Die wahrgenommene Ladezeit von Websites und praktische Tipps und Tools zur Optimierung

Wie wichtig ist die wahrgenommene Ladezeit und praktische Tipps und ToolsSeit einiger Zeit wird das Thema Ladezeit immer wichtiger.

Es geht nicht mehr nur um schönes Webdesign und optimales SEO, die Ladezeit ist als wichtiger Faktor anerkannt und steht damit auch im Fokus der Optimierung.

Was genau die wahrgenommene Ladezeit ist und wieso diese so wichtig ist, erläutere ich in diesem Artikel. Zudem gibt es Tool-Empfehlungen und Optimierungstipps.

Was ist die wahrgenommene Ladezeit?

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Der Begriff Ladezeit ist eigentlich recht klar. Er definiert die Zeit vom Aufruf der Website bis sie vollständig geladen ist.

Viele Tools analysieren diese Ladezeit und zeigen zudem genau an, was wie lange lädt. So hat unter anderem Google mit PageSpeed Insights so ein Tool am Start, welches genau anzeigt, wo es Probleme gibt, die die Ladezeit negativ beeinflussen.

Doch in letzter Zeit hat sich noch eine andere Sichtweise der Dinge etabliert. Statt die reine technische Ladezeit zu betrachten, spricht man von wahrgenommener Ladezeit. Selbst Google spricht mittlerweile von dieser Variante der Ladezeit und hält diese fast für wichtiger, als die “normale” Ladezeit.

Damit ist gemeint, dass man aus Nutzersicht die Wahrnehmung analysiert, wie lange eine Website lädt. Dabei spielen 2 Dinge eine Rolle:

  • Wie nimmt der Nutzer die Wartezeit wahr. Mit bestimmten Elementen und “Tricks” kann man diese Wahrnehmung beeinflussen.
  • Eine Website muss nicht vollständig geladen sein, um sie bereits nutzen zu können. Wenn man es geschickt anstellt, dann können User die Website schon nutzen, bevor sie komplett geladen wurde.

Welche Rolle es spielt, wie lang die wahrgenommene Ladezeit ist, erläutere ich im folgenden Abschnitt.

Welche Rolle spielt die wahrgenommene Ladezeit?

Die wahrgenommene Ladezeit spielt sowohl für Google, als natürlich auch für die eigenen Leser eine Rolle.

Während es mittlerweile wirklich so scheint, dass Google die Ladezeit als Ranking-Faktor einfließen lässt, wirkt sich auch die wahrgenommene Ladezeit aus.

Google bietet selbst ein Tool an, welches analysiert, wann welche Teile der Website geladen werden und damit anzeigt, wann eine Website schon benutzbar ist.

Es ist davon auszugehen, dass Google in den Rankings selbst also auch mit in Betracht zieht, wie die wahrgenommene Ladezeit ist.

Noch stärker sind die Auswirkungen allerdings auf die Leser/Besucher einer Website. Wie ich schon mal gezeigt habe, sinken die Conversion Rates und damit die Umsätze bei längeren Ladezeiten.

Auf Seite 11 dieser Präsentation gibt es weitere Beispiele von Studien. So verzeichnete Google 20% weniger Zugriffe, als die Ladezeit um 500 Millisekunden stiegt.

Unter dem Strich spielt die Ladezeit also eine sehr wichtige Rolle und hat große Auswirkungen auf Traffic und Umsatz. Damit ist die Ladezeit für Business-Websites natürlich ein sehr wichtiger Faktor.

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Ladezeiten-Analyse

Um die Ladezeiten zu analysieren, gibt es eine Menge Online-Tools. Wer die wahrgenommene Ladezeit analysieren möchte, muss schon etwas länger suchen.

Google PageSpeed Service Analyse

Eine Möglichkeit stellt der Google PageSpeed Service dar.

Unter der Domain webpagetest.org/compare kann man sich anzeigen lassen, welche Beschleunigung eine Website bekommen würde, wenn man diesen Google PageSpeed Service nutzen würde.

Das interessante für unsere Zwecke ist, dass ein Vergleichsvideo erstellt wird, dass zeigt, wann was auf der Website zu sehen ist.

Der Test dauert einige Minuten, aber dann kann man sich anschauen, welche Website-Elemente wann sichtbar werden.

Analyse mit httparchive.org

Eine andere Möglichkeit ist httparchive.org.

Hier wird ebenfalls eine Ladezeiten-Analyse angeboten, bei der die wahrgenommene Ladezeit analysiert wird.

Dabei bekommt man sowohl Screenshots (mit einem minimalen Abstand von 0,1 Sekunden) als auch ein Video angezeigt.

Daran kann man ebenfalls recht gut sehen, wann welche Teile der Website sichtbar und ggf. nutzbar werden.

Dieses Tool bietet darüber hinaus viele weitere interessante Informationen und historische Statistiken über die eigene Website an.

Der einzige Nachteil ist allerdings, dass die Server offensichtlich in den USA stehen und damit die Ladezeit generell höher ausfallen, als bei einem Dienst, der von Europa aus die eigene Website analysiert.

Was kann man tun, um die wahrgenommene Ladezeit zu verbessern?

Es ist also wichtig, dass man nicht nur die Ladezeit insgesamt, sondern vor allem auch die wahrgenommene Ladezeit reduziert.

Konkrete Tipps zur Ladezeit-Optimierung

Bevor man sich allerdings daran macht, sollte man erstmal die generellen Tipps zur Steigerung der Ladezeit beherzigen.

Tools wie das schon vorgestellt Google PageSpeed Insights oder gtmetrix.com geben ganz konkrete technische Optimierungstipps.

Das sollte der Ausgangspunkt sein, um aus der Technik schon mal alles rauszuholen. So habe ich z.B. sehr gute Erfahrungen mit optimierten Themes und Caching-Plugins gemacht. Das hat nicht nur meine Ladezeiten umgehend gesenkt, sondern auch die Besucherzahlen über Nacht deutlich erhöht.

Doch es gibt auch ein paar Tricks und Tipps, mit denen man die wahrgenommene Ladezeit verbessern kann.

  • Ladebalken
    Studien haben ergeben, dass man mit Hilfe von Ladebalken und ähnlichem die wahrgenommene Ladezeit deutlich verringert werden kann.

    Solche Elemente wirken auf den Nutzer so, als würde schon was passieren. Er wartet nicht einfach und nichts passiert.

    Deshalb kann es bei bestimmten Services etc. sinnvoll sein, Ladebalken und ähnliches zu nutzen.

  • Vorladen
    Eine weitere Möglichkeit ist das Vorladen von Inhalten, die dann angezeigt werden, während der Rest der Seite noch geladen wird.

    Ein gutes Beispiel dafür ist Amazon. Hier werden die erste 3 Produkte bereits angezeigt, während der Rest noch geladen wird.

    Das funktioniert aber nur dann gut, wenn relativ klar ist, welche Seite der Nutzer als nächstes aufrufen wird.

  • Schlüssel-Elemente
    Generell sollte man analysieren, was die Schlüssel-Elemente der eigenen Website sind. Das sind meist der Header samt Navigation, die Überschrift und der erste Teil des Artikels.

    Diese Inhalte sollten so schnell wie möglich sichtbar sein. Je nach CMS und eigenen technischen Fähigkeiten kann es durchaus möglich sein, dass man diese Inhalte vor den anderen lädt.

    Der Footer, Kommentare, Sidebars etc. sind dagegen nicht so wichtig und können erst im Abschluss geladen werden.

  • Response Time
    Ein wichtiger Faktor ist die sogenannte Response Time. Das ist die Reaktionszeit des Servers, bevor überhaupt etwas geladen wird.

    Billiger Webspace* hat oft eine schlechte Response Time, so dass die Website noch so gut optimiert sein kann, der Server selbst braucht erstmal eine ganze Weile, bis was passiert. Ähnliches sieht man immer wieder bei Hostern im Ausland.

    Deshalb sollte man generell darüber nachdenken, einen besseren Server in Deutschland zu nutzen.

  • CDN
    Mit Hilfe eines CDN lagert man Inhalte (Scripte, Template Dateien, Grafiken etc.) auf einen Server eines solchen CDN-Anbieters aus.

    Das hat meist 2 Vorteile. Zum einen können dadurch mehr Elemente gleichzeitig geladen werden. Zum anderen sind diese CDN-Server oft sehr schnell und bieten eine bessere Performance als der eigene Server.

    Mehr über CDNs findet ihr in meinem Artikel dazu.

  • Google PageSpeed Service
    Es gibt auch spezielle Services, wie den schon genannten Google PageSpeed Service. Hier werden die Daten der eigenen Website generell auf den Servern des Anbieters gecached und optimiert ausgeliefert.

    Das kann eine Ladezeiten-Verbesserung bringen. Ich habe allerdings auch festgestellt, dass es bei schon sehr gut optimierten Websites kaum was bringt.

Wie man sehen kann, läuft die Optimierung der wahrgenommenen Ladezeit sowohl auf dem Server, als auch beim Client ab.

Gerade letzteres bietet noch viele Möglichkeiten zur Optimierung, denn es ist entscheidend, wie die Website vom Nutzer im Browser wahrgenommen wird.

Stellt man es clever an, kann man sogar eine relativ lang ladende Website in den Augen der Nutzer recht schnell wirken lassen.

Fazit

Als Website-Betreiber sollte man sich nicht nur um die Ladezeit insgesamt kümmern, sondern auch analysieren, wie die Nutzer diese wahrnehmen.

Hier gibt es einiges an Optimierungspotential, was sich gerade für Business-Websites in barer Münze auszahlt.

Optimiert Ihr die Ladezeit eurer Website(s)?

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Business Ideen
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11 Gedanken zu „Die wahrgenommene Ladezeit von Websites und praktische Tipps und Tools zur Optimierung“

  1. Ein CDN kann auch einfach eine Subdomain auf meinem eigenen Webspace sein :)

    Ich wäre da sehr vorsichtig mit dem hochladen von wichtigen Datein meiner Webseite, auf fremde Server (Cloud!!!).

    Wäre interessant zu erfahren, wie es da mit den Rechten aussieht. Wenn ich z.b. meine eigene CSS datei auf einem Cloud hochlade, steht BESTIMMT irgendwo in den AGB’s dass ich dadurch auch die Rechte an dieser weitergebe (zumindest teilweise).

    Antworten
  2. Im Kundenservice habe ich mal gelernt, dass wenn man nicht nach 20 Sekunden am Telefon ist, die wahrgenommene Warte-Zeit sich drastisch verlängert. Ich denke, bei Webseiten ist das nicht groß anders. Je länger man warten muss, desto eher klickt man wieder weg und bei Webseiten sind die Zeiten sogar noch viel kürzer zu Zeiten des Highspeed-Internets. Wenn ich eine Seite lade und die nicht nach 5 Sekunden da ist, klicke ich weg.

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  3. Der Google Page Speed Service ist zwar ganz interessant, ist aber leider in einer limitierten Testphase. Also nicht nutzbar.

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  4. Vielen Dank Peer, für die Auflistung der Tools und der Tipps zur Optimierung der wahrgenommenen Ladezeit. Gleich mal testen! :-)

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  5. Sorry aber das Thema Ladezeit wird nicht seit “einiger Zeit” immer wichtiger, sondern war schon immer wichtig. Auch wenn das selbsternannte Webdesigner und Webentwickler gerne außer Acht gelassen und auf Teufel komm raus gepfuscht haben. Nicht umsonst haben Internetgrößen wie zum Beispiel Amazon schon vor über 15 Jahren Performance-und Usability Tests durchgeführt sowie Daten erhoben, bei welcher Ladezeit es in welcher Höhe zu Umsatzeinbußen kommt.

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  6. Wurde es nur ungeschickt formuliert oder lässt sich mit PageSpeed Insights tatsächlich die Ladezeit einer Website messen? “So hat unter anderem Google mit PageSpeed Insights so ein Tool am Start, welches genau anzeigt, wie lange eine Website insgesamt lädt.” Ist mir zumindest noch nicht aufgefallen. ;)

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  7. Schönes Beispiel ist auch Lazy Load. Das bringt zwar etwas, doch die Bilder laden nach und auf den Nutzer wirkt das nach Verzögerungen, weshalb die gefühlte Ladezeit höher ausfällt, was unangenehm auffällt.
    Die Frage ist halt auch: Wie kommen Pre Loader oder Ladebalken auf normalen Websites an? Sind Ladebildschirme statt halben Content sinnvoll?! Beschäftige mich zurzeit auch wieder mit dem Thema.

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  8. Ein wichtige Thema ist die wahr genommen Ladezeit. Seit ich vor rund 3 Monate ein 100 Mbit Anschluss habe, kommen mir die rund 16 Mbit auf die Arbeit verdammt langsam vor.

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  9. Ich predige unseren Kunden ständig, dass die Wartezeit einen großen Einfluss auf das Verhalten des Besuchers hat und was passiert? Nix.

    Und wenn ich dann einfach so mal was ändere wundern sich alle, warum die Bounce-Rate sinkt. Komisch, wieso nur? :P

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  10. Hallo Zusammen!

    Vielen Dank, für die tolle Übersicht an Tools!

    Auch aus meiner Sicht ist die wahrgenommene Ladezeit ein wichtiger Faktor, der den Traffic einer Seite massiv beeinflusst. Die Erwartungen von Usern, die diese an Websites hegen, steigen stetig weiter an und die Bereitschaft zu warten wird immer geringer. Einen tollen Bericht zur Gestaltung von Lade- bzw. Wartezeiten findet ihr auch unter http://www.usabilityblog.de/2013/11/10-positiv-beispiele-zur-nutzerfreundlichen-gestaltung-von-wartezeiten-auf-websites/

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