38. Steuern – 52 Tipps für eine erfolgreiche Selbständigkeit

Steuern - 52 Tipps für eine erfolgreiche SelbständigkeitWer sich selbständig macht, muss sich mit vielen Themen beschäftigen, aber die Steuern gehören dabei für die meisten nicht unbedingt zur Lieblingsbeschäftigung.

Dennoch ist es wichtig, dass man sich mit diesem Thema frühzeitig auseinandersetzt und auch später den Überblick behält.

Auf was man dabei besonders achten sollte und wie meine eigenen Erfahrungen damit sind, erfahrt ihr im Folgenden.

Dieser Artikel gehört zur Serie:
52 Tipps für eine erfolgreiche Selbständigkeit

Steuern

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Deutschland ist vieles, aber ein unkompliziertes Land ist es sicher nicht.

Als Selbständiger muss man sich unter anderem mit der korrekten Buchhaltung* und der pünktlichen Zahlung der Steuern beschäftigen. Da kennt das Finanzamt keinen Spaß, so dass man dieses Thema von Anfang an sehr ernst nehmen sollte.

Wichtig ist dies vor allem aus Liquiditätsgründen. Nicht wenige Selbständige kommen durch Steuervoraus- und -nachzahlungen in Geldprobleme, die nicht notwendig gewesen wären.

Deshalb sollte man von Anfang an genau wissen, was auf einen zukommt und wie viel Geld man zurücklegen muss.

Nach der Gründung
Kurz nach der Gründung informiert das Gewerbeamt das Finanzamt darüber, so dass man zeitnah einen “Fragebogen zur steuerlichen Erfassung” zugesandt bekommt.

Nachdem man diesen ausgefüllt hat (ggf. unter Verwendung der Online-Hilfe der Finanzämter), sollte man sich damit vertraut machen, welche Steuern überhaupt auf einen zukommen.

Eine Übersicht der Steuerarten findet ihr in einem ausführlichen Artikel von mir.

Besonders ins Gewicht fallen dabei die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer. Die Gewerbesteuer wird erst dann fällig, wenn man mehr als 24.500 Euro Gewinn im Jahr hat.

Vorsicht Hammer!
Das eigentlich gefährliche an der Steuerlast ergibt sich aus einem Mechanismus, der es eigentlich verhindern soll, dass die Steuerlast zu groß wird.

Es geht um die Vorauszahlungen, die man leisten muss. Das betrifft sowohl die Einkommensteuer, als auch die Umsatzsteuer.

Einkommensteuer-Vorauszahlungen gibt es generell nur quartalsweise, deren Höhe das Finanzamt auf Grund des Vorjahresgewinns festlegt. Man kann aber auch freiwillig (mehr oder weniger) vorauszahlen, wenn sich z.B. ein deutlicher Anstieg des Gewinns abzeichnet.

Die Umsatzsteuer-Vorauszahlungen richten sich nach den Umsatzsteuer-Zahlungen aus dem Vorjahr. Hat man mehr als 7.500 Euro Umsatzsteuer im Jahr zuvor gezahlt, dann muss man monatlich vorauszahlen, sonst quartalsweise. Bei weniger als 1.000 Euro Umsatzsteuer im Jahr bleibt es bei einer jährlichen Zahlung (außer man möchte freiwillig quartalsweise zahlen).

Das Problem ergibt sich dabei meist nach 2 oder 3 Jahren der Selbständigkeit. Zu diesem Zeitpunkt steigt bei vielen Selbständigen erfahrungsgemäß der Umsatz und Gewinn deutlich an. Und so möchte das Finanzamt dann oft gleichzeitig eine fette Nachzahlung und auch noch happige Vorauszahlungen haben.

Genau an diesem Punkt kommen viele Selbständige in finanzielle Engpässe, da sie nicht genug Geld zurückgelegt haben bzw. die Kombination aus Nach- und Vorauszahlung einfach das Erwartete übersteigt.

Zurücklegen
Das sollte man immer beachten, wenn man sich über steigende Einnahmen freut. Oft ist so, dass man nach den harten ersten Jahren der Selbständigkeit die steigenden Einnahmen erstmal ausgibt, um sich was zu gönnen.

Doch das Geld, was auf dem eigenen Konto eingeht, gehört einem eben nicht komplett selbst. Die 19% Umsatzsteuer muss man immer abziehen, so dass von den Einnahmen dann nur noch der Netto-Betrag übrig bleibt. Zudem muss man je nach Gewinn noch 20-30 % Einkommensteuer einrechnen und diese ebenfalls “abziehen.”

Wenn man dann noch an Altersvorsorge, betriebliche Versicherungen und Krankenversicherung* denkt, dann bleiben vielleicht 50% der Einnahmen am Ende übrig, über die man verfügen kann.

Zudem sollte man sich immer ein Polster zurücklegen, das für unerwartete Dinge bereitsteht.

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Meine Erfahrungen

Mir ging es ähnlich wie oben geschildert. Auch ich hatte in den ersten beiden Jahren relativ geringe Einnahmen und so fielen Umsatzsteuer und vor allem Einkommessteuer recht gering aus.

Doch nach rund 3 Jahren entwickelte es sich deutlich besser und dann kamen fast gleichzeitg größere Nachzahlungen und Vorauszahlungen auf mich zu. Auch wenn ich durch mein Buchhaltungsbüro gut geraten wurde, war es damals teilweise recht eng. Hinzu kam dann auch noch die Gewerbesteuer.

Mittlerweile hat sich das wieder gut eingespielt und wenn man von Anfang an genug Geld für die Steuern zur Seite legt, ist es auch kein großes Problem. Man muss das aber immer im Auge haben und gerade bei steigendem Umsatz daran denken, dass sich dies auf die Steuern (Voraus- und Nachzahlungen) auswirkt.

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Fazit

Natürlich kann man seine Buchhaltung und die Steuern alleine machen. Dafür gibt es gute Software und auch sehr gute Bücher.

Allerdings bin ich sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, die Buchhaltung und das Thema Steuern an einen Dienstleister vergeben zu haben. Mal abgesehen davon, dass ich mich damit einfach nicht so gern beschäftige, haben diese Experten einen deutlichen besseren Blick auf das Thema, können zukünftige Entwicklungen besser einschätzen und geben sehr zeitig Hinweise darauf, was auf einen zukommt. Auf diese Weise ist die Gefahr von hohen (Nach- oder Voraus-)Zahlungen überrascht zu werden deutlich geringer.

Wer das alles selber macht, muss darauf sehr gut achten und immer daran denken, was auf einen zukommt.

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25 Gedanken zu „38. Steuern – 52 Tipps für eine erfolgreiche Selbständigkeit“

  1. Super Artikel ich bin ständig auf der suche nach neuen Start up´s.

    Der Artikels enthält sehr nützliche Informationen.

    Vielen Dank und beste Grüße Lisa

    Antworten
  2. Ich kann das Problem mit den Vorauszahlungen bei steigenden Einkünften nur bestätigen. Je später man mit der Steuererklärung dran ist, und je deutlicher der Gewinnanstieg umso größer das Problem.
    Wer beispielsweise seine Erklärung für 2013 erst jetzt abgibt der darf die Steuer auf die höheren Gewinne gleich für zwei Jahre auf einmal zahlen!

    Antworten
  3. Ich hatte erfreulicherweise privat jemand, der mir auch den Tipp gegeben hat, grundsätzlich erstmal die Hälfte des Umsatzes auf ein separates Konto (zB Tagesgeld) zu überweise und dort zu vergessen, bis das Finanzamt etwas davon will :) Mit dem Rest kann man weiterarbeiten oder wie auch immer verwenden. Hat bis jetzt hervorragend geklappt! Und das Beste: Wenn man es in den ersten ein oder zwei Jahren nicht braucht, hat man nach Eintreffen des Steuerbescheids oft sogar noch etwas Geld für eine Anschaffung oder einen kleinen Urlaub.
    Guter Tipps, danke!

    Antworten
  4. Wer jetzt erst die Erklärung abgibt, ist auch ein paar Monate zu spät dran. Die Frist läuft doch nur bis Mai des Folgejahres, wenn ich mich nicht irre.

    Ich freu mich, dass ich viele Umsätze erwirtschafte, die unter das Reverse-Charge fallen. Somit bekomme ich nach meiner Umsatzsteuererklärung immer einen Batzen zurück. Die Voranmeldungen entfallen auch.

    Antworten
  5. Das Steuerrecht ist wahrlich ein Monster. Für einen Laien ist das Thema einfach zu komplex und mitunter auch zu gefährlich; selbst als Steuerberater ist der Beruf mit lebenslangem Lernen verbunden, da sich in diesen komplexen Materien gefühlt wöchentlich etwas ändert. In meinem Studium habe ich einzelne Paragraphen kennengelernt, die sich teilweise über 5-10 Seiten erstrecken, wodurch mir schnell klar wurde, weshalb viele Fachleute eine Reform des deutschen Steuerrechts als “dringend notwendig” erachteten.

    Der ein oder andere wird seine private Einkommenssteuererklärung vielleicht noch selber hinkriegen (natürlich nicht so gut und effizient, wie ein Fachmann, aber wenigstens überhaupt hinkriegen), aber sobald das Konstrukt etwas größer wird (Selbstständigkeit) lauern diverse Fallstricke, welche bei schlechter Beratung oder fahrlässiger Ignoranz mitunter ganz schnell den finanziellen K.O. für die eigene Unternehmung bedeuten können.

    Auch sollte man sich tunlichst an die Fristen des Finanzamts halten, denn wenn man sich jemanden nicht zum Feind machen will, dann das Finanzamt.

    Antworten
  6. Habe mir das Buch direkt mal bestellt. Danke für den Hinweis. Ich habe meine Steuer bis jetzt immer selber erledigt. Allerdings habe ich in letzter Zeit mit vielen Leuten gesprochen und mir ist klar geworden, dass ich so viele Dinge nicht beachtet habe, wo ich hätte mir Geld wiederholen können.

    Dafür nehme ich gerne die Kosten eines Steuerberaters in Kauf. Zumal ich dadurch auch viel mehr Zeit habe und mich nicht mit Dingen rumschlagen muss, die mir keinen Spaß machen.

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  7. Natürlich ist das Steuerrecht schon ein sehr kompliziertes Thema.

    Allerdings finde ich es trotzdem recht fair – so muss man als Selbständiger keine Voranmeldungen machen, bis man die relevante USt-Grenze nicht erreicht hat. Für die Gewerbesteuer gilt wiederum eine noch höhere Gewinngrenze.

    Richtig komplex wird das Ganze also erst wenn das Geschäft eine gewisse Größe und Ertragskraft erreicht hat.

    Das ist auch gut so – stellt Euch mal vor, man müsste direkt von Anfang an alles machen (lassen) und hätte direkt immense Ausgaben. Wer würde wohl in so einem Umfeld überhaupt selbständig werden wollen?

    Antworten
  8. Danke für den informativen Beitrag. Das schwierige ist aus meiner Erfahrung der Wechsel vom Kleinunternehmer zum “normal”-Unternehmer mit allen zu leistenden Steuern. Gerade am Anfang ist das sehr viel was auf einen zukommt, Steuerberater konsultieren und beauftragen, jeden Monat die USt ans Finanzamt abdrücken, Einkommenssteuervorrauszahlungen leisten, Gewerbesteuervorrauszahlungen leisten (wie die Einkommensteuervorrauszahlung immer Quartalsweise). Das ist schon eine menge und da ist noch lang nicht schluss :D

    Sobald man da aber alles geregelt hat kann man sich endlich wieder der Arbeit widmen und das Business aufbauen :)

    Antworten
  9. Irgendwie “faszinierend” finde ich, dass als Bemessungsgrundlage zur Berechnung der Gewerbesteuer und der Einkommenssteuer der Gewinn INKLUSIVE USt. (= Brutto) genommen wird. Wie kann es sein, dass der Geldzufluss zählt und nicht das Geld, das man einbehalten kann (= Netto)?

    Antworten
  10. Super Artikel, hätte ich früher finden müssen! Habe aber dennoch einiges an wichtigen Informationen mitgenommen.

    Vielen Dank und beste Grüße Christina Meier

    Antworten
  11. Ich bin gerade dabei mir das Wissen anzueignen. Leider ist es sehr kompliziert, vor allem wenn sich die Geschäftspartner (Amazon.com, Amazon.de etc., Google, Facebook) im Ausland befinden. Teilweiße geht die Steuerschuld auf einen selber über, teilweiße nicht etc. Ein Beratungsgespräch mit einem Steuerberater hat mir schon weiter geholfen, aber leider ist mein Gewinn noch zu niedrig, als dass es sich lohnen würde, die ganze Steuerarbeit an den Berater weiter zu leiten. Die Kosten wären größer als mein Gewinn. So muss ich in den sauern Apfel beißen…

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  12. Da ich auch gerade beginne online Geld zu verdienen, muss ich mich langsam mal mit Steuert etc. beschäftigen.

    Muss man Umsatzsteuer nicht erst ab einem Jahresumsatz von insgesamt 17.500€ bezahlen?

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  13. Man kann auch einfach eine Limited Liability Company (LLC) in Delaware gründen, dann muss man keine Steuern auf alle außerhalb der USA erzielten Einnahmen zahlen. Das dürfte auf nahezu alle deutschen Selbständigen zutreffen, und ist zudem auch vollkommen legal. Etliche Weltkonzerne haben dort ebenfalls Tochterfirmen gegründet, um so große Mengen an Steuern zu sparen. Es gibt sogar Anbieter, welche die Anmeldung für einen vor Ort vornehmen. Die meisten Selbständigen und kleinen Unternehmen wissen davon im Gegensatz zu den Riesen nichts, aber das ist möglicherweise auch gut so, denn ansonsten gäbe es diese Steueroase vielleicht gar nicht mehr. Also vergesst lieber was ich gesagt habe! ;-)

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  14. Super Artikel, danke für die vielen Tipps. Hilfreiche Tipps zu diesem Thema gibt es leider viel zu selten.
    Beste Grüße Sandra

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  15. Ein toller kurzer Überblick zum Thema “Steuern”. Vielen Dank für die Arbeit und den wertvollen Inhalt vor allem für Existenzgründer und alle Start-Ups.

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  16. Das ist wirklich nicht ganz so leicht mit diesen Steuern hier in Deutschland. Gerade als Selbständiger muss man wirklich riesig aufpassen. Es haben sich wirklich schon so viele bei mir beschwert, dass man das kaum glauben kann.

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  17. Schon seit Jahren mache ich die Steuern für unsere Familie selber aber die Firma meines Mannes wächst und langsam stoße ich an meine Grenzen. Es ist ein guter Hinweis lieber einen Experten die Steuern machen zu lassen, um am Ende nicht überrumpelt zu werden. Ich denke die Zeit ist für uns jetzt gekommen unsere Steuern abzugeben.

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  18. Es ist wirklich wichtig in der Selbständigkeit alles doppelt zu überprüfen. Besonders, wenn es um Finanzen geht. Niemand möchte aus Versehen etwas Rechtswidriges machen. Daher nimm dir einen Steuerberater oder einen Anwalt und lasse dich beraten.

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  19. Nahezu jedes Steuersystem ist sehr komplex, insbesondere für Personen, die sich zuvor während ihres Studiums oder der Ausbildung nie mit Buchführung beschäftigt haben. Zwar werden keine Steuerkenntnisse abgefragt, wenn man sich dazu entscheidet, selbstständig zu werden, jedoch wird automatisch erwartet, dass alle steuerlichen Belange korrekt ausgeführt werden. Besonders am Anfang ist es hilfreich, sich von einem Steuerberater helfen zu lassen, ehe man in Konflikte mit dem Finanzamt gerät.

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