Für welchen Stundenlohn lohnt sich die Selbständigkeit?!

Das Bild des Selbständigen ist bei vielen oft zu positiv.

Zumindest was Arbeitszeit und Einkommen angeht, haben mache die Vorstellung, dass jeder Selbständige auf Rosen gebettet ist. Dass dem nicht so ist, belegen aktuelle Statistiken.

In diesem Artikel möchte ich deshalb der Frage nachgehen, ab welchem Stundenlohn sich eine Selbständigkeit überhaupt lohnt.

Für welchen Stundenlohn lohnt sich die Selbständigkeit?!

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Ganz zu Beginn muss man natürlich schon mal sagen, dass diese Frage so pauschal nicht zu beantworten ist.

Es kommen verschiedene Faktoren ins Spiel, die bei jedem Selbständigen für andere Vorstellungen von einem ausreichenden Stundenlohn sorgen.

Wer in München in der Innenstadt lebt und eine Familie versorgen muss, hat sicher andere Anforderungen an einen Stundenlohn, als ein Single, der gerade angefangen hat und auf dem Land in einer Zwei-Zimmer Wohnung lebt.

Dennoch kann man sich dieser Frage nähern, indem man sich z.B. mal den geplanten Mindestlohn für Arbeitnehmer anschaut. Diese soll 8,50 Euro brutto betragen.

Rechnet man das auf eine 40 Stunden Woche hoch, dann kommt man auf ein Monats-Netto-Einkommen von rund 1.000 Euro.

Doch kann man deshalb als Selbständiger einfach so rechnen und auf einen Stundenlohn von 8,50 Euro abzielen?

Notwendiger Stundenlohn

Nein, das kann man nicht. Als Selbständiger hat man kein Netto-Einkommen, sondern ein Brutto-Einkommen. Das Geld, was auf dem eigenen Geschäftskonto eingeht ist also keineswegs das, was der Selbständige am Ende auch in der eigenen Tasche hat.

Zusätzliche Ausgaben für Selbständige sind unter anderem:

Nicht vergessen sollte man zudem, dass von den Geldeingängen auf dem Konto auch noch die Mehrwertsteuer abgeführt werden muss.

Insgesamt gehen als 40-50% für diverse Kosten, Ausgaben und Abgaben ab, bevor man vom Netto-Einkommen sprechen kann. Aus diesem Grund muss man den Mindestlohn schon mal ungefähr verdoppeln auf rund 17 Euro.

Doch das sollte noch immer nicht der Stundenlohn sein, mit dem man Kundenaufträge kalkuliert. Schließlich kann kein Selbständiger 100% seiner Zeit abrechnen. Gerade jene Selbständige, die an Kundenprojekten arbeiten oder Dienstleistungen anbieten, müssen diesen Stundenlohn meist mindestens noch verdoppeln.

Um Geld für schlechte Zeiten oder längere Krankheitsphasen zurücklegen zu können, muss man weitere Aufschläge auf den Stundenlohn rechnen.

Und mal ganz ehrlich, welcher Selbständige will denn dann am Ende nur den Mindestlohn verdienen. Schließlich arbeitet man oft mehr, hat mehr Verantwortung und natürlich auch mehr Risiko zu tragen.

Unter dem Strich gibt es viele Faktoren, die den eigenen Wunsch-Stundenlohn beeinflussen und bei der Kalkulation des eigenen Stundenlohns eingerechnet werden müssen.

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Existenzgründer und der Stundenlohn

Die Realität kann man bei diesem Thema aber auch nicht außer Acht lassen. Ein Wunsch-Stundenlohn ist das eine, was man wirklich am Markt durchsetzen kann, ist das andere.

Gerade Existenzgründer haben oft sehr niedrige reale Stundenlöhne. Zum einen liegt das an der noch nicht so guten Auftragslage. Zum anderen geht man meist erstmal mit niedrigen Stundensätzen in den Markt, um Kunden zu gewinnen.

Das ist relativ normal und in manchen Branchen auch kaum vermeidbar.

Ähnliches gilt aber ebenfalls für Selbständige im Netz. Wer z.B. Websites betreibt, wird zu Beginn ebenfalls viel Arbeit investieren und nur wenig verdienen. Auch das ist normal, da es Zeit braucht gute Online-Einnahmen aufzubauen.

Mit Selbständig im Netz habe ich z.B. im ersten Jahr nur wenig verdient und in den folgenden Jahren nur ein Nebeneinkommen. Es hat rund 5 Jahre gedauert, dass man von einem Vollzeiteinkommen reden konnte.

Deshalb sollte man gerade in den ersten 1-3 Jahren nach der Gründung das Thema Stundenlohn differenziert betrachten.

Perspektive und Entwicklung

Doch auch wenn man als Gründer oft einen niedrigen realen Stundenlohn hat, so sollte das keinesfalls ein Dauerzustand werden.

Leider kommen viele Gründer auch später nicht wirklich auf einen grünen Zweig. Viele brauchen Hartz IV oder liegen einfach grundsätzlich unter dem geplanten Mindestlohn.

Das sollte natürlich nicht von Dauer sein. Perspektivisch sollte eine Selbständigkeit das Potential bieten, gut davon zu leben.

Wer als Selbständiger alles selber macht, das Risiko trägt und meist mehr Stunden arbeitet als viele Angestellte, sollte auf Dauer nicht zu den Niedrigverdienern gehören.

Zumindest wenn man sich aus freien Stücken selbständig macht und das wirklich will, muss eine positive Entwicklung absehbar sein. Das gilt es aber schon beim Gründungsvorhaben zu prüfen und realistisch das Zukunftspotential einzuschätzen.

Dazu gehört natürlich erstmal das grundsätzliche Umdenken von Lohn/Gehalt hin zu Umsatz und das einem als Selbständigen nicht alles gehört, was an Geld reinkommt.

Und wer nach ein paar Jahren dennoch feststellt, dass es einfach nicht aufwärts geht, sollte sich überlegen, ob er/sie sich beruflich verändert. Auf jeden Fall sollte man ständig analysieren, wie die finanzielle Entwicklung ist und was man tun kann, um die Einnahmen zu steigern.

Fazit

Das Thema Stundenlohn ist für Selbständige sicher kein einfaches. Nicht in jeder Selbständigkeit sind die Aussichten rosig und für manche ist eine nicht so gut laufende Selbständigkeit allemal besser als die Arbeitslosigkeit.

Gerade viel “neue” Offline-Selbständige (oft gezwungenermaßen) kommen grad so über die Runden und haben nicht viele Einflussmöglichkeiten.

Dennoch sind viele Selbständige auch dadurch in finanziellen Problemen, weil bei der Planung und der Kalkulation etwas schief gelaufen ist.

Gerade jungen Gründern kann ich deshalb nur raten von Beginn an die finanzielle Perspektive zu prüfen und bei der Kalkulation aufzupassen.

Eure Erfahrungen

Wie sind eure Erfahrungen mit dem realen Stundenlohn?

Wie lief es bei euch am Anfang, welche Fehler habt ihr gemacht und wie hat es sich entwickelt?

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32 Gedanken zu „Für welchen Stundenlohn lohnt sich die Selbständigkeit?!“

  1. Ein sehr guter Artikel. Man sollte sich auf keinen Fall zu günstig verkaufen. Was allerdings leider viele im Internet machen. Ein Handwerker kommt ja auch nicht für 20 Euro die Stunde nach Hause. Im Web tätige machen aber einiges auch für weniger die Stunde…

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  2. Guter Artikel, ich merke es auch immer wieder, dass man bei Selbstständigkeit sofort an den Porsche und alles andere denkt. Leider ist dem wirklich nur selten so.

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  3. Leider machen gerade viele “Möchtegern Selbständige” in viele Branchen die Preise kaputt. Die nehmen ein niedrigen Stundenlohn der niemals sich tragen wird und wenn sie nach ein oder zwei Jahre vom Markt verschwunden sind, glauben viele Kunden dass, Sie eine Leistung X für 20 Euro oder weniger pro Stunden einkaufen können.

    Ein wenig mehr eigene Respekt für die Wertigkeit der eigene Arbeit wäre wichtig.

    Auch sollte ein Selbständiger auch mal deutlich nein sagen wenn der angebotene Stunden viel zu niedrig ist!

    Dies gilt auch für Einsteiger.

    Klar kann man bei umfangreichere Projekte und Aufträge hier und da ein Kompromiss finden, aber am Monatsende muss was dabei heraus kommen!

    Aktuelle Studien ergeben das immer mehr Selbständiger immer weniger verdienen. Der Bild in der Öffentlichkeit vom Selbständigen der geradezu in Geld schwimmt stimmt leider nicht.

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  4. Interessanter Artikel. Gerade in der Anfangszeit dürfte der Stundenlohn nur eine nebensächliche Rolle spielen. Man arbeitet zwar den Auftrag in einer bestimmten Stundenzahl ab und erhält dafür Geld, jedoch hört die Arbeit danach noch lange nicht auf. Ich gebe dir vollkommen recht. Die Kalkulation und Planung spielt eine sehr wichtige Rolle.

    Sicherlich spielt auch das Tätigkeitsfeld eine wesentliche Rolle, wie hoch der reale Stundenlohn letztendlich ausfällt. Ist die Selbständigkeit mit hohen Betriebskosten verbunden, so wird der Verdienst natürlich deutlich vermindert.

    Ich persönlich bin der Meinung, dass man als Selbständiger Schritt für Schritt sich spezialisieren sollte und sich ein finanzkräftigen Kundenstamm aufbauen sollte.

    Viele Grüße,
    Robert

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  5. Ja das sind Dinge die überlegt man sich bei der Gründung zwar genau, dennoch entwickelt sich so etwas auch über die Jahre. So habe ich mit einem sehr geringen Stundenlohn von 25 € pro Stunde angefangen. Irgendwann kam dann genau dieses Problem welches du angesprochen hast, zum tragen, dass man ja gar nicht 100% seiner Arbeitskraft verkaufen kann und so verdoppelte ich im zweiten Jahr den Stundensatz und siehe da, er wurde immer noch angenommen.

    Man wird mit der Zeit ja auch mutiger und konsequenter. Wer sich also selbständig macht, sollte schon mutig rangehen, es gibt immerhin auch Leute, die nehmen jenseits der 2-300 € pro Stunde.

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  6. Ich denke man sollte sich, bevor man in die Selbständigkeit geht einen klaren Fahrplan machen, ab wann man diese wieder aufgibt. Die Unabhängigkeit ist die eine Sache. Eine andere Sache ist es, wenn man emotional dadurch belastet ist, dass man Aufträge braucht um seine Miete zahlen zu können. Für manchen ist das ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis dann doch besser.

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  7. Ist noch einfacher den Stundenlohn auszurechnen. Dein Jahresbrutto als Angestellter x 1Prozent. Für den Anfang reicht die Rechnung in Regel aus. Z. b. Ich verdiene 70T€ im Jahr, so muss mein Stundenlohn 70€ betragen, denn Ziel ist ja auch weniger und nicht mehr zu arbeiten. Ansonsten lohnt sich die Selbständigkeit nicht.

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  8. Stundenlohn ist ein Angestellten-Begriff und suggeriert, dass man da die Zahlen direkt vergleichen kann. Es sollte Stundensatz oder Honorar heißen.

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  9. @ Irene
    Würde ich so nicht sagen. Man spricht ja auch vom Unternehmerlohn, also dem Betrag, den man sich selber als “Lohn” zahlt.

    Es geht in diesem Artikel ja gerade darum zu sensibilisieren, dass Stundensatz nicht gleich Stundenlohn ist.

    Wenn ein Selbständiger seine Ausgaben von seinen Einnahmen abzieht und dann durch seine Arbeitsstunden rechnet, kommt er auf einen Stundenlohn, der sich schon durchaus mit dem von Angestellten vergleichen lässt.

    Und genau erschrecken sich dann viele Selbständige.

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  10. Man kann auch anders kalkulieren:
    Man beschäftigt zum Mindestlohn, schlägt die Arbeitgeberanteile drauf, und dann noch 10 %.
    Dann stellt man 10 oder 20 Leute ein, im Homeoffice, versteht sich.

    Oder man gibt sich als großes Unternehmen das Aufträge zu vergeben hat, vergibt diese Aufträge zu einem günstigen Preis im Internet. Vom Auftraggeber verlangt man etwas mehr als man selbst zahlt.
    Auch das sind Selbständigenmodelle.

    Ist man bei der Künstlersozialkasse ergeben sich auch wieder andere Preise.

    Aber generell – es geht eine Menge weg bevor was in der eigenen Tasche bleibt.
    Dass aber bei dem Wort Selbständigkeit jeder an ein großes Auto denkt, glaube ich nicht.
    Vielmehr sucht man die eigene Freiheit und das wird auch als Hauptgrund zur Selbständigkeit angegeben. So wird der Burnout doch gleich viel angenehmer.

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  11. Was nicht ganz vergessen werden darf: Mit einem Stundenlohn kann man auch ein Image transportieren. Ich setze grundsätzlich einen sehr hohen Stundenlohn an, damit der Kunde merkt, dass es eine hochwertige und teure Arbeit ist. Dann wird die auch automatisch hochwertiger eingestuft (ist leider wirklich so, traurig, aber ist so) und intern hat man viel mehr Argumentationskraft, wenn etwas umgesetzt werden soll. Dass man den hohen Stundenlohn nie bekommt und der Kunde natürlich rumheult, ist klar. Aber dann kann man immer noch runtergehen und hat den Kunden einen fairen Preis angeboten und trotzdem gezeigt: “eigentlich ist das der Betrag XX Wert, sei froh, dass du qualitativ hochwertige Arbeit so bekommst”. Und das klappt leider erschreckend gut…

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  12. “denn Ziel ist ja auch weniger und nicht mehr zu arbeiten. Ansonsten lohnt sich die Selbständigkeit nicht.”

    Wie ich auch immer sage. Als Selbständier muss ich bei gleicher Arbeitszeit mehr verdienen oder bei weniger Arbeitszeit gleich viel wie wenn ich angestellt wäre. Ansonsten lohnt sich doch das ganze Risiko nicht. Bei vielen sieht es wohl so aus: Mehr Arbeitszeit, weniger Geld! -> Sklave ohne Ketten!

    “Vielmehr sucht man die eigene Freiheit und das wird auch als Hauptgrund zur Selbständigkeit angegeben.”

    Nur wenn ich lese, dass manche selbst und ständig arbeiten, damit sie ja sicher mit dem Geld durch den Monat kommen, dann frag ich mich welche Freiheit. Vielleicht die Freiheit, dass man nicht von 8 – 16 Uhr in irgendeinen Büro sein muss, sondern bei sich zu Hause im Heim-Büro vor sich hintrielen kann. Und man keinen Chef im Nacken hat, wenn man zu langsam ist.

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  13. Großzügig gerechnet wird ein Selbständiger auch bei volle Arbeitsleistung im Monat maximal 100 Stunden abrechnen können. In die restliche Zeit steht Bürokram an, sowie Kundengewinnung.

    Auch sind die von mir genannten 100 Stunden pro Monat nur dann zu erreichen wenn man gut ausgelastet ist.

    Viele Selbständiger stehen vor die Situation dass, Sie nur 70 oder 80 Stunden abrechnen können.

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  14. Vor allem am Anfang ist es schwierig sich nicht unter seinem Wert zu verkaufen, aber meist legt sich das nach der Zeit. Außerdem kann eine Spezialisierung in ein Teilgebiet einer Branche und eine Erhöhung des Stundenlohns für ein professionelleres Auftreten sorgen.

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  15. Wenn ich die Kommentare lesen kann ich bei einigen nur den Kopfschütteln, Träumer und möchtegerne Webseitebetreiber. Leute haltet euch mal an die Fakten und nicht an Hirngespinste. Ein Selbstständiger KANN mehr verdienen als ein Angestellter, das tut er in der Regel allerdings NICHT. Vorallem nicht das Groh der Webseitenbetreiber. Es gibt Ausnahmen, aber die Masse ist in der Nähe des Hartz4 Einkommen. Von 1000 Webseiten wird es eine oder zwei geben die Geld abwerfen um davon leben zu können

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  16. Wer kann denn als selbständiger mit 17 EUR/h auskommen? Vor allem ist kein selbständiger jeden Arbeitstag voll ausgelastet, es gibt auch mal schlechtere Zeiten für die man “vorarbeiten” muss.

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  17. Alles richtig. Und sehr sachlich und logisch argumentiert. Klaro, hier kommentieren fast nur wir Männer ;-) Umso mehr sollten wir auf *Irene* hören! Worte sind sehr wichtig. Und “Honorar” erinnert mich ehrlich gesagt mehr an Freiheit und Unabhängigkeit = Selbständigkeit als “Lohn”. Aber egal: Entscheidend ist daß sie damit etwas anspricht was “wir Nerds” sonst oft ignorieren. Nämlich die andere Gehirnhälfte, z.B. mit Fragen wie “wieviel bin ich wert” oder “was ist mein Verhältnis zu Geld”. Als ehemaliger Millionär verspreche ich: Geld bekommen hat nichts mit Arbeiten oder kalkulatorischem Stunden”lohn” zu tun. Ich empfehle dazu unbedingt das Buch “The Trick to money is having some” von Stuart Wilde. Ein Hoch auf alle Selbständigen! Hau’ rein!

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  18. Vor allem das mit der Altersvorsorgorge vergessen viele allzu gerne oder schätzen die Höhe, die man monatlich zurücklegen muss, falsch ein. Noch ein anderer Punkt: Ein Selbständiger zahlt seine Einkommenssteuer NACHDEM er die KV, LV, RV etc. von seinen Einnahmen abgezogen hat. Ein Nicht-Selbständiger zahlt die Einkommensteuer dagegen auch auf’s Geld, das er gar nicht eingenommen hat.

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  19. Habe mich gerade im Handwerk selbstsändig gemacht. Es ist echt brutal welche realen preise herschen. Trotzdem mache ich nicht den fehler zu billig anzubieten, das ist wichtig!

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    • Ich habe mich auch vor kurzem selbstständig gemacht.
      Habe auch schon ein paar Aufträge erledigt.
      Ich schreibe gerade meine ersten Rechnungen und bin mal gespannt, wie der Kunde das sieht.
      Aber wie hier schon sehr eindeutig beschrieben, sind wir hier ja nicht die Wohlfahrt oder bei den Caritas.
      Ich will schließlich Geld verdiehen und mache das ja nicht nur zum Spaß.
      Leider denken die Kunden bestimmt, man verdiehnt sich die goldene Nase daran, wenn man mehr als 50 Euro die Stunde verlangt.
      Sollen die mal ruhig weiter mit Ihren Billiganbieter sich ärgern.
      Wer billig einkauft….!
      So, musste mal gesagt werden.
      Ansonsten wünsche ich Jeden hier weiterhin viel Erfolg!

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  20. Hallo an alle, die sich getraut haben, den Schritt in die Selbständigkeit zu machen. Ich habe ab 01.05.2018 ein Nebengewerbe angemeldet in Bereich Gastronomie. Servickraft bei Events usw. Nun kommt die Frage:”was verlange ich die Stunde?” Habe schon 8 Jahre Erfahrung und weiss, was ich kann. Möchte mich auf keinen Fall unter Preis verkaufen. Ich möchte in Dresden tätig sein und bin für jeden Tipp sehr, sehr, sehr dankbar. Liebe Grüße und danke jetzt schon.

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    • In Dresden wirst du leider nicht sehr gute Preise erziehen können. Ich wohne selbst hier und habe in der Gastro zwischen 9,50 (!) bis 14 € verdient… alles andere läuft dann nur über Kontakte. Es ist traurig aber wahr … jedoch unter 12€ würde ich definitiv nicht gehen … auch wenn du es nur Nebenberuflich machst. ;) LG aus der wundervollen Stadt

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  21. Sehr schöner Artikel und realistisch dargestellt. Gerade am Anfang einer Selbstständigkeit sollte man darauf achten, dass man zuerst Kunden generiert. Hier darf der Stundensatz nicht zu hoch sein, da die Gefahr besteht, die Kunden dadurch abzuschrecken. Gerade weil der oder die Selbstständige noch recht unbekannt ist. Wenn man sich nach einiger Zeit einen Namen gemacht hat, kann man die Preise anpassen (Fair).

    Gerade Anfängern rate ich, nicht zu hoch einzusteigen aber Verkauft euch nicht unter eurem Wert. Bei Freelancern ist es häufig der Fall, dass diese “Hungerlöhne” annehmen.

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  22. Hallo zusammen sehr schöner Beitrag. Ich werde auch selbstständig als schweisser und Rohr vorrischter. Jetzt ist nur die frage! Was soll ich als stundenlohn angeben, und auf was sollte ich achten und aufpassen. In meiner branche weiss ich das die firma X an die zeitarbeist firma, für schweisser 32€ st und für vorrischter 29€ st zahlt. Würde mich freun auf eure Meinung und tipps danker im vorraus lbg Schweisser ?

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    • Hallo Schweisser,

      das ist natürlich etwas komplexer als was man in so einem Blogkommentar hier behandeln kann. Mein Vorschlag: melde dich doch an einem richtigen Forum für Selbstständige an, wo man das alles in Ruhe besprechen und diksutieren kann. Ich kenn da zum Beispiel traumprojekt.com es gibt aber auch andere…

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  23. Also ich bin zwar Selbständig aber vermutlich nicht mehr allzu lange. Es ist wirklich erschrecken wenn man sieht, was am Ende netto übrig bleibt. 2018 hatte ich brutto knapp 34.000 EUR. Davon abzuziehen sind 19% Ust, dann Betriebskosten, Krankenversicherung, Einkommenssteuer, usw. Jedenfalls sind es am Ende nach Abzug allem nur noch knapp 1000 EUR im Monat. Dafür im Gegenzug mehr Arbeit, mehr Stress, mehr Verantwortung, … Da verdient man als Kassierer oder Müllmann deutlich mehr. Selbständigkeit lohnt eigentlich nur, wenn man wirklich hohe Summen im Jahr verdient. Wenn man 2500 EUR netto haben will, dann müssen es schon im Jahr um die 50.000 EUR brutto sein. Aber das schaffe mal überhaupt erst einmal. Ich werde jetzt noch ein eigenes Projekt für 2020 vorbereiten, danach suche ich mir entweder einen Teilzeitjob oder Vollzeitjob als normaler Arbeitnehmer.

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    • Ich bin mit dir einverstanden. Ich arbeite jetzt Teilzeit freiberuflich (ich bin noch Student) und merke nicht unbedingt, wie das Leben als Freiberufler ist.

      Ich finde es sehr cool, dass ich selber entscheiden kann, wann und wie ich arbeite. Aber ich denke, aus Dauer kann man nicht freiberuflich arbeiten. Es ist besser, vielleicht bei einer Firma zu arbeiten. Man hat damit auch bezahlte Urlaubstage und muss sich nicht um steuerliche Sachen kümmern.

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  24. Schwierige Kiste! Die Frage muss schließlich auch lauten, was ist mir meine persönliche Freiheit wert??? Auch hier sind wir alle unterschiedlich gestrickt …
    Ich glaube, viele von uns verkaufen sich zeitweilig zu billig. Unter einem Stundensatz von 79€ wird es nämlich eng. Es geht ja nicht nur um den persönlichen Lebensunterhalt, sondern auch um eine adäquate Absicherung. Kein Urlaubsgeld, kein Weihnachtsgeld, meist kein Verdienstausfall im Krankheitsfall, keine bezahlten Urlaube und Feiertage. Keine Garantie, dass nicht morgen ein Mitbewerber auf den Markt tritt, der das Feld beherrscht. Keine Kalkulierbarkeit der Auftragslage (entweder will keiner was oder 5 Kunden kommen auf einmal) … Besonders Einzelunternehmer ohne Mitarbeiter dürfen sich keine Schwächen erlauben.
    Ich hatte mal eine interessante Frage im Netz gelesen: Würden Sie Ihr Fahrzeug einem Mechaniker anvertrauen, der nur 12€ in der Stunde verlangt? ;)
    Daumen mal Pi rechne ich, dass ein Euro (Nettoumsatz) ungefähr 0,50€ wert sind.
    VG, content-werkstatt

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  25. “Wer als Selbständiger alles selber macht, das Risiko trägt und meist mehr Stunden arbeitet als viele Angestellte, sollte auf Dauer nicht zu den Niedrigverdienern gehören.”

    Falsch! Sicher das du nicht besser doch ein Angestellter sein solltest?

    Ich will dir nicht zu nahe treten, wäre ich dein Kunde würde ich dazu sagen: es ist mir scheiss egal, wie viele Stunden du abreisst und wieviel Verantwortung du trägst. Für mich ist entscheidend, welchen Wert du für mich generierst.

    Neulich war hab ich mit einem Bar Besitzer gesprochen, er beklagte sich darüber, dass er selten auf 2.000€ Netto kommt und das aber normal sei.

    Ziemliche Limited beliefs. Schaut man in die Strasse, wird aber schnell der Grund für seinen geringen Verdienst klar. Er ist der 10., der eine Bar hat, die genau die gleichen ähnlich teuren Getränke, im ähnlichen Ambiente, eine ähnliche versiffte Toilette hat. Was erwartet er da? Er hat sogar Glück. Ich erkenne den Mehrwert von Bars schon lange nicht mehr an, ich kann mir blöde gesagt jeden beliebigen Cocktail selber zusammen schütten, sogar viel leckerer. Ich kann mir im schlimmsten Fall sogar ein Bier selber aufmachen. Krass oder? Dazu kommt: ich kann das Ambiente selber bestimmen und ich hab immer eine saubere Toilette.

    Da wundert mich echt nicht, dass so viele Selbstständige scheitern. Entweder du bist der Qualitätsführer, der Preisführer (macht nur Spass, wenn du auch der Kostenführer bist) oder der Serviceführer. Ansonsten schwimmst du halt im Strom der Bedeutungslosigkeit mit.

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    • Da stimme ich dir voll zu. Man muss sich unterscheiden, was besonderes bieten und dadurch dann auch mehr Geld verdienen. Aber das widerspricht doch nicht meiner Aussage.

      Wer zu wenig verdient soll sich nicht beklagen, sondern seine Selbstständigkeit in die richtigen Wege leiten und die Basis für mehr Einnahmen legen, genauso wie du es beschreibst.

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