In den vergangenen Tagen kam die Marketing-Branche zum diesjährigen OMR Festival zusammen. 3 Trends & Learnings, die ich aus Hamburg mitgenommen habe.
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ToggleFrühlingszeit ist OMR Festival Zeit. Die Hamburger Messehallen öffneten sich diesmal für etwa
- 800 Speaker
- 1.000 Aussteller und
- 70.000 Online Marketer
Gigantische Zahlen, wenngleich die wirtschaftliche Gemengelage natürlich auch auf dem Festival zu spüren war. Sowohl Werbetreibende als auch Konsumenten drehen aktuell jeden Euro dreimal um. Das schlägt sich etwa in einer relativen Stärke von Performance- gegenüber Branding-Kampagnen nieder.
Das zentrale Thema der OMR war einmal mehr künstliche Intelligenz: In neuen Tools, als Integrationen in bestehende Plattformen, bei Dienstleistern & Beratern. Allerdings mit immer noch volatilem realem Nutzwert.
Trend 1: KI-Integrationen sind oft immer noch mehr Fluch als Segen
Keine Frage: Im Jahr 2026 gibt es auch in Deutschland zahlreiche Beispiele für enorme Kostenersparnisse und Produktivitätsgewinne beim KI-Einsatz. So berichtete About You Chef Tarek Müller in seinem Talk darüber, KI-Models seien beim Online-Händler inzwischen absoluter Usus. Und KI-Bildmodelle in Bälde eine Individualisierung des Einkaufserlebnisses, wie sie ohne LLMs undenkbar wäre.

In vielen Tools & Plattformen schaffen KI-Integrationen allerdings wie gehabt kaum Mehrwert. Oder können sogar erfolgsgefährdend sein.
So ist bei Meta Ads gegenwärtig das absolute Best Practise bei Agenturen, alle KI-Funktionen auszuschalten (was Meta so schwer macht wie möglich). Die KI versteht die Gedanken hinter händisch angelegten Anzeigen etwa im Bezug auf Problemansprache & Awareness-Level einfach noch nicht ausreichend und drückt mit ihren „Optimierungen“ die Performance in den Keller.
Trend 2: Agenturen werden zu Tools & Tools zu Agenturen
Bei den Ausstellern waren Agenturen gegenüber den noch relativ jungen nativen KI-Tools deutlich in der Überzahl. Praktisch alle Full-Service-/SEO-Agenturen warben diesmal auch mit einer Verbesserung der Sichtbarkeit in Chatbots und AI-Ergebnissen („GEO“), wobei die Meinungen zu Relevanz & Eigenständigkeit der Disziplin hier weit auseinander gehen.

Ein spannender Trend, der durch KI überhaupt erst ermöglicht wird: Immer mehr Agenturen bauen eigene interne Tools. Und immer mehr Agenturen launchen diese Tools dann irgendwann auch öffentlich.
So hat die Kölner Online-Marketing-Agentur morefire unter dem Namen ucited.ai ein eigenständiges GEO-Tools ins Netz gestellt. Für die eigenen Kunden, aber auch darüber hinaus.
Umgekehrt macht das CRM-Tool Studio84.ai rund 30 Prozent seines Umsatzes nicht mit dem eigentlichen Tool, sondern mit Implementierung & Betreuung.
Im Jahr 2026, wo die Software-Entwicklung so günstig wie nie und gleichzeitig Innovationsdruck & Herausforderungen bei der individuellen Implementierung von KI & Automatisierungen riesig sind, ergeben beide Ansätze Sinn. Zumal in beiden Fällen weitere Leistungen an bestehende Kunden verkauft und deren Wert damit erhöht wird. Der unfaire Vorteil schlechthin.
Trend 3: „Human made“ wird zum Qualitätsmerkmal
In vielen Vorträgen und persönlichen Gesprächen hörte ich das in verschiedenen Abwandlungen. Tenor: KI ersetzt menschliche Arbeit nicht, sondern verbessert sie und macht sie in einer KI-Welt zu einem Qualitätssiegel.

Diese These sollte auf jeden Fall spektisch betrachtet werden. Ist sie stichhaltig oder zunächst einmal nur das Wunschdenken ganzer Industrien, die von KI gegenwärtig disrupiert werden?
Dazu ist es sehr einzelfallabhängig, wie relevant der menschliche Input ist. Auf einem Panel von NDR und Spiegel herrschte der Konsens,
- einzigartige Inhalte
- aktuelle Inhalte und
- meinungsgefärbte Inhalte
aus menschlicher Feder würden auch in einer KI-Welt gebraucht. Und man werde die LLM-Anbieter direkt dafür zur Kasse beten.
Ein schönes Bild zeichnete Benjamin Zaczek (SalesViewer) in seinem Talk. KI sei die Frau im roten Kleid aus dem Film „Matrix“: Scheinbar und alle Blicke auf sich ziehend, aber am Ende doch nur eine generische Maschine.

Dem könne man klassische menschliche Werte wie Identität und Vertrauen entgegen halten. Die in den nächsten Jahren so wichtig wie nie würden und keinesfalls aufs Spiel gesetzt werden sollten.
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