Praktische Tipps für höhere “Seiten pro Besuch”-Werte

Nachdem ich in den vorherigen Teilen dieser kleinen Artikelserie typische “Seiten pro Besuch”-Werte angesprochen und eine Auswertung von 96 Blogs diesbezüglich durchgeführt habe, möchte ich heute praktische Tipps zur Steigerung des “Seiten pro Besuch”-Wertes geben.

Dabei gehe ich unter anderem darauf ein, wie man diesen Wert misst und wie man die Optimierung am besten angeht.

Zudem gibt es eine lange Liste mit Optimierungsmaßnahmen.

Praxis-Beispiele

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Bevor ich zu den konkreten Tipps komme möchte ich noch etwas für eure Motivation tun. :-)

Vor dem Relaunch von Blogprojekt.de lag der “Seiten pro Besuch”-Wert bei im Schnitt 1,66. Nach dem Relaunch liegt dieser bei 1,85. Das ist eine gute Steigerung. Zudem sind die absoluten Seitenaufrufe in die Höhe gegangen, die Verweildauer leicht gestiegen und die Absprungrate gesunken.

Es gibt viele andere ähnlich positive Berichte. So findet man auf exclusiveconcepts.com einen Bericht darüber, dass eine Ladezeitoptimierung für einen Anstieg von 17% beim “Seiten pro Besuch”-Wert geführt hat.

Auf web-savvy-marketing.com hat ein Relaunch sogar einen Anstieg von 134% gebracht.

Natürlich hängt das Steigerungspotential von der jeweiligen Website ab und wie gut diese bisher optimiert war. Es gibt keine allgemein gültigen Werte, was man “herausholen” kann.

Klar ist allerdings, dass die in diesem Artikel aufgelisteten Optimierungsmaßnahmen und -tipps in der Regel zu einer Steigerung der aufgerufenen Seiten pro Besuch führen.

Analyse

Bevor man jedoch mit der Optimierung beginnt, gilt es den Ist-Zustand zu analysieren. Dafür eignet sich ein Web Analytics Tools, wie z.B. das von mir eingesetzte Google Analytics, sehr gut.

Den Wert “Seiten/Besuch” findet man unter dem Reiter “Besucher”.

Hier ist zum einen der Gesamtwert interessant, aber für genauere Analysen ist dieser zu grob. Schließlich ist Besucher nicht gleich Besucher.

Es lohnt sich mal genauer zu analysieren, wie das für einzelne Besucherquellen aussieht. Das findet man unter “Akquisition > Kanäle”. Falls es da deutlich Unterschiede gibt, ist das ein Ansatzpunkt zur Optimierung.

Auch die benutzte Technik (Browser, Betriebssystem …) kann Ansätze zur Optimierung bieten. Dazu schaut man unter “Besucher > Technologie > Browser und Betriebssystem” nach. Gibt es hier beim “Seiten/Besuch”-Wert einen Ausreißer nach unten, dann gibt es da vielleicht technische Probleme, die man beheben kann.

Die Einstiegsseiten sind ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit zur Analyse. Unter “Verhalten > Website Content > Zielseiten” wird angezeigt, welche Seiten/Besucher-Werte nach dem Einstieg über die einzelnen Seiten erzielt wurde.

Ist der Wert hier bei einer beliebten Einstiegsseite sehr niedrig, eignet sich diese Seite zur Optimierung. So wäre z.B. einen bessere interne Verlinkung eine Möglichkeit oder eine Senkung der Ladezeit dieser speziellen Seite.

Generell wird man aber vor allem den Gesamtwert für alle Besucher im Auge behalten und den Wert vor den Optimierungsmaßnahmen mit dem Wert danach vergleichen.

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Praktische Tipps für höhere “Seiten pro Besuch”-Werte

Im Folgenden liste ich Optimierungs-Tipps auf. Diese sind nicht nach Wichtigkeit geordnet.

  • Interne Verlinkung
    Wenn ein Leser auf einem Artikel, z.B. von Google, gelandet ist, dann sollte er idealerweise nicht nur den Artikel gut finden, sondern auch noch weitere dazu passende Artikel finden.

    Das erreicht man unter anderem, in dem man direkt im Artikel eigene passende Artikel verlinkt oder einen “Related Posts” (Ähnliche Artikel) Bereich einrichtet. Dafür gibt es Plugins.

    Gut funktionieren auch Artikelserien, bei denen die einzelnen Artikel miteinander verlinkt sind.

    Die beliebtesten und/oder die aktuellsten Artikel machen sich z.B. in der Sidebar sehr gut.

    Interessante Headlines sind in diesem Zusammenhang ebenfalls wichtig. Weckt die Headline, die ja normalerweise als Linktext verwendet wird, nicht das Interesse des Lesers, wird er nicht darauf klicken.

  • Ladezeit
    Ein wichtiger Faktor ist die Ladezeit. Darauf haben allerdings einer Menge Faktoren Einfluss.

    Setzt man zu viele Plugins ein, ist das nicht sehr gut. Manche Plugins sollte man gar nicht einsetzen, da sie sehr schlecht optimiert sind und langsam laden.

    Die Dateigröße der verwendeten Bilder ist genauso ein Faktor, wie zu viele eingebundene JavaScript- und/oder CSS-Dateien.

    Mittels des Google Tools PageSpeed Insights kann man die Ladezeit der eigenen Site analysieren und man bekommt zudem Verbesserungsvorschläge.

    Ein Caching-Plugin ist ebenfalls eine empfehlenswerte Sache, hat sich dies doch sehr gut auf meine Besucherzahlen ausgewirkt. Davon profitieren dann auch die Seitenaufrufe pro Besuch.

  • Weniger ist mehr
    Das ist zwar ein abgedroschenes Sprichwort, aber es aus 2 Gründen wichtig.

    Zum einen ist es einfach wahr, wie ich immer wieder feststelle. Die Usability und die Übersichtlichkeit steigen an, wenn man weniger Ablenkungen auf der eigenen Site hat.
    Überladene Header, zu viel Werbung, eine vollgepackte Sidebar usw. führen eher dazu, dass ein Leser wieder verschwindet.

    Der zweite Grund ist, dass man als Website-Betreiber meist genau zum Gegenteil tendiert. Das geht mir auch so. Die Zahl der Inhalte steigt, es gibt mehr Features usw.. Diese will man natürlich möglichst alle den Leser zeigen. Doch damit schafft man eine schlechtere Usability und sorgt am Ende meist für das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen wollte, nämlich mehr Seitenaufrufe pro Besuch.

    Eine Analyse-Methode dafür sind Heatmaps, die zeigen, wo die Leser hinklicken und wo nicht.

    Ich muss mich diesbezüglich auch schuldig bekennen. Hier im Blog werde ich demnächst an diesem Problem arbeiten. Erfolgreich war ich dagegen bereits auf Blogprojekt mit dem Relaunch.

  • Navigation
    Die Navigation soll die wichtigsten Inhalte und Bereiche verlinken. Je größer die eigene Site jedoch wird, umso schwerer wird es zu entscheiden, was in die Navigation soll.

    Hier kann es sich lohnen neben einer Top-Navigation mit den Hauptbereichen auch eine Bereichs-abhängige Sub-Navigation einzubauen. Man sollte es aber nicht übertreiben.

    Zudem sollten die Navigationspunkte klar und eindeutig sein.

  • Suchfunktion
    Eine Suchfunktion sollte auf jeden Fall vorhanden und leicht zu finden sein. Ein Teil der Besucher, die nicht sofort finden was sie suchen, nutzt die Suche und bleibt länger auf der Website.
  • Layout
    Das Thema Layout möchte ich nur kurz anreißen, da es doch sehr umfangreich ist.

    So trägt ein angenehmes und im Auge des Besuchers passendes Layout auf jeden Fall dazu bei, dass der Besucher ein besseres Nutzungserlebnis hat und etwas länger bleibt.

    Auch die Nutzung eines responsiven Layouts oder eine mobilen Website-Version kann die Seitenaufrufe pro Besuch steigern.

  • Externe Links
    Ich habe an sich nichts gegen externe Links, ganz im Gegenteil. Ich nutze allerdings “target=’_blank'” für externe Links, damit meine Seite im Browser erhalten bleibt.
  • Sneeze Pages
    Gerade wenn man auf der eigenen Website sehr viele Inhalte hat, sind die Besucher für eine Vorauswahl oft dankbar.

    Ich nutze hier im Blog unter anderem Sneeze Pages, auf denen ich die besten Artikel zu einem bestimmten Thema zusammenfasse.

    Auf diese Weise finden interessierte Leser genügend Lesestoff und bleiben oft länger und schauen sich mehr Seiten an.

  • Interaktive Elemente
    Eine weitere Möglichkeit den Seiten/Besuch-Wert zu steigern sind interaktive Elemente.

    Umfragen, Tools, Spiele oder ähnliches sorgen dafür, dass die Besucher mehr Seitenaufrufe generieren.

  • Besondere Seiten
    Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die besucherstärksten Seiten legen. Ist der “Seiten pro Besuch”-Wert hier besonders niedrig, lohnt sich eine Optimierung solcher Seiten ganz besonders.

    Ähnliches gilt für die Top-Ausstiegsseiten. Auch hier sollte man versuchen die Leser mit den beschriebenen Methoden zum Bleiben zu bewegen.

  • Beliebte Inhalte
    Natürlich spielt auch das Thema der Artikel eine wichtige Rolle. Bekommt der Leser nicht das was er erwartet oder ist die Qualität des Inhaltes nicht gut, dann verschwindet er schnell wieder.

    Deshalb sollte man besonders beliebte Inhalte analysieren. Einstiegsseiten mit hohem “Seiten/Besuch”-Wert scheinen besonderes interessante Themen zu behandeln, die man womöglich öfter behandeln sollte.



Zum Schluss noch 2 problematische Tipps, die ich nur mit Vorsicht nutzen würde:

  • Artikel aufteilen
    Ist ein Artikel zu lang, kann es durchaus Sinn machen diese in mehrere Teil aufzuteilen. Wenn man das allerdings übertreibt und am nur noch kurze Absätze auf den einzelnen Seiten hat, dann nervt das eher die Leser.
  • Bildergalerien
    Mit speziellen Bildergalerien wird ebenfalls oft versucht PageViews zu schinden. Dabei lädt für jedes Bild die Seite neu. Das ist meist ebenfalls nicht gerade nutzerfreundlich.

Diese Methoden findet man leider auf vielen größeren deutschen Portalen. Die Steigerung der PageViews wird mit dem Verärgern der Nutzer erkauft.

Ob das langfristig nicht eher schadet, ist hier die Frage.

Messen und Auswerten

Wichtig ist, dass man die vorgenommenen Änderungen und Optimierungen auch überprüft.

Deshalb sollte man möglichst nur jeweils eine Änderung vornehmen und dann nach 1-2 Wochen schauen, wie sich diese ausgewirkt hat.

Das ist wichtig, da nicht jede der oben vorgeschlagenen Änderungen immer den gleichen positiven Effekt erzielt.

Fazit

Zum Schluss dieser Artikelserie möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass der “Seiten/Besuch”-Wert nicht alles ist und nicht immer gleich wichtig ist.

Verkauft man Werbung nach TKP dann ist der Wert deutlich wichtiger als bei einer Affiliate-Website*, wo man mit einem Wert von 1,1 sehr zufrieden sein kann, wenn die Besucher alle sofort auf Affiliate-Links klicken.

Zudem ist es ein dauerhafter Prozess, da neue Inhalte, neue Layout-Elemente usw. sich immer wieder auf den “Seiten/Besuch”-Wert auswirken können.

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5 Gedanken zu „Praktische Tipps für höhere “Seiten pro Besuch”-Werte“

  1. Sehr schöne Tipps, die Du aufgelistet hast. Das Thema Ladezeiten hab ich mir für die nächsten Tage auf die ToDo-Liste geschrieben. Hier kann ich anscheinend noch einiges verbessern.

    “Weniger ist mehr” versuche ich auch immer umzusetzen. Hierbei kann man sich selbst als Referenz nehmen. Wenn man zu sehr vom Hauptinhalt der Seite abgelenkt wird, sollte man hier wirklich was ändern. Manche Inhalte in der Seitenleiste kann man ja beispielsweise rotieren lassen. D.h. man ändert die Inhalte nach einer vorgegebenen Zeit und versucht dabei, die Leiste nicht zu überfüllen.

    Ich bin gespannt, was Du in nächster Zeit ändern wirst, da du Dir ja, wie gesagt, an die eigene Nase fasst ;-)

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  2. Schöner Artikel.
    Ich hatte schon lange nicht mehr in mein Analytics Konto geschaut, da hat sich ja einiges getan. Ich werde versuchen deine Tipps umzusetzen.
    Finde ich immer wieder gut das du die ganzen Google Tools erklärst, leicht verständlich.

    Gruß

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  3. Schöne Zusammenstellung. Aus meiner Erfahrung ist die interne Verlinkung das beste Mittel, um den User durch die Seite zu führen und damit den “Seiten pro Besuch”-Wert zu erhöhen. In Blogs ist es ja üblich, wie auch hier bei Peer, dem Nutzer “Ähnliche Themen” vorzuschlagen, in Shops entsprechend “Ähnliche Produkte” (auch bekannt unter dem Begriff “Cross Selling”). Darüber hinaus sind Videos gut geeignet, um den Besucher für längere Zeit auf einer Seite (“Verweildauer”) zu halten.

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  4. Danke sehr !!!

    Nach Jahren mit “target=’_top’” bei externen Links, haben wir nach dem Artikel auf _blank umgestellt. Erst einmal konnten wir einen extremen Anstieg der Seiten je Besuch verzeichnen, danach gings zwar wieder runter, aber aktuell liegt er immer noch über dem Wert vor der Umstellung. Wahrscheinlich bleiben wir dabei.

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