Angestellt oder Selbständig – Was ist besser?

Angestellte träumen von der Selbständigkeit und Selbständige sehnen sich zurück zum Angestellten-Dasein. Zumindest ein Teil.

Doch was ist nun eigentlich besser? Angestellt sein oder die Selbständigkeit?

In diesem Artikel gehe ich dieser schwierigen Frage nach und schildere meine Erfahrungen.

Natürlich freue ich mich über eure Erfahrungen und Meinungen.

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Der Traum von der Selbständigkeit

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Laut Studien haben rund ein Viertel aller Angestellten innerlich bereits gekündigt. Das bedeutet, dass diese nicht mehr machen als notwendig und keine emotionale Bindung zu ihrer Tätigkeit besitzen.

Gründe dafür gibt es viele. Schlechte Arbeitsatmosphäre, keine Herausforderung, Probleme mit dem Chef oder den Kollegen, Kontrolle, keine Freiheiten und vieles mehr.

Aber nicht nur diese Angestellten träumen oft von der Selbständigkeit als Ausweg und Allheilmittel. Viele Arbeitslose sehen darin ebenfalls eine ideale Lösung und selbst Angestellte, die ganz zufrieden mit ihrem Job sind, denken über die Selbständigkeit nach.

Meist ist das Bild der Selbständigkeit jedoch ein sehr idealisiertes, welches mit der Realität wenig zu tun hat.

  • Statt Freiheit und Selbstbestimmung steht vor allem am Anfang die händeringende Suche nach Aufträgen und Kunden, welche das leider allzu oft auch wissen und ausnutzen.
  • Statt finanziellem Erfolg kämpfen gerade in der Anfangszeit, aber leider teilweise auch später, viele Selbständige ums Überleben. Von ständigen Schwankungen der Einnahmesituation ganz zu schweigen.
  • Statt freier Zeiteinteilung stehen Überstunden bei vielen Gründern und Selbständigen regelmäßig auf dem Plan.

Ich habe in einer Artikelserie die Mythen der Selbständigkeit bereits ausführlich behandelt.

Angestellt und glücklicher?

Doch wenn die Selbständigkeit oft so hart ist, ist man als Angestellter dann nicht besser dran?

Es gibt viele Stimmen, die der Meinung sind, dass man als Angesteller viel besser dran ist. Und an den Argumenten lässt sich auf den ersten Blick kaum rütteln.

Ein regelmäßiges Gehalt, feste Arbeitszeiten, Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall usw. sind Dinge, auf die ein Selbständiger verzichten muss. Im Gegenteil, wer als Selbständiger länger ausfällt riskiert die Existenz.

Unterschätzt wird zudem die Distanz, die viele Angestellte zu ihrer Arbeit haben. Selbständigen fällt es oft schwer abzuschalten, was belastend sein kann.

Und doch hat auch das Angestellten-Leben nicht nur rosige Seiten. Nicht immer macht es Spaß unter einem Chef zu arbeiten, vorgeschrieben zu bekommen was man tun soll, wenig Gestaltungsspielraum zu haben und mit den Kollegen zurecht zu kommen. Von der Angst vor der Kündigung und der Suche nach einem neuen Job gar nicht zu sprechen.

Zumindest einem Teil der Angestellten gefällt die Situation nicht so gut, aber ist deshalb die Selbständigkeit eine bessere Option?

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Was ist besser?

Diese Frage kann man nicht so einfach beantworten.

Es gibt viele glückliche Angestellte und glückliche Selbständige. Aber es gibt eben auch viele unglücklich Angestellte und unzufriedene Selbständige.

Der Verdienst spielt sicher eine wichtige Rolle, ist aber nicht alles. Wer sich als Selbständiger verwirklichen kann und wirklich das macht, was ihm Spaß macht, ist auch mit weniger Einkommen zufrieden. Zumal ein guter Stundenlohn für Selbständige meist erst nach einer gewissen Zeit ereichbar ist und viele schaffen auch das nicht.

Umgekehrt würden viele Angestellte ihren Job sicher etwas anders beurteilen, wenn sie mal eine Weile wirklich selbständig sind und bei Null anfangen müssen.

Wichtig ist es die Realität zu kennen und nicht irgendwelchen Mythen oder Träumen hinterher zu rennen. Man kann sowohl als Angestellter, als auch als Selbständiger sehr glücklich werden, aber auch dann wird es nicht so einfache Zeiten geben und nicht alles wird toll sein.

Entscheidend ist, dass man herausfindet, was einem liegt und was man vom Leben erwartet. Idealerweise hat man Erfahrungen in beiden Bereichen gesammelt, kennt die Realität und weiß, wo man die eigenen Prioritäten setzt.

Meine Erfahrungen

Nach meinem BWL-Studium und einer Qualifikation im Bereich Online-Marketing habe ich einen Job in einem mittelständischen Unternehmen bekommen.

Damals war ich darüber sehr froh, denn Gedanken an eine Selbständigkeit spielten damals noch überhaupt keine Rolle. In meiner Familie gab es nur einen Selbständigen und meine Frau kannte ich damals auch noch nicht. (Sie ist mittlerweile ebenfalls selbständig und wir teilen viele Ansichten, wissen aber auch um die Schattenseiten.)

Nach ein paar Jahren begann ich mich ein wenig mit der Idee auseinander zu setzen, mich selbständig zu machen. Gründe dafür gar es ein paar. Zwar war die Firma an sich toll, die Kollegen und Chefs sehr nett und das Gehalt gut. Aber ich war jeden Tag lange zu Arbeit unterwegs und wirklich erfüllt hat mich meine Arbeit auf Dauer auch nicht.

Nach ca. 6 Jahren zeichnete sich ab, dass ich meinen Job, wie viele andere in der Firma, verlieren würde und ich stand vor der Wahl in einer Agentur anzufangen oder mich selbständig zu machen. Zum einen war mir recht klar, dass ich wohl nie wieder einen so angenehmen Arbeitsplatz bekommen würde. Zum anderen war mein Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit mittlerweile sehr stark geworden. Also entschied ich mich für die Selbständigkeit.

Und die ersten Jahre waren hart. Meine Selbständigkeit entwickelte sich zwar positiv, aber zu beginn mussten wir jeden Cent dreimal umdrehen und ich habe sehr viele Überstunden geschoben. Da gab es schon Momente, wo ich die Bequemlichkeit meines Angestellten-Jobs vermisste. Aber es machte auch großen Spaß selbständig zu sein, so dass ich es nie wirklich bereute.

Mittlerweile habe ich mein Business weiterentwickelt und stehe auch finanziell besser da als früher. Die Arbeitszeiten habe ich zurückgefahren und für die Zukunft sind Angestellte geplant.

Und auch wenn es Tage gibt (z.B. im Urlaub), wo ich gern einfach ein Angestellter wäre, der sich keine Gedanken über seine Firma macht, könnte ich wohl nie wieder als Angestellter arbeiten. Ich liebe es alles selbst zu entscheiden, meine Ideen umzusetzen und das Gefühl zu haben etwas aufzubauen, was wirklich mein “Baby” ist.

Ich denke, dass es kein besser oder schlechter bei der Entscheidung zwischen Selbständigkeit oder Angestellt gibt. Es kommt darauf an, welcher Typ Mensch man ist und welche Dinge einem wichtig sind. Gerade die Selbständigkeit kann sehr hart sein, aber mit der richtigen Einstellung und Spaß an der Sache nimmt man es nicht so wahr.

Auf der anderen Seite ist für viele andere das Leben als Angestellter sicher erstrebenswerter, da sie dort ihre Interessen ausleben können, Spaß an der Arbeit haben, mehr Absicherung besitzen, sich nicht um Businessdinge kümmern müssen und in vielen Dingen einfach geordnetere Bahnen vorfinden.

Man muss einfach den Weg finden, der einem am meisten liegt.

Eure Meinung

Wie seht ihr das und welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Angestellt oder Selbständig - Was ist besser?

  • Selbständigkeit (44%, 84 Stimmen)
  • Beides hat seine Vorzüge (42%, 79 Stimmen)
  • Angestellt sein (9%, 18 Stimmen)
  • Ich weiß es nicht (5%, 9 Stimmen)

Teilnehmerzahl: 190 (1 Stimmen)

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5 Gedanken zu „Angestellt oder Selbständig – Was ist besser?“

  1. Auf einem Blog wie diesem die Leute zu fragen, ob angestellt oder selbstständig besser ist… ok :P
    Ich für meinen Teil konnte mir eigentlich noch nie wirklich vorstellen, als Angestellter meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich habe ehrlicherweise kein Interesse an einem regelmäßigen Einkommen und einem sicheren Arbeitsplatz. Mir geht es insbesondere um ein erfülltes Leben. Und das möchte ich durch eigenen Projekte und durch die (zumindest auf lange Sicht gesehene) Freiheit der Selbstständigkeit bzw. passiver Einkommensmöglichkeiten erreichen.
    Natürlich bedarf es einer guten Arbeitsmoral und ausreichend Disziplin, in die Selbstständigkeit einzutreten und dort auch zu bleiben. Viele Menschen sind da einfach nicht für gemacht, weshalb eine pauschale Antwort, was besser ist, sehr schwierig ist.

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  2. Am besten wäre einfach im Lotto zu gewinnen und zwar soviel, dass das Geld für einen arbeitet ;) bei der Selbstständigkeit kommt es auch auf den Beruf an. Weil selbstständig ist ja nicht gleich selbstständig. Wichtig bei der Selbstständigkeit ist sich nicht ablenken zu lassen. Und da ich dafür viel zu anfällig bin, bin ich wohl noch nicht dafür geschaffen ;) vllt. kommt das im Alter noch ;)

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  3. Hallo Peer

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Da bei mir der Termin der Selbstständigkeit naht (Ende Jahr), hat mir der Artikel doch einige Denkanstösse vermitteln können.
    Habe diesen Artikel auf meinem Blog übrigens gerade in meinem Post “Diese Woche gelesen” erwähnt.

    Liebe Grüsse
    Carmen

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  4. Es kommt drauf an ob der Job einem Spaß macht oder nicht. Wenn einem der Job Freude bereitet hat man kein Problem als Selbständiger auch Überstunden zu machen.

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  5. Der große Punkt ist wirklich das Gefühl zu haben etwas aufzubauen. Etwas besseres und größeres gibt es nicht. Ich will am Lebensabend etwas aufgebaut haben worauf ich stolz zurückblicken kann. Das würde mir im Angestelltenverhältnis fehlen

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