Eigener Verlag, eigene Produkte, große Herausforderungen – Interview mit Spielworxx

Eigener Verlag und eigene Produkte - Besondere HerausforderungenDass ich ein großer Brettspiel-Fan bin, wissen sicher schon einige meiner Leser.

Nicht zuletzt in meinen ausführlichen Analysen und Reports über meinen neuen Brettspiel-Blog erfahrt ihr einiges über diese Branche und die Herausforderungen.

Da ich aber noch ein paar mehr Einblicke in diese interessante Branche mit vielen kleinen Verlagen veröffentlichen wollte, habe ich ein Interview geführt.

Heute spreche ich mit dem Gründer des Spielworxx Verlages über die Entstehung, besondere Herausforderungen, eigene Produkte, Probleme und die Zukunft.

Viel Spaß damit.

Hallo Uli. Bitte stell dich meinen Lesern kurz vor.

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Mein Name ist Uli Blennemann – ich bin 52, lebe in Billerbeck (Münsterland) und arbeite professionell im Brettspielbereich seit 1993.

Wie bist du zum Brettspiel-Hobby gekommen?

Ganz klassisch durch meine Eltern – wir haben viel gespielt.

Später im Studium habe ich mich dann gefragt, was ich einmal beruflich machen möchte – da habe ich mir gesagt, gründe einen Spieleverlag!

Dies habe ich 1993 mit “Moments in History” dann gemacht.

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Wann und warum ist der Spielworxx Verlag entstanden? Wie kamst du auf die Idee?

2010 habe ich Spielworxx ins Leben gerufen. Ich wollte gerne wieder Spiele veröffentlichen, hinter denen ich zu 100 % stehen kann – also nach meinem Geschmack.

Zudem habe ich versucht, in die Lücke der komplexen Spiel zu stoßen. Zu dem Zeitpunkt gab es im deutschsprachigen Raum wenige Spieleverlage, die komplexe Spiele herausgebracht oder lokalisiert haben.

Wie hat sich dein Verlag seit dem Start entwickelt und wie sieht es generell mit der Brettspiel-Branche aktuell aus?

Spielworxx entwickelt sich kontinuierlich gut; ich bin sehr zufrieden. Garantien für die Zukunft gibt es jedoch nicht.

Die Branche in Deutschland stagniert, boomt aber in anderen Märkten. Da ich die Spiele zweisprachig mache, bin ich nicht auf Deutschland beschränkt.

Was macht den Spielworxx Verlag gegenüber den Wettbewerbern besonders?

Schwer zu sagen – Spiele herausbringen, die wenige andere Verlage so machen würden. Dies fängt bei der Graphik an, kann aber auch in der Thematik verankert liegen oder in der Spieltiefe.

Zudem – so hoffe ich wenigstens – haben meine Spiele eine Seele und sind weder „kaputtgerechnet“ noch völlig „abgeschliffen“, um eine vermeintliche Balance herzustellen.

Versuchst du einen USP gegenüber anderen Verlagen zu entwickeln? Wie genau sieht das z.B. bei der Auswahl der Produkt aus?

Man möchte immer „besonders“ sein – dies ist aber im Bereich der analogen Spiele tatsächlich nur ganz schwer zu schaffen.

Die Produktauswahl betreibe ich ganz persönlich über ein Netzwerk von Freunden und Bekannten, den Besuch von Spieleautorentreffen und Messen.

Zudem kommen Autoren seit einiger Zeit mit ihren Anfragen auch gezielt zu mir.

Welche Herausforderungen und Probleme musstet bzw. müsst ihr mit dem Verlag überwinden?

Unsere Spiele sind nicht preiswert – dies ist im „Geiz ist geil“-Markt Deutschland, wo auf jeden Cent geachtet wird, problematisch. Ein Spiel gilt nicht als „wertvoll“; viele Kunden betrachten die reinen Materialkosten.

Zudem ist man zunächst erst einmal unbekannt – niemand kennt den Verlag. Darüber hinaus muss man „Sehgewohnheiten“ der Spieler (bunte Cover, fröhliche Menschen unter blauem Himmel) erst einmal aufbrechen, wenn man ganz andere graphische Akzente setzt.

Welche Möglichkeiten und Chancen bietet das Internet für euch als Verlag? Wie nutzt ihr es zu Marketing-Zwecken?

Nur durchs Netz und den Direktverkauf kann Spielworxx überhaupt existieren. Das Netz ist auch praktisch unsere einzige Marketing-Plattform.

Welche Rolle spielen dabei Twitter, Facebook und andere soziale Netzwerke?

Twitter ist ganz wunderbar, weil es sehr knackig und direkt ist. Ab und an gibt es ein Indie-Youtube-Video.

Zudem versuche ich in diesem Jahr den Spielworxx-Twitch-Kanal zu etablieren. Andere asoziale Medien nutze ich nicht, ich bin auch komplett aus Facebook ausgestiegen.

Ihr verkauft eure Spiele auch über einen eigenen Online-Shop. Wie gut funktioniert das und wo liegen da die Herausforderungen?

Fast nur über den Online-Shop, der funktioniert sehr gut. Der Online-Handel ist inzwischen gut bekannt, nicht zuletzt durch Amazon.

Allerdings hat Amazon die Kunden-Erwartungen nach sehr gutem Service bei hoher Auslieferungsgeschwindigkeit ganz nach oben gedrückt. Bei Spielworxx muss der Kunde leider etwas Geduld mitbringen.

Wie siehst du die Zukunft der Brettspiel-Branche? Welche Pläne habt ihr?

Die Zukunft ist in meinen Augen gut, solange man flexibel bleibt und reagieren kann.

Pläne? Zusehen, dass Spielworxx auch noch in fünf Jahren existiert – und natürlich: die Weltherrschaft!

Zum Schluss würde ich gern wissen, was deine Lieblingsbrettspiele sind.

Dies kommt auf meine Stimmung an und wechselt deshalb rasch. Ich versuche es einmal – momentan:

  • Here I Stand und Virgin Queen
  • Empire of the Sun
  • Twilight Struggle

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