Lange oder kurze Artikel – Was funktioniert besser?

Lange oder kurze Artikel - Was funktioniert besser?Kurze Artikel sind schnell geschrieben und bringen das wesentliche auf den Punkt. Lange Artikel dagegen scheint Google aktuell sehr zu mögen, weshalb viele Artikel tausende Wörter beinhalten. Welche dieser beiden Varianten funktioniert in der Praxis besser?

In diesem Artikel gehe ich dieser Frage nach und gebe Tipps, wie lang Artikel sein sollten, damit sie die beabsichtigte Wirkung erzielen.

Dafür schaue ich mir Beispiele von meinem eigenen Blog an, analysiere andere Studien und gebe praktische Tipps.

tl;dr – Lange oder kurze Artikel?

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In diesem Artikel habe ich vor allem 2 wichtige Erkenntnisse gemacht. Zum einen haben lange Artikel Vorteile beim Ranking in Google. Das zeigen viele Studien, aber auch die Auswertung meiner Top-Artikel.

Zum anderen ist aber auch klar geworden, dass die Textlänge nicht allein entscheidend ist. Es kommt auf das Thema und die Zielgruppe an. Zudem spielt die mobile Nutzung eine immer stärkere Rolle und da sind oft eher kürzere Artikel gefragt.

Eine pauschale Empfehlung kann ich deshalb nicht geben. Kurze und lange Artikel haben ihre Vorteile und man muss die optimale Vorgehensweise für die eigene Website durch Tests und Analysen herausfinden.

Wie lang sollte ein Blog-Artikel sein?

Es gibt hier natürlich kein Patentrezept. Um diese Frage zu beantworten solltet ihr vor allem die Zielgruppe im Auge behalten, aber auch Konkurrenzseiten beobachten. Nutzer einer bestimmten Branche können daran gewöhnt sein, bestimmte Artikel-Längen zu lesen und es ggf. negativ sehen, wenn man davon abweicht.

Allerdings kann es natürlich eine gute Möglichkeit sein, sich von der Konkurrenz abzuheben. Hauen die Wettbewerber nur kurze Artikel raus, denen es an Tiefe mangelt, kann man selber mehr Arbeit investieren und umfangreichere Informationen bieten.

Holistische Artikel sind aktuell sehr beliebt. Diese behandeln einen Themenbereich sehr ausführlich und beleuchten alle möglichen Aspekte, sind aber auch sehr aufwändig.

Wichtig ist zudem das Thema eures Blogs oder eurer Website. Es gibt eher seichte Themen, die mit drei Absätzen völlig ausreichend bedient sind. Andere Themen erfordern eine genaue und ausführliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Beiden Arten können erfolgreich sein, es muss nur passen.

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Vorteile von langen Artikeln

Lange Artikel haben einige Vorteile, die man nicht unterschätzen sollte.

  • Man hebt sich von den vielen, vielen News-Bloggern ab, die nur wenig Text veröffentlichen. Die kurzen Texte sind oft zudem sehr ähnlich. Mit längeren Artikeln kann man mehr Unique Content schaffen, was Google gut findet.
  • Ein Thema kann ausführlich behandelt werden und zur Referenz werden. Backlinks* und Shares gibt es oft eher für lange und ausführlichere Artikel, wobei das aber auch sehr vom Themenbereich abhängt. Eine Studie von Hubspot unterstützt diese Aussage.
  • Google liebt Text und damit auch längere Artikel. Das ist nicht überraschend und wird auch von Studien untermauert. SerpIQ hat z.B. herausgefunden, dass im Schnitt die Top-Positionen in Google mehr Text beinhalten, als die Positionen weiter unten. Die Textmenge geht von Platz 2 immer weiter runter. Lange Texte ranken also tendenziell weiter oben.
  • Bei langen Artikel steigt meist auch die Verweildauer im Artikel, was gut ist.
  • Man kann in langen Posts mehr Werbung, Affiliate-Links, interne Links etc. unterbringen. Das ist durchaus ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte.

Vorteile von kurzen Artikeln

Doch auch kurze Artikel haben ihre Vorteile. Im Folgenden liste ich diese auf:

  • Kurze Artikel werden wirklich gelesen, oft auch bis zum Ende. Durch lange Artikel “kämpft” sich nur ein Teil der Leser durch.
  • Solche kurzen Artikel kosten den Blogger nicht so viel Zeit. Sie sind schneller geschrieben, was gerade bei Blogs, die man z.B. nebenberuflich betreibt, durchaus ein gutes Argument ist.
  • Man kann kurze Artikel häufiger veröffentlichen. Der Blog wirkt dadurch lebendiger und man kann mehr Themen abdecken.

Meine Erfahrungen mit kurzen und langen Artikeln

Ich möchte hier auch mal meine eigenen Erfahrungen schildern. Ich betreibe diverse Blogs und dort erscheinen sowohl kürzere, als auch längere Artikel.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mal einen Frühjahrsputz gemacht und hier auf selbstaendig-im-netz.de das 11 Jahre alte Archiv analysiert und bereinigt. Viele alte Artikel waren einfach nicht mehr gut und haben eher geschadet, als dass sie geholfen haben. Also habe ich hunderte alte Artikel gelöscht.

Darunter waren vor allem News-Artikel, die recht kurz waren. Aber auch andere kurze Artikel sind rausgeflogen. Die Mehrheit der Artikel, die überhaupt keine Besucher von Google bekommen haben, waren kurze Artikel. Das hat mir doch gezeigt, dass die längeren Artikel tendenziell auch längerfristig was bringen.

Doch schauen wir uns mal konkrete Daten an. Hier eine Liste der 10 beliebtesten Artikel meines Blogs in den letzten 30 Tagen. Ich habe ebenfalls das Erscheinungsjahr und die Wortzahl mit angegeben.

ArtikelJahrWörter
1Wie viel verdient man in YouTube pro Abonnent, View, Like und Klick?20161.013
2YouTube Einnahmen Beispiele und wie viele Videoaufrufe nötig sind20141.212
37 Möglichkeiten nebenbei im Internet Geld zu verdienen20171.153
4Nebenberuflich selbständig – 8 Tipps, die du unbedingt beachten musst20151.828
5Die 5 populärsten Projektmanagement-Methoden – Vorteile, Nachteile und Beispiele20141.473
6Steuern für Selbständige – Teil 10. Schritt für Schritt in die Selbständigkeit im Netz20111.256
7Für welchen Stundenlohn lohnt sich die Selbständigkeit?!2014881
8Geld verdienen mit Youtube20121.068
950 Video-Ideen für YouTube, Facebook und Instagram20181.449
10DSGVO – Was man bei eigenen Websites und Blogs beachten muss!20171.822

Es ist interessant zu sehen, dass nur einer dieser Artikel weniger als 1.000 Wörter hat. Die anderen liegen teilweise deutlich über dieser Grenze. Eine gewisse Länge scheint also schon wichtig zu sein, um in Google gut zu ranken.

Ebenfalls spannend ist zu sehen, dass solche längeren Artikel anscheinend auch langfristig gut ranken. Der älteste Artikel in dieser Liste ist von 2011 und damit rund 7 Jahre alt. Dennoch bringt er regelmäßig neue Besucher. Es kann sich also lohnen mehr Arbeit zu investieren, da sich dies langfristig auszahlt.

Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass nicht jeder lange Artikel auch gut rankt. Es gibt in meinem Archiv auch viele längere Artikel, die nur ein paar Seitenaufrufe im Monat haben, obwohl sie mehr 1.000 Wörter beinhalten. Die Länge von Artikeln mag hilfreich sein, aber es ist keineswegs der einzige Faktor, der darüber entscheidet, ob ein Artikel langfristig erfolgfreich ist.

Aufstieg des Mobile Webs

Zudem hat sich die Internet-Welt in den letzten Jahren stark verändert. Das mobile Internet hat extrem an Bedeutung gewonnen und mittlerweile haben viele Websites mehr mobile Nutzer, als Leser am PC. Hier ein Vergleich der Anteile mobiler, Tablet- und Desktop-Nutzer auf selbstaendig-im-netz.de zwischen Mitte 2013 und Mitte 2018.

Aufstieg des Mobile Webs

Das ist natürlich durchaus ein wichtiger Aspekt bei der Länge von Artikeln. So gut lange Artikel oft auch funktionieren, am Smartphone lesen viele nicht gern Artikel mit 1.000+ Wörtern. Das ist einfach anstrengend.

Aus diesem Grund gilt es die verschiedenen Nutzergruppen abzuholen. So könnte man am Anfang eines langen Artikels schon mal eine Zusammenfassung (tl;dr) erstellen, die die wichtigsten Tipps und Erkenntnisse enthält. So finden mobile Nutzer gleich was sie suchen. Wer mehr wissen will, kann dann die ausführlicheren Informationen im Rest des Artikels lesen.

Auch Videos und Bilder können sinnvoll sein. Viele Nutzer schauen sich lieber ein Video mit den wichtigsten Infos an oder bevorzugen eine Übersichtsgrafik.

Gründe für das Abbestellen eines Blog-Feeds

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine (zugegeben schon recht alte) Umfrage zu den Hauptgründen ein Blog-Abo zu kündigen. Auch wenn die Umfrage nur unter 109 Personen stattfand und zudem aus Australien stammt, finde ich die Gründe gut nachvollziehbar und habe auch selbst schon einige erlebt.

Dabei sind es vor allem zu viele Beiträge, die Blog-Follower nerven. Deutlich weniger finden zu lange Artikel nicht gut. Ich selber habe die Erfahrung auch schon öfter gemacht. Interessante große Blogs oder Websites, die aber so viele neue Artikel pro Tag veröffentlichen, dass ich einfach nicht hinterhergekommen bin. Deshalb habe ich da mein Blog-Abo auch wieder beendet.

Oft geht so eine Schwemme von neuen Artikeln auch mit einem zu breiten Themensprektrum einher und viele der Themen interessieren mich nicht.

Den eigenen richtigen Weg finden

Für den eigenen Blog heißt es die richtige Mischung zu finden. Die Daten, aber auch meine Erfahrungen deuten darauf hin, dass eine gute Mischung aus kurzen/knackigen und langen/ausführlichen Artikel am besten funktioniert.

Gerade die langen und ausführlichen Artikel bringen viele Backlinks und sind auf Social Networks beliebt. Deshalb bringen diese oft auch viele Besucher. Lange Artikel sollten aber gut gegliedert sein (z.B. viele Absätze, Zwischenüberschriften, Listen etc.), um gut lesbarer zu sein.

Gerade auf den Smartphone sind aber eher die kürzeren Artikel angenehmer zu lesen. Vor allem News und nicht zu tiefgehende Informationen sollte kurz präsentiert werden. Hier schadet es dem Nutzungserlebnis eher, wenn diese Artikel künstlich aufgebläht werden.

Ihr solltet euch auf jeden Fall die Statistiken eures Blogs bzw. eurer Website anschauen und vielleicht auch mal eine Umfrage unter den eigenen Lesern starten. Und natürlich testen, testen, testen.

Zumindest meine Leser sind der Meinung, dass längere Fachartikel auf Dauer mehr Traffic bringen, wie dieses Umfrage-Ergebnis zeigt. Aber auch eine gute Kombination wird oft genutzt. Nur kurze News-Artikel allein sind auf Dauer nicht die beste Idee.

News oder Fachartikel - Was bringt langfristig mehr Traffic?

  • Fachartikel (56%, 57 Stimmen)
  • Eine Kombination von beidem (38%, 39 Stimmen)
  • News (3%, 3 Stimmen)
  • Keine Ahnung (3%, 3 Stimmen)

Teilnehmerzahl: 102 (1 Stimmen)

Was sind eure Erfahrungen?

Wie lang sind eure Artikel im Schnitt und wie gut kommen lange und kurze Artikel bei euch an?

Zudem würde mich interessieren, was ihr selbst bevorzugt, wenn ihr im Netz unterwegs seid.

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11 Gedanken zu „Lange oder kurze Artikel – Was funktioniert besser?“

  1. Hey Peer,
    danke für den “holistischen” Artikel zur Artikellänge! Ich habe mich immer gewundert weil ich selber kurze, knackige Artikel lieber mag, aber die langen häufig besser ranken. Deswegen schreibe ich selber auch fast nur mit Anzahl an Wörtern 1500+
    Bin mal gespannt ob sich das ändert, falls der mobile traffic noch weiter ansteigt.
    Liebe Grüße

    Antworten
    • Eher nicht. Die ranken besser, weil Google und RankBrain sie besser einordnen können, nicht pauschal wegen ihrer Länge. Aktuell braucht es einfach noch sehr viel Content, damit Google den passenden Kontext findet und sich dabei auch sicher ist. Ob sich das so schnell ändert? Glaube ich persönlich nicht, selbst wenn Nutzersignale wichtiger werden, benötigt Google aktuell einfach sehr viel Inhalte, um mit diesen arbeiten zu können.

      Ich finde es gut. Zum einen weil ich Texter bin, zum anderen weil ich diese ganzen MiniInhalte schrecklich finde. Beim Text genau wie in Videos, wo die Leute dir in 60 Sekunden tausend Fakten um die Ohren knallen, damit es bloooß nicht zu lange dauert.

      Antworten
      • Und ich finde die unnötig aufgeblähten Videos und Texte schrecklich, nur weil man zwecks SEO und Aufenthaltsdauer nicht auf den Punkt kommt.

        Ich bin Unternehmer und habe keine Zeit. Ich will tausend Fakten komprimiert in 60 Sekunden haben.

        Zum Glück gibt es mittlerweile einige smarte Menschen, die genau das verstehen und dem jahrelangen Trend “viel hilft viel” entgegen treten.

        Bloating braucht kein Mensch.

        Antworten
  2. Hallo Peer,

    wie verfährtst du, wenn du alte Artikel löschst? Sprich wohin leitest du die Besucher weiter, die die URL des alten Artikels aufrufen? Auf die Startseite oder bekommen sie eine 404-Seite angezeigt?

    Antworten
    • Das kommt auf den Einzelfall an. Teilweise leite ich auf einen thematisch passenden Artikel weiter oder eben auf die Startseite.

      Antworten
  3. Hallo Peer,
    es kommt natürlich immer darauf an, welche Suchintention der Nutzer zu einem bestimmten Wort hat. Wenn beispielsweise der Nutzer bei einem Anbieter (egal wo und welcher) seinen Vertrag kündigen möchte, macht es bestimmt keinen Sinn, einen Artikel über 1500+ zu verfassen. Das wäre dann auch nicht zielgerichtet.

    Und das ist da noch der Wechsel zwischen Desktop-PC und Smartphone, Tablet. In beiden Varianten wird der Content unterschiedlich konsumiert. Alles in allem ein sehr kompliziertes Thema, über das du geschrieben hast.

    Es gibt also keine genaue Aussage darüber, wie lang ein Text sein sollte. Nur eines ist wichtig: “Auf den Content kommt es an”

    Antworten
    • Grundsätzlich hast du natürlich recht. Es sollte vor allem darauf ankommen, was der Nutzer möchte. Aber leider muss man sich eben auch um Google kümmern und die Suchmaschine mag aktuell ganz offensichtlich lange Artikel.

      Antworten
  4. Hallo

    ein schöner Beitrag. Ich war mir auch immer unsicher wie viel Text nun in meine Artikel sollen. Aber der Wert von ca. 1.000 Wörtern kommt recht gut hin.
    Es kommt aber auf den Inhalt und somit dem Mehwert der Artikel an. Wenn es da schon nicht stimmt, bringen auch 5.000 Wörter nichts.

    Antworten
  5. Ich finde es ist sehr abhängig vom Thema wie lang der Artikel sein soll. Findest du aber, dass man eher mehrere Artikel zu einem Thema schreiben soll oder einfach ein, welches alle Unterthemen abdeckt?

    Grüße

    Antworten
  6. Hallo Peer,
    zusätzlich interessant wäre die gleiche LIste Mal mit den 10 unbeliebteste Artikeln, um zu gucken ob sich der Trend auch umgekehrt zeigt. Wäre interessant zu gucken ob dort die meisten Artikel unter 1000 Wörter haben.

    Antworten
  7. Hallo Peer,

    ich muss sagen, dass sich lange Artikel meiner Erfahrung nach auch deutlich besser rentieren.

    Nicht nur Google mag diese. Auch die sozialen Medien springen positiver auf lange Artikel an. Ich habe durchaus auch schon welche mit bis zu 4.000 Wörtern verfasst. Aber in der Regel habe ich im Schnitt so 1.500 Wörter in einem Beitrag.

    LG
    Ronny

    Antworten

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