6 Tipps gegen Schreibblockaden

So ziemlich jeder, der publizistisch tätig ist, kennt und fürchtet sie: Schreibblockaden.

Der Moment, wenn man auf den leeren Bildschirm oder das weiße Blatt Papier starrt und nicht einen gescheiten Satz formulieren kann löst bei Bloggern, Journalisten, Schriftstellern, Studierenden und allen anderen, die zumindest hin und wieder zielgruppenorientierte Texte verfassen müssen, Schweißausbrüche aus.

Für viele ist die Schreibblockade nur eine Ausnahmesituation, andere jedoch plagt sie in regelmäßigen Abständen. Egal wann, wie oft und warum du von Schreibblockaden betroffen bist, die folgenden Tipps können dir dabei helfen sie zu lösen oder ihnen gleich vorzubeugen.

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6 Tipps gegen Schreibblockaden

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1. Wohlfühlumgebung schaffen
Ich weiß, dass es vielen ähnlich geht wie mir: Meine höchste Produktivitätsstufe erreiche ich nur dann, wenn ich in einem aufgeräumten Büro und insbesondere an einem aufgeräumten Schreibtisch sitze. Im Gegensatz zu einigen anderen kann ich zwar auch schreiben, wenn an meinem Arbeitsplatz unzählige Bücher, Dokumente und Notizzettel ein wahnsinniges Chaos verursachen, doch so wirklich auf meinen Text kann ich mich erst konzentrieren, wenn um mich herum Ordnung herrscht. Andere nehmen es da genauer und bringen kein Wort zustande, bevor sie nicht aufgeräumt haben.

Egal ob Ordnungsfanatiker oder Chaoskreativer – jeder sollte sich die Umgebung zum Schreiben (und Arbeiten im Allgemeinen) schaffen, in der er sich wohlfühlt. Zumindest soweit das möglich ist. Ein Büro im 64. Stock eines New Yorker Wolkenkratzers mit Ausblick auf Manhattan würde mich zwar reizen, die Produktivität bliebe aber wahrscheinlich dennoch auf der Strecke, weil ich ständig nur fasziniert aus dem Fenster starren würde.

Chaos oder Ordnung alleine schaffen aber noch keine Wohlfühlatmosphäre. Dazu gehören zum Beispiel auch ergonomische Möbel, ein gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes und ausreichende Frischluftzufuhr, entweder durch Fenster oder ein Belüftungssystem. Im Sommer kann ein Ventilator Wunder wirken.

Nichts ist verboten: Wer besonders gut arbeitet, wenn das Radio dudelt, der darf dieses natürlich laufen lassen, vorausgesetzt es stört eventuell vorhandene Kollegen nicht.

2. Arbeitsplatz wechseln
Manche können nirgendwo anders Schreiben als an ihrem angestammten Platz (Anmerkung von Peer Wandiger: Hier sehr ihr meinen Arbeitsplatz), der aber bei weitem nicht immer der Schreibtisch sein muss. Anderen ist ziemlich egal, wo das Möbel steht, auf dem sie ihren Laptop aufklappen. Digitale Nomaden brauchen kein festes Büro, sie arbeiten dort, wo sie gerade sind.

Auch wer üblicherweise immer am gleichen Platz seiner Arbeit nachkommt, der sollte gerade dann, wenn ihm eine Schreibblocke zusetzt, unbedingt mal versuchen die Location zu wechseln. Wohin?

Wie wär’s mal mit dem Café um die Ecke, in dem es sogar WLAN gibt? Wie gesagt, nicht alle können im Stimmengewirr oder neben dem laut zischenden Milchaufschäumer arbeiten, für andere jedoch ist diese Umgebung gerade zu inspirierend. Viele wissen es nur noch nicht. Häufig ist auch ein Arbeitsplatz an der frischen Luft der entscheidende Blockadenlöser. Die kann ja sowieso manchmal Wunder wirken.

Oftmals muss man gar nicht mal das Haus verlassen. Statt am Schreibtisch nach jedem zweiten Wort die Backspace-Taste zu malträtieren sollte man sich lieber den Laptop unter den Arm klemmen und zum Beispiel an den Küchentisch oder aufs Sofa umziehen.

Wer es professioneller mag mietet sich eine Büro oder einen Tisch in einer Bürogemeinschaft. Das geht heute schon für nur ein paar Stunden und kostete nicht besonders viel. Die Coworking Spaces, wie man angelsächsisch so schön sagt, sind besonders für diejenigen eine Alternative, die in den eigenen vier Wänden nur schlecht arbeiten können, weil überall Ablenkung lauert.

3. Erst recherchieren, dann schreiben
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man vor jeder Niederschrift ausreichend recherchiert. Dass diese Grundregel aber selbst bei einigen Profis ausgedient zu haben scheint, weiß jeder, der ein vermeintlich seriöses Nachrichtenportal aufruft oder die örtliche Zeitung aufschlägt.

Alte Hasen des Journalismus geben gerne diese Weisheit zum Besten: Wem zu einem Thema nichts einfällt, der hat einfach noch nicht gründlich genug recherchiert. Und hin und wieder ist das fehlende Wissen tatsächlich der Grund für eine Schreibblockade, vor allem immer dann, wenn der Text schnell fertig werden muss und die Recherche deshalb auf der Strecke bleibt.

Ein Text kann aber nur so gut sein, wie das Wissen, dass sein Autor mitbringt. Und wenn man von Hause aus nicht ohnehin Spezialist in dem Themenfeld ist, dass man publizistisch beackern möchte, dann muss man sich das nötige Wissen eben durch Recherche aneignen. Daran führt kein Weg vorbei. Hat man genügend recherchiert, schreibt sich der Text fast von ganz alleine.

4. Zielgruppe vor Augen führen
Für einen guten Autor selbstverständlich, von vielen jedoch sträflich vernachlässigt: Noch bevor du mit dem Schreiben beginnst, solltest du dir nochmals ins Gedächtnis rufen, wer die späteren Leser deines Textes sein werden. Das alleine reicht aber noch nicht. Man muss die Leserschaft auch kennen, oder besser gesagt ihre Bedürfnisse.

Wer weiß, für wen er scheibt, der hat weniger Probleme einen geeigneten Einstieg zu finden und auf den Punkt zu kommen. Wie einen Brief muss man seine Texte adressieren, und zwar an die Zielgruppe. Akademische Abhandlungen gespickt mit lauter Fremdwörtern haben in der Tageszeitung nämlich genauso wenig zu suchen wie allzu oberflächliche Laienerklärungen in einem Fachblog.

Deshalb: Nicht nur das Ziel, sondern immer auch die Zielgruppe vor Augen haben!

5. Einfach drauf los schreiben
Schon in der Schule lernt jeder, wie man einen guten Text aufzubauen hat. Nach einer interesseweckenden Überschrift folgt die Einleitung, deren erster Satz gleich sitzen muss. Der Beginn eines jeden Artikels ist wohl die größte Herausforderung, eben deshalb, weil er die Leser so sehr packen muss, dass sie weiterlesen. Kein Wunder, dass dieser Druck bei einigen Autoren zur Schreibblockade führt.

Weil wir aber zum Glück nicht mehr mit der Schreibmaschine, sondern in der Regel mit modernen Textverarbeitungsprogrammen am Computer arbeiten, ist es ziemlich egal, an welcher Stelle wir mit dem Schreiben beginnen. Statt sich stundenlang den Kopf über die perfekt formulierte Einleitung zu zerbrechen fängst du einfach mittendrin an. Und wenn es nur die Gliederung ist, die du zuerst aufschreibst.

Nach und nach baust du dann die restlichen Teile des Artikels rund um deine ersten Worte. Auch das geschieht nahezu von selbst, wenn man erst einmal den Einstieg geschafft hat. Sich dazu zu zwingen, von Anfang an einen perfekten Text zu Papier zu bringen, führt jedenfalls meist zu erzwungen und damit weniger gelungenen Ergebnissen. Stattdessen lieber schreiben annähern.

6. Zeitdruck rausnehmen oder schaffen
Die einen hassen ihn, die anderen schwören drauf. Zeitdruck kann Kreativität fördern oder sie zunichtemachen. Welche Auswirkungen der näher rückende Abgabe- oder Veröffentlichungstermin auf deinen Schreibfluss hat, weißt du selbst am besten. Handle entsprechend!

Bekommst du mit ablaufender Bearbeitungszeit Schreibblockaden, dann führt kein Weg daran vorbei, früher mit dem Schreiben anzufangen. Bei der Organisation deiner Schreibaufgaben kann ein Arbeitsplan helfen. Notiere darin stets alle abzuarbeitenden Texte und die dazugehörige Deadline.

Plane dann mit genügend Vorlauf den Zeitraum, in dem du den Artikel schreiben willst. Verteile ihn optimalerweise auf zwei Einheiten, denn auch Schreiben in Schüben hilft Blockaden zu vermeiden. Lasse dir bis zur Abgabe oder Veröffentlichung genug Zeit fürs Korrekturlesen, das immer mit etwas Abstand erfolgen sollte.

Spornt Zeitdruck dich an, dann nutze ihn. Achte aber unbedingt darauf, dass du trotz allem noch genügend Zeit hast um einen hochwertigen Text zu verfassen. Zeitdruck, der zu überhasteten Ergebnissen führt, ist definitiv keine Hilfe.

Fazit

Schreibblockaden sind etwas ganz Natürliches und kein Grund zur Panik. Jeder, der mit dem Schreiben von Texten sein Geld verdient, weiß davon zu berichten. Selbst so manches literarische Genie.

Wie die oben genannten Tipps deutlich machen, genügt es meist schon eingerostete Arbeitspraktiken minimal zu verändern um den Weg aus der Sackgasse zu finden.

Weil gerade das Schreiben eine sehr persönliche Sache ist, muss jeder selbst ausprobieren, welche Veränderungen von der Blockade zum Schub führen.

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11 Gedanken zu „6 Tipps gegen Schreibblockaden“

  1. Die beste Möglichkeit, kreativ zu werden und Schreibblockaden zu überwinden, ist für mich persönlich, einfach nach einem Thema zu googlen und dann alles zu konsumieren was ich finde. Artikel, Interviews, News, Videos, Bilder, Infografiken – alles, was mich interessiert und zum Denken anregt. Außerdem schreibe ich, wenn ich grade mal nen Motivationsschub habe, so viele Artikel wie möglich und veröffentliche diese dann nach und nach, so habe ich viel mehr Luft, wenn mal wirklich keine Motivation / Inspiration da ist. ;)

    LG

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  2. Ich schreibe meine Artikel mit der Formular Taktik. Erst alle zwischenüberschriften, dann ausfüllen und zum Schluß die Einleitung plus hauptüberschrift.

    Funktioniert sehr gut.

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  3. Hallo!

    Für einen Anfänger sind das sehr gute Tipps. Bei mir hilft es immer meine Geschichte vorher auf ein Blatt zu schreiben und dann erst in den PC einzutippen. Mein persönliche Hilfe bei Schreibblockaden: Musik, egal ob laut, leise oder welche Musikart auch immer.

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  4. Ich versuche es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Mein Ziel ist immer möglichst viele Zeitlose Artikel fertig zu haben, so dass ich zur Not ein paar Tage auch so über die Runden komme.
    Damit erreiche ich Punkt 6, der Zeitdruck ist weg.

    Blöd nur, dass hier Theorie und Praxis manchmal etwas auseinander liegen :) Aber aktuell hole ich wieder auf!

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  5. Einfach drauf los schreiben hilft bei mir am besten.

    Mein Tipp:1. Konkurrenz Artikel kopieren und in Schreibprogramm einfügen. 2. Dann tippe ich erstmal wie wild auf der Tastatur rum :) 3. Anschließend formuliere ich die ersten Sätze des kopierten Artikels um und versuche hierbei in einen Schreib-Flow zu kommen. 4. Der restliche Text kommt dann wie von selbst.

    Funktioniert immer ;)

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  6. Wenn ich nicht vorwärts komme setzte ich mich einfach eine Runde aufs Mountainbike. Nach einer kleinen Runde durch den Wald und einer kurzen Dusche danach habe ich wieder viele neue Ideen und ich es geht viel schneller vorwärts als wenn ich die ganze Zeit am Schreibtisch gesessen hätte.

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  7. Also ich persönlich surfe bei einer Schreibblockade einfach im Internet umher und notiere mier alle Themen und Begriffe, die mir interessant erscheinen. Danach mach ich ein kurzes Brain-storming zu den einzelnen Begriffen und notiere mir wirklich alles was mir duch den kopf geht.
    Spätestens dann fällt mir was ein und mit der passenden Musik ist die Schreibblockade kein Thema mehr. ;-)
    Das funktioniert bei mir eigentlich immer.
    Gruß!

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  8. Wenn ich “stecken bleibe” lese ich mehrere Artikel über das Thema und gehe dann 1 Stunde mit unseren Hunden laufen. So wird das Hirn frei und meistens habe ich den Text dann schon “vorgeschrieben” im Kopf.

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  9. Vermutlich gehöre ich zu einer ausgestorbenen Gattung aber in über 2 Jahren Arbeit als freie Texterin und inzwischen auch Bloggerin hatte ich zum Glück noch nie eine Schreibblockade. Allerdings “muss” ich täglich dank zweier Hunde dem Ruf der Natur folgen und draußen rumrennen. Einen besseren Ausgleich gibt es wirklich nicht und dabei kommen mir auch immer die besten Ideen. Ansonsten halte ich es wie TecReflex und zieh mir alles mögliche zum Thema rein, speichere es in Evernote und mache mir (unterwegs, wenn die Ideen kommen ;-)) Notizen.
    Und auch den Tipp von Aiya Chasen verwende ich des öfteren in dem ich mir relevante Infs erst einmal kopiere.

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