8 wichtige Kennzahlen zur Erfolgsmessung deiner Website und was sie bedeuten – Teil 1

8 wichtige Kennzahlen zur Erfolgsmessung deiner Website und was sie bedeuten - Teil 1Um den Erfolg eines Internetangebots zu messen, reicht der Blick in die Kasse nicht aus. Es bedarf verlässlicher Kennzahlen und das Wissen derer Deutung. Key Performance Indicators (KPIs), wie man Neudeutsch sagt, gibt’s wie Sand am mehr.

Dank zahlreicher Webanalysedienste stehen sie uns rund um die Uhr in Echtzeit zur Verfügung, ohne dass wir selbst zum Taschenrechner greifen müssen. Und auch das Portemonnaie wird geschont, denn einige leistungsstarke Dienste wie Google Analytics sind obendrein kostenlos.

Doch im Wust der Daten, Fakten und Zahlen kann man schnell den Überblick verlieren. Welches Diagramm ist aussagekräftig, welche Statistik macht Sinn?

Für eine schnelle und verlässliche Erfolgskontrolle werde ich in diesem und einem zweiten Artikelteil insgesamt acht relevante Kennzahlen erläutern. Es ist nicht nur wichtig, dass du diese Größen kennst und regelmäßig prüfst, sondern auch, dass du sie verstehst und daraus die richtigen Schlüsse ziehst.

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Acht relevante Kennzahlen zur Erfolgsmessung

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Es gibt national und international diverse Institutionen, die offizielle Definitionen für die folgenden Kenngrößen festgelegt haben. Sie können sich in kleinen Details unterscheiden, im Großen und Ganzen sind sie jedoch deckungsgleich. Ich habe mich bewusst nicht an den Definitionen einer einzelnen Organisation festgeklammert.

Stattdessen habe ich mich im Zweifel an den Definitionen von Google Analytics als mit großem Abstand meistgenutzten Analysedienst orientiert. Das ist am praktikabelsten, weil es den meisten Lesern die sofortige Möglichkeit gibt, die Kennzahlen für das eigene Internetangebot zu überprüfen.

  1. Anzahl der Besuche (Visits)
    Die Anzahl der Besuche ist eine erste Erfolgsgröße, allerdings mit begrenzter Aussagekraft. Grundsätzlich gilt: Je mehr Besucher (Visitors) und je mehr Besuche, desto besser. Ganz so wie in einer Boutique: Je mehr Menschen in den Laden kommen, und je öfter sie das tun, desto besser.

    Viele Ladenbesuche dürfen aber nicht mit viel Umsatz gleichgesetzt werden. Wenn nur zehn Prozent der potentiellen Kunden etwas kaufen, dann hat die Boutique etwas falsch gemacht. Sie hat zwar irgendwie das Interesse der Passanten geweckt, konnte letztlich aber nicht zum Kauf animieren. Trotzdem hat sie durch das Anlocken vieler Interessenten eine wertvolle Verkaufsgrundlage geschaffen auf die aufgebaut werden kann.

    Auf die Anzahl der Besucher und der Besuche kannst du nicht nur durch aktives Marketing, sondern vor allem auch durch Benutzerfreundlichkeit und Inhalte Einfluss nehmen. Durch die Bindung von Besuchern kannst du deine Besuchszahlen dauerhaft steigern. Um zu messen wie erfolgreich du wirklich bist, bedarf es jedoch zusätzlicher Kennzahlen.

    Google Analytics spricht seit dem letzten Jahr nicht mehr von Besuchen, sondern von Sitzungen (Sessions). Wie jede Kennzahl werden sie in Relation zu einem bestimmten Zeitraum gesetzt.

  2. Anzahl der einzigartigen Besucher (Unique Visitors)
    In die Anzahl der Besuche fließen grundsätzlich alle Besuche aller Besucher ein, also auch Mehrfachaufrufe. Unique Visitors hingegen sind die einzigartigen Besucher deines Internetangebots in einer festgelegten Zeitspanne. Schließt ein Besucher deine Webseite und ruft sie nach zwei Stunden erneut auf, zum Beispiel um Informationen nochmals nachzulesen oder nach neuen Nachrichten zu schauen, wird er nur einmal gezählt. Maschinelle Zugriffe, beispielsweis durch Proxies und Spiders werden übrigens nicht erfasst.

    Die Anzahl der einzigartigen Besucher wird mit sogenannten Cookies ermittelt. Pro Browser wird ein Cookie gesetzt, der eine anonyme Identifikationsnummer (ID) enthält. Wird dein Internetangebot erstmals aufgerufen, setzt es einen Cookie. Durch die Übermittlung der ID bei allen Folgeaufrufen kann der Browser identifiziert werden. So ist es möglich wiederkehrende Besucher nicht mehrfach zu zählen.

    Natürlich kann ein Analysedienst nicht aus dem Computer herausschauen um festzustellen, wer vor dem Bildschirm sitzt. Deshalb ist die Bezeichnung Besucher in diesem Fall etwas irreführend. Genauer gesagt müsste man eigentlich von einzigartigen Browsern sprechen. Denn theoretisch kann eine einzelne Person eine einzelne Seite mithilfe mehrerer Browser aufrufen und wird so trotzdem mehrfach gezählt. Oder mehrere Personen (am Bibliotheksrechner oder innerhalb einer Familie) rufen über einen Browser auf einem Computer mehrfach ein Internetangebot auf. Obwohl es verschiedene Personen sind, wird nur ein Aufruf gezählt.

    In Ermangelung besserer Methoden und zugunsten der Privatsphäre nehmen wir also bewusst Messfehler in Kauf. Diese können auch dadurch auftreten, dass ein Browser nach Nutzeranweisung keine Cookies akzeptiert oder der Nutzer diese löscht. Weil die Messmethode aber Standard ist, können und müssen solche Fehler akzeptiert werden, auch weil sie bei jedem auftreten können. Es kommt weniger auf eine exakte Zahl, als vielmehr auf einen Trend an.

    Die einzigartigen Besucher werden bei Google Analytics als Nutzer (User) betitelt.

  3. Anzahl der wiederkehrenden Besucher
    Das Gegenteil der einzigartigen Besucher sind die wiederkehrenden Besucher innerhalb eines festgelegten Zeitraums. Dabei handelt es sich um die Stammbesucher. Und genau sie machen die Betrachtung dieses Werts so interessant. Schließlich freut sich jeder über möglichst viele möglichst treue Besucher.

    Die Steigerung der Quote wiederkehrender Besucher sollte deshalb dein dauerhaftes Ziel sein. Ist die Zahl jedoch zu groß, musst du der Frage auf den Grund gehen, warum du keine neuen Besucher hinzugewinnst. Wachstum ist nämlich mindestens genauso wichtig. Und deshalb ist das Ergebnis erste optimal, wenn sich die Zahl der neuen und die Zahl der wiederkehrenden Bescher ein stetiges Wettrennen liefern.

  4. Seitenaufrufe (Page Impressions, Page Views)
    Ein Internetangebot besteht meistens aus mehreren einzelnen Webseiten. Für die Kennzahl Seitenaufrufe wird jede einzelne geladene Seite gezählt. Ruft ein Besucher also deine Startseite auf, klickt von dort über die Navigation auf eine Unterseite und dort wiederrum über eine interne Verlinkung auf eine weitere Unterseite, so hat er drei Seitenaufrufe generiert. Die Erfassung erfolgt in der Regel ohne Zuordnung zu einem bestimmten Besucher.

    Um die Bedeutung der Kennzahl einschätzen zu können, hilft es sich die technische Grundlage vor Augen zu führen. Historisch war nämlich jede Aktion auf einem Internetangebot mit dem Laden einer HTML-Seite verbunden. Aufgrund dieser Tatsache waren die Page Impressions lange Zeit die Messzahl überhaupt für die Aktivität der Besucher.

    Durch neue Programmiertechniken jedoch ist heute nicht mehr unbedingt das Laden einer neuen Seite notwendig. Stattdessen können Bestandteile vom Server mittlerweile nachgeladen werden. So erfolgt der gesamte Kaufprozess in machen Online-Shops beispielsweise so, dass die einzelnen Schritte der Kaufabwicklung nacheinander auf- und zugeklappt werden, statt jeweils eine neue Seite zu laden.

    Trotz der veränderten technischen Gegebenheiten sind die Seitenaufrufe in der täglichen Praxis nach wie vor eine bedeutende Größe. Dass hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sie weiterhin auch für die Preisgestaltung von Online-Werbung über den Tausend-Kontakt-Preis (TKP) eine wichtige Rolle spielen.

    Page Impressions müssen mit Verstand, am besten in Kombination mit anderen Kennzahlen, gedeutet werden. Eine hohe Zahl kann für die Attraktivität deines Internetangebots sprechen. Sie kann jedoch auch bedeuten, dass man sich auf ihm schlecht zurechtfindet. Steigt die Zahl der Impressionen plötzlich, kann das bedeuten, dass auf einer populären Webseite ein Verweis zu einer deiner Seiten gesetzt wurde. Es kann aber auch sein, dass plötzlich unnatürlich viele automatische Zugriffe erfolgen, über deren Ausschluss du nachdenken musst.

    Anhand der Seitenaufrufe kann man auch herausfinden, welche Seiten innerhalb eines Internetangebots besonders häufig aufgerufen werden. Diese besonders beliebten Seiten eignen sich zum Beispiel hervorragend um die Reichweite von Werbeanzeigen zu erhöhen. Besonders wenig besuchte Seiten bergen offensichtlich Verbesserungspotential und müssen deshalb überarbeitet werden.

Im zweiten Teil geht es unter anderem um die Absprungrate und die Konversionsrate.

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16 Gedanken zu „8 wichtige Kennzahlen zur Erfolgsmessung deiner Website und was sie bedeuten – Teil 1“

  1. Hallo,

    wo wir schon beim Thema Analytics und Kennzahlen sind. Da gibts doch auch die Möglichkeit den Adsense-Verdienst pro Seite auszuwerten. Früher war diese Option da, aber jetzt ist dieses Menü bei mir weg. Die Verknüpfung zu Adsense ist aber da und bestätigt.

    Habt Ihr ne Ahnung, wie man diese Zahlen herbekommt?

    Danke und Grüße
    Peter

    Antworten
  2. Sehr interessanter und ausführlicher Bericht! Da dieser Beitrag sich ja ausschließlich mit Analytics beschäftigt, wird es etwas ähnliches auch nochmal mit alternativen Analyse Programmen wie Piwik usw. geben? Fände es auch interessant bestimmte Dinge lieber ohne Google zu messen ;)

    Gruß Julian

    Antworten
  3. Hallo und einen schönen Dienstagnachmittag bei hoffentlich “lecker Kuuuuchen” :-)

    Ein wirklich sehr aufschlussreicher Artikel, der Spaß gemacht hat zu lesen. Wer eine Nischenseite betreibt, wie ich es selbst auch versuche, möchte natürlich gerne sehen, wer liest denn überhaupt meine Texte, schaut sich meine Grafiken an oder landet woher auch immer auf meiner Nischenseite. Demzufolge spricht man mit einer Beschreibung von Google-Analytics das Herz des Webmasters an.

    Obwohl ich mich mit dieser Thematik seit dem ersten Tag der Nutzung dieses Analysetools beschäftige, war es eine gute Idee die Hintergründe hinter jedem einzelnen Tool-Objekt einmal zu durchleuchten.

    …Nur eine Frage habe ich:

    Oben im Text heißt es “Maschinelle Zugriffe, beispielsweise durch Proxies und Spiders werden übrigens nicht erfasst.”

    Und weiter unten

    “Es kann aber auch sein, dass plötzlich unnatürlich viele automatische Zugriffe erfolgen, über deren Ausschluss du nachdenken musst.”

    Meine Verständnisfrage:

    Erfasst nun Google-Analytics automatische Zugriffe durch zum Beispiel Spider oder Suchmaschinen-Crawler oder doch nicht?

    Liebe Grüße

    joergmichael

    Antworten
    • Hallo joergmichael,

      ja Google erfasst die Besuche durch Crawler und Spambots. Diese kannst du aber wieder durch Filter in deinen Ansichten bereinigen, sodass du nicht Tage mit 150 Visits plus in deiner Statistik auswerten musst. Allerdings kann dies auch ziemlich nervenaufreibend sein, immer alles zu filtern bzw. die Filter im wieder zu aktualisieren. Vielleicht hat dazu hier jemand einen Tipp?

      Gruß Chris

      Antworten
  4. Es wird ja sicherlich seinen Grund haben, warum man von Analytics oft liest, dass es das beste kostenlose Statistik-Tool wäre.
    Allerdings vermisse ich in diesem Tool die sonst so vorbildliche Benutzerfreundlichkeit vieler Google Produkte. Für meine Begriffe ist das Ganze deutlich zu kompliziert im Backend aufgebaut. Ich finde mich dort nur schwer zurecht. Zum Beispiel musste ich erst per Google Suche nach einem Blogartikel suchen, um zu erfahren, wo denn in Analytics die Suchbegriffe aufgelistet werden, über die Benutzer auf die eigene Seite finden. Und dann steht da an erster Stelle diese “Not Provided” Geschichte. Also musste ich weiter recherchieren, um mich in dieses Thema einzulesen, usw.
    Ich finde es schade, dass das ganze Thema so kompliziert gestaltet ist.

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  5. Analytics ist schon toll – andere Tool wie Piwik aber auch. Nur Datenschutztechnisch gesehen ist GA total fatal. So viele nutzen Analytics und halten sich nicht an die vorgeschriebene IP anonymisierung. Dabei ist es ziemlich einfach. ( ga(‘set’, ‘anonymizeIp’, true); )

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  6. Guter Beitrag, vielen Dank !

    da ich nun schon seit vielen Jahren als Webmaster mein Glück probiere, werde ich nun den Schritt zur Selbständigkeit gehen. Da ich eine Vielzahl von Seiten habe kann ich alles was du hier schreibst unterschreiben. Es ist wirklich wichtig zu wissen wer einen besucht, warum und wie lang und ob er wiederkommt. Leider ist das nur mit Trackingtools möglich und die wiederum werden ja vom SEO Faktor abgestuft wenn Sie im Quelltext gefunden werden. Wie also tracken ohne SEO Verluste einzufahren ?

    Gruß sagt Daniel

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    • Wer sagt, dass Trackingtools sich negativ bzgl. SEO auswirken? Gibt heutzutage doch kaum noch eine Seite, auf der kein Google Analytics installiert ist. Wär außerdem doch irgendwie seltsam, wenn Google die Nutzung seines eigenen Tools abstraft.

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  7. ich arbeite mich gerade auch in das Thema Analyse ein…bei meinen analytics stelle ich in letzter Zeit immer häufiger fest, dass besucher von ganz komischen seiten zu mir kommen…zb.: santasgift ml….kann man solche seiten sperren, bzw. aus der analyse ausschließen?

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  8. ich habe wirklich unerwartet viele aufrufe auf meiner seite. das problem daran ist, dass sie alle aus russland oder usa kommen und nicht wirklich etwas mit der thematik zu tun haben können. hat da jemand eine idee wo der hase im pfeffer liegt?

    aber danke für den artikel! wieder mal sehr aufschlussreich

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    • Nicht unbedingt. Bei Shared Webspace liegen ja auch hunderte Websites auf der gleichen IP. Und wenn die Unterseite guten Content enthält, ist alles okay.

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