Eigentlich heißt die Blogparade, an der ich mit diesen Artikel teilnehme, Papa kann auch stillen. Allerdings fand ich das als Überschrift dann doch nicht ganz so passend. ;-)
Was es mit dieser Blogparade auf sich hat und warum ich daran teilnehme, erfahrt ihr im Folgenden.
Zudem schreibe ich über meine Erfahrungen mit der Selbständigkeit und dem Elterndasein.
Inhalt
ToggleSelbständigkeit und Familie
Früher waren die Rollen eindeutig verteilt. Der Mann ging arbeiten und die Frau blieb zu Hause, um sich um Haushalt und Kinder zu kümmern.
Diese Zeiten sind zum Glück vorbei und die meisten jüngeren Familien gehen die Sache anders an. Beide Elternteile, wenn es sich nicht um Alleinerziehende handelt, gehen meist arbeiten.
Das bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, gerade wenn man selbständig ist und normale Arbeitszeiten nicht unbedingt die Regel sind.
Bei der Blogparade von das-elternhandbuch.de geht es um die Frage, wie sich Paare die Aufgaben teilen und wie man Beruf und Privatleben vereint.
Meine Erfahrungen
Als ich meine heutige Frau kennengelernt habe, waren wir beide angestellt. Das hat für klare Arbeitszeiten und damit für geregelte Nachmittage gesorgt.
So war es dann auch relativ einfach und stressfrei uns um unsere erste Tochter zu kümmern, welche 2002 geboren wurde. Viele Arbeiten im Haus haben wir uns geteilt und das Kochen habe ich allein übernommen, weil ich es einfach gern mache. Ich denke ja immer noch, dass meine Frau mich hauptsächlich deshalb geheiratet hat. ;-)
Durch unsere geregelten Arbeitszeiten und da wir uns die meisten Aufgaben im privaten Bereich geteilt haben, lief es insgesamt relativ reibungslos.
Als ich mich dann 2006 selbständig gemacht habe, hat es sich die Situation spürbar verändert. Ich habe nun viele Überstunden, vor allem Abends, gemacht und somit war etwas weniger Zeit für Haushalt und Co. da. Das war aber noch nicht wirklich ein großes Problem, da unsere Tochter noch in den Kindergarten ging.
Später kam sie in die Schule und unsere zweite Tochter benötigte ebenfalls viel Zeit. Hinzu kam, dass meine Frau sich ebenfalls selbständig gemacht hat und wir beide nun nicht mehr jeden Tag pünktlich Feierabend machen konnten.
Die Organisationsaufwand ist deutlich gestiegen, um unsere Selbständigkeit und unser Familienleben unter einen Hut zu bekommen. Dabei musste jeder Kompromisse eingehen und auch mal kürzer treten. Aber wir haben es ganz gut hinbekommen.
Mittlerweile sind unsere beiden Kinder aus dem Gröbsten raus (7 und 12 Jahre) und auch wir haben als Selbständige einen Punkt erreicht, wo wir nicht mehr ständig Überstunden schieben müssen. Damit hat sich das Familienleben wieder etwas normalisiert und wir haben wieder mehr Zeit für Haushalt und Familie.
An der Teilung der Aufgaben hat sich wenig gegenüber früher geändert. Viele Aufgaben teilen wir uns und der Rest ist recht fair aufgeteilt.
Verständnis
Ganz wichtig war bei mir und meiner Frau sicher das Verständis für die Situation als Selbständige/r.
Als ich mich selbständig gemacht habe, hat meine Frau mehr Aufgaben zu Hause übernommen, da sie aus eigener Erfahrung in ihrer Kindheit wusste, was es heißt zu Gründen. Die erste Zeit ist man eben fast nur am Arbeiten. Hat man da keinen Partner, der das verstehen und einem den Rücken freihalten kann, dann wird es schwierig.
Umgekehrt habe ich dann in den letzten Jahren mehr Aufgaben übernommen und meiner Frau versucht der Rücken freizuhalten, als sie sich selbständig gemacht hat.
Natürlich gibt es immer mal Probleme und Reibungspunkte und nicht immer schafft man die richtige Balance zwischen Familie und Beruf. Aber alles in allem haben wir das ganz gut hinbekommen und nun sind wir an einem Punkt, wo wir beide relativ normale Arbeitszeiten haben, was dem Privatleben natürlich zu gute kommt.
Einfach ist es dennoch nicht
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als eine meiner Töchter ständig krank war. Über Monate hatte sie ständig eine Erkältung, Fieber oder was auch immer.
Meine Frau konnte damals nicht zu Hause bleiben, also habe ich versucht den Spagat zwischen Kinderbetreuung und Arbeit hinzubekommen. Da ich bis Ende letzten Jahres im Heimbüro gearbeitet habe, war das auch ganz gut machbar, aber einfach ist es nicht.
Mittlerweile bin ich ja in mein eigenes externes Büro umgezogen, so dass ich diese Betreuung zu Hause nicht mehr so einfach stemmen könnte. Aber wie gesagt, die Kinder sind nun in einem Alter, wo man nicht mehr ständig neben dem Bettchen sitzen muss, wenn sie mal krank sind.
Alles in allem waren die letzten 9 Jahre nicht immer einfach, aber es hat mit unserer Selbständigkeit und unseren Kindern ganz gut funktioniert.
Motivation
Grundsätzlich könnte man sagen, dass eine Selbständigkeit (bzw. zumindest die Gründungsphase) ohne Kinder und vielleicht sogar ohne Partner etwas einfacher ist, weil man sich nur um sich selbst kümmern muss. Allerdings hat mir meine Familie auch sehr geholfen.
Gerade in den ersten 2-3 Jahren habe ich sehr viel gearbeitet und hin und wieder gab es da auch schon mal Motivationsprobleme. Doch gerade meine Kinder haben mich dann doch immer wieder motiviert weiterzumachen und eine Schippe drauf zu legen. Ich weiß nicht, ob ich immer so konsequent dran geblieben wäre, wenn ich Single gewesen wäre.
Zumindest war das eine zusätzlich Motivation und ich wusste immer, für wen ich das auch mache.
Fazit und eure Erfahrungen
Den Balance-Akt zwischen Selbständigkeit und Familie hinzubekommen ist keine einfache Aufgabe. Dank meiner Frau, die immer Verständnis aufgebracht hat und da wir uns die Arbeit entsprechend aufgeteilt haben, je nachdem, wer beruflich gerade stärker eingespannt war, haben wir das ohne schwerwiegendere Probleme gemeistert.
Das weiß ich sehr zu schätzen und sicher ist das auch einer von mehreren Erfolgsfaktoren meiner Selbständigkeit.
Wie habt ihr den Spagat zwischen Selbständigkeit, Beruf und Familie hinbekommen? Welche Erfahrungen habt ihr gesammelt und was würde ihr heute vielleicht anders machen?
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