Google EAT: Was ist das und warum ist es plötzlich so wichtig für SEO ist?

Google EAT: Was ist das und warum ist es plötzlich so wichtig für SEO ist?Bei Google geht es seit Ende des vorletzten Jahres ziemlich drunter und drüber. Plötzlich spielen alte Faktoren wieder eine größere Rolle, auf einmal versinken Website im Nichts, während Seiten von bestimmten Marken, mit einem Mal jede Menge Trust erhalten. Doch was war oder ist los bei Google? Eine Sache, die bei Google inzwischen eine ziemlich große Rolle zu spielen scheint, nennt sich EAT.

EAT ist die Abkürzung für »Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness«. Im Grunde macht diese Bezeichnung schon deutlich, worum es sich dabei handelt, denn Google versucht immer mehr die Quelle von Websites zu prüfen und damit deren Qualität festzulegen.

Ganz besonders betrifft dies Seiten aus dem Gesundheitswesen. Hier scheinen wissenschaftliche Fakten von Vorteil, während Seiten die sich mit Naturheilmitteln etc. befassen, in letzter Zeit immer mehr verschwinden (nur ein Beispiel von vielen). Was nicht belegbar ist, scheint für Google keine Qualität mehr zu besitzen, so scheint es derzeit jedenfalls.

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EAT ist kein Faktor, sondern eine Sammlung von Faktoren

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Wichtig ist zu verstehen, dass es sich bei EAT nicht um einen simplen Rankingfaktor handelt. Vielmehr ist es ein Übergriff, der quasi eine Vielzahl an einzelnen Aspekten einer Website bewerten soll.

Gesundheitsseiten von irgendwem, besitzen für Google einfach keine Autorität und keine Expertise. Es scheint fast so, als wolle Google Autoren bevorzugen, die einen entsprechenden Hintergrund besitzen. Im Gesundheitsbereich wäre das klassische Beispiel Ärzte, wobei vermutlich kein Arzt ernsthaft nebenher eine Website betreiben würde oder in seiner Freizeit ständig neue Artikel schreibt. Ergo stellt sich die Frage, wie Google sich Qualität und Vertrauen eigentlich vorstellt.

Marie Haynes, eine SEO-Expertin aus Amerika, sieht bei EAT eine enge Verbindung mit den Quality Rater Guidelines von Google. Denn wie bekannt ist, versucht Google immer mehr manuelle Prüfer einzusetzen, die Websites stichprobenartig bewerten und entscheiden, inwieweit der Website vertraut werden kann. Das wiederum hat Einflüsse auf die Rankingfaktoren und den Algorithmus selbst, wenn auch kein direkten.

YMYL-Websites (Your Money Your Life)

Was Google erreichen möchte, so wirkt es aktuell, ist, dass keine Websites in den Suchergebnissen mehr erscheinen, die nicht vollkommen vertrauenswürdig sind. Das betrifft ganz besonders die YMYL-Websites, also Websites, die entweder mit eurer Gesundheit oder eurem Geld zu tun haben. Wer nach Medikamenten sucht, soll also nur noch Seiten finden, die vertrauenswürdig sind und wer nach Tipps sucht, um sein Geld anzulegen, soll nicht bei irgendwelchen Scharlatanen landen.

Prinzipiell gut, stellt sich halt nur die Frage, wie Google dies einstuft und ob Google überhaupt sortieren sollte. Schließlich greift Google hier sehr stark ein. Das Thema Naturheilmittel ist da ein schönes Beispiel. Betrachten wir es völlig wertfrei, kann ein Tipp für, sagen wir mal eine spezielle Muskelübung, mehr wert sein, als die direkte ärztliche Empfehlung eines Medikaments. Überhaupt muss man sich die Frage stellen, ob gerade im Medizinbereich, Pharmaherstellern überhaupt so viel vertrauen gegeben werden sollte. Sind das nicht Wirtschaftsunternehmen? Haben die uns in der Vergangenheit denn immer die Wahrheit gesagt?

Bei einem meiner Kunden führte dieses Dilemma dazu, dass seine Nischenseite, die unfassbar gute Tipps und spannende Artikel bereithielt, plötzlich hinter Websites von Medikamentenherstellern rankt, die weder Tipps geben, noch wertvolle Inhalte besitzen, sondern wirklich nur 0-8-15 Texte präsentieren. Trotzdem gibt Google ihnen, seit dem großen Update, diesen absurden Trust, der durch nichts als die Marke allein begründet sein kann. Das stellen derzeit nahezu alle Experten fest. Selbst wenn alle SEO-Werte optimal sind, verlieren in diesem Bereich viele ihre Rankings, die keine alte Marke besitzen.

Allgemein kommen wir hier auch in Bereiche, die eine Suchmaschine nicht entscheiden sollte. Mag das Ziel noch so nobel sein. Da stellt sich die Frage, ob Google wirklich entscheiden sollte, wem und was wir vertrauen dürfen? Darf eine Suchmaschine das überhaupt bewerten? Weiten wir den Gedanken auf die Politik aus. Wo kommen wir hin, wenn Google entscheidet, was vertrauenswürdig ist und was nicht, statt eine weitgehend objektive Suche zu starten? Aber das ist vielleicht ein anderes Thema.

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EAT-Optimierung im Detail

Was laut allen Meldungen eine große Rolle spielen soll, ist der Autor eines Artikels oder einer Website. Anscheinend erwartet Google, dass Autoren sauber verlinkt werden und der Leser entweder über eine Autorenbox mehr erfährt, oder per Klick zu einer Autorenseite gelangt, wo klargemacht wird, woher der Autor sein Wissen erlangt hat. Ich kann das so derzeit NICHT bestätigen.

Das deckt sich auch mit anderen Meinungen. Martin Mißfeldt hat beispielsweise mehre sehr gute Nischenseiten, die Blutwerte und das Thema Sehen betreffen. Fachlich waren diese astrein, mal davon abgesehen, dass er sogar Mediziner in der Familie hat, die er seit den Google-Drama auch als Mitautoren für die fachliche Prüfung nennt. Hat es ihm geholfen? Nein, die Websites kommen nicht aus ihrem Loch heraus und das obwohl sie fachlich und inhaltlich wirklich gut sind.

In seinem aktuellen Artikel sagt er außerdem einen sehr schönen Satz, wie ich finde:
»Was, wenn nicht die Website, sondern die Suchmaschine das Qualitätsproblem ist?«

Tatsächlich trifft genau das auch auf meine Aussage weiter oben zu. Denn was, wenn Google nicht mehr eine wertfreie Suchmaschine bleibt, sondern anfängt, wie es derzeit offensichtlich geschieht, selbst zu entscheiden was für Nutzer gut oder schlecht ist. Was Qualität hat und was keine? Was vertrauenswürdig ist und was nicht? Oder hat Google das schon immer gemacht und erreicht jetzt nur eine neue Stufe in diesem Bereich? Sollte das so sein? Solche Fragen müssen wir uns auch als Gesellschaft stellen.

Nicht falsch verstehen. Es gibt sehr viel Müll da draußen, doch gerade bei Nischenseiten ist es doch so, dass sie auch viel Potenzial besitzen. Wer Nischenseiten nur als lieblose Affiliateprojekte aufbaut, gehört nicht in die Google Suchergebnisse – stimmt. Wer Nischenseiten aber aus eigenem Interesse aufbaut und so gezielt die besten Informationen zu seinem Hobby (seiner Nische) präsentiert, gehört oft weit nach oben, da er oft viel tiefer im Thema drin ist als die vermeintlichen Profis der redaktionell geführten Seiten.

Spinnen wir das Ganze weiter. Was, wenn Google plötzlich meint, Selbständig im Netz wäre nicht vertrauenswürdig, weil Peer ja gar nicht als Wirtschafts- oder Unternehmensberater arbeitet, sondern einfach nur selbständig ist? Schließlich betrifft diese Seite auch das große Thema Geld. Was, wenn Google plötzlich der Ansicht ist, nur Unternehmensberater könnten zur Selbständigkeit beraten? Das ist doch Unfug! Es gibt viele Selfmade-Geschichten die zeigen, dass du auch aus komplett anderen Bereichen kommen kannst und trotzdem für Revolutionen sorgst.

Mögliche Faktoren in Bezug auf EAT

Das komplette Jahr über war EAT für mich das große Thema, was es zu meistern galt. Jede noch so kleine Studie habe ich verschlungen, jeden noch so kleinen Versuch für mich ausgewertet oder selbst probiert. Das alles führt nun dazu, dass ich euch folgendes Sagen kann.

Expertise:
Es geht nicht darum, selbst ein Profi zu sein. Es geht eher darum, richtige Informationen zu liefern. Gute Recherche, gepaart mit einem Faktencheck, soll vielen Websites im Gesundheitsbreich geholfen haben. Die großen Websites haben nun meist einen Arzt oder eine Ärztin, die nicht selber schreiben, aber zumindest die Fakten überprüfen, was auch so genannt und klar markiert wird. Es scheint geholfen zu haben, offen damit umzugehen, wie Informationen behandelt werden.

Authoritativeness:
Hier geht es darum, dass ihr auch von anderen als Autorität wahrgenommen werdet. Viele glauben, dass es hier vor allem um Backlinks von großen, seriösen Websites geht. Um Empfehlungen, Namensnennungen, Hintergründe zum Autor und der Website. Eine Autorität ist für Google wohl der, der allgemein anerkannt wird. Auch hier wieder die Frage: Sind die Größten am Markt wirklich immer die Seriösesten oder Besten in ihrem Bereich? Betreiben solche Firmen nicht immer Reputationsmanagement?

Trustworthiness:
Hier geht es um die Vertrauenswürdigkeit einer Website. Das fängt an mit klaren Kontaktinformationen und geht über Autorenerfahrung und wissenschaftliche Hintergründe. Ein bereites Thema. Der Konsens ist aber, dass Vertrauen dann besteht, wenn Quellen, Autoren, Besitzer, Betreiber, Geschäftsbedingungen und alles andere, klar erkenntlich und schnell zu finden ist. Versteckt diese Informationen also nicht, im Gegenteil, zeigt sie möglichst deutlich an.

Was angeblich auch Einfluss auf EAT hat

Es gibt noch ein paar weitere Punkte, die sich in einigen Versuchen und ersten Studien als wichtig herausgestellt haben. Dazu gehören folgende:

  • Affiliatelinks in einem Artikel, scheinen negativen Einfluss zu haben, vor allem dann, wenn es um heikle Themen (Gesundheit, Geld) geht.
  • Buttons oder Werbeunterbrechungen, CTA’s und ähnliche Elemente, sind ebenso schädlich wie Affiliatelinks.
  • Gibt es keine Autorennennung und keine gesonderten Experten, dann scheint Google das Vertrauen zu verlieren.
  • Externe Bewertungen, Auszeichnungen oder ähnliches sind positiv, um als Autorität auf seinem Gebiet wahrgenommen zu werden.
  • Domain- und das Unternehmensalter, spielen wohl eine ziemlich große Rolle. Starke Marken, die es lange gibt, genau wie sehr alte Domains, bekommen derzeit wohl wieder einen gewissen Trust.
  • Zitate und Quellenangaben, für alle genannten Informationen, sind extrem wichtig. Wer Quellen versteckt oder verschleiert, wirkt für Google unseriös, so scheint es jedenfalls.
  • Professionelle Schreibe (Sprache, Rechtschreibung, Recherche). Hier spielen viele Werte eine Rolle, doch eine gute Schreibe scheint deutlich an Gewichtung gewonnen zu haben. Allgemein enthalten auffällig viele Gewinner, eher nüchtern, seriös und professionell geschriebenen Content.
  • Indexierung von Impressum*, AGB und allen anderen Unterseiten, sollte erlaubt sein. Google muss alles sehen. Lasst Google entscheiden, wie die Inhalte dann gewichtet werden.
  • Nutzergenerierte Inhalte (Kommentare) scheinen ebenfalls sehr positiv zu wirken. Je mehr es gibt, desto besser.

Fazit zu Google EAT

Persönlich halte ich die aktuelle Entwicklung von Google für recht gefährlich. Die Suchmaschine hat eh schon zu viel Macht, bestimmt jetzt aber auch zunehmend, was vertrauenswürdig ist und was nicht. Warum sollte ein Pharmakonzern mehr Vertrauen erhalten, als jemand der sich ehrenamtlich damit beschäftigt oder über Missbräuche in diesem Bereich aufklären will, was ein Konzern so niemals tun würde? Nach dieser Logik regieren große Unternehmen die Suche, was derzeit auch passiert, wie ich finde.

Dass Google so massiv eingegriffen hat und bei vielen Websites einen Google Dance erzeugen konnte, ist ein schwieriges Thema, denn im Zweifel werden damit Existenzen zerstört. Meine persönliche Meinung ist, dass Google weitgehend objektiv bleiben muss. Denn für die Bewertung von Inhalten, im Sinne der Qualität und Nutzer, sind sie einfach zu marktbeherrschend. Eine gruselige Vorstellung, wenn Google noch mehr als üblich darüber entscheidet, was für den Suchenden »wertvoll« ist. Als wäre die Filterblase nicht jetzt schon gefährlich.

Dass Google die Qualität einer Website und alles im Bereich EAT eben NICHT bewerten kann, beweisen sie meiner Meinung nach außerdem gerade. Denn das was derzeit in den Rankings abgeht, hat nichts mit Qualität zu tun. Da bekommen Seiten pauschal Autorität, die es einfach nicht verdient haben.

Das Thema ist komplex, kontrovers und immer noch ist das meiste offen und unklar. Deshalb sind eure Kommentare wichtig. Lasst uns gerne darüber diskutieren. Teilt eure Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse bezüglich EAT mit.

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8 Gedanken zu „Google EAT: Was ist das und warum ist es plötzlich so wichtig für SEO ist?“

  1. Mit dem Artikel habt ihr ja genau den richtigen Zeitpunkt erwischt. Anscheinend wurde Ende der Woche das Januar-Core-Update von Google in DE ausgerollt. Sehr gute Seiten wurden reihenweise zugunsten von alten Domains und Marken zurückgestuft. Auch Peer´s Brettspieleseite hat es lt. dem Metrics-Sichtbarkeitsindex mit 30% Verlust erwischt. Viele Blogs die erst 3 Jahre online sind haben sogar 50% und mehr Sichtbarkeit eingebüßt obwohl der Inhalt teils deutlich besser war es die dünnen Seiten der jetzt besser rankenden alten Domains.

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    • Ach daran liegt das – ich hatte das Update gar nicht auf dem Schirm. Ich war nur ziemlich schockiert, als ich gestern bei Seobilty in den Sichtbarkeits -Trend geschaut habe, nachdem mir die zurückgehenden Einnahmen aufgefallen sind. Bei mir sind vor allem Keywords mit höherem SV betroffen und – genau wie du sagst – ist tatsächlich alles um ca. 50% down.

      Tjoar…

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  2. Hi Peer, auch ich habe mich die letzten Wochen/Monate gefragt was bei Google los ist… Dank deines Artikels, verstehe ich das ganze viel besser. Finde die aktuelle vorgehensweise von G etwas komisch und frage mich ob das wirklich die beste Strategie ist, um in den Suchergebnissen bessere Seiten zu zeigen. Bin auf deinen nächsten Artikel zu diesem Thema gespannt!

    MfG

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  3. Na Mensch. Ich war ja mit ichgebaere.com noch nie weit oben bei Google. Aber das gibt mir jetzt trotzdem zu denken: Schwangerschaft und Geburt sind dann ja wohl auch Seiten im Gesundheitsbereich. Und ich hatte gehofft, dass Jahr 3 meines Blogs endlich mehr Traffic anziehen würde…

    Naja, immerhin hilft dieser jammer-Kommentar, dass SiN für Google vertrauenswürdiger ist ?

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  4. Hi,

    Google ist mir echt egal, da ich mich auf Pinterest konzentriere. Der Traffic ist wirklich gut von denen.
    Google ist schon lange keine Suchmaschine mehr und in meinen Augen Lassen sie nur das zu was ihnen passt (Zensur)

    Grüße

    Lars

    Antworten
  5. Jetzt, gut ein Jahr später, sieht es teilweise noch schlimmer aus. Wer nicht annähernd genügend Trust besitzt, rutscht in den Suchergebnissen ganz nach unten. Im Dezember fing es an und nun hat der Januar noch einmal nachgelegt. Habe gelesen, dass Google weltweit etwa 10.000 Mitarbeiter hat, welche Webseiten händisch auf Qualität prüfen. Mich scheint es nun getroffen zu haben und ich muss zusehen, wie ich den Trust meiner Seiten erhöhen kann. Der Wahnsinn!

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