Mobile First – Muss man sich in Zukunft vom Desktop Webdesign verabschieden?

Mobile First - Muss man sich in Zukunft vom Desktop Webdesign verabschieden?Mobile First ist ein Thema, welches seit Jahren in der Webdesign-Branche diskutiert wird.

Während dies vor einigen Jahren sicher noch ein wenig Zukunftsmusik war, ist es nun die harte Realität, der man sich als Website-Betreiber stellen muss.

Was Mobile First genau bedeutet, wie die mobile Nutzung meines Blogs aussieht und was das alles für die Zukunft bedeutet, erfahrt ihr im Folgenden.

Was ist Mobile First?

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Mobile First kommt aus dem Webdesign und beschreibt die Entwicklung vom Smartphone aus. Als erstes wird also die mobile Nutzungserfahrung/das mobile Design entwickelt, um auf dem Smartphone optimal zu funktionieren.

Erst danach werden Erweiterungen und Anpassungen vorgenommen, damit die Website auch auf dem Tablet und dem Computer optimal funktioniert und die dortigen zusätzlichen Möglichkeiten ausnutzt.

Das steht also der klassischen Entwicklung von Websites früherer Tage entgegen, bei der man erstmal am Computer-Monitor die Websites entwickelt hat und dann später mehr oder weniger gut eine mobile Anpassung vorgenommen hat.

Damit haben sich auch ein paar neue Schwerpunkte ergeben, die deutlich stärker beachtet werden müssen, z.B. die Ladezeit. Vor ein paar Jahren hat man sich noch gesagt, dass man durch die starke DSL-Verbreitung nicht mehr so sehr auf die Größe der Website-Dateien achten muss. Das hat sich inzwischen umgekehrt, da unterwegs mit dem Smartphone jedes Byte zählt.

Internet-Nutzung – Vom Computer zur Smartphone

Viele Website- oder Blogbetreiber halten den großen Hype um die mobile Internetnutzung für überzogen, aber die Tendenz ist eindeutig.

Selbst bei meinem Blog Selbstaendig-im-Netz.de ist eine deutliche Entwicklung zu sehen. Der folgenden Chart zeigt die Anteile von Desktop-, Mobile- und Tablet-Nutzern jeweils im April der letzten 5 Jahre:

Mobile First - Muss man sich in Zukunft vom Desktop verabschieden?

Eindeutiger könnte eine Entwicklung wohl kaum sein. Noch immer machen bei mir die Desktop-Nutzer zwar die Mehrheit aus, aber bei dieser Entwicklung könnte das in einem Jahr (spätestens 2019) schon anders sein.

Und viele andere Websites verzeichnen bereits deutlich mehr mobile Nutzer, als PC-Besucher. So z.B. der Blog pinchofyum.com, den ich vor kurzem ausführlich analysiert habe.

Ende letzten Jahres lag der Anteil der mobilen Nutzer dort bei 59,81 %, während lediglich 27,51% der Besucher über einen PC kamen. Die restlichen waren Tabletnutzer.

Und so sieht es mittlerweile bei sehr vielen Websites, Blogs und Shops aus, auch wenn an diesen beiden Beispielen schon klar wird, dass es sehr stark auf die Inhalte und das primäre Ziel der Website ankommt.

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Muss man in Zukunft Mobile First designen?

Die Tendenz ist also ganz klar und dem hat mittlerweile sogar Google als immer noch größte und wichtigste Suchmaschine Rechnung getragen. Ende vergangenen Jahres hat Google den mobilen Index zum Hauptindex gemacht.

Das bedeutet, dass Google in Zukunft vor allem darauf schauen wird, wie gut eine Website für die mobile Nutzung optimiert wurde und erst danach die Desktop-Variante begutachtet. Bei der Einordnung einer Website in den Index spielen demnach die mobilen Faktoren in Zukunft ein viel größere Rolle.

Allerdings sollte man Mobile First nicht nur technisch sehen. Content und Nutzenverhaltung spielen eine mindestens ebenso große Rolle, weshalb man diese Bereiche sehr gut analysieren sollte.

Beim Mobile First Webdesign kommt es darauf an, das Wesentliche zu präsentieren und den Besuchern genau das zu bieten, was sie suchen, ohne Ablenkungen. Dass das gerade bei recht großen Websites und Blogs nicht einfach ist, weiß ich aus eigener Erfahrung.

Das Webdesign muss zur Zielgruppe passen, was aber auch bedeutet, dass es nicht in jedem Fall Sinn macht auf Mobile First zu setzen. Manche komplexeren Anwendungen (z.B. im B2B-Bereich) sind auf dem Smartphone einfach nicht gut nutzbar.

Deshalb muss man die bisherigen Statistiken analysieren, die eigenen Nutzer genauer studieren und die eigene Branche beobachten.

WordPress und Mobile First

Ich nutze für alle meine Websites und Blogs WordPress und deshalb stellt sich mir die Frage, wie es mit Mobile First bei diesem CMS aussieht. Ist dies wirklich schon ein wichtiges Thema?

Klar ist, dass es immer mehr Themes gibt, die auf dem Smartphone sehr gut funktionieren. Jedes heute veröffentlichte Theme ist responsive und bietet damit sowohl am Computerbildschirm, als auch auf dem Smartphone-Display eine gute und passende Darstellung.

Doch diese Herangehensweise ist noch lange nicht Mobile First. Blog-Betreiber sitzen zum Großteil immer noch hauptsächlich am PC und gestalten ihre Inhalte. Ein wirkliches Umdenken, um an erster Stelle an die mobilen Nutzer zu denken, hat meiner Meinung nach noch nicht in größerem Umfang stattgefunden. Da schließe mich mich selbst nicht aus.

WordPress selbst geht zwar mit den Standardthemes in den letzten Jahren in diese Richtung und hat erst kürzlich mit Twenty Seventeen ein sehr gutes Theme für die mobile Nutzung veröffentlicht, aber das ist nur die halbe Miete.

Die technische Basis für Mobile First ist bei WordPress also vorhanden, aber den eigenen Blog in erster Linie wirklich aus der Sicht der Smartphone-Nutzer zu sehen und zu gestalten, in meist noch nicht der Fall.

Dagegen ist aktuell die Hauptvorgehensweise der Versuch einen guten Spagat zwischen Desktop-Darstellung (mit allem, was man drin haben möchte) und einer abgespeckten mobilen Version hinzubekommen. Das ist besser als nichts, aber die Frage stellt sich, wie lange das noch gutgeht.

In Zukunft also nur noch Mobile First?

Ich bin kein Freund pauschaler Aussagen. Deshalb kann ich auch hier nur sagen, dass es darauf abkommt. Für sehr viele Websites und Blogs wird es in der Tat in Zukunft sinnvoll sein, im ersten Schritt die mobile Variante zu planen und sich erst im zweiten Schritt an die Anpassung für die Desktop-Nutzer zu machen.

Dabei stehen wir aber noch recht weit am Anfang. Während den meisten klar ist, dass es heute ein responsive Design braucht, ist die Denkweise Mobile First noch nicht so weit verbreitet.

Doch gerade jene Betreiber, die schon jetzt mehr mobile Nutzer als Computer-Besucher haben, sollten ihre Herangehensweise überdenken. Auch hier sollte und muss man nicht alles bisherige über den Haufen werfen. Aber nach und nach sollte man sich bei Änderungen, Erweiterungen und so weiter daran gewöhnen, dies im ersten Schritt aus der Sicht der mobilen Nutzer zu sehen.

Eure Meinung

Mich würde interessieren, wie ihr zu Mobile First steht. Ist das für euch nicht mehr als ein Buzzword oder habt ihr eure Website oder euren Blog bereits primär für Smarthone-User gestaltet?

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14 Gedanken zu „Mobile First – Muss man sich in Zukunft vom Desktop Webdesign verabschieden?“

  1. Ich denke, es muss nach wie vor eine hübsche Desktop-Variante geben, weil Mobile Design auf dem Desktop eben nichts ist was gut aussieht oder beeindruckt. In Zukunft müssen wir uns aber dennoch an Mobile First halten, weil die Umwandlung eines mobilen Designs an Desktops schlichtweg einfacher ist, als ein Desktop Design für Mobilgeräte nutzbar zu machen.

    Die Herausforderung ist also, umfangreiche Websites, wie auch diese hier, Mobil nicht nur einfach nutzbar zu machen, sondern so zu gestalten, dass alle Inhalte auch wirklich konsumierbar sind. Daran scheitern viele, denn Responsive Design macht komplexe Websites vielleicht Mobile Ready, aber dadurch sind sie oft trotzdem nicht angenehm zu lesen.

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  2. Ich persönlich denke, dass es vor allem auf das Thema der Seite ankommt. Bei Info-Seiten, wie auch “Selbständig im Netz” eine ist und Peer es in seinem Chart aufzeigt, wird der Trend wohl mehr und mehr in Richtung Mobile Design gehen (müssen). Viele lesen eben von unterwegs, in Pausen oder auch abends auf dem Sofa mit dem Tablet oder dem Handy gerne im Internet.

    Auf meiner Seite kann ich den Trend nicht wirklich erkennen. Die Mobile Nutzer liegen bei rund 6%, was natürlich dem Thema der Seite geschuldet ist. Für mich ist Responsive-Design auf jeden Fall wichtig, aber Desktop-Design geht, zumindest im Moment, noch vor.

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  3. Bei WordPress-Seiten verlasse ich mich auf das repsonsive Grunddesign von denen. Da sieht die mobile Version eigentlich genuso gut aus. Allerdings habe ich die Bilder bei neuen Beiträgen auf Quadrat umgestellt. Weil eigentlich wäre ja hochformat für mobil noch besser, aber so habe ich eine für beide Versionen akezptable Lösung.

    Alle anderen Seiten bekommen jetzt im Moment eine gesonderte, mobile Version programmiert.

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  4. Klar mobile First ist wichtig. Aber den eigentlichen Wiedererkennungswert einer Seite kommt fast nur auf Desktop rüber. Bis auf den Header bei mobile, sind ja kaum Branding Elemente sichtbar. War irgendwie schade und auch langweilig ist.

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  5. Ich finde es relativ egal, welche Variante man zuerst designt, aber wichtig, dass man sich beides mal unabhängig voneinander durchdenkt. Also nicht: Wie quetsche ich die Inhalte meiner Desktop-Version auf ein Smartphone-Display, sondern: Wie sollte eine optimale Version für Smartphone-Nutzer aussehen?

    Eine andere Frage, die sich mir stellt, ist die Monetarisierung im mobilen Design. Oft wird Werbung ja in der Seitenleiste untergebracht, und die fällt dann ja weg oder ist ganz unten. Klar kann man auch im Haupt-Content was bringen, gerade Affiliate-Links. Aber ein bisschen umdenken muss man da schon.

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  6. Es kommt auf das Thema an. Wer sich nur Infos aus dem Netz ziehen möchte, der wird das unter anderem auch mobile erledigen. Beim Shoppen oder bei der Reisebuchung zum Beispiel, ist ein Desktop-PC immer noch die meist genutzte Variante. Und das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern.

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  7. Also ich versuche meine Webseite für beide Endgeräte gut zu Optimierung und aussehen zu lassen. Damit hat man auch beides abgedeckt. Aber Grundsätzlich sollte man schon Mobilfirst optimieren

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  8. Ich denke mal mit einem guten Responsive-Theme macht man nichts falsch. Zumindest solange die Ladezeiten passen und der Google Page Speed für Desktop und Mobile in Ordnung ist. Speziell für mobile habe ich bis jetzt noch nicht.

    Was mir in diesem Beitrag ein wenig fehlt, ist die Mobile Optimierung mittels AMP. AMP soll ja einen ordentlichen Boost bringen und ein AMP Plugin ist mittlerweile bei jeder Worpress Installation bereits integriert.

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  9. Es wird stark auf das Thema ankommen und jeder Seitenbetreiber wird das individuell im Auge haben müssen. Dass das Smartphone den PC völlig ersetzt sehe ich nicht, allerdings wird der Anteil des Smartphones immer größer. Darum kommt es umso mehr auf den Inhalt an. Kurz was lesen, was man über Social Media gesehen hat ist am Smartphone leichter und ansprechender, anderes sicher über den PC. Meine Devise: Thema und Zielgruppe analysieren, Besucher analysieren, anpassen :-)

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    • Ich denke langfristig wird das Smartphone den PC im Konsumerbereich völlig ersetzen. Programmier, Designer,Gamer oder Businesskunden werden vielleicht noch ein Notebook oder PC benötigen aber nicht die Muttie mitte 40. Die PC Industrie kämpft jährlich mit einem Rückgang von 15% seit den letzten 3 Jahren und Smartphones wie das Galaxy S8 können jetzt schon durch das nutzen einer kleinen Station (DeX Station) den PC für Otto Normalverbraucher komplett ersetzen.

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  10. Spätestens, wenn der Traffic für den Monat aufgebraucht ist greift man auf den Desktop-PC zurück. Die Webseiten sehen auf dem PC viel besser aus, da sie auch am PC erstellt worden sind.

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    • Wobei ich viele kenne, die zu Hause im WLAN auch nur mit dem Smartphone im Netz sind. Und mittlerweile bekommt man meist 3 oder mehr GB pro Monat und das ist auch nicht so schnell aufgebraucht.

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  11. Ich verfasse mittlerweile alle Seiten im Mobile-First verfahren.

    Das beinhaltet auch die Strukturierung des CSS, das mmn. generell kleiner wurde mit @media min-with im vergleich zu max-width

    Mobile first bedeutet für mich jedoch keinesfalls, das auf Desktop User “vergessen” wird

    Aber auch hier sind die Zielgeräte unterschiedlicher den je – daher ist auch nicht mehr die Pixelgenauigkeit von so hoher Bedeutung sondern die Erhaltung des spezifischen Look & Feel der Präsentierung

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  12. Das ganze hängt auch stark von der Traffic Quelle ab. Auf unserem Blog beziehen wir sehr viel Traffic von Sozialen Medien wie Facebook. 90% aller User die von Facebook bei uns kommen, benutzen ihr Smartphone. Wir sind mittlerweile bei 69,26 mobile 23,50 desktop 7,24 tablet. Desweiteren Surfen die meisten Leute auf dem Weg zur Arbeit auf ihrem Smartphone.

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