8 Anfängerfehler bei Gründern und Startups, die sich nicht mehr korrigieren lassen.

Fehlendes Fachwissen, falsche Beratung, nörgelnde Freunde & Familie, bürokratische Hürden, keine Ziele, Größenwahn statt Realismus, mangelhafte Marktanalyse, an der Zielgruppe vorbei geredet, finanzielle Engpässe oder gar völlig unklare Vorstellungen – bei manch Gründern und Startups platzt der Traum von der erfolgreichen Selbständigkeit schneller als ein zertretener Luftballon beim Kindergeburtstag.

Sage One, Hersteller für kaufmännische Software, hat im Mittelstandsblog zur Blogparade aufgerufen. Das Thema: Die häufigsten Anfängerfehler bei Gründern und Startups und man hat dort schon über Die größten Fehler in der Buchhaltung geschrieben.

Anfängerfehler bei Gründern und Startups, die sich nicht mehr korrigieren lassen

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Und wir sind diesem Ruf gefolgt.

Denn es gibt so einige typische Fehler, die von Gründern und Startups gleich zu Beginn ihrer Selbständigkeit gemacht werden, aber durchaus vermeidbar sind. Noch viel interessanter, dachten wir, sind jedoch diejenigen Fehler, die sich nicht mehr oder zumindest nur schwer oder mit gewissem finanziellem Aufwand ausbügeln lassen.

Deshalb haben wir einen Überblick zu genau diesen Fehlern erstellt und appellieren an euch:

Merken und besser machen.

8 typische Anfängerfehler bei Gründern und Startups

  1. Zu lange warten
    Was lange währt, wird gut? Nicht unbedingt. Viele Einsteiger haben das Problem, dass sie zu lange warten, grübeln und planen bis sie sich endlich für den entscheidenden Schritt entscheiden.

    Natürlich gibt es da eine Idee, aber man fühlt sich damit noch nicht zu 100% wohl. Die Idee soll lieber noch ein bisschen reifen. Grundsätzlich klingt das nach einer weisen Überlegung. Die Idee erst einmal zu durchdenken und nicht überstürzt zu beginnen.

    Wer aber wartet, bis alles ins kleinste Detail überlegt, durchdacht und ausgefeilt ist, der verliert nicht nur jede Menge Zeit. Womöglich geht einem dabei noch das Geld aus und ein anderer schnappt die wertvolle Idee direkt vor der Nase weg.

  2. Fördermittel und Zuschüsse nicht rechtzeitig beantragen
    Wer arbeitssuchend ist, Arbeitslosengeld I bezieht und an einer Gründung interessiert ist, kann von der Bundesagentur für Arbeit mit dem Gründungszuschuss gefördert werden. Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

    So kann der Gründungszuschuss zum Beispiel nur erfolgreich beantragt werden, wenn man vor Beantragung des Zuschusses noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld hat. Man sagt ja: Wer zu spät kommt, verpasst das Beste. In diesem Fall liegt das Beste bei mehreren tausend Euro, die einem da durch die Lappen gehen. Das tut weh.

  3. Die Alles-oder-Nichts-Mentalität
    Das Gute ist: Das Streben nach Perfektion trägt erheblich dazu bei, dass wir nicht ständig auf der gleichen Stelle trampeln, sondern uns weiterentwickeln. Ist man im positiven Sinne perfektionistisch, legt man die Messlatte jedes Mal ein Stück höher. In einem gesunden Maß.

    Doch wer es mit der Alles-oder-nichts-Mentalität übertreibt, bremst sich und sein Business aus, verschwendet Zeit. Stattdessen wäre es viel einfacher, das Business erst mal ins Rollen zu bringen, frühzeitig zu testen und Feedback der Nutzer einzuholen.

    Im Geheimen daran zu basteln bis es perfekt ist – das wird Nichts. Denn bekanntlich sieht die Praxis immer ganz anders aus als die pure Theorie, die man sich zuvor mühevoll im stillen Kämmerlein bis ins kleinste Detail durchdacht hat. Sinnvoller ist es, auch mal mit der 80% oder 90%-Lösung an den Markt zu gehen.

  4. Keine konkreten Vereinbarungen mit Kunden treffen
    Wenn man die ersten Kunden gewinnt, ist die Freunde meist so groß, dass man einfach nur loslegen will. Dabei sollte man dennoch nicht vergessen alles schriftlich festzuhalten.

    Das betrifft vor allem den konkreten Leistungsumfang, da es sonst zu unterschiedlichen Ansichten und nicht bezahlter Zusatzarbeit kommen kann. Ebenso sollten generelle Rahmenbedingungen wie Zahlungsweise, Termine und Vergütung von Zusatzwünschen vorher geklärt werden.

    Leider gibt es immer wieder Kunden, die solche Unklarheiten gerade bei Gründern ausnutzen.

  5. Zu wenig Geld zurücklegen
    Zahlen, Zahlen, Zahlen. Wer sich selbständig macht, muss seine Zahlen kennen. Doch viele Gründer und Startups scheitern an den Finanzen. Dabei brauchen sie vor allem am Anfang einen langen Atem.

    Mit einer realistischen Finanzplanung für die ersten Monate kann man diesem kläglichen Ende jedoch vorbeugen. Wenn man denn auch alle Faktoren in die Planung einbezieht. Administrative Kosten, produktspezifische Kosten, Marketingkosten, Bürokosten, Geschäftsausstattung usw..

    Vielleicht waren auch Anschaffungskosten dabei, die nicht unbedingt notwendig oder absolut überteuert gewesen sind? Zu knapp kalkuliert? Hier ist unbedingte Ehrlichkeit und Präzision gefragt.

    Wer sich selbst belügt, wird es später bereuen. Spätestens, wenn einem auf halber Strecke schon die Puste ausgeht. Sich von Banken oder einer Venture Capital Geld zu leihen, ist nicht die Lösung des Problems. Hier gilt: Lieber langsam und organisch, d.h. aus eigenen Mitteln, wachsen als in einem Schuldenberg zu versinken. Denn eine Gründung ist bekanntlich ein Marathon und kein 100-Meter-Sprint.

  6. Keine vernünftige Marktanalyse
    Verliebe dich nicht nur in deine Idee, sondern in das Problem des Users. Klar: Man muss eine Idee finden, für die man brennt. Doch das reicht noch nicht. Es muss auch Kunden oder Nutzer geben, die für diese Idee brennen. Deine technische Entwicklung kann noch so ausgetüftelt sein. Wenn sie nicht die Bedürfnisse deiner potentiellen Kunden befriedigt, also ein konkretes Problem löst, bleibt dein Business auf der Strecke.

    Und, um herauszufinden, ob es möglicherweise welche von dieser Kategorie gibt, ist eine Marktanalyse unerlässlich. Dabei sollte man auch gleich seine Konkurrenten abchecken. Wer seinen Markt nicht kennt, fliegt raus. Das ist die einzige Wahrheit. Sonst wird man womöglich von einem clevereren Konkurrenten überrascht.

    Dabei kann man seine Idee und das Geschäftskonzept vor der Existenzgründung ganz einfach von einem Fachmann überprüfen lassen, um Fehler rechtzeitig auszumerzen. Dazu kommen Unternehmensberater, Existenzgründungsberater wie auch öffentliche Einrichtung, z. B. Kammern oder Fachverbände, in Frage. Bei wem die Geschäftsidee auf Basis der Marktanalyse verworfen werden muss, der sollte dies akzeptieren und weiter nach einer geeigneten Geschäftsidee suchen. So schwer es auch fällt.

  7. Rechtliche Aspekte nicht beachten
    In § 26 Landesreisekostengesetz NRW heißt es: “Wenn ein Beamter während der Dienstreise stirbt, so ist die Dienstreise beendet.” Dieses und andere skurrile Gesetze und Richtlinien zeigen: Deutschland, einig Bürokratenland.

    So auch bei Gründungen. Gewerbeanmeldung, Genehmigungen, Handelsregistereintragung, Wahl der Rechtsform, Angaben auf dem Geschäftsbrief, AGBs – wer formale und rechtliche Fragen bei einer Gründung nicht hinreichend klärt, für den kann es schnell teuer werden. Dabei geben Handwerkskammern, IHKs, Innungen und Verbände wertvolle Hinweise. Vorausgesetzt man fragt danach.

    Ist man sich unsicher, fühlt sich durch die Verbände und Kammern nicht ausreichend informiert und ist mit der Informationsflut im Internet schlicht überfordert, dann sollte man einen Berater hinzuziehen. Mit einem qualifizierten Berater können relevante Fragen der anstehenden Gründung erörtert werden. Gleichzeitig können sich Gründer und Startups wieder mehr auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren.

  8. Nicht um Steuern kümmern
    Buchhaltung? Einkaufskalkulationen? Verkaufskalkulationen? Machst du im Kopf? Besser nicht.

    Kaufmännische Pflichten werden nicht selten von Gründern und Startups aufgrund von Zeitmangel vernachlässigt. Böser Fehler. Denn das recht sich spätestens dann, wenn die Steuererklärung* erstellt werden muss.

    Entweder man muss sich ganz allein durch einen Berg von Akten wühlen, um die richtigen Abrechnungen zu finden, die man schon seit Monaten nicht mehr ordentlich abgeheftet hat oder man beauftragt einen Steuerberater.

    Doch auch dieser wird einen mit täglichen Anrufen in Schach halten, weil er mal wieder nicht das entscheidende Dokument finden kann. Blöd nur, dass man gerade an einer ganz wichtigen und zeitraubenden Sache dran ist, bei der vollste Konzentration gefragt ist. Dabei ist gerade das Controlling die Voraussetzung für eine Optimierung der Verkaufszahlen. Das fehlende Know-how kann man sich außerdem relativ leicht aneignen. Entsprechende Kurse gibt es zuhauf. Vielleicht wird man dann sogar noch zu einem guten Geschäftsmann.

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Fazit

Wer sich online über typische Anfängerfehler bei Gründern und Startups informiert, kann auf einen stattlichen Fundus unternehmerischer Erfahrung zurückgreifen. Dadurch lässt sich so mancher Fehler von vornherein vermeiden.

Wir haben uns auf diejenigen Fehler konzentriert, die sich nur schwer ausmerzen lassen. Etwa verbunden mit einem gewissen finanziellem Aufwand. Sicher gibt es darüber hinaus noch weitere Fallstricke, sodass mit diesem Beitrag bei weitem nicht alle Risiken abgedeckt sind.

Als Gründer muss man stets auf der Hut sein. Dennoch: Niemand muss Gründer, Chef und Unternehmer in einer Person sein. Beratungsstellen sind ausreichend vorhanden und geben einem die Möglichkeit, seinen Fokus wieder auf die elementaren Dinge zu lenken, die das Business wirklich vorantreiben.

Wer Lust hat, kann sich noch bis zum 05. September an der Blogparade beteiligen und seine persönlichen Erfahrungen zum Thema Die häufigsten Anfängerfehler bei Gründern und Startups teilen. Den finalen Blogbeitrag von Sage One gibt es am 07. September 2015.

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8 Gedanken zu „8 Anfängerfehler bei Gründern und Startups, die sich nicht mehr korrigieren lassen.“

  1. Nun genug Geld hinterlegen kann man nicht, denn man kann nie genug Geld auf der Seite haben. Und man kann einfach nur schlecht anfangs einschätzen was an Geld bzw. Ausgaben auf einen zukommen. Ansonsten aber schön geschrieben der Beitrag.

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  2. Danke für den Artikel, insbesondere selbst einfache Tools wie z.B. Excel oder Google Drive helfen bei der Buchführung (Einnahmen- Ausgabentabelle als Kleinunternehmer).

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  3. Besonders den ersten Punkt sehe ich immer wieder. Besonders bei uns Deutschen häufig. Man bleibt lieber in sicheren Gefilden (seinem wahrscheinlich langweiligen Job) anstatt mal ein wenig Risiko zu gehen.

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  4. Gestern Abend waren die Löwen im TV zu sehen und dort kam sichtlich heraus, dass vor allem die bedingungslose Leidenschaft für ein Produkt oder für eine Dienstleistung da sein muss. Somit könnte als Punkt 9 “Fehlende Leidenschaft” und vielleicht als Punkt 10 “Fehlende Überzeugung” aufgenommen werden. Was meint Ihr?

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    • Ja, da hast du recht! Wenn man für das Ding nicht brennt, fehlt einem auch die Motivation, grade am Anfang richtig viel Power rein zu stecken und jeden Tag wieder anzufangen! Wenn dann noch das Leben quer schießt, ist man schnell wieder draußen! Einfach nur irgendwie Geld verdienen zu wollen, ist einfach kein konkretes Ziel, für das man dauerhaft genug Energie investieren will.

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  5. Der erste Punkt ist sehr wichtig. Erfolgreiche Unternehmer warten nicht Wochenlang sondern setzen Dinge direkt um. Seit ich meine Einstellung dahingehend geändert habe konnte ich viel schnellere Fortschritte meines Business erkennen.

    Selbst wenn die Ideen nicht komplett bis ins kleinste Detail perfektioniert wurde, meist entsteht trotzdem schon Gewinn. Und vor allem hat man dann durch den nun möglichen Controlling-Prozess (wenn man das Projekt nie umsetzt, bekommt man auch nie Erfahrungswerte, Verbesserungsvorschläge usw…), viel bessere Möglichkeiten, das ganze Projekt zu verbessern!

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