Mein typischer Arbeitstag und was ich verändert habe

Mein typischer ArbeitstagAm vergangenen Freitag gab es mal wieder ein Thema beim Webmaster Friday, welches für Selbständig im Netz passend war.

Die Frage war „Wie lang ist Dein Arbeitstag?“.

Da mache ich natürlich gern mit, gehe aber nicht nur auf die Länge meines Arbeitstages ein, sondern schaue ihn mir von Anfang bis Ende an.

Zudem gehe ich darauf ein, was ich in den letzten Jahren geändert habe und warum.

Mein typischer Arbeitstag

Ein normaler Arbeitstag beginnt für mich um circa 7:30 Uhr. Frühstück gibt es in der Regel nicht, da ich so zeitig meist noch keinen Hunger habe.

Allerdings mache ich mir eine Tasse Kaffee, die ich früh zum wach werden einfach brauche. Zudem gehört der Kaffeeduft einfach in mein Büro. ;-)

7:30 Uhr
Als erstes checke ich meine eMails beantworte diese wenn notwendig. Zudem gehe die letzten Tweets der Leute durch, denen ich folge.

Danach stelle ich meine ToDo Liste für den aktuellen Tag auf.

8:00 Uhr
Gegen 8 Uhr geht es dann los mit dem Bloggen. Wie schon öfter geschrieben, ist meine Haupttätigkeit mittlerweile das Bloggen.

Für Selbständig im Netz wird der erste Artikel verfasst und das dauert oft so um die 2 Stunden, da es sich meist um einen langen und ausführlichen Artikel handelt. Mittwochs und Freitags ist das allerdings etwas anders.

Am Mittwoch nehme ich mir meist etwas anderes großes vor, z.B. eine Nischensite aufsetzen, an einem Plugin basteln etc. und deshalb erscheinen oft Gastartikel, Interviews oder kürzere Artikel am Mittwoch. Da bin ich dann meist schneller fertig.

Am Freitag schreibe ich die Links der Woche, was recht schnell geht und meist gibt es keinen sehr langen und ausführlichen Artikel am Freitag.

10:00 Uhr
Gegen 10 Uhr versuche ich mit meinem ersten Artikel fertig zu werden und diesen zu veröffentlichen. Die Vermarktung des Artikels über das Social Web geht recht schnell von der Hand.

Gleich danach lege ich den zweiten Artikel für Selbständig im Netz nach. Meist ist dieser allerdings etwas schneller geschrieben, wie z.B. ein Buchreview, eine Umfrage-Auswertung, einen Blick in das Forum oder etwas ähnliches.

11:00 Uhr
Um 11 Uhr ist idealerweise der 2.Artikel für Selbständig im Netz fertig. Damit ist meine Arbeit für SiN meist erledigt. Allerdings gibt es auch Tage, an denen ich 3 Artikel für meinen Hauptblog schreibe.

Normalerweise geht es aber nun an die Arbeit für einen meiner anderen Blogs. So schreibe ich z.B. alle 2 Wochen einen Newsletter für Blogprojekt.de. Oder ich verfasse einen Artikel für selbstaendig-im-netz.de.

Hat das Schreiben der SiN-Artikel zu lange gedauert oder ich habe dringende andere Sachen zu tun, kommt manchmal auch kein weiterer Artikel.

12:00 Uhr
Es ist Mittags und ich habe idealerweise den dritten Blogartikel des Tages fertig. Nun ist es erstmal Zeit für das Mittagessen, welches ich in der Regel am Abend vorher gekocht habe.

Manchmal gibt es aber auch einfach was vom Chinesen um die Ecke oder ich lasse das Mittagessen ausfallen, wenn ich gut gefrühstückt habe, was aber eher selten ist.

12:30 Uhr
Nach dem Mittagessen geht es in die zweite Runde. Als erstes schaue ich nochmal in meine Mails und arbeite die neuen Mails ab. Das kann dauern, besonders wenn es Gastartikel oder Interview-Antworten gibt, die ich Korrektur lesen muss.

Ich schaue zudem kurz in meinen Feedreader und notiere mir interessante Artikel, um diese später zu lesen.

Manchmal gibt es danach noch was zu schreiben für meine Blogs, aber meist kümmere ich mich nun um andere Arbeiten. Und davon gibt es eine Menge.

Dies sind teilweise Blog-Verwaltungsaufgaben, wie z.B. Werbekunden finden, Kommentare moderieren, Ideen ausarbeiten, Mails beantworten, kleine Blog-Optimierungen usw..

Aber auch Kundenaufträge muss ich immer wieder abarbeiten, obwohl deren Anteil an meiner Selbständigkeit zurück gegangen ist.

15:30 Uhr
Idealerweise werde ich gegen 15:30 Uhr mit einer Aufgabe fertig. Was ich nicht leiden kann ist, wenn ich mitten in einer Aufgabe unterbrechen muss. Deshalb versuche ich mir zum Ende des Arbeitstages eine solche Aufgabe vorzunehmen, die dann auch wirklich fertig wird.

Nun ist erstmal Feierabend und ich kümmere mich zusammen mit meiner Frau um die Kinder, das Haus, Einkäufe, Termine usw..

20:00 Uhr
Im Schnitt 2 Abende in der Woche gehe ich gegen 20 Uhr nochmal an meinen Arbeitsplatz und nehme mir ein ToDo vor. Das können verschiedene Sachen sein. So kostet z.B. das Zusammentragen der Einkommen deutscher und englischsprachiger Blogs für meine Einnahmelisten recht viel Zeit. Das mache ich dann lieber Abends, als am nächsten Morgen.

Aber auch ein paar anderen Aufgaben lassen sich ganz gut Abends erledigen, wenn das Haus ruhig ist und man nicht mehr gestört wird.

23:00 Uhr
Ich versuche spätestens um 23 Uhr im Bett zu sein, da sich ausreichend Schlaf doch sehr positiv auswirkt (mehr dazu weiter unten). Das klappt zwar nicht immer, aber doch meistens. :-)

Arbeite ich zu viel?

Mittlerweile würde ich nicht mehr sagen, dass ich zu viel arbeite. Rund 8 Stunden arbeite ich tagsüber und davon geht rund eine halbe Stunde für die Mittagspause weg.

Zudem kommen pro Woche noch mal rund 6 Stunden am Abend hinzu und natürlich muss ich mich auch am Wochenende ein wenig um die Kommentaren, Mails und ähnliches kümmern. Ganz ignorieren kann ich meine Blogs am Samstag und Sonntag nicht. Manchmal mache ich am Sonntagabend auch noch was 2-3 Stunden was, aber nicht immer.

Insgesamt komme ich so auf ungefähr 45 Stunden in der Woche. Manchmal sind es auch mehr und manchmal weniger. Das kommt darauf an, was gerade dringendes anliegt und welche „Ablenkungen“ es ggf. gibt.

Dennoch denke ich, dass das mittlerweile schon eine recht gesunde Anzahl an Stunden ist. Vor ein paar Jahren habe ich pro Woche locker 50-60 Stunden gearbeitet, was sich auf Dauer recht negativ bei meinem Gesundheitszustand und meiner Motivation bemerkbar gemacht hat.

Was habe ich geändert?

Was habe ich an meinem Arbeitstag in den letzten Jahren geändert?

Im Folgenden ein paar Dinge, die ich geändert habe:

  • Kanne Kaffee
    Früher habe ich mir jeden Morgen eine ganze Kanne Kaffee gemacht. Das hat geschmeckt und natürlich hat das Koffein für viel Power gesorgt, aber genauso stark kam danach der Einbruch, wenn die Wirkung nachließ. Das Koffein hat mich zudem unruhiger werden lassen.

    Seitdem ich nur noch 1 Tasse morgens drinke, werde ich zwar auch wach und bekomme Energie, aber es ist nicht so stark, dass sich das danach ins Gegenteil verkehrt. Das ist für mich nun die richtige Balance.

    Nachmittags trinke ich dann, wenn überhaupt, nur noch koffeinfreien Kaffee, da ich sonst am Abend nicht einschlafen kann, zumindest nicht vor Mitternacht. :-)

  • Jeden Abend gearbeitet
    Früher habe ich jeden Abend gearbeitet. Es gab viel zu tun und ich war motiviert. Zudem hat sicher auch das viele Koffein dazu beigetragen, dass ich Abends nochmal aktiv wurde.

    Das hatte allerdings den Nachteil, dass ich keine Erholungspausen hatte (der Nachmittag mit den Kinder und den privaten Aufgaben ist nicht wirklich eine Erholung). Zudem habe ich den Sport vernachlässigt.

    Mittlerweile versuche ich nicht öfter als 2 mal in der Woche Abends zu arbeiten und nutze die anderen Abende für Zeit mit meiner Frau und eben Sport.

    Auch das hat mich ausgeglichener gemacht und dreimal in der Woche auf dem Hometrainer zu radeln oder Krafttraining zu machen hat mich deutlich fitter gemacht. So hatte ich früher am Schreibtisch immer mal Rückschmerzen, die aber seit längerer Zeit nicht mehr auftreten.

  • Falsche Ernährung
    Stichwort Gesundheit und Fitness. Ich achte mittlerweile deutlich mehr auf meine Ernährung. So habe ich früher oft recht schwere, aber leckere Sachen zu Mittag gegessen. Das hat dazu geführt, dass ich danach am Schreibtisch fast eingeschlafen bin.

    Nun koche ich gesünder und nasche auch nicht mehr so viel nebenbei. Das sorgt alles in allem dafür, dass ich am Schreibtisch deutlich fitter bin und in der Zeit, die ich arbeite, mehr schaffe.

  • Zu lange gearbeitet
    Ich habe auch zu lange gearbeitet. Es hat Spaß gemacht Nachts zu arbeiten, da man nicht gestört wurde und sich sehr gut konzentrieren konnte.

    Das führte dazu, dass ich oft bis 1 oder 2 Uhr früh gearbeitet habe. Wenn man dann wieder gegen 6:30 Uhr aufstehen muss, ist das natürlich auf Dauer nicht gesund. Vor allem meine Konzentration hat gelitten, so dass ich am Ende trotz mehr Arbeitsstunden weniger geschafft habe als heute.

    Ausreichend Schlaf zu bekommen war eine der wichtigsten Erkenntnisse meiner Selbständigkeit. Das hat sich positiv auf die Motivation ausgewirkt.

  • Am Wochenende gearbeitet
    Früher habe ich oft am Wochenende ausgiebig gearbeitet. Doch auch das habe ich abgeschafft und versuche das Wochenende wirklich größtenteils arbeitsfrei zu halten. Das brauche ich einfach, um mal so richtig abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen.

Alles in allem ist der eigenen Arbeitstag natürlich immer ein Work in Progress und ich bin sicher nicht beim Optimum angelangt, wobei sich überhaupt die Frage stellt, ob es ein Optimum gibt. Zudem finde ich es gut immer mal was zu ändern, einfach der Abwechslung wegen.

Ich fühle mich heute mit meinem Arbeitstag auf jeden Fall deutlich wohler, als noch vor ein paar Jahren.

Euer Arbeitstag

Wie sieht euer Arbeitstag aus?
Was macht ihr typischerweise wann und welche positiven wie negativen Erkenntnisse konntet ihr in der Vergangenheit sammeln?
Welche wertvollen Tipps könnt ihr mir und anderen Lesern geben?

Schreibt dies einfach in die Kommentare.

Zudem würde ich mich freuen, wenn ihr an meiner Umfrage zu den durchschnittlichen Arbeitsstunden an Wochentagen teilnehmen würdet. Diese richtet sich vor allem an Vollzeitselbständige.

Wie viele Stunden arbeitet ihr im Schnitt an einem Wochentag?

  • 10 (23%, 56 Stimmen)
  • 9 (20%, 48 Stimmen)
  • 8 (16%, 38 Stimmen)
  • 12 (9%, 21 Stimmen)
  • 11 (7%, 17 Stimmen)
  • 4 (7%, 17 Stimmen)
  • 16 (5%, 12 Stimmen)
  • 7 (4%, 10 Stimmen)
  • 6 (3%, 8 Stimmen)
  • 14 (2%, 6 Stimmen)
  • 13 (2%, 5 Stimmen)
  • 5 (2%, 4 Stimmen)
  • 15 (0%, 1 Stimmen)

Teilnehmerzahl: 243 (max. 1 Stimmen)

Bild von Peer Wandiger
Peer Wandiger
Studium der BWL und langjährige Arbeit in einem mittelständischen Unternehmen. Seit 2006 selbständig als Webentwickler und Website-Betreiber, 2007 Gründung von Selbständig im Netz.

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