Die VG WORT hat vor kurzem wieder die Infos für die jährliche Meldung von Artikeln veröffentlicht und dabei gab es positive Nachrichten in finanzieller Hinsicht.
Wann ihr mit der Meldung beginnen könnt und bis wann ihr damit fertig sein müsst, erfahrt ihr in diesem Artikel.
Zudem stelle ich im Folgenden ein interessantes Plugin für alle VG WORT Nutzer vor und gehe zudem noch auf die Nutzung von VG WORT auf HTTPS-Websites ein.
Inhalt
ToggleVG WORT hat mehr verdient
Wer nicht weiß, was die VG WORT überhaupt ist und warum man als Autor von dieser Geld bekommen kann, sollte sich diesen Artikel mal kurz durchlesen und dann wieder hierher zurückkommen.
Die Einnahmen der Verwertungsgesellschaft WORT setzen sich aus verschiedenen Quellen zusammen. Dabei werden auf alle Geräte und sonstigen Kanäle, mit bzw. in denen Texte kopiert werden können, Vergütungen von der VG WORT eingezogen. So müssen z.B. Drucker- und PC-Hersteller von allen in Deutschland verkauften Geräten Geld an die VG WORT bezahlen. Auf diese Weise sollen Autoren für die erlaubte Privatkopie, aber auch für Raubkopien ein wenig entschädigt werden.
Im letzten Jahr konnte die Verwertungsgesellschaft eine Einigung mit Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) treffen, welche die Vergütung von Druckern und PCs für 2001 bis 2007 regelt. Das hat zu sehr hohen Einnahmen von über 150 Millionen Euro allein aus den Druckervergütungen geführt.
Die PC-Vergütungen für 2001 bis 2007 bekommt die VG WORT wohl in diesem Jahr von den Herstellern ausgezahlt. An die Autoren werden diese dann im kommenden Jahr weitergereicht.
Das hat insgesamt zu einer Verdopplung der Einnahmen der VG WORT geführt. Nach 144,18 Millionen Euro in Jahr 2014, wurden in 2015 insgesamt 305,32 Millionen Euro eingenommen. Damit kann die VG WORT nun deutlich mehr Geld an die Autoren ausschütten.
Hinzu kommt, dass viele Autoren eventuell noch Nachzahlungen bekommen könnten. Vorerst schüttet die VG WORT an Autoren, die in Verlagen publizieren, die normale Vergütung aus, aber die Verlage bekommen erstmal kein Geld. Wenn sich das Urteil des BGH so bestätigt, dann bekommen die Autoren noch den (bisherigen) Verlegeranteil später ausgezahlt.
Höhere Ausschüttung an Online-Autoren
Online-Autoren, wie z.B. Blogger, bekommen zwar keinen Verlegeranteil, aber die deutlich höheren Einnahmen wirken sich sehr positiv auf die Vergütungen pro Artikel aus.
Nachdem es in den vergangenen Jahren meist eine Senkung der Vergütung pro Artikel gab, ist diese nun von 12 Euro (für die Artikelaufrufe in 2014) auf 20 Euro angestiegen. Das ist fast eine Verdopplung und sollte vielen Bloggern und Online-Autoren deutlich mehr Einnahmen bescheren.
Die aktuellen Quoten für 2015 könnt ihr in einem PDF nachlesen. Dabei ist der Unterpunkt METIS auf Seite 3 entscheidend.
Nichts hat sich geändert an den Mindestzugriffszahlen und der Mindestgröße der Artikel. So muss ein Artikel, um 20 Euro von der VG WORT dafür zu bekommen, mindestens 1.500 mal in 2015 (1.1. bis 31.12.) aufgerufen worden sein und mindestens 1.800 Zeichen (inkl. Leerzeichen) umfassen.
Auch lange Artikel mit mehr als 10.000 Zeichen werden wieder gesondert behandelt. Bei diesen benötigt man nur die Hälfte des Mindestszugriffs (750 Zugriffe in 2015), um eine Vergütung in Höhe von 20 Euro zu bekommen.
Wie immer muss man sich spätestens in 2015 bei der VG WORT angemeldet und Zählpixel in seine Artikel eingebaut haben. Die VG WORT misst durch die Zählpixel die Anzahl der Artikelaufrufe und das geht natürlich nicht im Nachhinein.
Wer also noch nicht Mitglied der VG WORT ist, kann frühenstens im kommenden Jahr Geld bekommen. Dafür müsst ihr sofort Zählpixel in alle eure Artikel einbauen und könnt dann im kommenden Jahr eine Vergütung bekommen, wenn eure Artikel in 2016 häufig genug aufgerufen werden.
Wie die Anmeldung bei der VG WORT erfolgt, habe ich in diesem Artikel erklärt.
Meldung gestartet
Vor wenigen Tagen hat die VG WORT die angemeldeten Online-Autoren darüber informiert, dass nun wieder die Meldung der Artikel erfolgen kann.
Das bedeutet, dass viele Blogger und Websitebetreiber wieder die aufwändige Meldeprozedur bevorsteht. Wie diese aussieht, habe ich in diesem Artikel beschrieben.
Man muss dabei die einzelnen Artikel, die genug Aufrufe in 2015 hatten, einzeln durchgehen und Daten in ein Formular eintragen.
Das dauert zwar seine Zeit, je nachdem wie viele Artikel man melden muss, aber es lohnt sich auch. Ich bekomme jedes Jahr einige tausend Euro von der VG WORT und dabei erreicht nur ein relativ kleiner Teil meiner Blog-Artikel die 1.500 Aufrufe pro Jahr. Mit den nun 20 Euro pro Artikel sollten sich die Einnahmen der meisten Blogger nochmal deutlich steigern.
Positiv ist: Hat man einen älteren Artikel bereits in einem vorherigen Jahr bei der VG WORT gemeldet, muss man das nicht wieder tun, auch wenn er in 2015 wieder die Mindestgrenze erreicht hat. Das bedeutet, dass man in jedem Jahr nur die Artikel melden muss, die zum ersten mal die Mindestgrenze erreicht haben. Man kann dann in den weiteren Jahren immer wieder eine Vergütung bekommen ohne eine neue Meldung für den Artikel machen zu müssen, wenn dieser die 1.500 Aufrufe erneut erreicht. Wenn das kein Grund für zeitlose Artikel ist.
Deadline für die VG WORT Meldung
Die Meldung der Artikel ist ab sofort bis zum 31.August 2016 für Autoren möglich.
Allerdings sollte man sich nicht so viel Zeit lassen und bis zum letzten Tag warten. Mal abgesehen davon, dass die Meldung bei vielen Artikeln lange dauern kann, könnten einem auch ggf. technische Probleme einen Strich durch die Rechnung machen.
Ich werde es wohl Ende Juni oder Anfang Juli machen. In ein paar Stunden ist das meist erledigt.
Neues VG WORT Plugin
Um sich den Einbau der VG WORT Pixel zu vereinfachen und auch bei der Meldung der einzelnen Artikel schneller zu sein, empfiehlt es sich ein WordPress-Plugin zu nutzen. Das funktioniert natürlich nur, wenn ihr auch WordPress für euren Blog oder eure Website einsetzt.
Bereits im letzten Jahr hatte ich ein paar nützliche Plugins vorgestellt.
Ein relativ neues Plugin nennt sich WP-Worthy. Das Plugin stammt von deutschen Entwicklern und bietet einige tolle Automatisierungsfunktionen. So gibt es einen automatischen Import von Zählpixel-Listen, so dass man das nicht mehr mühsam von Hand machen muss.
Ebenso werden die Artikel vor dem Einbau eines Zählpixels auf ihren Mindestumfang geprüft und man kann sich Artikel anzeigen lassen, die noch zu kurz sind (wenigen als 1.800 Zeichen). Sogar die Meldung kann aus WordPress selbst heraus erfolgen, was ebenfalls Zeit spart.
Das Plugin gibt es zum einen in einer Gratisversion, die mit den meisten Funktionen kommt und die VG WORT Zählpixelverwaltung schon deutlich vereinfacht.
Richtig einfach und schnell wird es aber erst mit der Premium-Version, die vor allem die Bestellung der Zählmarken und die Meldung stark vereinfacht. Die Kosten dafür sind allerdings nicht ganz so gering.
Zum einen bezahlt man für die Premium-Version ein jährliches Abo in Höhe von 10 Euro (bei Mehrjahresabos ist das etwas weniger). Zusätzlich muss man Bundles für die automatische Artikelmeldung buchen, wenn man dieses Feature von Worthy nutzen will. So kann man z.B. ein Bundle für 100 Textmeldungen für 74,99 Euro kaufen. Meldet man dann in einem Jahr aber nur 80 Artikel, kann man die restlichen 20 Meldungen im folgenden Jahr noch nutzen. Hier verfällt also nichts.
Manch einen mögen diese Preise abschrecken, aber wenn einem die eigene Zeit sehr wichtig ist, zahlt man gern diesen Preis. Die Meldung von 100 Artikeln ohne Hilfe eines Plugins wird schon ein paar Stunden dauern. Manch einem ist es da lieber 75 Euro dafür zu bezahlen.
Wer dagegen mehr Zeit hat, kann mit dem kostenlosen Plugin immer noch einige Komfortfunktionen gerade bei der Meldung von Artikeln nutzen und die diese dann manuell vornehmen.
Ich habe mir vor einigen Jahren eine eigene Lösung programmiert, mit der ich zufrieden bin. Die ist nicht ganz so automatisiert wie die Premium-Version von WP Worthy, aber sie hilft mir dennoch dabei relativ schnell meine Meldung zu erledigen. Und wenn ich 4 Stunden dafür brauche und am Ende 4.000 Euro von der VG WORT bekomme, ist das ein guter Stundenlohn. :-)
VG WORT auf HTTPS Seiten
Auf vladimir-simovic.de gibt es einen interessanten Artikel über die Nutzung von VG WORT Zählpixeln auf Websites mit HTTPS-Verschlüsselung.
Diese funktionieren dann in der Standardversion nämlich nicht mehr, sondern müssen angepasst werden. Wie genau erklärt Vladimir in seinem Artikel.
Ihr solltet vorher aber auf jeden Fall ein Backup machen.
Fazit
Wenn die VG WORT zur Meldung aufruft weiß ich, dass der Sommer da ist. ;-)
Die höhere Vergütung ist natürlich eine sehr schöne Nachricht und sorgt dafür, dass ich noch ein wenig motivierter an die Meldung herangehe.
Ich denke, euch geht es da nicht anders.
Lohnt sich die VG WORT für dich?
- Ja, das sind sehr gute Zusatzeinnahmen. (41%, 95 Stimmen)
- Naja, ein kleines Weihnachtsgeld ist es schon. (24%, 55 Stimmen)
- Ich nutze die VG WORT Zählpixel nicht. (21%, 49 Stimmen)
- Es kommt nicht viel mehr als ein Taschengeld bei rum. (8%, 19 Stimmen)
- Nein, bisher bringt es gar nichts ein. (6%, 14 Stimmen)
Teilnehmerzahl: 232 (max. 1 Stimmen)
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