Versicherungen – Basics der erfolgreichen Selbstständigkeit

Versicherungen - Basics der erfolgreichen SelbstständigkeitVersicherungen sind kein einfaches Thema. Für manche Selbstständige ist es Geldverschwendung, für andere eine notwendige Basis der Selbstständigkeit.

Doch welche Versicherungen sind wirklich notwendig und welche sinnvoll? Dieser Frage gehe ich in meinem heutige Basic-Tipp nach.

Zudem schildere ich meine eigenen Erfahrungen und gebe Tipps.

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Sind Versicherungen für Selbstständige wirklich notwendig?

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Der eine oder andere Gründer geht etwas naiv an die Selbstständigkeit heran. Der Traum vom großen Geld und ein fehlendes Verständnis der Risiken lässt sie über jede Versicherung schimpfen. Diese würden nur Geld kosten und ansonsten nichts bringen.

Diese Ansicht revidieren fast alle, wenn es erstmal zu der Situation kommt, wo die Versicherung benötigt wird. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als die Krankenversicherung für Selbstständige noch freiwillig war. Viele fanden das toll, weil sie viel Geld gespart haben, aber als sie dann richtig krank wurden, wollten sie ganz schnell wieder in die Krankenversicherung.

Ich kann Gründer aber berühigen, die wenigsten Versicherungen sind zwingend notwendig.

Pflichtversicherungen

Es gibt ein paar Pflichtversicherungen, bei denen man keine Wahl hat. Dazu gehört vor allem die Krankenversicherung und Pflegepflichtversicherung. Selbstständige müssen beide haben, wobei sie sich aussuchen können, ob sie in die gesetztliche Krankenversicherung gehen oder einen privaten Anbieter wählen.

Ersteres ist von Anfang an relativ teuer, während man bei einer PKV zu Beginn deutlich spart. Im Alter wird die gesetzliche Krankenversicherung allerdings günstiger, was bei der PKV nicht so ist. Unter dem Strich nehmen sie sich nicht viel, die Frage ist halt, wann man das Geld bezahlt und welche Zusatzleistungen man ggf. möchte. Als privat Versicherter spart man zwar am Anfang, sollte dennoch recht schnell Geld für die Krankenversicherungen im Alter zurücklegen.

Die KFZ Haftpflicht ist ebenfalls Pflicht, wenn man ein Auto hat. Und je nach Selbstständigkeit kommt man um ein Fahrzeug nicht herum.

Ansonsten kann es je nach ausübter Tätigkeit weitere Pflichtversicherungen geben. So gibt es z.B. eine vorgeschriebene Berufshaftpflicht für Apotheker, Architekten und einige weitere Berufe.

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Empfehlenswerte Versicherungen

Im Grunde würde es reichen, wenn man die genannten Versicherungen als Gründer abschließt. Allerdings gibt es darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Versicherungen, die zumindest teilweise zu empfehlen sind. Dazu gehören:

  • Privathaftpflichtversicherung
    Diese sollte man haben, um Schäden, die man selbst bei anderen verursacht, von der Versicherung ersetzt zu bekommen. Das kann sehr schnell teuer werden.
  • Unfallversicherung
    Eine private Unfallversicherung wird auch sehr stark empfohlen. Wie schnell passiert so ein Unfall und im Zweifel kann man nicht mehr arbeiten und hat noch viele weitere Nachteile. Da ist es gut, für diesen Extremfall abgesichert zu sein.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung*
    Ganz früher gab es noch etwas vom Staat, wenn man Berufsunfähig wurde. Das ist aber lange her. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung greift dann, wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in dem eigenen Beruf arbeiten kann. Und auch das passiert viel häufiger, als sich das junge Gründer vorstellen können.
  • private Rentenversicherung*
    Wer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, sollte auf jeden Fall für eine private Altersvorsorge sorgen. Aber selbst wer in die gesetzliche Rente einzahlt, kann sich nicht sicher sein, was er oder sie in ein paar Jahrzehnten daraus ausbezahlt bekommt. Wer nicht bis zum Umfallen arbeiten oder keine Altersarmut riskieren will, sollte privat vorsorgen.
  • Risikolebensversicherung
    Die klassische Lebensversicherung ist als Altersvorsorge nicht mehr interessant. Dafür gibt es zu wenig Zinsen. Doch die relativ günstige Risikolebensversicherung sollte man zumindest dann abschließen, wenn man Partner und/oder Kinder hat. Schließlich will man diese nicht mit großen finanziellen Sorgen zurücklassen.

Versicherungen für bestimmte Fälle

Jetzt kommen wir zu den Versicherungen, die wirklich freiwillig sind und nur in bestimmten Fällen Sinn machen.

  • Berufshaftpflichtversicherung
    Durch die private Haftpflicht* sind wirklich nur private Schäden abgesichert. Was ist aber, wenn man als Webdesigner aus Versehen den Online-Shop des Kunden lahmlegt und für Schäden im fünf- oder sechsstelligem Bereich sorgt? Viele ähnliche Schadensfälle gibt es immer wieder zu lesen, weshalb ich z.B. eine Media-Haftpflicht abgeschlossen habe, die u.a. bei Abmahnungen greift. Hier gibt es mehr Infos zur Berufshaftpflicht für Selbstständige im Netz.
  • Auslandsreisekrankenversicherung
    Wer im Ausland beruflich unterwegs ist, sollte unter anderem an diese Versicherung denken.
  • Krankenzusatzversicherung
    Hier kommt es ganz auf die persönlichen Präferenzen an. Wer besondere Zusatzleistungen bei seiner Krankenversicherung möchte, sollte eine Krankenzusatzversicherung abschließen.
  • Freiwillige Arbeitslosenversicherung
    Zu dieser Versicherung gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Für die einen ist es ein Sicherheitsnetz, andere sehen es eher als eine Hintertür. Die freiwillige Arbeitslosenversicherung kann aber sehr sinnvoll sein, wenn man nicht weiß, ob es mit der Selbstständigkeit wirklich klappt.
  • zudem gibt es noch viele weitere, wie die Betriebshaftpflichtversicherung, Vermögensschadenhaftpflichtversicherung usw.

Jeder Gründer und Selbstständige sollte sich über die möglichen und sinnvollen Versicherungen für die eigene Situation informieren.

Meine Erfahrungen

Ich gebe es zu. Ich bin jemand, der sich gern absichert. Das beruhigt und ich kann besser schlafen. Es gibt aber auch andere, die lieber Geld sparen und dafür das höhere Risiko im Kauf nehmen. In 9 von 10 Fällen geht es dann sicher auch gut, aber Versicherungen sind eben genau für die Fälle, wo es nicht gut geht.

Früher hatte ich z.B. eine Arbeitslosenversicherung, als ich mich selbstständig gemacht habe. Das war in den ersten Jahren durchaus sinnvoll, denn ich wusste nicht, ob meine Selbstständigkeit klappt. Die Versicherung hat mich beruhigt und ich konnte besser, weil ohne Sorgen, arbeiten.

Das war für mich keine Hintertür, wie manch einer denkt, die dafür gesorgt hätte, dass ich die Selbstständigkeit nicht ernst nehme. Im Gegenteil, trotz dieser Versicherung habe ich alles dafür getan, dass meine Selbstständigkeit erfolgreich wurde. Nachdem absehbar war, dass sich die Selbstständigkeit erfolgreich entwickelt, habe ich die Arbeitslosenversicherung beendet.

Wie gesagt, Versicherungen sind für mich was für den absoluten Notfall, wenn ich z.B. nicht mehr arbeiten kann oder schwere Schäden durch meine Fehler eintreten. Deshalb habe ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung und auch eine berufliche Haftpflichtversicherung.

Und natürlich sorge ich auch für das Alter vor. Viele Gründer zögern das hinaus, aber je später man anfängt, um so teurer wird es. Von Anfang an hatte ich eine private Rentenversicherung.

Praktische Tipps zur Versicherung

Was am Ende wirklich sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall sollte man das Thema Versicherungen nicht leichtfertig behandeln, sondern gut überlegen und abwägen, was man wirklich braucht.

Man sollte es weder übertreiben, noch größere Risiken unversichert lassen. Gerade wenn man eine Familie hat, sollte man dem Rechnung tragen.

Und ihr solltet auch nicht vergessen regelmäßig zu überprüfen, ob eure Versicherungen noch notwendig sind bzw. ob evtl. neuer Versicherungsbedarf entstanden ist, weil ihr z.B. euren Tätigkeitsschwerpunkt verändert habt.

Mehr Tipps zu den Basics der Selbstständigkeit

In dieser Artikelserie stelle ich jeweils einen Faktor vor, um erfolgreich selbstständig zu sein. Dabei schildere ich natürlich vor allem meine eigenen Erfahrungen aus mehr als 10 Jahren Selbstständigkeit im Netz, gehe aber auch auf grundlegende Tipps und Basics ein.

Ich freue mich natürlich über eure Erfahrungen und Tipps zu den behandelten Themen.

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6 Gedanken zu „Versicherungen – Basics der erfolgreichen Selbstständigkeit“

  1. Super sinnvolles Thema! Das wird gerne vergessen, bis es soweit ist und man wirklich etwas braucht. Kannst du mir Tipps zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung geben? Was war dir wichtig und kannst du Anbieter empfehlen? Viele Grüße und danke.

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  2. Wenn ich da als Selbstständiger nur an die Krankenkassenbeträge denke…. Mal ganz zu schweigen von den anderen Versicherungen noch, als da gehen schon ganz schöne Kosten monatlich für weg ;-)))

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  3. Hallo Peer, Dein Artikel kam exakt zum richtigen Zeitpunkt. Danke! Ich wurde heute von der VBG angeschrieben, um eine gesetzliche Unfallversicherung abzuschließen. Da ich eine private Versicherung abgeschlossen habe hoffe ich, es hat sich erledigt. Ich werde mich jedoch mit einem Anruf absichern …

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  4. Hinsichtlich einer freiwilligen Arbeitslosenversicherung sollte man sich überlegen, ob man überhaupt die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen kann, was bei bestimmten selbständigen Tätigkeiten nicht möglich ist.

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  5. Hallo Peer,
    tolle Übersicht! Wichtig ist bei Versicherungen immer zu vergleichen und sich beraten zu lassen, um individuelle evtl. nochmal abstimmen zu können. Inzwischen geht das alles auch online, aber auch hier sollte man auf den Support/Chat etc. zurückgreifen. Ich glaube es gibt auch für Selbstständige nochmals spezielle Versicherungen die in manchen Bereichen wichtig sind. Beispielsweise im Bereich IT macht eine Rechtsschutz Sinn, da hier oft an großen Kundenprojekten gearbeitet wird. Oder viel Verantwortungen an dieser Tätigkeit in der heutigen Zeit hängt. Welche spezielle Versicherungen hast du für dich und deine Selbstständigkeit abgeschlossen? Grüße Rico

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