Videos, Webinare und mehr für Selbstständige – Einblicke, Erfahrungen und Tipps

Videos werden immer wichtiger und für immer mehr Menschen sind YouTube, Netflix und Co. die Hauptinfoquellen im Netz.

Wie man sich das Medium Video als Selbstständiger im Netz zu nutze machen kann, erfahrt ihr von meinem heutigen Gast. Robert berichtet über seine Erfahrungen, den beruflichen Einsatz von Videos und gibt zudem praktische Tipps.

Viel Spaß.

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Hallo Robert. Bitte stell dich meinen Lesern kurz vor.

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Ich bin seit über 15 Jahren sehr Online-interessiert, als Hobby programmiere ich in PHP.

Im beruflichen Bereich habe ich mich in den letzten Jahren viel mit Kommunikation und neuen Medien befasst. Nicht nur für moderne Branchen können Videos, Livesteams und Co. interessant sein, auch in traditionelleren Branchen, deren Kunden mittelfristig auch IT-affiner werden, sollte man sich dringend mit digitalem Bewegtbild befassen.

Wie bist du zum Online-Business gekommen?

Ich war schon immer fasziniert von dem Medium Internet, aufgewachsen bin ich in einer Zeit, als es zwar Personal Computer gab, aber diese nicht mit einem weltweiten Netz verbunden waren. Meinen ersten PC Kontakt hatte ich mit einem 386er in den 90ern. Ende der 90er kam dann langsam aber stetig das für Privatmenschen nutzbare Internet.

Ich habe früher immer viele PC Magazine gelesen, 2003 haben ein guter Freund und ich ein Online Browsergame erstellt – mit diesem Projekt haben wir viel gelernt über Datenbanken, Community Management und dem Bereitstellen von Kommunikationskanälen (Forum, Chat, Mail-Support für Nutzer, etc.). Damals war es so, dass sich Onlineprojekte relativ schnell rumgesprochen haben und sich – wenn das Angebot Nutzen gestiftet hat – eine Nutzerbasis teils automatisch gebildet hat. Diese Dynamik hat mich fasziniert.

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Welche Erfahrungen konntest du in der Vergangenheit mit eigenen Websites sammeln?

Die Jahre 2002-2007 waren für private Webmaster eine spannende Zeit. Mit moderaten Kenntnissen konnten Projekte aufgesetzt werden, Besucher kamen über Google – und bei ausreichendem Nutzwert auch über Mund-zu-Mund Propaganda.

Spätestens seit der Einführung der Smartphones ab 2007 hat sich das Internet verändert. Dadurch, dass mehr und mehr Casual Nutzer online gehen, sind auch vermehrt professionelle Konzerne auf das Medium aufmerksam geworden und betreiben ganze Firmenabteilungen, um den Onlinesektor zu bearbeiten. Es wird jeden Tag massiv Content produziert, was für die privaten Publisher natürlich ein Problem ist. Es gibt im Web eine regelrechte Content Inflation und man muss sich als Online Publisher ganz genau überlegen, welche Themen und welches Publikum man mit welchen Mitteln (Text+Bild, Video, Ton/Podcast*, Livesteam) ansprechen möchte – der Inhalt muss dem Nutzer einen Nutzen bringen.

Was interessiert dich an Videos im Allgemeinen und YouTube im Besonderen?

Ich muss zugeben, dass mich bis 2010 das Thema YouTube nicht sonderlich begeistert hat. Man macht als Online-Interessierter (und allgemein als Mensch) oft den Fehler, dass man von seinen eigenen Nutzergewohnheiten auf die Nutzergewohnheiten aller / der Gesellschaft schließt.

Was ich immer wieder, teils erstaunt, feststelle ist, wie sich in den jeweiligen Altersgruppen die Nutzergewohnheiten ändern. Durch den Smartphone- und auch Tablet-Boom hat eine wesentlich breitere Masse begonnen, Kanäle wie YouTube zu konsumieren. Hierdurch hat sich in der Medienlandschaft einiges geändert. Während die Generation Baby Boomer und Generation X noch das Fernsehen als abendliches Medium gewöhnt ist, konsumiert die Generation Y on demand über digitale Kanäle wie YouTube und Netflix.

Durch das offene Medium YouTube hat sich auch die Art gewandelt, wie Stars entstehen. Beispiele wie Ytitty, Apecrime, Rocketbeans.tv und Co. sind Beispiele dafür, dass aus Kinderzimmern heraus Jugendstars entstanden sind – anfangs ohne professionelles Management oder Agentur. Das ist das, was mich am Internet und speziell YouTube reizt, dass auch private Content Creators eine Plattform haben und das sich die Inhalte durchsetzen, die konsumiert werden (und nicht die, die vorher durch ein Gremium von Managern ausgewählt wurden).

Für welche Zwecke nutzt ihr YouTube Videos und Livestreaming?

Ich sprach eingangs ja über das Thema Aufbau einer Nutzerbasis. Heutzutage muss man sich massiv mit dem Thema Nutzerakquise, Kommunikation und den dazugehörigen Kommunikationskanälen befassen, um sich eine Nutzerbasis zu erarbeiten, die über mehrere Monate und hoffentlich Jahre bestand hat. Die Anzahl der Alternativen zum eigenen Angebot steigt schließlich täglich und die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer wird geringer.

Um Nutzer vom eigenen Angebot zu überzeugen und die Nutzer “bei der Stange zu halten”, sind Videos und Livesteams meiner Meinung nach sehr gut geeignet. Wir nutzen dies geschäftlich auch für die Schulung von Kunden in verschiedenen Themen, wie zum Beispiel ‘lokalem Marketing’.

Wie plant ihr eure Webinare und wie viele Aufwand ist das?

Ich bin ein Fan von einfachen Abläufen mit wenig Aufwand. Wir treffen uns in einer kleinen Projektrunde und besprechen die grobe Agenda, welche per Mail an Interessierte rumgeht, ebenso wird per E-Mail* der Link zum Livestream Video versendet. Die Agenda ist aber nicht starr, wir können diese, je nach Bedarf der Zuschauer, live ändern.

Am Ende des Webinares erhalten die Teilnehmer dann einen Link zum archivierten Video, inklusive der Agenda und bei Bedarf weiteren Anhängen als PDF.

Was bringen Webinare überhaupt und auf was sollte man dabei besonders achten?

Ich denke, es ist immer ein positives Zeichen, wenn man seiner Nutzerbasis diesen Service anbietet. Es ist eine viel persönlichere, direktere Art zu kommunizieren. Auch das spontane Beantworten von Fragen schafft eine Umgebung, die man mit Bild+Text oder vorher aufgezeichneten Videos nicht erreichen kann.

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man den zeitlichen Bogen nicht überspannt. Webinare sollten meines Erachtens nach nicht länger sein als 40 Minuten, dann nimmt die Aufmerksamkeit ab. Spannend für die Zuschauer ist es auch, wenn man einen Gast in seinem Webinar hat, dem die Nutzer fragen stellen können.

Welche Technik und Software nutzt ihr für eure Webinare?

Ich bin ein großer Fan von einfacher, freier Software. Für das Streaming nutzen wir daher die Open Broadcaster Software. Eine passende Webcam findet man schon für 50 Euro (unsere ist von Microsoft), ebenso wie ein USB Mikrofon (hier gibt es verschiedene gute Anbieter).

Für Livesteaming sollte man 2 Bildschirme am PC angeschlossen haben, wobei man auf einem die Broadcast Software bedient und der andere die Streamingfläche ist. Wenn man an seine Nutzer nicht direkt den YouTube-Link zum Livestream versenden möchte, kann man den Stream auch auf seiner eigenen Seite per Iframe einbinden.

Machen Webinare auch für Website-Betreiber und Blogger Sinn?

In jedem Fall würde das Sinn machen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Kolja Barghoorn, der mit seinem YouTube Kanal Aktien mit Kopf regelmäßig auch Livestreams veranstaltet, in denen er Fragen aus dem Chat beantwortet. Die Livestreams veröffentlicht er danach für die Leute, die beim ursprünglichen Live Termin nicht dabei waren.

Auf seinem Blog veröffentlicht er dazu passend Artikel zum Thema Aktien und Sparen. Auch für ‘Selbstständig im Netz’ könnte es beispielsweise einen YouTube Livesteam geben, den Du vorher im Blog ankündigst und der den Blog-Lesern die Möglichkeit gibt, dir per Chat live Fragen zu stellen. Dies erhöht die Identifikation der Nutzer mit deinem Blog und es bringt nebenbei auch Spaß!

Welche Fehler werden nach deiner Erfahrungen bei YouTube-Videos immer wieder gemacht?

Was ich an YouTube-Videos immer etwas schade finde ist, dass sich oft die Szene nicht ändert. Ich finde es teilweise sehr ermüdend und lähmend, über 10 minütige Videos zu sehen, wo man nur eine Person in Frontalansicht vor einem eintönigen Hintergrund reden sieht. Selbst wenn die Person einen Monolog hält wäre es spannender, wenn sich manchmal Kameraeinstellung und Umgebung wechseln würde.

Wie siehst du die Zukunft von YouTube und Videos fürs Online-Business?

Ich denke, YouTube wird weiterhin ein relevanter Kanal sein. Aus dem Auge sollte man allerdings auch nicht Facebook Video verlieren. Viele konsumieren Videos mittlerweile in sozialen Netzwerken. Durch die richtige Software kann man auf allen diesen Kanälen aktiv sein.

Auch traditionelle Firmen müssen sich künftig daran gewöhnen, dass sie jüngere Zielgruppen nicht mehr per Anzeigenschaltung und einer rudimentären Webseite erreichen. Gut gemachte Websites sind wichtig, eine Ergänzung durch Video und Livestreaming ist die Kür.

Zum Schluss würde ich mich über deine wichtigsten Tipps für neue YouTuber freuen.

Ganz wichtig ist, dass man sich ein realistisches Bild darüber verschafft, ob der Themenbereich genug Potenzial bietet. Die ersten Monate und auch Jahre werden hart, da die Konkurrenzsituation groß ist. Ähnlich wie beim Bloggen ist es wichtig, dass man kontinuierlich weitermacht und lieber über Jahre alle 2-3 Wochen ein Video veröffentlicht, anstatt die ersten 3 Monate wöchentlich zu veröffentlichen und die Frequenz dann abrupt absacken zu lassen.

Nur wenn einem das Thema, über welches man Videos erstellt, Spaß macht, kann man Erfolg haben, da man das Thema aus Leidenschaft betreuen muss. Ansonsten wird man schnell resignieren und sich gegenüber der Content Inflation geschlagen geben müssen.

Danke für die Einblicke und Tipps

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2 Gedanken zu „Videos, Webinare und mehr für Selbstständige – Einblicke, Erfahrungen und Tipps“

  1. Das war ein gutes Interview mit interessanten Infos.

    Ich denke auch, dass Facebook Youtube noch das Leben schwer machen wird. Das blöde an FB ist nur, dass man da als “kleiner” Fisch kein Geld mit seinen Videos verdienen kann. Das macht uns Youtubern das Leben schon sehr viel schwerer, da sich die Einnahmen um ca. 50-66% reduziert haben in den letzten 3 Jahren.

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