Wie viel Geld sollten Blogger verdienen?

Wie viel Geld sollten Blogger verdienen?Wie viel Geld ein Blogger verdienen sollte, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Muss er davon leben, ist es ein Nebenverdienst oder ist es nur ein reines Hobby?

Gerade wenn man jemanden dafür bezahlt im eigenen Blog zu schreiben, stellt sich diese Frage. Was kann und sollte man diesem Blogger zahlen?

Ich schaue mir in diesem Artikel einige Beispiele dafür an, was Blogger verdienen, schildere meine eigenen Erfahrungen und gehe auf die unterschiedlichen Sichtweisen ein.

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Was sollten Blogger verdienen?

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Die vielen Diskussionen im Internet und Fragen an mich zeigen, dass es recht unterschiedliche Ansichten darüber gibt, was ein Blogger verdienen kann bzw. sollte. Wobei man hier sicher nochmal klar zwischen einem selbstständigen Blogger (der auf dem eigenen Blog schreibt) und einem angestellten Blogger unterscheiden sollte.

Vor langer Zeit hatte ein Website-Betreiber mal darüber geschrieben (der Artikel ist leider nicht mehr online) und darüber nachgedacht, was er einem Blogger bezahlen würde, wenn dieser für ihn Artikel verfasst. Er hatte damals 1.000 Euro in den Raum geworfen und darüber sind seine Leser dann hergefallen.

Es gab grundsätzlich 3 Meinungen:

  1. “Viel zu wenig Geld. Wer arbeitet schon für 1.000 Euro im Monat?”

    Da muss man leider sagen, eine ganze Menge Leute. Wenn man sich nur mal anschaut, wie viele Menschen für weniger als den Mindestlohn arbeiten oder nur einen Mini-Job haben. Und auch Hartz 4 Empfänger wären über 1.000 Euro glücklich.

    Aber unrecht haben diese Leute auch nicht. Denn auf Dauer kann man sich kaum mit 1.000 Euro netto über Wasser halten. Man muss zusätzlich fürs Alter vorsorgen, will sich mal was leisten, die Kinder müssen versorgt werden etc..

  2. “1.000 Euro sind schon Okay”

    Andere waren wiederum der Meinung, dass 1.000 Euro schon okay sind. Hier hängt sicher viel von den eigenen Erfahrungen ab. Wer als Angestellter 1.000 Euro oder weniger in einem miesen Job verdient, sieht 1.000,- Euro fürs Bloggen sicher positiver.

    Nicht vergessen sollte man aber, dass Selbstständige die komplette Krankenversicherung, die Altersvorsorge und noch ein paar mehr Sachen aus der eigenen Tasche zahlen müssen.

    Allerdings müsste der bezahlte Blogger sowieso woandes angestellt sein oder weitere Kunden haben, da es sonst sehr nach Scheinselbstständigkeit aussieht.

  3. “Das kann man so nicht sagen”

    Und dann gab es noch die gemäßigte Fraktion. Diese weist zurecht darauf hin, dass diesem Betrag die Stunden gegenüber gestellt werden müssen. Ist es ein Halbtags-Job, sehen die 1.000 Euro schon viel positiver aus.

    Oder handelt es sich zum Beispiel um einen Studenten, der jeden Abend 2-3 Stunden bloggt. Auch der nimmt die 1.000 Euro sicher mit Handkuss.

Unter dem Strich zeigte diese Diskussion mal wieder, dass sich so eine Frage nicht so einfach beantworten lässt. Jemand aus Bayern hat sicher ganz andere Verdienstvorstellungen, als jemand aus Brandenburg. Eine alleineerziehende Mutter mit 2 Kindern muss einen anderen Betrag zum Leben nach Hause bringen, als ein Schüler, der sich nebenbei was verdient.

Wirklich gute Inhalte für 8 Stunden am Tag wird man für 1.000,- Euro aber kaum bekommen. Hier wäre es zudem wichtig zu wissen, ob dieser Blogger nur ein paar Web-News recyceln und über seinen Morgenkaffee schreiben soll oder ob er hochwertigen Unique Content in einem Fachthema liefern soll, für den er auch noch recherchieren muss.

Doch das Thema hat auch noch eine weitere Sichtweise, nämlich die des Blogsinhabers. Diese kann ich persönlich natürlich recht gut nachvollziehen.

Das Dilemma der Blogbetreiber

Die große Frage ist dabei ja auch, was bringt der Blog, bzw. die eingekauften Artikel.

Mein Blog hat 22 Monate gebraucht, bis ich die 1.000 Euro Grenze an Einnahmen pro Monat überschritten habe. Und das ist kein Gewinn, da davon ja noch Steuern und so weiter abgehen.

Nun würde ich mit den in den letzten 13 Jahren gemachten Erfahrungen einen Blog sicher schneller monetarisieren können, zumal ich ja am Anfang pro Tag nur 2-3 Stunden meiner Freizeit investiert habe. Mittlerweile ist es ein Vollzeitjob.

Trotzdem muss ein Blog, der einen bezahlten Schreiber hat, möglichst schnell Geld einbringen. Und zwar soviel, dass der Bloginhaber auch genug verdient und sich die Ausgaben lohnen.

Dazu muss man nicht nur ein lukratives Thema haben, mit dem man grundsätzlich schon mal gutes Geld verdienen kann. Man muss auch alle zur Verfügung stehenden Einnahmequellen nutzen und optimieren, damit genug Geld verdient wird, um auch wieder welches zu investieren.

Dafür ist eine professionelle Einstellung notwendig, die längst nicht alle Blog-Betreiber haben.

(Hier möchte ich nochmal explizit Hobby-Projekte ausnehmen, die keine Einnahmen erzielen und wo andere Blogger rein aus Spaß mitbloggen.)

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Was verdienen andere Blogger?

Natürlich ist es in dem Zusammenhang auch mal interessant zu sehen, was andere Blogger so verdienen. Ich habe hier im Blog ja schon häufiger Einnahmereports veröffentlicht, zuletzt über Foodblogs. Da sieht man recht gut, dass es einige gut verdienende Blogs gibt, aber viele sich keinen bezahlten Autor leisten könnten.

Ein paar Daten zu den Einnahmen von Mode-BloggerInnen gibt es bei brigitte.de. Auch hier sieht man, dass es neben den Großverdienern auch viele kleinere Blogs gibt.

Ansonsten gibt es aber gar nicht so viele aussagekräftige Statistiken und Beispiele. Vielleicht sollte ich mal wieder einen großen Blog-Einnahmenreport veröffentlichen.

Meine Erfahrungen mit bezahlten Autoren

Ich habe mit David seit längerer Zeit einen Mitautor, der im Schnitt 3 Artikel pro Monat beisteuert. Für mich ist es eine kleine Entlastung, da ich so ein paar Artikel weniger schreiben muss. Aber ich finde auch, dass die andere Sichtweise und die unterschiedlichen Erfahrungen, die David mitbringt, seine Artikel sehr lesenswert machen. Auf diese Weise erhalten die Leser meines Blogs eine andere Sichtweise auf verschiedene Themen.

Doch unter dem Strich muss ich sagen, dass sich diese bezahlten Artikel kurz- und mittelfristig finanziell nicht lohnen, wenn man einfach mal schaut, wie viele Seitenaufrufe diese haben und was ich damit konkret verdiene.

In dem einen oder anderen Artikel von David baue ich Affiliatelinks ein und natürlich tragen die Seitenaufrufe dieser Artikel mit zu den gesamten PageView-Zahlen bei, die beim Verkauf von Werbung wichtig sind. Aber dennoch sind es für mich vor allem die nicht-monetären Vorteile, warum ich das mache. Ich habe mehr Zeit für andere Dinge und der Blog profitiert meiner Meinung nach von den Artikeln.

Vor ein paar Jahren hatte ich mal eine Mitarbeiterin, die fest angestellt war und unter anderem Artikel für diesen Blog verfasst hat. Eine fest angestellte Mitarbeiterin kostet natürlich weit mehr, als ein freier Autor, aber natürlich hat diese auch noch mehr gemacht. So haben wir damals z.B. weitere Nischenwebsites geplant und sie hat mich auch sonst sehr gut unterstützt.

Klar war aber auch damals, dass dies eine langfristige Investition ist. Bei einer Website kann man nicht einfach nach dem Einstellen eines Mitarbeiters die Einnahmen so sehr steigern, dass sich dieser sofort rentiert. Das ist in einem Handwerksbetrieb z.B. anders. Mit einem neuen Mitarbeiter können sofort mehr Aufträgen angenommen werden und dadurch kommen dann auch wieder mehr Einnahmen rein.

Und so hatte ich langfristige Pläne die Einnahmen weiter zu steigern, aber ein gutes Job-Angebot hat dann dazu geführt, dass mich meine Mitabreiterin wieder verlassen hat und ich diesen langfristigen Plan so nicht umsetzen konnte.

Hast du Mit-Autoren in deinem Blog bzw. deiner Website?

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Sich einen angestellten Blogger leisten können

Ein Blog sollte entweder so große finanzielle Rücklagen besitzen, dass man einen neuen Mit-Blogger 6-12 Monate bezahlen kann, bis der Blog (oder anderen Projekte) so viel Geld mehr abwirft, dass anschließend die Mitarbeiter-Kosten von den Mehreinnahmen abgedeckt sind.

Denkbar wäre es aber evtl. auch, dem Autor ein geringeres Grundgehalt zu zahlen und zusätzlich eine Erfolgsprovision. Damit wäre wahrscheinlich auch die Motivation des bezahlten Bloggers höher, gute und lukrative Inhalte zu liefern. Allerdings ist unklar, wie viele sich darauf einlassen würden und welche rechtlichen Bedingungen hier eingehalten werden müssen.

Ansonsten wäre es auch noch denkbar, einen freien Mitarbeiter zu nutzen und ihn nur für die einzelnen Artikel zu bezahlen (so wie ich das mache). Wenn sich das gut entwickelt, könnte man diesen später dann immer noch in Vollzeit anstellen.

Wie viel Geld sollten (angestellte) Blogger verdienen?

Was denken denn die Blogger bzw. Bloginhaber unter euch über die Bezahlung eines angestellten Bloggers? Habt ihr selber Erfahrungen mit bezahlten Autoren sammeln können? Oder habt ihr schon mal für andere gegen Geld gebloggt?

  • Welchen Stundenlohn würdet ihr verlangen?
  • Wie viel Geld bräuchtet ihr als Vollzeit-Blogger pro Monat?
  • Was würdet/könntet ihr selber einem Blogger bezahlen, damit er euren Blog füllt?

Ich freue mich über euer Feedback.

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7 Gedanken zu „Wie viel Geld sollten Blogger verdienen?“

  1. Na ja wir leben halt in sehr unfairen Systemen
    Wir benoetigen unbedingt ein Grundeinkommen und frueher oder spaeter wird es auch dazu kommen. Bin mir sehr sicher das wuerde unter anderem Der AFD maechtig Wind aus den segeln nehmen. EIN Grundeinkommen gehoert ins Grundgesetz.

    Antworten
  2. Hallo Peer, ich habe mal zur Übung für Textbroker geschrieben. Da schreibt man ja praktisch auch für Blogs. Die Bezahlung dort ist wie unter Mindestlohn, wenn ich meine genutzten Stunden gegen die Vergütung stelle. Auf 1000 Euro wäre ich damit nicht gekommen.

    Ob 1000 Euro für eine*n Blogger*in gerechtfertigt sind, kommt sicherlich auch darauf an, ob die Person nur schreibt, oder dazu auch noch formatiert, Bilder bearbeitet und passende Links sucht – und wie du bereits gesagt hast, ist es für mich auch ausschlaggebend, ob vorher erst recherchiert werden muss.
    Ich persönlich erkenne mittlerweile schon meist zu Beginn des Beitrags, ob er von dir oder David stammt. Hehe. Ich lese von euch beiden gern.

    Antworten
  3. Ein interessantes Thema, meiner Meinung nach sind die angesprochenen 3-5k Euro (auf brigitte.de) im Monat zu wenig um wirklich davon leben zu können. Um vom bloggen leben zu können, sind meiner Ansicht nach Umsätze erforderlich, die an dem Beispiel rootandrevel.com hinkommen. Leider ist es so, das Versicherungen, Finanzamt und anderes, sehr viel Geld kosten, da kommt man mit niedrigen Umsätzen daher langfristig gesehen niemals hin. Aber selbst wenn ein Blogger “nur” etwa 1k im Monat macht, so ist dies ein Nebenverdienst, der sich sehen lassen kann.

    Antworten
  4. Hallo miteinander!

    Ich hatte einige Artikel für ein großes Online-Magazin geschrieben. Damals hielt ich es für eine gute Idee, um neben dem Aufbau unseres Blogs ein wenig Geld zu verdienen.

    Mir wurde schnell der Wind aus den Segeln genommen. Für die Beiträge musste ich recherchieren, sie nach den engen Vorgaben des Unternehmens schreiben, auf SEO achten und ein passendes Bild suchen. Die Artikel wurden dann von einem „Lektor“ kontrolliert und ab und zu musste auch mal was überarbeitet, verändert oder ergänzt werden.

    Pro Artikel gab irgendwas zwischen 5 und 15 Euro und je nach Anzahl der Beiträge bekam man dann noch einen Bonus. Ich habe mich zum Texter-Sklaven machen lassen. Das Online-Magazin hätte sich auf jeden Fall eine faire Bezahlung leisten können.

    Die Zeit, die ich damit vertrödelte, wäre in unseren Blog besser aufgehoben gewesen. Zumal ich für meine Artikel bei dem Online-Magazin nicht mal Geld von der VG Wort sehe.

    Schön und lohnend finde ich es, wenn man sich in der Blogosphäre gegenseitig unterstützt – zum Beispiel mit Gast-Artikeln.

    Liebe Grüße
    Patrick

    Antworten
    • Ich habe vor ein paar Jahren auch ein paar Beiträge für Print-Magazine geschrieben, dafür aber kein Geld bekommen. Es war eine schöne Erfahrung und so ein Print-Artikel hat Familie und Freunde mehr beeindruckt, als meine Blogs. :-)

      Aber ansonsten ist es schon etwas, was ich so gut wie nie mehr mache. In meinen eigenen Blogs sind die Artikel besser aufgehoben.

      Antworten
      • Ja, viele Menschen machen erst mal große Augen, wenn sie hören: “Ich schreibe für das Magazin ****”. :D Der Blick hinter die Kulissen war zwar ernüchternd aber auch lehrreich.

        Liebe Grüße
        Patrick

        Antworten
  5. Meiner Erfahrung nach macht es einen riesigen Unterschied ob ein Blogger den Blog nebenberuflich betreibt oder in Vollzeit.

    Wer wirklich Geld verdienen will muss viel Arbeit investieren. Regelmäßig, immer wieder. Ich zum Beispiel betreibe meine Blogs neben dem Beruf. Nach 9-10 Stunden auf Arbeit habe ich teilweise keine Zeit (manchmal auch nicht die Lust) noch was zu schreiben.

    Veröffentliche ich aber nur einen Artikel die Woche, habe ich schon gewisse Nachteile einem Vollzeitblogger gegenüber der 8 Stunden am Tag investieren kann. SEO, Social Media, Marketing und Texte verbessern, aktuell halten. Das kostet extrem viel Zeit.

    Schließlich will man auch nichts halbherziges anbieten. Bei den meisten meiner Blogs hat es ca. 2-3 Jahre gedauert, bis Anfragen rein kamen, die sich gelohnt haben.

    Und selbst dann reicht es bei manchen Themen einfach nicht aus.

    LG
    Ronny,

    Antworten

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