
In diesem Artikel geht es darum, warum der Firmenname nicht immer die richtige Wahl für die eigene Firmen-Domain ist und wie man die beste Domain findet.
Zudem gehe ich darauf ein, warum man in der Regel nicht den eigenen Namen als Domain registrieren sollte.
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ToggleWie wichtig ist der Domainname?
Grundsätzlich kommt der Domain einer Firmenwebsite große Bedeutung zu. Deshalb sollte man vor der Registrierung einer neuen Domain das Konzept für die eigene Firmenwebsite bereits fertig haben. Denn aus dem Firmenkonzept ergibt sich fast automatisch der beste Domainname.
Folgende Marketing-Elemente werden durch einen gut gewählten Domainnamen unterstützt.
- Mundpropaganda & Werbung
Grundsätzlich sollte ein Domainname kurz und einprägsam sein. Wenn man Print-Anzeigen schaltet, Radiowerbung für die Firma laufen lässt oder auf Mundpropaganda setzt, gilt: Je einfacher und aussagekräftiger die Domain, um so besser.
Das fällt mir gerade bei Radio-Werbung immer wieder auf. Die derzeit so beliebten Fantasy-Domainnamen sind schwer zu merken und oft buchstabieren viele Radio-Hörer die Domain falsch.
Auch in Videos oder Podcasts ist es oft besser, wenn man einfache und gut merkbare Domains nennt, statt einen kaum zu merkenden Fantasy-Domainnamen.
- SEO
Suchmaschinen sind ja nichts anderes als Maschinen. Insofern können diese Websites auch nur automatisiert aus- und bewerten. Und da auch der Domainname einen Einfluss auf das Ranking einer Website hat, sollte man statt Eigen- und Fantasynamen sogenannte generische Domainnamen wählen.
Damit sind normale Wörter gemeint, die idealerweise in der eigenen Branche geläufig sind und auch von Kunden benutzt werden (ganz wichtig!). So könnte man die Hauptdienstleistung mit in die Domain aufnehmen oder das Hauptprodukt.
- Branding / Marke
Einen Eigennamen oder einen Fantasynamen bekannt zu machen fällt gerade kleinen Unternehmen und Selbstständigen schwer. Das hängt in der Regel damit zusammen, dass der Zielgruppe der inhaltliche Bezug fehlt und man einfach nicht das notwendige Geld für Werbung hat, um diesen Bezug herzustellen. Branding heißt ja nichts anderes, als einen Eigen- oder Fantasy-Namen mit einer bestimmten Bedeutung und Eigenschaften „aufzuladen“.
Hätte man 1995 jemanden nach „Google“ gefragt, dann hätte diese Person wahrscheinlich nur ein „Häh“ als Antwort bekommen. Heute sieht das natürlich ganz anders aus.
Für kleine Unternehmen und Selbstständige ist das Branding eines Fantasynamens und auch des Eigennamens eine sehr aufwendige und teure Angelegenheit.
- Firmen-/Websiteverkauf
Auch dieser Punkt sollte beachtet werden. Sollte man seine Firma oder die Website später mal verkaufen wollen, wird eine generische Domain meistens mehr einbringen, als z.B. ein Eigenname. Es fällt viel einfacher für einen neuen Inhaber die Website malermeister-oldenburg.de weiterzuführen, als mahlermeister-schmidt.de.
Alles in allem kann man sagen, dass dem Domainnamen eine große Bedeutung für eine Firmen-Website zukommt. Die Registrierung einer passenden Domain bringt nicht nur mehr Besucher auf die eigene Website, sondern man spart auch noch Geld, da man diese nicht so stark bewerben muss.
Geht der eigene Firmenname als Domain?
Die meisten Unternehmer oder Selbstständigen sind sehr stolz auf ihre Firma. Das ist auch gut so, führt aber meistens dazu, dass ohne Nachzudenken der eigene Name/Firmenname als Domain registriert wird. Das muss nicht zwangsläufig falsch sein, aber man sollte sich zumindest die folgenden Fragen vorher stellen:
- Was sind meine hauptsächlichen Marketing-Instrumente und -Medien?
- Sollen sich meine Kunden die Domain merken?
- Kommen viele meiner Kunden über Suchmaschinen oder direkte Links?
- Ist mein Firmenname bzw. mein eigener Name bei meiner Zielgruppe bereits als Marke bekannt?
Von diesen Fragen hängt hauptsächlich die Wahl des Domainnamens ab.
Man sollte einen generischen Domainnamen registrieren wenn:
- Die eigene Firma und der Firmenname noch nicht bekannt sind
- Der Firmen- oder Eigenname kompliziert und schwer zu buchstabieren ist
- Der Firmen- oder Eigenname keinen Rückschluss auf die Leistungen zulässt
- Der Firmenname leicht mit anderen Domainnamen zu verwechseln ist
Man sollte den Eigen- bzw. Firmenname als Domainnamen wählen wenn:
- Der Firmenname bei der Zielgruppe bereits sehr bekannt ist
- Der Firmenname sehr gut das Geschäft bzw. die Leistungen beschreibt und nicht zu lang ist
- alle generischen Domainnamen in der Branche bereits vergeben sind
In der Regel macht es für kleine Unternehmen und Selbstständige keinen Sinn den eigenen Namen zu verwenden. Zumindest nicht allein. Auf der anderen Seite sind viele generische Domainnamen bereits vergeben, so dass eine rein generische Domain oft auch nicht in Frage kommt.
Hier gibt es einen dritten Weg, den man bei der Registrierung einer Domain gehen kann.
Firmenname und generische Begriffe mischen
Für viele Unternehmen eignet sich eine Mischung auf dem eigenen Namen / Fantasynamen und einem generischen Begriff.
Die folgenden Schritte sollte man bei der Auswahl einer geeigneten Domain durchlaufen:
- Nachdenken
Welche Begriffe charakterisieren mein Geschäft? Welche Begriffe verwenden vor allem meine Kunden? - Generische Begriffe recherchieren
Mit einem Online-Tool, wie z.B. Ubersuggest, findet man weitere verwandte Begriffe und deren Suchhäufigkeit in Google. Diese Begriffe sollte man in einer Excel- oder Calc-Tabelle notieren.
- Konkurrenz ermitteln
Nun sollte man für die einzelnen Begriffe prüfen, wie in Google die Konkurrenzsituation aussieht. Dazu kann man ebenfalls das verlinkte Tool Ubersuggest nutzen, und schreibt die Bewertung der Konkurrenz (1-100) ebenfalls in die Excel-Tabelle neben das Keyword. - Den KEI-Faktor berechnen
Der KEI-Faktor ist nichts anderes als das Verhältnis zwischen Suchvolumen und Konkurrenz. Ein hohes Suchvolumen bei gleichzeitig geringer Konkurrenz wird durch einen hohen KEI ausgedrückt. Diesen Wert rechnet man nun für alle Begriffe aus.
Am Ende dieses (einfachen, aber für normale Zwecke ausreichenden) Prozesses hat man eine Liste von Begriffen. Die Begriffe mit einem hohen KEI eigenen sich am besten als Domain. Auf der Website der Denic kann man z.B. prüfen, ob Domainnamen noch frei sind. Hier prüft man dann einfach Begriffe mit einem hohen KEI-Faktor.
Sollten diese generischen Domains bereits vergeben sein oder man will/muss den eigenen Firmennamen unbedingt mit in die Domain einbauen, dann prüft man jetzt, ob kombinierte Domains (Begriff+Firmenname, z.B. „www.garagen-schulze.de“) bereits vergeben sind.
Hier findet man meist einige gute und passende Domains, die noch frei sind.
Domain und Marken
Bei der Auswahl einer Domain sollte man prüfen, ob diese frei von Rechten Dritter ist. Bei Fantasynamen, aber auch bei zusammegesetzen Domains kann es passieren, dass eine andere Firma schon so heißt.
Das wäre natürlich fatal, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass diese früher oder später die Rechte geltend macht und man die Domain verliert.
Deshalb sollte man vor der Registrierung gut prüfen, ob die Domain rechtlich unbedenklich ist.
Vorlage zum Download
Wenn man bei dieser Analyse konsequent vorgeht, dann findet man einen passenden und erfolgversprechenden Domainnamen. Ihr solltet euch auf jeden Fall Zeit dafür nehmen, da ihr mit dem Domainnamen lange leben müsst.
Als Unterstützung für alle, die jetzt nach der besten Domain für ihr Business suchen wollen, habe ich hier mal eine Excel-Tabelle als Vorlage angehängt (als OpenOffice-Dokument). Diese könnt Ihr dann mit den Begriffen und den Werten füllen und es wird automatisch der (von mir etwas angepasste) KEI-Faktor berechnet.
In der Tabelle wird etwas anders vorgegangen, als oben beschrieben. So wird unter anderem die Anzahl der Ergebnisse in der Googlesuche mit berücksichtig.
Anmerkung: Es gibt noch zusätzliche Möglichkeiten in dieser Tabelle. So kann man Begriffe die einem wichtig sind, höher gewichten und auch die AdWords-Konkurrenz berücksichtigen. Diese findet man im Google AdWords-Tool.
Mit dieser Tabelle habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und sie hat für mich gut funktioniert.
Warum der eigenen Name als Domain nicht ideal ist
Immer wieder sehe ich Einsteiger, die als Domain ihren eigenen Vor- und Zunahmen verwenden. Das war vor vielen Jahren noch sehr beliebt, aber heute sollte man das nicht mehr machen, wenn man professionell an die Sache herangeht.
Gründe dafür gibt es mehrere. So bindet man diese Website dann zu sehr an die eigene Person und nicht jeder will dauerhaft eine Website betreuen. Wenn man die Website später man verkaufen will, dann ist es ein Problem, dass diese den eigenen Namen als Domain verwendet.
Aber auch aus Business-Sicht ist es nicht ideal. Kooperationen mit Firmen können sich z.B. schwieriger gestalten, wenn diese auf Grund des Domainnamens von einer privaten Website ausgehen.
Auch wenn die Domain nicht mehr so großen Einfluss auf das Ranking einer Website in Google hat, so bringt eine Domain mit den Hauptsuchbegriffen immer noch Vorteile im Bereich SEO. Das sehe ich z.B. bei meinen Nischenwebsites immer wieder. Diesen Vorteil verschenkt man mit einer Domain, die nur aus dem eigenen Namen besteht.
Allerdings gibt es auch Fälle, wo es sinnvoll sein kann. Wenn man wirklich vorhat sich einen Namen zu machen und zu einem wichtigen Influencer in der eigenen Branche zu werden, kann es sinnvoll sein den eigenen Namen als Domain zu verwenden. Dabei muss man sich aber auch den Konsequenzen bewusst sein und das Branding forcieren.
Fazit
In diesem Artikel ging es darum eine neue Domain zu registrieren. Allerdings ist die Domain-Registrierung nicht immer die beste Wahl. Oft fährt man besser, wenn man eine bereits seit längerem existierende Domain kauft.
Warum das so ist und wie man gute alte Domains findet, erfahrt ihr in diesem Artikel.
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