VG Wort – Datenschutz und Jahresendspurt

Vor kurzen hat ein Bericht über die VG Wort für leichte Unsicherheit bei Bloggern und Website-Betreibern gesorgt.

Demnach hieß es, der VG Wort Zählpixel sei angeblich nicht datenschutzkonform, was in Deutschland ja gleich wieder Befürchtungen über Abmahnwellen aufkommen lässt.

Wie da der aktuelle Stand ist, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Zudem gibt es noch ein paar Tipps für die letzten Wochen des Jahres, um die VG Wort Einnahmen zu steigern.

VG Wort und der Datenschutz

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Was ist die VG Wort?
Bei der VG Wort handelt es sich um eine Verwertungsgesellschaft, ähnlich der GEMA, die die Interessen von Autoren offline und online wahrnimmt.

Diese gibt es schon sehr lange und wurde durch stattliche Unterstützung gegründet, um Autoren und Verlagen unter anderem einen finanziellen Ausgleich für Verluste zu bieten, die durch Kopien entstanden sind.

Und so erhebt die VG Wort unter anderem Gebühren von Kopierer-, Drucker- und DVD-Brenner-Herstellern, um diese Einnahmen dann an Autoren und Verlage auszuschütten.

VG Wort - Datenschutz und JahresendspurtUm als Website-Betreiber oder Blogger in den Genuss dieser finanziellen Zuwendung zu kommen, muss man sich bei der VG Wort registrieren.

Die Messung der Artikelzugriffe für die Statistik der VG erfolgt über einen sogenannten Zählpixel.

Dabei handelt es sich um eine 1×1 Pixel-Grafik, die eine eindeutige ID hat. Pro Artikel/Seite baut man einen Zählpixel ein. das kann man manuell machen oder per Plugin.

Wird ein Artikel dann von einem Besucher aufgerufen, lädt auch dieser Zählpixel und die VG Wort kann so die Anzahl der Aufrufe mitzählen.

Das ist wichtig, denn man bekommt für einen Artikel nur dann 10 Euro, wenn dieser mindestens 1.500 mal in einem Kalenderjahr aufgerufen wurde. Zudem muss dieser Artikel mindestens 1.800 Zeichen (inkl. Leerzeichen) lang sein, sonst gibt es keine Vergütung.

Es gibt noch weitere Vergütungsstufen, wenn der Artikel deutlich mehr Aufrufe in einem Jahr hatte. Das Schöne daran ist unter anderem, dass man für jedes Jahr, wo so ein Artikel mehr als 1.500 Aufrufe hatte, eine Vergütung bekommt.

Ich habe z.B. Artikel aus 2007, die auch heute noch pro Jahr mehr als 1.500 mal gelesen werden und mir Jahr für Jahr 10 Euro einbringen. (Den Zählpixel muss man übrigens nur einmal einbauen.)

Für 2012 habe ich insgesamt knapp 3.000 Euro von der VG Wort bekommen. Das kann sich also lohnen.

Datenschutz*
Überraschend hat das Online-Portal Akademie.de im Oktober diesen Jahres ein neues Fass aufgemacht. In einer Pressemitteilung hat man Zweifel geäußert, ob der VG Wort Zählpixel datenschutzrechtlich korrekt ist.

Dabei ging es weniger um den Pixel selbst oder die Berechtigung der VG Wort die Zugriffe zu zählen.

Soweit ich das verstanden habe, ging es vor allem um die Übermittlung der Daten, die wohl nicht gesichert erfolgt, so dass theoretisch Dritte diese Daten (unter anderem IP-Adresse) abfangen könnten.

Akamedie.de hat von der VG Wort eine Optout-Option für Leser verlangt, die diese aber verweigert, da man nach eigenen Angaben Rechte wahrnimmt, die von Gesetzgeber verliehen wurden.

Ich persönlich halte die Vorgehensweise von akademie.de zumindest für zweifelhaft. Hier geht es um eine Vergütung von Autoren und um die Wahrnehmung von Rechten, die weltweit fast einmalig sind. Statt dankbar zu sein, dass der deutsche Staat Autoren so unterstützt, wird hier angeblich für die Rechte der Internetnutzer gekämpft und damit Autoren geschadet.

Ich sehe ein, dass die VG Wort ihre Technik verbessern sollte und das Abfangen von Daten verhindert werden muss, aber ein Optout?

Tut mir leid, aber das ist genauso ärgerlich wie manch Leser der mir schreibt, dass meine Website mit einem AdBlocker zerschossen aussieht und ich doch gefälligst mein Layout auch für AdBlock-Nutzer optimieren soll. WTF?

Ich selber habe die Vorwürfe von akademie.de nie wirklich ernst genommen. Es kam mir ein wenig wie ein Profilierungs-Versuch vor, da man auch nicht versucht hat das Verfahren der VG Wort zu verbessern und die Situation insgesamt für alle optimaler zu gestalten, sondern mit dem Optout-Wunsch sofort den Autoren in den Rücken gefallen ist.

Aber nun gibt es diesbezüglich Entwarnung.

Das Bayrische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat bekannt gegeben, dass der VG Wort Zählpixel nicht gegen das Datenschutzrecht verstößt. Insofern muss man sich also keine Sorgen machen, dass es hier eine Abmahnung* geben wird.

Ob es das letzte Wort zu dieser Thematik war ist natürlich nur schwer zu sagen, aber die Zeichen stehen gut, dass man auch in Zukunft ohne Bedenken die VG Wort nutzen kann.

VG Wort Jahresendspurt

Das Jahr 2013 ist in knapp 3 Wochen Geschichte. Es bleibt nur noch wenig Zeit die VG Wort Einnahmen für 2013 noch ein wenig zu optimieren.

Während es kaum noch Sinn macht mit dem Einbau von neuen Zählpixeln jetzt zu beginnen, da man es in den letzten Wochen wohl kaum schaffen wird noch 1.500 Aufrufe für einzelne Artikel zu generieren, so sollte man aber Artikel mit bereits eingebauten Zählpixeln nochmal pushen.

Dazu schaue ich mir die Google Analytics Statistiken an und analysiere, welche Artikel knapp über und knapp unter 1.500 Aufrufen für 2013 liegen.

Diese Artikel versuche ich dann auf verschiedene Arten nochmal meinen Lesern nahezubringen, damit diese noch ein paar Dutzend oder sogar ein paar hundert Aufrufe vor Jahresende bekommen.

Folgende Möglichkeiten bieten sich unter anderem an:

  • Jahresrückblick mit Liste der lesenswerten Artikel zu bestimmten Themen.
  • Tweeten dieser Artikel auf Twitter.
  • Veröffentlichung der betreffenden Artikel auf Social Network Profilen.
  • Verlinkung dieser alten Artikel in neuen Artikeln.
  • Verlinkung der Artikel in einem eigenen Newsletter*.
  • Die betreffenden Artikel in Sneeze Pages aufnehmen.
  • Umfrage unter den eigenen Lesern zu den beliebtesten Artikeln starten.
  • usw.

Warum mache ich das mit Artikeln, die auch schon etwas mehr als 1.500 Aufrufe laut Google Analytics haben?

Weil ich mir bewusst bin, dass die VG Wort sicher nicht ganz genauso zählt wie Google Analytics. Nach meiner Erfahrung liegen die Zahlen der VG Wort leicht unter denen von Google Analytics.

Puscht du am Jahresende deine Artikel nochmal für die VG Wort?

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7 Gedanken zu „VG Wort – Datenschutz und Jahresendspurt“

  1. Hallo Peer,

    es wäre hilfreich, wenn es die Pixel auch als SSL Alternative gäbe. Würde die Einbindung in SSL-Seiten einfacher gestalten, weil man dann keinen “unsicheren” Content drin hätte.
    Aber das ist ein leidiges Thema, was man auch bei Newsletter-Optin-Formularen, Social-Sharing-Buttons etc. vorfindet.

    Gruß,
    Axel

    Antworten
  2. Mich würde mal interessieren, ob Du VGWort integriert hast und wie viele Deiner Artikel (kann auch prozentual) sein für die Ausschüttung in Frage kommen :)

    Antworten
  3. @ Frank
    Ja, ich habe die VG Wort Pixel in alle meine Artikel integriert.

    Pro Jahr schaffen es circa 250 die Mindestzugriffe zu erreichen.

    Antworten
  4. Hallo Peer,

    das ist doch schon eine ganz ordentliche Ausbeute. In diesem Jahr hat bei mir leider kein Artikel wirklich die Zählergrenze erreicht. Ich bin gespannt auf das nächste Jahr und hoffe, dass die Prämien nicht wieder nach unten korrigiert werden.

    Antworten
  5. Klar, es ist wichtig, dass die Autoren vergütet werden. Es kann aber nicht sein, dass darunter der Datenschutz leidet – und was für Google Analytics & Co. gilt, muss auch für die VG Wort gelten. Insofern finde ich es schon richtig, dass Akademie.de da kritisiert hat und zweifle eher an der Richtigkeit der Meinung des Bayrischen Landesamts für Datenschutz.

    Soll sich die VG Wort halt eine Lösung ausdenken, die nicht die gesamte IP etc. speichert. Andere Tracking-Pixel können das schließlich auch.

    Antworten
  6. Natürlich ist das datenschutzrechtlich bedenklich. Das kann man nicht mit “Ach wie toll die Möglichkeit” schönreden, denn das passiert auch bei Google Analytics, beim Facebook-Like-Plugin, bei Flattr …

    Es ist schon beunruhigend, wer alles bei jedem Seitenaufruf von mir benachrichtigt wird. Deshalb habe ich auch einen Adblocker installiert – nicht wegen der Werbung an sich, sondern weil die häufig von Werbenetzwerken wie Google eingebunden wird. Und das wird geblockt. Ich hab kein Problem damit, Werbung anzusehen und ggf. auch anzuklicken, aber die Webmaster, die datenschutzunfreundlich arbeiten, gehen leider leer aus (so wie du bspw. *g*)

    Antworten
  7. Hallo und danke für deine ganzen VG-Wort-Beiträge. Ich muss gestehen, dass mir beim schnellen Lesen der VG-Wort-Seite nicht klar wurde, was die einem bringen, deine Beiträge hier mir dann sehr halfen. :-)

    Weißt du, wo die Unterschiede der beiden Verträge bei der VG-Wort liegen?
    Wahrnehmungsberechtigte
    Bezugsberechtigte
    Deren Erklärungen sind für mich noch nicht so recht verständlich. :-D

    Danke und Gruß aus Hamburg

    Peter Groth

    Antworten

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