine Rückmeldung aus einer anderen Perspektive zu bekommen und unklare Punkte diskutieren zu können.

  8. Beauftragen Sie ein professionelles Lektorat
    Ein qualifizierter Lektor übernimmt die Kontrolle von Orthographie, Interpunktion und Grammatik sowie die Korrektur von dabei entdeckten Fehlern. Ein erfahrener Lektor kann zudem den Textfluss und die Lesbarkeit des Textes optimieren, komplizierte Schachtelsätze auflösen, sprachliche Fehler und Ungenauigkeiten beseitigen sowie Übergänge zwischen einzelnen Abschnitten oder Kapiteln überarbeiten. Die Fähigkeit, sich bei den Veränderungen im Text an den spezifischen Schreibstil des Autors anzupassen und diesen nicht zu verfälschen, zeichnet einen professionellen Lektor aus.

    Bei Fachartikeln kann auch ein Wissenschaftslektorat Sinn machen. Neben den sprachlichen und stilistischen Problemen widmet sich ein Lektor bei einem Wissenschaftslektorat auch dem Inhalt des Textes, sodass inhaltliche oder logische Fehler erkannt werden.

    Die Investition in ein professionelles Lektorat verursacht jedoch auch Kosten, die sich lohnen müssen. Sinn macht ein Lektorat bei Artikeln, die für die Veröffentlichung in Printmedien verfasst wurden oder einen sehr großen Umfang haben, der bei der eigenen Korrektur kaum effektiv zu bearbeiten ist. Auch Werbeartikel für die eignen Dienstleistungen können die Kosten eines Lektorats rechtfertigen, da diese für die Kundenakquise essentiell sind und auch Kooperationspartner überzeugen sollen.

  9. Verwenden Sie ein Rechtschreibprüfungsprogramm
    Zwar haben fast alle gängigen Textbearbeitungsprogramme eine automatische Rechtschreibprüfung integriert, diese erkennt jedoch viele Fehler nicht. Eine zusätzliche Software zur Rechtschreibprüfung kann Ihnen helfen, nicht nur doppelte Wörter, vertauschte Buchstaben und andere Flüchtigkeitsfehler, sondern auch versteckte Fehler von vornherein zu vermeiden.

    Dadurch erleichtern Sie sich das Korrekturlesen erheblich und sparen sich viel Zeit, die sie nun wieder dem Inhalt Ihres Artikels widmen können.

    Nutzen Sie zudem ein aktuelles Wörterbuch oder Online-Wörterbuch, wenn Sie Texte in einer anderen Sprache verfassen und sich über die korrekte Schreibweise unsicher sind. Deutsche Programme haben oft Probleme beim Erkennen von Fehlern in anders- oder mehrsprachigen Dokumenten.

    Bedenken Sie jedoch immer, dass eine elektronische Korrektur nie ein wirkliches Lektorat, egal ob von Ihnen selbst, einem Bekannten oder einem Lektor vorgenommen, ersetzen kann. Nur beim Lektorat können Sinn- oder Kontextfehler im Text identifiziert werden. Auch kann es bei der automatischen Korrektur zu Fehlern kommen. Daher sollte jede automatische Korrektur noch einmal manuell überprüft werden.

  10. Lesen Sie Ihren Text rückwärts
    Etwas weniger bekannt und sozusagen ein Geheimtipp, um Rechtschreibfehler im eigenen Text auszumachen, ist das Rückwärtslesen, von rechts nach links, beginnend mit dem letzten Wort in Ihrem Text. Dies wird Ihnen helfen, sich auf einzelne Wörter, statt auf ganze Sätze zu konzentrieren.

Eine gründliche Korrektur ist die Basis eines guten Artikels

Ein fehlerhafter Artikel wirkt schnell unprofessionell und hinterlässt bei Auftraggebern und Lesern einen schlechten Eindruck.

Wer jedoch schon bei der Korrektur genügend Arbeit investiert und zumindest einige der obigen Tipps befolgt, kann guten Gewissens einen sprachlich qualitativen Artikel einreichen.

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Der Autor

Der Autor dieses Artikels, Markus Buchheit hat jahrelang selbst als freiberuflicher Lektor und Autor im wirtschaftswissenschaftlichen und sprachwissenschaftlichen Bereich gearbeitet.
Aktuell leitet er das Projekt textlove.de, das als Vermittlungsplattform für akademische Lektoren fungiert. Seine dabei gemachten Erfahrungen dienten als Basis für die Tipps in diesem Artikel.

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13 Gedanken zu „10 Tipps für das Lektorat eigener Artikel“

  1. Sehr schöner Artikel und wirklich sehr hilfreiche Tipps dabei. Allerdings ist wohl eines der größten Probleme schlichtweg die Zeit. Oft werden Artikel noch eben so dazwischen geschoben, weil das normale Tagesgeschäft bereits die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Dann rückt der Zeitpunkt zur Veröffentlichung immer näher und der Artikel wird nur noch einmal schnell überflogen und dann veröffentlicht.
    Daher ist es wie du auch schon schreibst wirklich wichtig sich die Zeit dafür auch zu nehmen.

    Antworten
  2. Ein Lektorat ist auch bei schon veröffentlichten Artikel sinnvoll. Einen Text ergänzen oder ändern kann ein vorhandenes Thema wieder interessant machen. Sowohl der Leser, als auch Google wird das belohnen. Also immer auf der Höhe der Zeit bleiben und schon passen die Texte.

    Antworten
  3. Sind selbst in der Texterstellung sehr viel tätig und wenden die meisten dieser Tipps schon an. Platz 10 ist uns aber komplett neu und werden wir in Zukunft einbauen ;)

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  4. Einen Text auch einmal rückwärts zu lesen, ist wirklich ein guter Tipp und war mir bisher auch noch nicht bekannt.

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  5. Das wäre doch vielleicht auch eine kleine Idee für eine Website. Leute sich gegenseitig die Artikel korrekturlesen lassen.

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  6. Hallo Peer,

    vielen Dank für diesen wirklich hilfreichen Artikel! ;-)

    Der Punkt, mir meine Artikel selbst laut vorzulesen, das hat es echt gebracht. Ich war mir nicht bewusst, wie schnell ich damit holprige Stellen im Text ausgebügelt bekam.

    Danke dafür!

    Gruß
    Matthias

    Antworten
  7. Genialer Tipp mit dem Rückwärtslesen von rechts nach links!
    So überlistet man sein eigenes Gehirn beim Lesen und findet versteckte Fehler.
    Danke!

    Antworten
  8. Tolle Tipps, ich frage mich jedoch wie man mit Mitbewerber umgehen sollten die schlichtweg Texte und Bilder ohne Einwilligung benutzen ?

    Leider ist dies ein großes Problem für uns, wie steht ihr zu gerechtfertigten Abmahnungen?

    Wir haben gerade in der Erstellung von speziellen Spannbettlaken und Bettwäsche Bilder immens viel Zeit und Geld investiert. Diese lassen sich zudem nicht so einfach “nachverfolgen” wie ein geklauter Text.

    Antworten
  9. Hallo zusammen,
    auch wenn der Artikel schon etwas älter ist, dieser stellt für uns die genaue Problematik dar.
    Wir haben unseren Shop relativ neu aufgesetzt und sind nun dabei einen Blog zum Shop mit anzubieten.

    Neben einem guten Text, fehlt es dann leider auch häufig an Zeit um alles noch einmal genau zu prüfen. Die Thematik ist und bleibt stets aktuell.

    Trotzdem vielen Dank für den Beitrag!

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