Nebenberuflich selbstständig machen – Vorteile, Nachteile, Steuern … Selbstständig machen Schritt 5

Nebenberuflich selbständig machen - Vorteile, Nachteile, Steuern, Arbeitgeber ... – Selbstständig machen Schritt 5Es machen sich mehr Menschen nebenberuflich selbstständig, als hauptberuflich. Das liegt unter anderem daran, dass es einige Vorteile bringt sich nebenberuflich selbstständig zu machen.

Um die Vorteile und Nachteile der nebenberuflichen Selbstständigkeit und auf was man alles achten muss, wie z.B. Steuern, Arbeitgeber und mehr geht es im heutigen Teil meiner Artikelserie zum Selbstständig machen.

Dabei schildere ich meine Erfahrungen und gebe praktische Tipps.

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Nebenberuflich selbstständig machen?!

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Im Jahr 2020 haben sich laut KfW rund 439.000 Menschen nebenberuflich selbstständig gemacht. Das sind mehr als die Hälfte aller Gründer.

Wahrscheinlich hat auch die Corona-Krise viele Menschen “motiviert” sich ein weiteres finanzielles Standbein zu schaffen.

Hier geht es heute aber nicht darum nebenbei Geld zur Aufbesserung der Haushaltskasse zu verdienen, sondern es geht um den Weg in die Selbstständigkeit über den “Umweg” der nebenberuflichen Gründung.

Generell wird eine nebenberufliche Tätigkeit mit maximal 15 Stunden pro Woche (teilweise wird auch von 18 Stunden gesprochen) definiert. Dies sehen vor allem die Sozialversicherungen so und deshalb sollte man darauf achten. Das ist natürlich für den Aufbau einer Selbstständigkeit im Netz völlig ausreichend und ganz so genau nimmt man es mit den Stunden da ja auch nicht. Wer will das schon nachprüfen, wenn man nicht gerade seine Kunden nach Stundensätzen abrechnet.

Vorteile – Nebenberuflich selbständig machen

Beginnen wir doch einfach mal mit den Gründen, warum man überhaupt nebenberuflich gründen sollte, statt gleich ins kalte Wasser zu springen und hauptberuflich zu gründen.

  • Risiko

    Ein wichtiger Vorteil der nebenberuflichen Selbstständigkeit ist natürlich das geringere Risiko. Während ein Vollzeit-Existenzgründer von seiner Tätigkeit leben muss, hat man als nebenberuflicher Gründer diesen Zwang nicht. Das bedeutet zwar nicht, dass man nicht Geld verdienen sollte und auch will. Aber es nimmt doch etwas den Druck weg und man kann sich etwas entspannter dem Aufbau der Selbstständigkeit widmen.
    Sollte es nicht funktionieren mit der Selbstständigkeit, dann hat man einen sicheren Hauptjob und ist nicht arbeitslos.

  • Know How

    Wenn man nebenberuflich gründet, kann man eine Menge in der Praxis lernen. Man merkt welches kaufmännisches Wissen notwendig ist und wo man sich noch Know How aneignen muss.

  • Test

    Keine Selbstständigkeit ist eine Garantie auf lebenslanges Glück und Erfolg. Noch immer gehen rund 1/4 aller Existenzgründungen in den ersten 3 Jahren den Bach runter. Deshalb ist die nebenberufliche Selbstständigkeit eine ideale Möglichkeit die eigene Geschäftsidee zu testen und herauszufinden, ob man davon in Vollzeit leben könnte.

  • Kunden

    Da man zwar auch nebenberuflich Geld verdient, aber das noch nicht ganz so wichtig ist, kann man sich etwas mehr darauf konzentrieren Kunden zu finden und Kontakte zu knüpfen. Eine sehr wichtige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg.

  • Referenzen

    Und dadurch kann man sich auch schon eine Menge Referenzen schaffen, die es natürlich viel einfacher machen neue Kunden zu finden.

  • Flexibel

    Eine nebenberufliche Selbstständigkeit hat auch den Vorteil, dass man relativ flexibel ist. Gerade in der Startphase fällt es oft schwer regelmäßig zu arbeiten und man hat im Nebenjob die Möglichkeit, diese Disziplin zu entwickeln und sich mit den flexibleren Arbeitszeiten eines Selbstständigen anzufreunden.

  • finanzielles Polster

    Wer gründet sollte dies nicht unbedingt mit einem leeren Konto tun. Wenn man eine gewisse Zeit Geld mit Haupt- und Nebenjob verdient, dann sollte man das nicht gleich wieder alles ausgeben, sondern sich ein finanzielles Polster schaffen und für die Selbstständigkeit zurücklegen.

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Nachteile – Nebenberuflich selbständig machen

Aber die nebenberufliche Selbstständigkeit kann auch ein paar Nachteile mit sich bringen.

  • Disziplin

    Ich habe in der Zeit, als ich noch Angestellter war, auch schon versucht die ein oder andere private Website aufzubauen. Ich muss aber sagen, dass ich damals wirklich Probleme damit hatte mich regelmäßig hinzusetzen und die notwendige Disziplin an den Tag zu legen. Als hauptberuflicher Selbstständiger war das der Druck und die “Motivation” schon deutlich höher.

  • Freizeit

    Wer im Hauptjob 8 Stunden und nebenberuflich nochmal 2 Stunden arbeitet, der büßt natürlich einiges an Freizeit ein, die man zur Erholung und zum “Aufladen der Batterien” braucht. Eine Alternative wäre es, im Hauptjob z.B. nur noch 6 statt 8 Stunden zu arbeiten.

  • Hauptjob

    Besonders wenn einem die Selbstständigkeit viel Spaß macht, kann es sein, dass man den Hauptjob nur noch ungern macht. Das kann aber großen Ärger geben.

  • Sicherheitsnetz

    Es gibt Leute, die sind der Meinung, dass der Sprung ins kalte Wasser der Vollzeit-Selbstständigkeit das einzig Wahre ist. Das Sicherheitsnetz des Hauptjobs verhindert demnach bei vielen, dass sie sich wirklich zu 100% “committen”.

  • Gesundheit

    Man sollte immer auf seine Gesundheit acht geben. Wer täglich 10 oder mehr Stunden arbeitet sollte aufpassen, dass er mit dem Stress gut umgeht und auf seine Gesundheit acht gibt.

Insgesamt sollte man die Nachteile zwar bedenken, aber ich bin der Überzeugung, dass die Vorteile die Nachteile deutlich überwiegen.

Muss ich meinen Chef fragen?

Eine wichtige Frage ist, ob man seinen Chef fragen muss. Im Grunde lautet die Antwort Nein, da jeder Angestellte grundsätzlich das Recht hat nebenberuflich tätig zu sein.

Es gibt allerdings ein paar Kriterien, die erfüllt sein müssen:

  • Der Nebenjob darf die eigene Leistung im Hauptjob nicht negativ beeinträchtigen.
  • Man darf seinem Arbeitgeber keine Konkurrenz machen.
  • Krankheit oder Urlaub darf man nicht dazu nutzen, um nebenberuflich durchzustarten.
  • Haupt- und Nebenjob muss klar getrennt sein.

Werden eines oder mehrere dieser Kriterien nicht erfüllt, darf der Arbeitgeber die Nebentätigkeit verbieten.

Beamte müssen sich eine nebenberufliche Selbstständigkeit generell genehmigen lassen.

Grundsätzlich muss man, wenn die obigen Kriterien erfüllt sind, seinen Arbeitgeber auch nicht über eine Nebentätigkeit informieren. Ich bin da aber für Transparenz und wenn man ein gutes Verhältnis zum Chef hat, sollte man offen mit der nebenberuflichen Selbstständigkeit umgehen.

Stellt sich der Chef quer, dann sollte man sich schon gut überlegen, ob man sein Recht auf eine Nebentätigkeit trotzdem durchsetzt. Denn schließlich will man sich ja etwas nebenher aufbauen und nicht den sicheren Hauptjob riskieren.

Etwas anders sieht die Situation aus, wenn man selber noch in der Ausbildung ist. Auf aubi-plus.de finden sich dazu ausführliche Tipps.

Nebenberuflich selbstständig und das Gewerbe

Kurz und knapp können wir diesen Punkt abhandeln. Es gelten dieselben Regelungen wie bei der hauptberuflichen Selbstständigkeit. Man muss also, wenn man regelmäßig nebenberuflich tätig ist, ein Gewerbe anmelden.

Man kann sich aber natürlich als Kleinunternehmer anmelden, wenn man mit weniger als 22.000 Euro Einnahmen im Jahr rechnet.

Mehr zu den verschiedenen Rechtsformen findet ihr im nächsten Teil dieser Serie.

Arbeitsplatz für nebenberuflich Selbstständige

Nebenberuflich selbstständig machen - Vorteile, Nachteile, Steuern ... Selbstständig machen Schritt 5Die Frage ist natürlich auch wichtig, wo man seine nebenberufliche Tätigkeit ausübt.

Als Selbstständiger im Netz, der primär am PC arbeitet, ist es aber relativ unproblematisch im Heimbüro zu arbeiten. Wenn es von Außen nicht erkennbar ist und keine Störungen verursacht, dann muss man noch nicht mal seinen Vermieter darüber informieren. Ob man abends 2 Stunden am Computer spielt oder arbeitet, macht keinen großen Unterschied.

Wer allerdings in seinem Nebenjob Tätigkeiten durchführt, die in einer Wohnung normalerweise nicht üblich sind und z.B. Geräuschbelästigungen hervorrufen, der sollte mit seinem Vermieter sprechen.

Und auch wer Kunden- oder Lieferanten-Verkehr hat, sollte nicht versuchen das zu verheimlichen. Sonst kann es zu einer Kündigung kommen.

Steuern und Versicherungen

Zum Thema Steuern und auch zu den Versicherungen für Selbstständige wird es später in dieser Serie noch ausführliche Artikel geben.

Grundsätzlich ist es aber wie folgt:

  • Umsatzsteuer

    Umsatzsteuer wird nur dann zwingend fällig (bzw. kann auch nur dann auf Rechnungen ausgewiesen bzw. als Vorsteuer abgezogen werden), wenn man mehr als 22.000 Euro Vorjahresumsatz hat bzw. mehr als 50.000 Euro im aktuellen Jahr und man dadurch nicht mehr die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen kann.

  • Gewerbesteuer

    Gewerbesteuer wird ab 24.500 Euro (Freibetrag) Gewinn fällig. Das sollte im Nebenjob auch nicht so einfach zu erreichen sein.

    Freiberufler müssen natürlich weder ein Gewerbe anmelden, noch Gewerbesteuer zahlen.

  • Einkommensteuer

    Hier muss man die Gewinne der nebenberuflichen Selbstständigkeit versteuern, wenn diese mehr als 410 Euro im Jahr betragen. Dazu führt man eine Einnahmen-Überschussrechung durch und gibt die Anlage G bzw. S beim Finanzamt mit ab.

  • Krankenversicherung*

    Solange die Selbstständigkeit nebenberuflich ausgeführt wird, benötigt man keine eigene Krankenversicherung. Und die nebenberufliche Tätigkeit erhöht auch nicht die Krankenkassenbeiträge, die man für den Hauptjob bezahlt.

  • Rentenversicherung

    Das gleiche gilt grundsätzlich auch bei der Rentenversicherung. Allerdings gibt es einige rentenversicherungspflichtige selbstständige Tätigkeiten, wie etwas Lehrer, Hebammen und ähnliches.

  • Unfallversicherung

    Hier gibt es keine Pflicht, aber je nach Nebenjob sollte man darüber nachdenken, eine separate Unfallversicherung mit abzuschließen, da die über die Berufsgenossenschaft abgeschlossene Unfallversicherung den Nebenjob nicht betrifft.

Die steuerlichen und sozialversicherungstechnischen Vorteile einer nebenberuflichen Selbstständigkeit sind nicht zu übersehen. Man muss die Sozialversicherung im übrigen über die Aufnahme einer nebenberuflichen Tätigkeit informieren.

Etwas kompliziert wird es, wenn man bestimmte Grenzwerte erreicht. Also z.B. die Wochenarbeitszeit von 15 Stunden im Nebenjob oder eine bestimmte Höhe der nebenberuflichen Einnahmen. Deshalb sollte man sich einfach mal an seine Krankenkasse oder Versicherung wenden und nachfragen, welche Grenzwerte dort konkret gelten. Nicht dass man eine Überraschung erlebt und sich z.B. noch zusätzlich versichern muss.

Scheinselbstständigkeit vermeiden

Ein wichtiger Punkt bei der nebenberuflichen Selbstständigkeit ist die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Diese ist nicht erlaubt und an folgenden Kriterien kann man diese erkennen:

  • Man kann nicht selber frei über seine Arbeitszeit entscheiden.
  • Man ist grundsätzlich nur für einen Kunden tätig.
  • Man arbeitet nur für den Arbeitgeber des Hauptjobs.
  • Man hat keine eigenen Geschäftsräume.
  • Man wirbt nicht um neue Kunden.
  • Man setzt seine Preise und Stundensätze nicht selbst fest.
  • usw.

Wer viele dieser Kriterien erfüllt, kann als Scheinselbstständiger eingestuft werden und wird dann wieder wie ein Arbeitnehmer behandelt.

Das hat zur Folge, dass Sozialversicherungsbeiträge bezahlt (und nachgezahlt) werden müssen und auch steuerlich hat dies Auswirkungen.

Neben- oder Hauptberuflich selbstständig machen?

Wer sich die vorherigen Teile dieser Artikelserie durchgelesen hat, der wird die Vor- und Nachteile einer nebenberuflichen Tätigkeit deutlich erkannt haben.

Die Frage, ob man sich nun neben- oder hauptberuflich Selbstständig machen sollte, hängt aber auch stark von den individuellen Gegebenheiten ab.

Wer einen sicheren Job hat, der einem Spaß macht und gutes Geld bringt, der sollte das nicht einfach wegschmeißen. Und auch wenn man sich nicht wirklich sicher ist, ob die Selbstständigkeit etwas für einen ist oder ob die eigene Geschäftsidee überhaupt funktioniert, sollte man die nebenberufliche Selbstständigkeit in Betracht ziehen.

Aber selbst dann, wenn man sich sicher ist, dass man erfolgreich selbstständig sein wird, kann es von Vorteil sein, eine Weile erstmal nebenberuflich tätig zu sein. Denn es ist natürlich überhaupt kein Problem später aus der nebenberuflichen in die hauptberufliche Selbstständigkeit zu wechseln.

Wenn man weiß, dass einem die selbstständige Arbeit liegt und man mit dem eigenen Geschäft genug Geld verdienen kann, dann ist der Wechsel relativ problemlos möglich.

Man sollte allerdings bedenken, dass der Wechsel neue Kosten mit sich bringt. Neben Zusatzkosten für ein eigenes Büro etc., sollte man immer circa 30% noch drauf kalkulieren, denn Krankenversicherung, Rentenversicherung, ggf. Arbeitslosenversicherung und ähnliches muss man dann komplett allein tragen. Und man sollte sich als Selbstständiger Rücklagen für unerwartete Ausgaben und schlechte Zeiten anlegen.

Zudem sollte man mit einem Steuerberater sprechen und die ordentliche Buchhaltung sicherstellen.

Zum Abschluss habe ich noch ein interessantes Video für euch. Darin geht es zwar eher um klassische Nebenjobs und weniger um eine nebenberuflich startende Selbstständigkeit, aber es werden sehr viele interessante Informationen geliefert.

Weitere Informationen gibt es in meiner Selbstständig im Nebenjob Artikelserie mit Tipps, Informationen und Beispielen.

So geht es weiter
Im nächsten Teil dieser Artikelserie geht es um die Rechtsform bei der Gründung. Welche gibt es und für wen ist welche Rechtsform sinnvoll?

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9 Gedanken zu „Nebenberuflich selbstständig machen – Vorteile, Nachteile, Steuern … Selbstständig machen Schritt 5“

  1. Ein wichtiger Punkt fehlt noch, gerade zu Corona: Kollegen.
    Gerade im Onlinemarketing hat man als Selbständiger fast nur Online Kontakte. Dazu werden die meisten nur Kunden sein. Der Austausch mit Kollegen und sei es über Zoom hat mich dazu bewogen wieder 2 Tage die Woche bei meiner alten Firma zu arbeiten. Trotz gut laufender Selbständigkeit.

    Antworten
    • Manchmal fehlen mir auch Kollegen, aber ich bin eher ein einsamer Wolf. Mich stört es kaum. Das mag anderen aber sicher anders gehen.

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  2. Wenn man sich selbstständig machen möchte, so ist in meinen Augen eine nebenberufliche Selbstständigkeit der beste erste Schritt. Das nimmt einem auch den finanziellen Druck, weil man noch in einem gewissen Rahmen Geld verdient.
    Ich habe es so gemacht und bin seit vier Jahren Vollzeit-Soloselbstständig. Man kann sehen ob das eigene Konzept langfristig funktioniert und man das auch wirklich selber so machen möchte.

    Vielleicht mal ein paar persönliche Zahlen zur Einordnung.
    Zu den Ausgaben sei gesagt. Ich bin da sehr “schlank” aufgestellt. Brauche für meine Tätigkeit nur Telefon, PC und mein privat KFZ für seltene Besuche (vor Corona). Mache alles von Zuhause aus.

    Meine größten Posten bei den Ausgaben sind die Rentenversicherung (ca. 700€ pro Monat/ein Rentenpunkt), meine Krankenversicherung mit 350€ pro Monat und der Steuerberater für 250€ pro Monat. Dazu Arbeitslosen-, Rechtschutz- und Haftpflichtversicherung und ein paar andere Kleinigkeiten als laufende Kosten (WordPress, Hosting,…)

    Mir bleiben bei einem monatlichen Umsatz von 3000€ ungefähr 1100€ netto zum Leben. Bei 4000€ Umsatz sind es ca. 1600€ netto. Und bei knapp 5000€ Umsatz pro Monat bleibt für mich als “Nettogehalt” knapp die Hälfte übrig, also knapp 2500€. Die letzten zwei Jahre mache ich ca. 60-70000 Euro Umsatz pro Jahr. Die Corona-Pandemie hat meiner Selbstständigkeit nicht geschadet. Ich verzeichne sogar ein kleines Umsatzplus. Zum Vergleich, in meinem alten Job verdiente ich 1800€ netto bei einer 40 Stunden Woche. Dazu saß ich täglich 90 Minuten im Auto für Hin- und Rückweg.

    Wer sich selbstständig machen möchte sollte sich alles gut überlegen. Ich hatte am Anfang vor allem auch das Problem, dass ich zuhause sehr schnell abgelenkt war. Ich wäre in einem Büro oder auf meinem alten Arbeitsplatz in den ersten Wochen sehr viel produktiver gewesen.

    Antworten
    • Hallo Schorsch,

      Danke für den Einblick. Total spannend.

      Ich selber arbeite mit aktuell mit 25 Stunden als angestellter und erziele nebenbei knapp unter der Kleinunternehmergrenze Einnahmen aus Affiliateprojekten.
      Von den selbständigen Gewinnen gehen 20% in einen ETF Sparplan (A1JX52) als Ausgleich für die fehlenden Rentenbeiträge aufgrund der reduzierten Stundenzahl.

      Du schreibst: “(ca. 700€ pro Monat/ein Rentenpunkt)”. Bedeutet das, dass du als selbständiger freiwillig in die gesetzliche RV einzahlst und keine weitere Altersvorsorge betreibst? Grundsätzlich finde ich, dass die gesetzliche RV ein wichtiger Baustein ist, aber als “Vollzeit-Selbständiger” wäre es doch rentabler den größeren Teil der 700 Euro eine private Rentenversicherung zu stecken und nur einen Teil davon freiwillig in die gesetzliche RV zu zahlen. Alternativ sicherlich auch eine Überlegung wert, wenn man zu einer privaten RV eine gewisse Summe in ETFs einzahlt. Ich will die gesetzliche RV nicht schlecht reden, aber man sollte doch möglichst breit aufgestellt sein (50 % private RV, 25 % ETF und 25 % freiwillig gesetzliche RV, bzw. 50 % private RV und 50 % ETF).

      Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hast du nicht erwähnt. Wäre m.M.n. auch ein wichtiger Punkt.
      Hier gibt es kombinierte Produkte aus BU und RV. Damit sicherst du die deine Beiträge in die private RV bis zum Erreichen der Rente über die BU mit ab. Dies ist wichtig, da BUs üblicherweise nur bis zum Erreichen des Rentenalters auszahlen und danach eine entsprechende Rente benötigt wird.

      Steuerberater mit € 250,00 pro Monat klingt für mich viel. Aber ehrlich gesagt habe ich da keinerlei Erfahrung mit Steuerberatern.

      Antworten
  3. Hallo Peer,

    danke für den interessanten Beitrag! Ich würde gerne ergänzen, dass manche Arbeitgeber*innen in ihre Arbeitsverträge schreiben, dass eine nebenberufliche Tätigkeit (egal ob angestellt oder selbstständig) nicht erlaubt ist oder einer Genehmigung / Aufklärung bedarf.

    Beste Grüße,

    Katharina

    Antworten
    • Das ist richtig, sollte einem dann aber auch bewusst sein, da man ja hoffentlich seinen Arbeitsvertrag gelesen hat. :-)

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  4. Sehr guter Überblick, vor allem dem Punkt “Disziplin” unter den Nachteilen kann ich voll und ganz zustimmen. Ich war viel zu viele Jahre nebenberuflich selbstständig und hatte erst September letzten Jahres den Mut, auf ein 2. Standbein zu verzichten. Die Fortschritte, die mein Betrieb seitdem macht, hätte ich mir so nicht erträumt. Der springende Punkt war in meinem Fall wohl, dass mir zu einem vorherigen Zeitpunkt bei manchem freiberuflichem Auftrag ein Zacken aus der Krone gebrochen ist, sodass mir eine Festanstellung doch attraktiver erschien.

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  5. Vielen Dank für die Informationen! Ist es tatsächlich so, dass ich als Nebenjobber 450,- hinzuverdienen darf, ohne diese versteuern zu müssen und als nebenberuflicher Kleinunternehmer jeden hinzuverdienten Euro einkommenssteuerlich versteuern muß?

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