HTTP/3 – Ein neuer Standard kommt und was du jetzt schon wissen solltest!

HTTP/3 - Ein neuer Standard kommt und was du jetzt schon wissen solltest!HTTP/3 kommt und die Frage vorab ist, ob ihr euch noch an die Einführung von HTTP/2 erinnert. Die meisten kennen HTTP/2 nur von der zwingenden SSL-Verschlüsselung, denn auch wenn die Technik durchaus ohne SSL möglich gewesen wäre, so wurde die Verschlüsselung als Grundvoraussetzung der Browser implementiert. HTTP/2 funktionierte also nur dann, wenn entsprechend verschlüsselt wurde.

HTTP/2 machte aber vor allem eines: Es beschleunigte den Seitenaufbau massiv. Denn wo HTTP/1.1 quasi eine Datei nach der anderen herunterlud und sich bei mehreren Downloads schnell selbst blockierte oder verschluckte, konnten mit HTTP/2 nun alle Dateien gleichzeitig geladen werden, ohne irgendwelche Blockierungen oder Flaschenhälse, wie zuvor.

Damit wurden alte Optimierungstipps, wie das zusammenlegen mehrer CSS-Dateien, ad acta gelegt und es kam ein neuer Schwung in Sachen Performanceoptimierung zustande, denn plötzlich ging es wieder um Pa­r­al­le­li­sie­rung und Pri­o­ri­sie­rung der einzelnen Dateien und Inhalte. Leider war HTTP/2 aufgrund der Verschlüsselung per se aber trotzdem langsam, weil diese viele Vorteile in Sachen Performance wieder zunichte machte.

Und jetzt ist am Horizont schon HTTP/3 zu sehen und der neue Standard bringt wieder ein paar Neuerungen mit sich. Welche das sind bzw. was HTTP/3 überhaupt ist, darum geht es in dem heutigen Artikel.

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HTTP/2 + QUIC = HTTP/3

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Ganz kurz zur Einführung. HTTP bedeutet HyperText Transfer Protocol und ist das Protokoll zum Übertragen der Daten vom Server zum Browser, wenn man es einfach sagen möchte. Bis vor wenigen Jahren gab es noch HTTP/1.1, bevor dann endlich die moderne Ablösung mit HTTP/2 kam, die auch dringend nötig war, schließlich hatte sich der Datenverkehr, mit all den Videos und großen Dateien, über die Jahre dann doch ein wenig verändert. Jetzt steht HTTP/3 in den Startlöchern.

HTTP/3 wird dabei HTTP/2 und das Protokoll QUIC miteinander verbinden. Man könnte sagen, es setzt HTTP/2 konsequenter um. QUIC stammt ursprünglich von Google und sollte damals schon das Protokoll der Zukunft werden. Anders als HTTP basiert QUIC nicht auf TCP, sondern auf UDP, was bislang vor allem bei schnellen Übertragungen, beispielsweise Videostreaming zum Einsatz kommt.

HTTP/3 wird nun beides miteinander verbinden, erbt also die Vorteile von HTTP/2 und erweitert sie durch die neuen Möglichkeiten von QUIC. Diese möchte ich hier noch einmal kurz auflisten.

HTTP/3 Vorteile im Überblick

  • Kommunikation über einen einzigen Kanal. Es kommt nicht mehr zu vielen Einzelverbindungen, sondern die Verbindung bleibt bestehen. Auch wenn Geräte im Netzwerk komplett gewechselt werden (Smartphone zum Laptop oder zurück), bleibt die Verbindung aufrecht und muss nicht erneut angefragt werden. Es handelt sich also um eine persistente Verbindung, die mittels 64-Bit-Kennung eindeutig bleibt.
  • Es gibt, anders als bei TCP, keine Warteschlangen mehr. Die Datenpakete folgen also keiner festen Reihenfolge und wenn Pakete mal verloren gehen (kommt vor), führt das grundsätzlich nicht zu einem Stop oder eine Blockierung des Ganzen (Head-of-Line Blocking), sondern alles läuft wie gewohnt weiter.
  • Daten lassen sich priorisieren, sodass Datenpakete bevorzugt behandelt werden können, wenn dies von der jeweiligen Anwendung gewünscht wird. So lassen sich Übertragungen viel besser und sinnvoller sortieren.
  • Ein Server Push ist möglich, was bedeutet, dass der Browser Daten empfangen kann, noch bevor diese überhaupt konkret angefragt wurden. Auch das bringt viele Vorteile bei der Lastenverteilung großer Anwendungen.
  • Die Verschlüsselung und Authentifizierung einer Verbindung wird direkt übernommen und, anders als bisher, werden auch Verbindungsmetadaten verschlüsselt. HTTP/3 ist also noch sicherer.

Wie eben schon erwähnt, verbindet HTTP/3 die Vorteile von HTTP/2 und QUIC miteinander, um so eine Art ultimatives Protokoll für die Zukunft zu erschaffen. Das soll vor allem mit den steigenden Datenströmen zurechtkommen und auch große Daten fehlerfrei übertragen können.

Gerade Themen wie das Videostreaming machen den neuen Standard auch notwendig. Wir versenden allgemein immer mehr Daten, gleichzeitig sind wir mehr und mehr auf Stabilität angewiesen. Der Verlust einzelner Pakete darf also nicht mehr die gesamte Strecke blockieren. HTTP/3 stellt das mehr oder weniger sicher.

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HTTP/3 jetzt schon nutzen?

Theoretisch ist HTTP/3 jetzt schon nutzbar und QUIC ist bereits seit Jahren aktiv bei Google und anderen im Einsatz. Ihr braucht nur den richtigen Server und einen Browser, der den neuen Standard bereits implementiert hat.

HTTP/3 - Ein neuer Standard kommt und was du jetzt schon wissen solltest!

Das sind derzeit Firefox und Chrome in ihrer jeweiligen Entwickler-Version. Wer damit herumspielen möchte, muss HTTP/3 allerdings händisch aktivieren und kann noch mit entsprechenden Bugs rechnen.

Der neue Standard kommt, wann genau ist aber noch unklar. Derzeit befindet er sich bei der Internet Engineering Task Force (IETF) und wird dort zukunuftsicher standardisiert. Die gute Nachricht für Blogger und Nischenseitenbetreiber ist außerdem, dass es diesmal nicht so viel zu beachten gilt, wie das noch bei HTTP/2 der Fall war. Das sorgte nämlich dafür, dass viele mit HTTP/2 überfordert waren. Das wiederum sorgte wohl, zumindest laut W3Techs, dafür, dass die Verbreitung mit 42.7 Prozent derzeit nicht so groß ist, wie sie sein sollte.

War der Wechsel zur SSL-Verschlüsselung damals für viele ein Problem, weil sie sich mit solchen Dingen nicht auskannten, wird es so etwas beim Wechsel auf HTTP/3 wohl nicht mehr geben. Hier findet alles auf Server- und Browserebene statt, sodass Webmaster sich nicht gezielt um neue Techniken oder eben die Verschlüsselung kümmern müssen. Die Verschlüsselung gehört seit HTTP/2 aber dazu, ist also auch bei HTTP/3 wieder Vorraussetzung.

Zum Glück, denn ich erinnere mich noch gut daran, wie viele von dem SSL und HTTP/2 Thema komplett überfordert waren und sich verzweifelt bei mir meldeten. Das wird sich bei HTTP/3 wohl nicht wiederholen. Hier wird, grob gesagt, einfach nur alles besser und schneller, ohne dass ihr Mehrarbeit oder Kopfschmerzen bekommt. Statt zu zittern, dürft ihr euch also darauf freuen, wenn der neue Standard das Licht der Welt erblickt und eure Verbindungen wieder einmal effektiver und schneller werden lässt.

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