Das Thema „Cookies und der Datenschutz“ habe ich hier im Blog ja schon mal behandelt. Ein aktuelles EuGH Urteil hat nun für eine Verschärfung der Situation gesorgt und die kommende ePrivacy-Verordnung wirft immer noch ihre Schatten voraus.
Es kann durchaus sein, dass man in Zukunft keine Cookies mehr ohne aktive Zustimmung der Besucher setzen darf.
Welche Ausnahmen es davon gibt und wie man mit seiner Affiliate-Website auch ohne Cookies gutes Geld verdienen kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Artikel.
Hinweis
Natürlich sind die folgenden Hinweise und Tipps nur meine persönliche Meinung und schildern meine Vorgehensweise. Ich übernehme keine Garantie, dass man damit dann hunderprozent auf der rechtlich sicheren Seite ist. Das kann niemand garantieren.
Inhalt
ToggleFunktioniert das Affiliate Marketing ohne Cookies?
Hier stellt sich grundsätzlich erstmal die Frage, ob Affiliate Marketing ohne Cookies überhaupt funktioniert.
Viele Partnerprogramme setzen auf Cookies, um zu erkennen, welcher Kunde ggf. von welchem Affiliate in den Shop geschickt wurde. Nur so kann dann auch eine Vergütung an den Affiliate ausgezahlt werden.
Um so einen Cookie bei den Nutzern zu setzen, gibt es 2 Möglichkeiten:
- Der Cookie wird schon auf der Affiliate-Website gesetzt und der Online-Shop erkennt daran dann, von welchem Affiliate diese Person kam.
- Der Cookie wird erst im Online-Shop gesetzt. Der Besucher wurde mit einem speziellen Affiliatelink zum Shop „geschickt“, der als einen Parameter die ID des Affiliates enthält.
Ganz ohne Cookies wird das Affiliate Marketing also erstmal nicht funktionieren, denn zumindest im Shop selbst muss der Shop-Betreiber den Nutzer „verfolgen“ können. Schließlich kann es ja sein, dass der Nutzer was in den Warenkorb legt, sich dann noch 5 weitere Produkte anschaut und so weiter, bevor er einen Kauf tätigt. An dieser Stelle muss der Shop dann aber noch erkennen können, von welchem Affiliate der Kunde geschickt wurde.
Ob Cookies später im Affiliate Marketing mal nicht mehr notwendig sind, wird man sehen. Es gibt heute schon Technologien, die den Cookie ablösen könnten, aber durchgesetzt hat sich da noch nichts.
An meinen Ausführungen kann man aber auch erkennen, dass man eine Affiliate-Website ganz ohne Cookies betreiben kann. Und damit habe ich im letzten Jahr viele eigene Erfahrungen gesammelt.
Warum keine Cookies nutzen?
Bevor ich dazu komme, wie man ganz ohne Cookies auf der eigenen Website auskommt, gehe ich noch auf die Frage ein, wieso man überhaupt auf Cookies verzichten sollte.
Der Datenschutz in der EU und damit auch in Deutschland wird immer härter. Es ist an sich ja schön, dass mehr Wert auf den Schutz der Daten gelegt wird, auch wenn man über manche Maßnahmen durchaus geteilter Meinung sein darf. Klar ist aber, auch die Anforderungen für Website-Betreiber steigen.
Viele Juristen sind heute schon der Meinung, dass jeder Cookie eines Opt-Ins bedarf, also der vorherigen Zustimmung des Nutzers. Zwar sieht die DS-GVO neben der Einwilligung noch andere Möglichkeiten vor, z.B. das Abwägen von „berechtigten Interessen“ und die Erfüllung von Verträgen, aber dennoch geht die Entwicklung wohl dahin, dass nichts mehr ohne eine Einwilligung geht.
Die derzeitige Rechtsspechung ist da zudem recht rigoros und so hat das EuGH erst kürzlich den Facebook-Button nur mit vorherigem Opt-In erlaubt. Manch ein Jurist hält es deshalb nun für klar, dass jeder Cookie ein Opt-In erfordert.
Auf jeden Fall sollte aber ein Opt-Out vorhanden sein, so dass man im Nachhinein das Cookie-Setzen deaktivieren kann. Das aber ist im Affiliate Marketing nicht so leicht umsetzbar. Es ist aufwändig und schwer zu kontrollieren. Wie will man sichergehen, dass das immer funktioniert? Deshalb sehe ich Opt-Outs durchaus anfällig für Probleme und damit z.B. auch für Abmahnungen.
Zudem wird es wohl früher oder später zu einem verpflichtenden Opt-In kommen (Stichwort ePrivacy-Verordnung) und dann passe ich lieber schon heute die eigene Website so an, dass keine Cookies mehr notwendig sind. Was dann in den Shops passiert, ist mir ehrlich gesagt egal, darum muss ich mich nicht mehr kümmern.
Übrigens ist auch das Statistik-Tracking ein Datenschutz-Problem. Sobald personenbezogene Daten gesammelt werden, um einzelne Nutzer zu „verfolgen“, ist ein Opt-In wohl früher oder später unumgänglich.
Affiliate-Links ohne Cookies
Es gibt viele Partnerprogramme mit eigenen Werbemitteln, die auf Widgets oder Skripten basieren. Baut man diese Werbemittel auf der eigenen Website ein, dass setzen diese bereits Cookies, wenn die Nutzer auf meiner Website sind.
Es mag sein, dass diese Cookie-Setzung etwas mehr Einnahmen bringt, weil mehr Personen mit einem Cookie versehen werden, aber solche Werbemittel nutze ich schon seit längerem nicht mehr.
Der normale Affiliatelink, welcher einen eindeutigen Parameter (meine Affiliate-ID) enthält, reicht für mich vollkommen aus. Ein Amazon-Affiliatelink sieht z.B. so aus:
https://www.amazon.de/gp/product/B00I3LUY68/ref=as_li_ss_tl?pf_rd_p=671e72bc-8864-4ab6-8ef7-60da5d6ead8c&pf_rd_r=XXRAB8BYY3PWW5CWVPJ6&linkCode=ll1&tag=wandooweerfol-21&linkId=cde748adb1346588d001c13ea0f4f3a1&language=de_DE
Der fette Teil zeigt meine Amazon-Affiliate-ID und dadurch weiß Amazon, dass diese Person von meiner Website in den Amazon-Shop gelangt ist.
Coole Werbemittel ohne Cookies und Tracking
Baut man Amazon Produktbilder direkt über den Amazon-Code (Site-Stripe) ein, werden zwar keine Cookies gesetzt, aber die IP des Nutzers an die Amazon-Server gesendet. Damit ist ein Tracking möglich und so müsste man auch hier eine Einwilligung erstmal einholen.
Aber es gibt einige Amazon-Plugins, die schöne Werbemittel ermöglichen, ganz ohne Cookies und Tracking.
Ich persönlich bevorzuge das Plugin AAWP, welches ich überall einsetze. Dieses bringt verschiedene hübsche Werbemittel ohne Cookies mit und verhindert z.B. auch das IP-Tracking durch einen integrierten Proxy.
Ansonsten setze ich voll auf normale Affiliatelinks, die jedes Partnerprogramm anbietet.
Affiliate-Banner sollte man zudem nicht über den Server des Partnerprogramms einbinden, sondern lokal auf dem eigenen Server speichern und dann als Grafik normal einbinden.
Affiliate-Website Statistiken ohne Cookies
Viele Affiliates nutzen Google Analytics, da es umfangreiche und interessante Statistiken bietet. Allerdings setzt Google Analytics Cookies und erstellt Tracking-Profile, auch mit Anonymisierung der IP-Adresse.
Deshalb habe ich Google Analytics bei meinen Affiliate Websites ausgebaut und setze stattdessen ein Statistik-Plugin ein, dass keine personenbezogenen Daten sammelt und keine Cookies setzt. Es handelt sich um Statify, welches zusammen mit dem Plugin Statify – Erweiterte Auswertung eine ganz ansehnliche Statistik anzeigt.
Natürlich bietet das Plugin deutlich weniger Daten als Google Analytics. Es gibt z.B. keine Daten zu den Besuchern, da nur Seitenaufrufe getrackt werden.
Eine andere Alternative ist das Plugin WordPress Popular Posts, welches ebenfalls die Aufrufe der einzelnen Seiten misst.
Für viele Affiliate-Websites sind diese einfachen Statistiken dennoch ausreichend, da nur wenige wirklich tief in die Analysen eintauchen.
Zudem solltet ihr die Google Search Console nutzen, da diese ohne Datenschutz-Probleme viele interessante Daten über die eigene Website enthält.
Plugins, andere Einnahmequellen und Inhalte prüfen
Um die eigene Affiliate-Website ganz ohne Cookies zu betreiben, sollte man unter anderem auch alle eingesetzen Plugins prüfen. Da gibt es durchaus manche, die Cookies einsetzen. So setzen z.B. manche Pro-Module des Banner-Plugins Advanced Ads Cookies.
Google AdSense sollte man heute eigentlich nicht mehr einsetzen, oder nur noch mit Opt-In. Da werden so viele Cookies von Google und den Werbepartnern gesetzt. Ich habe AdSense überall ausgebaut, da es sowieso viele Müll-Anzeigen ausgegeben hat. Stattdessen habe ich mir eine Alternative mit dem Plugin Advanced Ads gebastelt.
Die Widgets und Buttons von Social Networks, wie Facebook oder Twitter, sollte man keinesfalls mehr nutzen. Als Alternative bietet sich z.B. Shariff Wrapper oder ähnliche Plugins an.
YouTube-Videos setzen ebenfalls Cookies und tracken die Nutzer. Man kann aber zumindest die Cookie-Setzung verhindern und mittels eines Plugins, wie z.B. Embed videos and respect privacy kann man ein Video erst nach Klick des Nutzers einbinden, so dass vorher überhaupt keine Daten an YouTube übermittelt werden.
Generell sollte man die eigene Affiliate Websites nach eingebauten Scripten, iFrames oder ähnliches durchsuchen. Also einfach mal alle Inhalte checken.
Tools für den Cookies-Check
Es gibt online einige Tool, mit denen man eine Webseite hinsichtlich Cookies überprüfen kann. Dazu gehören z.B. cookiemetrix.com und dataskydd.net.
Hier gibt man eine URL ein und das Tool gibt dann aus, ob und welche Cookies da gesetzt werden.
Diese Cookies sind erlaubt
Doch nicht alle Cookies müssen erst von den Nutzern erlaubt werden. So sind technisch notwendige Cookies erlaubt. Dafür muss es weder ein Opt-In, noch ein Opt-Out geben. Dazu gehören z.B. WordPress-Session Cookies.
Aber auch das VG Wort Cookie ist meiner Ansicht nach noch erlaubt, da laut VG Wort keine personenbezogenen Daten damit gesammelt weden. Zudem hat man als Autor einen Rechtsanspruch auf die Vergütung durch die VG Wort. Laut DS-GVO schlägt die Interessen-Abwägung hier zugunsten des Autors aus. Der Einsatz erfolgt aber auf eigene Gefahr.
Dennoch sollte man die notwendigen Cookies so gering wie möglich halten und immer wieder die aktuelle Rechtssprechung verfolgen.
Meine Erfahrungen
Ich betreibe meine Affiliate-Websites seit mehr als einem Jahr ohne Cookies und Tracking. Mal abgesehen vom VG Wort Cookie.
Ich habe in dieser Zeit keinen Rückgang der Einnahmen feststellen können, alles läuft wie gewohnt. Die Besucherzahlen laut Statify stimmen ebenfalls.
Durch den radikalen Ausbau der Cookies sind diese Websites nun deutlich pflegeleichter und ich bin viel entspannter, als ich es mit einer aufwändiger Opt-In Lösung gewesen wäre. Da gibt es immer mal wieder Änderungen, neue Anforderungen hinsichtlich der Dokumentation, veränderte Angaben in der Datenschutzerklärung und so weiter. Das alles bleibt mir erspart, da ich die Services, die Cookies setzen, einfach entfernt habe. Da bin ich Pragmatiker und habe lieber weniger Arbeit.
Hier im Blog habe ich gerade einen Test zu Google Analytics laufen. Ich nutze das Plugin Pixelmate, um ein Opt-In für Google Analytics umzusetzen. Dabei ist ein deutlicher Rückgang der Besucherzahlen laut Google Analytics zu sehen. Statify zeigt allerdings, dass das nicht der Fall ist und die Besucherzahlen stabil sind.
Das bedeutet ganz einfach, dass viele Nutzer die Cookies ablehnen und damit sind die Google Analytics Statistiken wertlos und viele Werbemittel würden ggf. nicht mehr richtig greifen.
Deshalb verzichte ich lieber gleich komplett auf die Cookie-Setzung durch Affiliate-Werbemittel und Google Analytics. Damit fahre ich besser.
Wie macht ihr das?
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