Flat-File CMS – Schlanke Alternative zu WordPress

Flat-File CMS - Schlanke Alternative zu WordPressUm ein dynamisches CMS zum laufen zu bringen, braucht es viele kleine Systeme und vor allem eine externe Datenbank (MySQL). Letztere ist, gerade bei günstigen Hosting-Angeboten, allerdings häufig ein langsamer Flaschenhals, ein weiterer Umweg sowieso und zu allem Überfluss kennt sich mit MySQL auch kaum jemand aus. Crasht die Datenbank, steht ihr also vor den Scherben, ohne eine Ahnung von der Materie zu haben.

Ein Flat-File CMS ist, der Name verrät es bereits, sehr flach aufgebaut. Es kommt zwar vor, dass auch hier kleinere Datenbanktypen genutzt werden, aber oft werden die Inhalte einfach als Text-Datei in einem Ordner abgelegt. Das Flat-File CMS verbindet die simplen Inhalte dann mit dem jeweiligen Theme und erzeugt daraus einen Blog oder eine Website. Super simpel, extrem performant und entsprechend ressourcenschonend, vor allem wenn zusätzlich noch serverseitiges Caching zum Einsatz kommt.

Was ihr sonst noch über das Thema Flat-File CMS wissen müsst, welche Vor- und Nachteile es gibt und mit welchen Systemen ich selbst gerne arbeite, erfahrt ihr nun hier.

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Vor- und Nachteile eines Flat-File CMS

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Ein Flat-File CMS ist schnell, schlank und verzichtet auf Ballast. Das sind die Vorteile, die jeder kennt, doch die meisten haben einfach Angst sich auf etwas Neues einzulassen und sehen daher eher die Nachteile. Hier also zunächst einmal eine kleine Übersicht über eventuelle Vor- und Nachteile, die bei einem Flat-File CMS in Erscheinung treten können.

Vorteile

  • Extrem schnell und äußerst platzsparend
  • Keine komplizierte Datenbank, wie beispielsweise MySQL
  • Markdown wird direkt in Artikel verwandelt, Texter lieben das
  • Im Betrieb oft einfacher als WordPress, da simpler aufgebaut

Nachteile

  • Keine Plugin- oder Theme-Auswahl, wie bei WordPress
  • Installation und Einrichtung sind oft etwas komplizierter
  • Markdown ist für viele ein Vorteil, kann aber auch ein Nachteil sein
  • Kleinere Communitys, also potenziell weniger Hilfe von anderen Nutzern

Vorurteile & Mythen

Auch auf Vorurteile bzw. Mythen, die sich rund um das Thema Flat-File CMS ranken, möchte ich hier noch einmal kurz eingehen. Zum Beispiel auf den Mythos, dass es bei einem Flat-File CMS keinen Editor gibt. Ja, viele Flat-File-Systeme kommen ohne Admin-Interface aus, doch gerade die neueren versuchen eher den Spagat zwischen Komfort und Minimalismus zu meistern. Bei Bludit beispielsweise (siehe unten), kommt mit einem Plugin exakt derselbe Editor wie bei WordPress (TinyMCE) zum Einsatz. Dass ein Flat-File CMS also stets ohne Editor oder Admin-Interface auskommt, ist ein Mythos aus der Anfangszeit. Heute geht es eher darum, mit einem Flat-File CMS eine schnelle Alternative zu schaffen, für Webmaster die eben nicht viel benötigen und auf Überflüssiges verzichten wollen. Performance statt Features!

Ein weiteres, oft gehörtes Vorurteil ist, dass ein Flat-File CMS nicht erweiterbar ist. Auch das ist inzwischen einfach Quatsch. Bludit, Kirby, Pico und viele andere, lassen sich mit Plugins und Themes problemlos an die eigenen Wünsche anpassen. Gerade bei den Themes, ist das übrigens oft nicht komplizierter als bei WordPress. Ein absoluter Mythos also, dass sich ein Flat-File CMS nicht erweitern oder anpassen lässt.

Der letzte Mythos betrifft die WordPress-Nutzer. Die meinen nämlich oft, ein Flat-File CMS wäre ja viel zu kompliziert und WordPress wäre so wunderbar einfach. Dabei vergessen sie aber, dass ein Anfänger auch bei WordPress ein paar Tage braucht, bis er mit der Bedienung, den Updates, Plugins und Theme-Dateien zurechtkommt. In neue Systeme muss man sich eben immer erst einmal einarbeiten und sich an die Umstände gewöhnen, ein Flat-File CMS ist pauschal nicht komplexer als WordPress, nur anders.

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Meine beiden Flat-File CMS Favoriten

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich Kirby für mich entdeckt. Das Flat-File CMS war cleaner als die anderen, einfacher zu bedienen und besaß sogar einen simplen Editor. Heute sehe ich das anders, habe mich inzwischen aber auch wirklich durch sämtliche Systeme probiert. Viele haben dabei nach wie vor das Problem, dass sie für Anfänger eher abschreckend erscheinen. Andere sind zwar einfach aufgebaut, laufen dann aber wieder wenig performant.

Zwei Flat-File-Systeme haben es mir inzwischen aber besonders angetan und für beide habe ich bereits ein eigenes Theme auf die Beine gestellt, um zukünftige Projekte auf dieser Basis zu realisieren. Das funktioniert übrigens fast so wie bei WordPress, also mit einzelnen Theme-Dateien für die verschiedenen Inhaltstypen. Lasst euch also nicht abschrecken und probiert beide einmal aus.

Bludit – WordPress in schnell

Bludit ist ein Flat-File CMS, welches ich allen empfehle, die von WordPress kommen. Die deutsche Community ist im Forum und auf Github sehr aktiv und verbessert das CMS beständig. Mit der kommenden Version 3.0 (Download auf GitHub) wurde vieles komplett überarbeitet und Bludit ist damit noch einmal deutlich einfacher, effizienter und spannender als WordPress-Alternative geworden.

Schon im Auslieferungszustand ist außerdem alles dabei, um direkt zu starten. Vor allem die gelungene Dokumentation ist es außerdem, die beim schnellen Einstieg hilft und einige Themes und Plugins warten ebenfalls auf den Nutzer.

Flat-File CMS - Schlanke Alternative zu WordPress

Jeder der mit WordPress zurechtkommt, wird Bludit daher sofort lieben. Je nach Wunsch, gibt es mit TinyMCE sogar exakt den gleichen Editor wie bei WordPress, um Artikel zu schreiben, wobei standardmäßig allerdings lediglich Markdown aktiviert ist.

Für mich ist Bludit am Ende so etwas wie WordPress in schnell. Vor allem ist es aber entschlackter und verzichtet auf all den Ballast, den WordPress sich in den letzten Jahren angefressen hat. Bludit ist also ein wenig wie WordPress auf Diät. Ich selbst liebe das Flat-File CMS jetzt schon und bereite gerade mehrere Blogs und Websites auf Basis von Bludit 3.0 vor, welches aktuell noch ein wenig braucht, bis es final veröffentlicht wird. Perfekt eigentlich, um sich mit der aktuellen Version erst einmal einzuarbeiten und das System kennenzulernen.

Fazit: Wer ein Flat-File CMS sucht, welches so einfach wie WordPress ist und so schnell wie eine statische Website, der sollte sich Bludit unbedingt mal ansehen.

Pico – Markdown CMS für Coder

Warum ich Pico liebe? Weil es kein Admin-Interface hat. Bei Pico erstelle ich nur mein Theme und lade anschließend Markdown-Dateien in den Content-Ordner hoch. Jede Datei wird automatisch in einen Artikel umgewandelt.

Am Anfang wirkt das umständlich, entpuppt sich aber sehr schnell als kleine Offenbarung für kleine Projekte oder Landing Pages, bei denen eh nicht so viel Content eingepflegt wird. Die Performance ist dementsprechend hoch, die Handhabung ideal. Die meisten Texter schreiben mittlerweile eh in Markdown und können die Artikel dann direkt speichern, hochladen, fertig. Kein nachträgliches Formatieren, nichts. Das mag ich an Pico.

Flat-File CMS - Schlanke Alternative zu WordPress

Für alle Neulinge, wird direkt beim Aufruf außerdem eine Beispielseite angezeigt und wie man einen Blog erstellt, ist auch nicht so kompliziert, wie es zunächst scheint. Ja, bei Pico müsst ihr euch etwas reinfuchsen, weil es eben kein Admin-Interface gibt, erlebt dann aber auch ein sehr schnelles und minimales CMS. Das mag ich, wobei sich Pico eben vor allem dann auszahlt, wenn nicht ständig neue Artikel hinzugefügt werden

Fazit: Kein Admin-Interface und ausschließlich Markdown, das schreckt viele ab. Ich liebe es, weil es kleine Projekte besonders unkompliziert und schnell macht. Wer davor keine Angst hat, bekommt mit Pico ein super Flat-File CMS.

Wofür sich ein Flat-File CMS eignet

Ein Flat-File CMS ist immer dann stark, wenn es minimal sein soll. Oder anders gesagt: Wer durch die Stadt fährt, kauft sich einen Golf und keinen Ferrari. Das heißt nicht, dass der Golf (in diesem Falle das Flat-File CMS) keine Annehmlichkeiten in Form von Plugins und Themes bereithalten kann. Es heißt aber, dass ihr keine dreihundert fahren könnt, dafür allerdings auch deutlich weniger Benzin verbraucht.

Eigentlich hat diese Metapher nun schon alles gesagt. Hier sind dennoch drei Punkte, für die sich ein Flat-File CMS eignet und drei, für die es eher nicht in Frage kommt.

Dafür ist ein Flat-File CMS ideal

  • Simple Blogs und einfache Websites
  • Schnelle Landing Pages und Portfolios
  • Alles was performant und schlicht bleiben soll

Hierfür solltet ihr etwas anderes nutzen

  • Community-Seiten mit Forum und Nutzerprofil
  • Portale die umfangreiche Funktionen bereitstellen
  • Wenn eine große Plugin- und Theme-Auswahl wichtig ist

Meine Meinung zum Thema Flat-File CMS

Am Ende ist es doch so: WordPress installieren, um daraus eine simple Landing Page zu bauen oder einen schlichten Blog zu realisieren, ist vollkommen überflüssig. Die meisten Nischenseiten, Blogs, Firmenseiten oder Landing Pages auf Basis von WordPress, brauchen das CMS schlichtweg nicht. In der Regel kommt es nur deshalb zum Einsatz, weil es sehr einfach ist und viele Plugins und Themes bietet. Es ist aber eben auch wenig performant und viel zu groß für einfache Websites, was häufig und gerne übersehen wird. Auch die Plugin- und Theme-Auswahl führt häufig nur dazu, dass Anfänger allerlei Unsicherheiten oder Performancebremsen installieren. Ein besonders großer Umfang ist nicht immer von Vorteil.

Hier kommen wir nun zum Flat-File CMS. Das erzeugt mit minimalen Ressourcen einen Blog, eine Website oder eine Landing Page. Wie WordPress, nur ohne Datenbank und Dynamiken. Verzichten müsst ihr dabei auf die unendlich vielen Themes und die tausenden von schlecht programmierten Plugins, doch beides gibt es in kleiner Zahl auch für ein Flat-File CMS. Und Weil Performance heute alles ist, habt ihr am Ende eine minimalere, funktionelle und deutlich schnellere Website, die auch auf einem viel kleineren Hosting-Paket, noch hervorragend funktioniert. Schlecht ist das nicht, oder?

Wer wirklich mehr will, bekommt Themes und Plugins inzwischen auch für das gewählte Flat-File CMS oder lässt es sich für kleines Geld programmieren, denn so komplex sind die Systeme meist gar nicht. Wer sich ein bisschen reinfuchst und die Angst vor dem Neuen verliert, merkt das übrigens sehr schnell.

Mein Tipp: Probiert meine beiden Empfehlungen oben doch einfach mal unverbindlich aus. Beide stehen exemplarisch für das, was ein Flat-File CMS heutzutage sein kann. Das eine mit Admin-Interface, das andere extrem minimal.

Kennt und nutzt ihr Flat-File Content Management Systeme?

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15 Gedanken zu „Flat-File CMS – Schlanke Alternative zu WordPress“

  1. Eine weiteres Problem: WordPress läuft oft auf demselben Server wie die Webseite.
    Ist WordPress angreifbar, ist es damit auch die Webseite selbst.
    Besser ist eine Trennung von Inhaltserstellung und Auslieferung, wie es ja schon viele statische CMS bieten (Hugo, Jekyll z.B.).

    Antworten
  2. Hallo David,
    danke für diesen Artikel über Flat-File Systeme. Habe schon länger damit geliebäugelt weil WP in vielen Fäller Overkill ist
    Nun also heute Abend Bludit runtegeladen und auf einer meine kleinen NIschenseiten installiert. Ist rasend schnell und wird bestimmt gut werden. Muss noch einiges umkonfigurieren – die nächsten Abende werden somit besdtimmt nicht langweilig.

    Antworten
    • Freut mich, dass es passt. Sehe ich ganz ähnlich und auch wenn es hier und da etwas Umdenken erfordert, kommt es WordPress, auch wegen dem Editor beispielsweise, sehr nah, sodass man gut zurechtkommt. Viel Erfolg dabei!

      Antworten
  3. Die zwei genannten kannte ich (überraschenderweise) noch gar nicht. Ich setze immer mal wieder kleine Affiliateprojekte ohne Analytics, Cookies und großen Inhalten um, die rein auf Geschwindigkeit optimiert sind. Da hole ich zwar aus WordPress schon viel raus, aber vieleicht geht es ja noch schneller.

    Antworten
  4. Netter Beitrag, meiner persönlichen Meinung nach sind flat-filebasierende CMS-Systeme für kleinere Projekte ideal bzw. besser zu handeln als WordPress. Bludit wurde bereits erwähnt, finde dieses System auch nicht schlecht: http://www.cmsimple-xh.org oder dieses hier: http://www.cmseinfach.de (arbeitet mit einer SQLite-DB). Was die Performance betrifft, so schneiden Content-Management-Systeme ohne SQL deshalb besser ab, weil sie einfach schneller sind.

    Antworten
  5. Ich hoffe das ist hier nicht fehl am Platz. Aber aus Mangel an einfach zu nutzenden Alternativen habe ich singlecms.com programmiert.

    Meistens nenne ich es sogar ein single file cms, da nur eine einzige Datei auf die Webseite hochgeladen werden muss.
    Würde mich freuen wenn ihr es euch mal anseht und mir feedback gebt ob und wie es euch gefällt.

    Der setup ist wirklich sehr einfach:
    1) Eine .php Datei auf den Server hochladen
    2) 3 Zeilen code in eine vorhandene Seite einbinden
    3) Voila! Ihr könnt nun eure Blöcke editieren und das ohne jemals euere Frontend UI zu verlassen

    Auf der Webseite habe ich auch nochmal ein kurzes Demo Video welches zeigt das es tatsächlich weniger als 5 minuten für den Setup braucht.

    Danke!
    Simon

    Antworten
  6. Ich betreibe zwei große Webseiten mit einem FlatfileCMS und habe dort 1 – 2 Mio Leser im Jahr. Der Einsatz von WordPress kommt für mich schon lange nicht mehr in Frage.
    Gruss Oliver

    Antworten
  7. Ich würde gerne zu einem “schlanken” Flat-File-System wechseln. Der wichtigste Grund, warum ich das nicht kann, ist, dass ich meine Seiten über Shop-Apis (Amazon, Ebay, …) monetarisiere. Hierfür bedarf es eines guten Plugins und das gibt es nun einmal nur für WordPress. Ohne solch ein Plugin würde ich wesentlich ineffizienter Publisher sein können.

    Ich denke, ich werde daher noch viele Jahre bei WordPress bleiben.

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  8. Mittlerweile hat sich die so genannte “Alternative zu WordPress” zu einem wirklich ernst zu nehmenden Produkt verwandelt. Bludit ist mit der neuen Version 3.10 deutlich leistungsstärker geworden.

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  9. Ein sehr guter Artikel,

    Kirby finde ich persönlich nicht so gut.
    Ich nutze für meine Website und Projekte das flat file CMS mozilo. Gerade für Einsteiger kann ich es empfehlen, da es super einfach und intuitiv aufgebaut ist. Im Backend ist auch eine komplette Dokumentation erreichbar. Falls man doch mal ein Problem hat findet man im Community Forum schnell Hilfe.

    Antworten
  10. öööhm, ich würde sagen, ein Leser erkennt auf meinen Seiten keinen Unterschied ob der Blog mit WordPress oder Bludit betrieben wird. Es gibt exakt die selben Funktionen wie auch in WordPress. Ok ok, die relationale Datenbank fehlt, jedoch habe ich auf meinen Webseiten (ca. 1.2 Mio Leser pro Jahr) den Performancegewinn einer Datenbank nicht vermisst. Die großen Namen wie WordPress und co sind sicherlich überaus beliebt, jedoch sind sie auch bei Hackern sehr beliebt. Gerade der letzte Zwischenfall in einem WP-Theme (do_reset_wordpress) hat gezeigt, das der Betreiber einer WordPress Seite kaum Einblick in die leichtfertig installierten Plugins und Themes hat. Das ist ein großes Risiko!

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  11. Hallo,
    Ich bekomme bei Pico trotz mehtfacher Versuche kein anderes theme als das default theme zum laufen. Nur mit dem Eintrag des anderen theme Namens in .config/config.yml und Erstellen einer Datei pico-theme.yml im neuen verzeichnis in ./themes (bei meimen letzten Versuch skelepico) scheint es nicht getan zu sein. Meine index.md wird zwar angezeigt, aber nicht mit dem gewüschten theme Layout. Hast Du da Anregungen oder weitere Informationen? Verstehe gut Engl. Aber auch die pico Seiten bringen mich nicht weiter.

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