Mehr Besucher ist wohl das Ziel jedes Website-Betreibers und Bloggers. Meist wird allerdings auf SEO-Maßnahmen, soziale Netzwerke, Linkbaits und ähnliches gesetzt.
Dass auch kleine Optimierungen an der eigenen Website große Auswirkungen haben können, konnte ich in den letzten Monaten feststellen.
In diesem Artikel berichte ich über eine kleine Änderung, die große Auswirkungen hatte.
Inhalt
ToggleProbleme
Wer regelmäßig auf Selbständig im Netz unterwegs ist, der hat im Laufe des Jahres 2012 sicher mal mitbekommen, dass „Selbständig im Netz“ kurzzeitig nicht erreichbar war und einen Datenbankfehler oder ein Timeout angezeigt hat.
Das war meist der Fall, wenn ich gerade einen neuen Artikel veröffentlicht hatte und natürlich war das recht frustrierend, auch wenn die Ausfälle nur kurz waren.
Mit diesem Problem habe ich mich schon eine ganze Weile herumgeschlagen und natürlich hatte ich bereits seit längerem versucht, dass Problem zu identifizieren und zu lösen.
Ich stand im Kontakt mit meinem Hosting-Anbieter, der auch ein paar Dinge optimierte, aber auf Dauer verschwand das Problem nicht.
Oft liegen solche und ähnliche Probleme an einzelnen Plugins und so habe ich mir nach und nach meine verwendeten Plugins genauer angeschaut und diese testweise deaktiviert. Zwischenzeitlich hatte ich z.B. die neueste Beta-Version des Sitemap-Plugins installiert, was ein wenig Besserung brachte. Aber wirklich weg war das Problem nicht.
Nachdem ich bereits einige andere Plugins ausgeschlossen hatte, blieb eigentlich nur noch das Caching-Plugin „W3 Total Cache“ übrig.
Neue Lösung: WP Super Cache
Ich mag das Plugin „W3 Total Cache“ eigentlich sehr und hatte es lange im Einsatz. Die Einstellungsmöglichkeiten sind vielfältig und ich war an sich damit zufrieden.
Als ich testweise dieses Plugin deaktivierte und als Alternative das ebenfalls sehr gelobte WP Super Cache installierte, war auf den ersten Blick kein Unterschied zu sehen. Ich ließ das Plugin ein paar Tage aktiviert und schaute mir dann mal die Response-Zeiten meines Blogs mittels Pingdom an.
Und diese zeigten erstaunliches. Wie ihr an dem folgenden Screenshot sehen könnt, hat sich die Antwortzeit des Servers nahezu halbiert.
Als ich das neue Caching-Plugin einen Tag vor Weihnachten einbaute, sank die Antwortzeit dramatisch. Von vorher 1.400-1.500 Millisekunden auf rund 750.
Ein ähnliches Bild zeigt die Statistik der „Durchschnittlichen Serverantwortzeit“ bei Google Analytics. Von im Schnitt rund 1.5 Sekunden sank diese auf rund 0,7 Sekunden.
Woran dieser extreme Unterschied lag, kann ich nicht wirklich sagen. Ob ich im „W3 Total Cache“-Plugin eine falsche Einstellung vorgenommen hatte kann ich nicht gänzlich ausschließen, aber ich glaube es eigentlich nicht.
Achtung bei der Einrichtung
Bevor ich zu den Ergebnissen der Veränderung komme noch ein kurzer Einschub zu möglichen Problemen. Ich habe „WP Super Cache“ auch auf meinen anderen Blogs installiert und nach ein paar Tagen festgestellt, dass da außer der Startseite gar keine Unterseiten gecached wurden.
Wie ich nach etwas Testen dann herausfand, lag dies an einen noch installierten gzip-Plugin. Dieses sollte die Ausgabe-Dateien und Scripte verkleinern, kam aber mit dem neuen Caching-Plugin in die Quere, da WP Super Cache ebenfalls eine gzip-Komprimierung anbietet.
Ich habe das gzip-Plugin einfach deaktiviert und schon funktionierte alles wie es sollte.
Erstaunliche Folgen
Allein die Senkung der Serverantwortzeiten wäre mir sicher kein Artikel wert. Mit dem Einbau des neuen Plugins gab es allerdings 2 sehr erfreuliche positive Veränderungen.
Zum einen gab es seitdem keinen einzigen Ausfall meines Blogs mehr. Nach der Veröffentlichung eines neuen Artikels läuft der Blog problemlos und die vorher übliche Nichterreichbarheit gehört der Vergangenheit an.
Das zeigt auch die Uptime-Statistik bei Pingdom. Vorher gab es immer mal wieder kurz Phasen der Nichterreichbarkeit. Seit der Plugin-Umstellung ist davon nichts mehr zu sehen.
Pingdom.com ist übrigens ein sehr empfehlenswerter Service. 1 Domain könnt ihr dort mit einer kostenlosen Anmeldung gratis überwachen und Ladezeiten und Ausfälle überwachen.
Die noch weitaus erfreulichere Entwicklung war allerdings, dass umgehend auch die Besucherzahlen deutlich gestiegen sind. Okay, dass ich die Änderung kurz vor Weihnachten vorgenommen hatte war sicher nicht optimal, denn über Weihnachten brechen die Besucherzahlen traditionell ein und das macht einen Vergleich natürlich schwierig.
Doch als selbst über die Weihnachtstage ganz gute Besucherzahlen für meinen Blog angezeigt wurden und der Dezember insgesamt dadurch mit 113.001 Besuchern und 199.277 Seitenaufrufen verhältnismäßig gut aussah, konnte ich schon ahnen, dass die Änderungen auch positive Auswirkungen auf die Besucherzahlen gehabt haben.
Doch was dann im Januar passierte, war dennoch eine positive Überraschung. Gut, der Januar ist generell ein guter Monat und immer wieder für einen neuen Besucherrekord gut. Doch als es dann immer mehr Januar-Tage gab, an denen ich die 10.000 Seitenaufrufe pro Tag Grenze knackte (was mir vorher nur 2 mal überhaupt gelungen war und das durch Einzeleffekte, wie z.B. einen Backlink von einer großen Website), zeichnete sich ein deutlicher Rekord ab.
Ende Januar standen dann 157.093 Besucher und 274.784 Seitenaufrufe zu Buche, was eine Steigerung von 26% bzw. 23% gegenüber dem bisher besten Monat (November 2012) bedeutet. Diese Steigerung ist zu deutlich, als dass man sie einfach nur als „normalen“ Januareffekt bezeichnen könnte.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der wöchentlichen Besucherzahlen.
Response Time und nicht Ladezeit?
Ebenfalls erstaunlich war in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, dass nicht die Ladezeit insgesamt, sondern die Response-Time für den Traffic-Anstieg verantwortlich ist. Die Ladezeiten sind mehr oder weniger gleich geblieben, da ich an der Datenmenge nichts geändert habe.
Die Halbierung der Server-Antwortzeiten hat aber offensichtlich dafür gesorgt, dass die ersten Inhalte schneller zu sehen waren und das scheint auf viele User einen positiven Effekt zu haben.
Als Tipp kann ich davon ableiten, dass man sich auf jeden Fall auch um die Response-Time kümmern sollte. Diese ist gerade bei Shared-Hosting-Tarifen nicht immer optimal.
Wenn man dann noch die Ladezeit zusätzlich optimiert, kann man sicher weitere positive Traffic-Effekte beobachten.
Was sind typische Response-Zeiten?
Ich habe bei meinen Blogs Server-Antwortzeiten zwischen 600 und 800 Millisekunden.
Doch ist das gut oder immer noch schlecht?
Deshalb möchte ich euch bitten, an der folgenden Umfrage teilzunehmen und eure Server-Antwortzeiten einzutragen. Ihr könnt diese entweder mit der kostenlosen Variante von Pingdom messen oder aus Google Analytics (Content > Website Geschwindigkeit) entnehmen.
Bitte tragt euren Mittelwert (man sollte mindestens 1 Woche messen, wenn man Pingdom neu nutzt) im folgenden Formular ein. Dann werde ich das auswerten und in einem Artikel über „normale“ Antwortzeiten berichten.
WICHTIG: Es geht in diesem Zusammenhang nicht um die komplette Ladezeit eure Website, sondern um die Server-Antwortzeit.
Umfrage
(Die Umfrage ist beendet. Die Ergebnisse werden bald veröffentlicht.)
Wer Hilfe bei der Antwort zum Hosting benötigt, findet hier eine Erklärung der verschiedenen Hosting-Varianten.
Fazit
Dieses Beispiel hat mir mal wieder gezeigt, dass oft auch kleine Veränderungen große Auswirkungen haben können.
Zudem zeigt dies deutlich, dass es immer etwas zu optimieren gibt und dass man bei der Jagd nach neuen Besuchern nicht immer nur auf SEO und Co. schauen sollte.
Ähnliche Artikel:
- Was ich in meinem Urlaub für meine Websites gelernt habe
- Wie ich mit Buffer und Zapier meine Social Media Posts automatisiert habe
- Wie ich meine eigene AdSense-Kopie erstellt habe und was diese an Einnahmen bringt
- Meine Nische, meine Website, meine Gegner - Nischenseiten-Challenge 2018 Zwischenstand
- Fünfstellige Besucherzahlen im Monat - So funktioniert es und so sieht es bei mir aus


