Optimale Vorbereitung auf die Selbständigkeit – Die wichtigsten Punkte!

Optimale Vorbereitung auf die Selbständigkeit - Diese Punkte solltest du beachten!Viele Existenzgründer gehen ohne große Vorbereitung in die Selbstständigkeit. Ich treffe immer wieder auf Selbstständige, die sich überhaupt nicht vorbereitet haben und sich nun wundern, warum das Geschäft nicht so läuft wie es soll.

Es reicht nicht sein Fachgebiet zu beherrschen und dann zu hoffen, dass die Kunden schon kommen werden. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind ein Grundstein für den Erfolg, ohne den es in der Regel nicht klappen wird.

Deshalb möchte ich heute einfach mal einen Blick auf die Vorbereitung für die Selbstständigkeit werfen. Dabei geht es nicht wirklich um ganz konkrete Maßnahmen, da diese von Selbstständigen zu Selbstständigen recht unterschiedlich sein können. Es geht mehr um die grundsätzliche Einstellung.

Optimale Vorbereitung auf die Selbständigkeit

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Deutschland ist das Land der Jammerer, wie mir scheint. Vor allem die, die eigentlich gar keinen wirklich Grund dazu haben, jammern gerne. Da überrascht es nicht, dass viele Selbstständige und Existenzgründer vor allem erstmal die Fehler woanders suchen und nicht bei sich selbst.

Da ist eben der Markt nicht da, die Konkurrenten zu unfair oder der Kunde zu knauserig. Dass es aber meistens am Selbstständigen selbst liegt, das kommt den wenigsten in den Sinn.

Warum sollte man sich gut vorbereiten

Den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass schon alles gut gehen wird ist keine sehr erfolgsversprechende Taktik. Und trotzdem gehen nach diesem Muster erstaunlich viele Selbstständige vor.

Bei der Vorbereitung auf die Selbstständigkeit geht es nicht darum, ein Experte in allen Bereichen zu werden. Niemand kann gleichzeitig alles über Buchhaltung* und Liquiditätsplanung wissen und zusätzlich auch Marketing und Kundengewinnung perfekt beherrschen.

Ein Selbstständiger muss diese Sachen nicht perfekt beherrschen, er muss sich aber bewusst sein, dass diese und andere Dinge sehr wichtig sind. Als Selbstständiger muss man als aller erstes die richtige Einstellung entwickeln. Denn diese Einstellung ist eines der Hauptmerkmale, die Selbstständige von normalen Arbeitnehmern unterscheidet.

Viele Selbstständige arbeiten mit der Einstellung eines Angestellten. Das führt über kurz oder lang (meistens) in die Katastrophe. Nicht weil Angestellte nicht arbeiten, denn das tun sie meistens sehr gut. Doch im Gegensatz zu einem Angestellten, der “nur” in seinem Unternehmen arbeitet, müssen Selbstständige und Existenzgründer vor allem auch an ihrem Unternehmen arbeiten.

Und das ist ein gewaltiger Unterschied in der Einstellung, der bei vielen erstmal reifen muss.

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Wie sollte man sich vorbereiten

Nun stellt sich die Frage, wie muss ich mich vorbereiten. Dazu gibt es keine einfache Aussage. Es hängt stark von der Branche ab, in der man sich selbstständig macht ab. Aber auch die eigene Vorbildung und die eigenen Erfahrungen spielen eine wichtige Rolle.

Kommt jemand aus dem Marketing, muss er in diesem Bereich wahrscheinlich recht wenig nachholen, dafür vielleicht mehr im betriebswirtschaftlichen Bereich.

Deshalb ist der erste Schritt bei der Vorbereitung auf die Selbstständigkeit die Selbstanalyse:

  • Was kann ich bereits?
  • Welche Erfahrungen kann ich aufweisen?
  • Wie gut kenne ich den Markt und die Zielgruppe?
  • Was muss ich noch lernen?
  • Was kann ich selber machen und wo brauche ich Hilfe?
  • usw.

Diese Frageliste ist natürlich nicht vollständig. Jeder sollte in sich gehen und ehrlich seine Vor- und Nachteile bezüglich der geplanten Selbstständigkeit auflisten.

Man sollte sich mit anderen Selbstständigen unterhalten. Aber haltet euch von den Jammerern fern. Es nützt euch nichts, wenn diese euch die Ohren zuheulen. Sprecht mit den positiv eingestellten Zeitgenossen, die euch relativ ehrlich über die Vor- und Nachteile berichten.

Und hört nicht auf die “Ich arbeite jeden Tag 16 Stunden”-Angeber. Entweder sie lügen euch an, um sich wichtig zu machen, oder aber sie arbeiten wirklich 16 Stunden und machen deshalb irgendwas falsch. Natürlich kann man als Selbstständiger nicht immer nach 8 Stunden alles fallen lassen. Gerade in der Anfangszeit sind Überstunden durchaus normal. Doch wer es mittelfristig nicht schafft, als Selbstständiger auch wieder Freizeit zu haben, der macht entweder was falsch oder hat einfach kein Leben.

Idee formulieren
Wenn ihr euer Geschäft vorbereitet, solltet ihr versuchen, eure Geschäftsidee und euer Geschäftsmodell kurz und knapp vortragen zu können. Wenn ihr dazu 10 Minuten braucht und selbst nicht so richtig auf den Punkt kommt, wie sollen dann eure Kunden das verstehen.

Hier ist Klarheit anzustreben. Es sollte das sogenannte Fahrstuhl-Pitching möglich sein. Man sollte also einem potentiellen Kunden das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung in 20 Sekunden schmackhaft machen können.

Den Markt finden
Einen Fehler, den ich immer wieder beobachte ist, dass Selbstständige “Alle Kunden” erreichen wollen. Dabei verzettelt man sich dann aber sehr schnell und bietet den potentiellen Kunden nur ein recht unscharfes Bild. Und man kommt vor allem nicht als Experte rüber.

Besser ist es meistens, sich ein Nische zu suchen und sich auf bestimmte Zielgruppen zu spezialisieren. Das erleichtert die Marketing-Ansprache dieser Personen und ist zudem effektiver.

Sucht nach möglich Nischen mit viel Bedarf und wenig Angebot. Es ist oft keine gute Idee zu sagen “Es gibt in dem Ort schon 10 Bäcker, also scheint da ein Markt zu sein. Dann mache ich den 11. Bäcker auf.” Das muss man sich natürlich im Detail anschauen, aber i.d.R. ist es besser sich Nischen zu suchen, in denen man keine oder wenig Konkurrenz findet und die trotzdem Kundenpotential aufweisen.

Der Businessplan
Meinen Businessplan habe ich ehrlich gesagt nur selten aus dem Schrank geholt. Das heißt aber nicht, dass ich Businesspläne für unwichtig halte. Im Gegenteil. Ein Businessplan enthält all diese Punkte, die ich hier bereits angesprochen habe oder noch ansprechen werde und dazu noch viele interessante Dinge mehr.

Deshalb halte ich einen Businessplan, mit dem man sich wirklich und ehrlich beschäftigt, für eine sehr gute Vorbereitung auf die Selbstständigkeit. Von den evtl. benötigten Finanzgebern mal ganz abgesehen.

Aber für die spätere täglich Arbeit ist er dann nur noch von geringem Nutzen, zumindest war das meine Erfahrung. Dazu ändern sich sich Marktgegebenheit zu schnell. Die Konzepte der meisten Selbstständigen ändern sich bereits in den ersten Monaten der Selbstständigkeit. Trotz aller Vorbereitung ist der direkte Kundenkontakt doch nochmal was anderes. Gerade Nischen entdeckt man meist erst, wenn man mit Kunden spricht und ihnen zuhört.

Trotzdem sollte man einen Businessplan haben, denn zur Vorbereitung eignet er sich sehr gut.

Geschäftsunterlagen
Geschäftsunterlagen sind so eine Sache. Zu Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich eine “Nageldesignerin” getroffen, die für Logo und Geschäftsunterlagen 1.700 Euro bezahlt hat. Nun bin ich selbst Fan von guten Geschäftsunterlagen, aber da habe ich dann doch mit dem Kopf geschüttelt. Weder brauch diese Dame von einem Profi designte Briefköpfe, noch steht diese Ausgabe mit den zu erwartenden Einnahmen (bzw. dem positivem Effekt dieser Geschäftsunterlagen) in einem gesunden Verhältnis.

Auf der anderen Seite gibt es B2B-Firmen, die weder einen ordentlichen Briefkopf haben, noch überhaupt ein Logo. Und die Visitenkarten sind Gratis-Drucke mit Clipart-Bildchen drauf.

Nun muss jeder für sich abwägen, was ihm wichtig ist. Allerdings kommt es vor allem darauf an, wie der Selbstständige nach außen hin wirkt. Denn der Eindruck beim Kunden ist das, was am Ende zählt.

Hier muss der Außenauftritt dem Geschäftskonzept entsprechen. Wenn jemand teure Individualreisen für viel Geld verkauft, sollte er sich anders präsentieren, als der Last-Minute-Schnäppchen-Laden. Es geht um den ersten Eindruck und um Glaubwürdigkeit. Die Geschäftsunterlagen tragen einen wichtigen Teil dazu bei, Vertrauen in die eigenen Leistungen aufzubauen und sich von der Konkurrenz abzuheben.

Referenzen
Ein wichtiger Punkt sind die Referenzen. Die meisten Kunden, gerade im hochpreisigen oder B2B-Bereich, wollen sehen, dass man bereits etwas erfolgreich gemacht hat. Diesen Referenzstamm erst aufzubauen, wenn man selbstständig ist, ist meist die schlechtere Alternative, denn das dauert.

Stattdessen ist es ideal, wenn man bereits vor der Selbstständigkeit für Referenzen sorgt. Das geht zwar nicht in allen Branchen, aber in vielen, gerade im Bereich der Dienstleistungen ist dies möglich.

Wenn man dann mit einer Reihe von Referenzen starten kann, geht vieles leichter.

Outsourcing
Eine der entscheidenden Fähigkeiten erfolgreicher Selbstständiger ist das “Loslassen”. Existenzgründer tendieren verständlicherweise zum “Alles selber machen”. Das ist aus Kostengründen ja auch verständlich und in der Anfangsphase auch in Ordnung. Doch es wird der Punkt kommen, wo dies dazu führt, dass man sich selbst limitiert. Hier wird dann Outsourcing wichtig.

Man hat eben nur einen 24 Stunden-Tag und irgendwann ist die Zeit aufgebraucht. Zudem wird man bestimmte Dinge nicht so gut können, wie ein Spezialist.

Deshalb ist es wichtig mit der Zeit Kontakte zu knüpfen und mit Partnern zusammen zu arbeiten. Gerade im Dienstleistungssektor macht das Sinn und dadurch entstehen oft auch wieder neue Geschäftskontakte.

Sonstiges
Natürlich gibt es noch eine Reihe von weiteren Punkten, über die man sich Gedanken machen sollte. Dazu gehören solche Dinge wie “Finanzierung”, “Einrichtung der Geschäftsräume” etc.. Dazu finden sich die Infos bei speziellen Ansprechpartnern oder auch in anderen Artikeln hier im Blog.

Ansprechpartner

Man sollte die eigene Selbstständigkeit nicht alleine ‘im Keller’ vorbereiten. Zumindest nicht nur. Geht zur IHK oder zur Handwerkskammer und lasst euch Info-Material geben. Darin sind viele Broschüren mit Anleitung, Kontaktadressen und Checklisten enthalten. Aber auch Seminare und Webinare werden da mittlerweile zu allen möglichen Themen angeboten.

Eine gute Anlaufstelle ist auch das Existenzgründungsportal des BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie). Dort findet man zu sehr vielen Themen kurze und gute PDF-Broschüren.

Eine sehr gute Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und sein Wissen zu erweitern sind auch Kurse für Selbstständige. So bieten Schulungsunternehmen mehrtätige Crash-Kurse für angehende Selbstständige an. Da lernt man die Grundlagen der Selbstständigkeit und bekommt einen guten Überblick über die wichtigen Erfolgsfaktoren und welche Fehler man vermeiden sollte. Und man kann sehr gut Kontakte knüpfen.

Ihr merkt schon, “Kontakte knüpfen” ist eine der wichtigsten Aufgaben für Selbstständige.

Bücher für Selbstständige

Es gibt eine Reihe von empfehlenswerten Büchern für Selbstständige und Existenzgründer. So behandeln manche Bücher den kompletten Weg in die Selbstständigkeit, während andere nur bestimmte Aspekte beleuchten.

Sehr empfehlen kann ich die folgenden Bücher:


Letzte Aktualisierung am 22.10.2021 um 09:49 Uhr. Der angegebene Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API.

Beide Bücher sind sehr gut geschrieben und vermitteln die wichtigsten Grundlagen für die erfolgreiche Existenzgründung.

Sehr nett finde ich ebenfalls die kleinen Bücher aus der Reihe “Pocket Business” von Cornelsen. Die kleinen Büchlein haben etwas über 100 Seiten und kosten jeweils nur 7 Euro. In jedem Buch wird ein anderes Thema behandelt. So zum Beispiel “Kaufmännisches Rechnen”, “Kundenbindung”, “Public Relations” und andere interessante Themen.

Zeitschriften für Selbstständige

So richtig gute Zeitschriften für Gründer kann ich aktuell nicht empfehlen, da ich da auch seit langem nicht mehr drauf achte. Aber ich habe einen anderen guten Tipp für euch.

Lest die Branchenblätter eurer B2B-Kunden. Fast jede Branche hat ein oder mehrere Fachzeitschriften. Das ist eine sehr gute Möglichkeit seine Kunden und deren Bedürfnisse noch besser kennen zu lernen.

Checklisten zur Vorbereitung

Checklisten sind etwas schönes. Leider gibt es davon viel zu viele, so dass man sich einfach eine aussuchen muss. Auf der BMWi-Website gibt es schöne Checklisten und auch hier. Auch ein Businessplan ist eigentlich so etwas wie eine Checkliste.

Ich habe in meinem Download-Bereich auch eine Reihe von Checklisten, die euch bei der Vorbereitung für die Selbstständigkeit weiterhelfen.

Es gibt nicht die perfekte Vorbereitung

Natürlich sind die Tipps und Hinweise in diesem Artikel keineswegs vollständig. Jeder Selbstständige macht eigene Erfahrungen und setzt andere Schwerpunkte. So habe ich z.B. überhaupt nichts mit Immobilien (Büro oder Laden) bei der Gründung zu tun gehabt. Einige mir bekannte Selbstständige aber schon und da kann ich nur empfehlen, möglichst zeitig die Genehmigungen einzuholen, da sich das etwas hinziehen kann.

Wichtig war mir eigentlich nur, dass das Bewusstsein bei zukünftigen Selbstständigen dafür steigt, dass man eben nicht nur seine Arbeit macht, sondern viele andere Dinge an der Selbstständigkeit dran hängen. Je eher man dies akzeptiert und sich darüber Gedanken macht, um so besser.

Zu guter Letzt kann ich noch meine Linksammlung für Selbstständige und Existenzgründer empfehlen, in der ihr viele nützliche Anlaufpunkte findet.

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3 Gedanken zu „Optimale Vorbereitung auf die Selbständigkeit – Die wichtigsten Punkte!“

  1. Wichtig ist auch, das man selbst einschätzen kann, was man NICHT kann oder was andere einfach BESSER können. Für die Steuerarbeiten, für die ich 10 Stunden brauche, braucht mein Steuerberater eine halbe Stunde.
    Wennich das dann mit meinem eigenen Stundensatz berechne komme ich ganz schnell darauf, das ich in diesem Gebiet TEURER bin als mein Steuerberater.
    Überhaupt solltet Ihr alles, was Ihr tut – nicht nur für die Kunden – mit Eurem Stundensatz berechnen und Euch überlegen, ob Ihr es nicht an jemanden abgeben solltet, der das besser und billiger kann. Euer Baby ist Euer Produkt, die Weiterentwicklung des Produktes und der Vertrieb, und dafür solltet Ihr Euch die meiste Zeit nehmen.

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    • Das ist vollkommen richtig. Aber gerade zu erkennen, was man nicht kann und besser abgeben sollte, fällt vielen Gründern schwer. Zumal man ja zu Beginn auch nicht unbedingt viel Geld ausgeben will.

      Aber auf lange Sicht ist es sehr wichtig, sich auf seine Stärke zu konzentrieren und Aufgaben auch abzugeben.

      Antworten
  2. Vielen Dank für die Tipps zur Selbstständigkeit. Meine Cousine wagt den Schritt in die Selbstständigkeit und möchte jetzt Gewerbeimmobilien mieten. Gut zu wissen, dass man bereits vor seiner Selbstständigkeit an den eigenen Referenzen arbeiten sollte, um besser starten zu können.

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