
Mein ewig liebster Designer Dieter Rams hat beispielsweise so fantastische Designgrundsätze und die brachten unter anderem so etwas hervor:
Gutes Design ist so wenig Design wie möglich.
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ToggleDas KISS-Prinzip und wie es euch helfen kann
Mit diesem einen Satz wird sofort klar, was eigentlich gemeint ist. Er ist einer meiner Lieblingssätze und auch für mich selbst eine wichtige Regel beim Erschaffen neuer Websites.
Auch das sogenannte KISS-Prinzip ist am Ende nichts weiter, als ein sinniger Leitsatz, wenn man so möchte. KISS steht dabei nämlich ganz einfach für:
Keep it simple, stupid.
Es gibt zwar noch die oft (oder sogar öfter) verwendete Auslegung »Keep it simple and smart«, doch die trifft es für meinen Geschmack nicht ganz so gut. »Keep it simple, stupid« drückt sich da schon besser aus und vor allem auch viel direkter, prägnanter eben.
Was bedeutet dieser Satz denn nun genau?
»Keep it simple, stupid« kann auch als Designprinzip verstanden werden. Gerade für Blogger oder Nischenseitenbetreiber, kann dies somit ein wichtiger Grundsatz werden, wie ich finde.
Im Grunde bedeutet »Keep it simple, stupid« nichts anderes, als etwas so einfach wie nur irgendwie möglich zu machen. Es nicht unnötig kompliziert werden zu lassen.
Minimalistisch also, schnell verständlich und so, dass jeder damit zurechtkommt. Egal ob Studierter, ein unerfahrener Internet-Nutzer, jemand aus einer anderen Branche oder gar eine außenstehende Person, die im Kern gar keine Ahnung von dem Thema hat. Halt es einfach, dann verstehen es auch alle problemlos.
Seinen eigentlichen Ursprung hat das KISS-Prinzip, soweit mir bekannt ist, aus dem Krieg, wo Ingenieure dafür sorgen sollten, dass Flugzeuge etc. auch von einfachen Soldaten zu reparieren waren.
So einfach wie möglich eben oder anders: Entwickelt nach dem KISS-Prinzip. Verständlich, logisch, begreifbar und damit auch ‚reparierbar‘ für Jedermann.
Einfach sein ist allerdings verdammt schwer
Nun klingt es zunächst einmal nicht sehr anspruchsvoll, etwas besonders einfach zu machen. Doch das Beispiel aus dem Krieg hat bereits gezeigt, dass es eben gar nicht so einfach ist. Wie macht man etwas Komplexes, etwas Hochkompliziertes, so einfach, dass es jeder versteht? Wirklich jeder.
Apple hatte in den frühen Jahren, zumindest laut entsprechenden Berichten, einmal das Mantra:
Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse
Diesen Satz kann ich nur unterstreichen, denn auch er beschreibt, mit leicht anderen Worten, das KISS-Prinzip sehr gut. Einfach sein und trotzdem clever und durchdacht, so etwas ist nicht immer so leicht wie es zunächst scheint.
Auch für Blogger nicht, für Autoren und Webmaster, beim Designen des eigenen WordPress Themes oder in ähnlichen Situationen. Einfach sein, wirklich verständlich sein, das ist tatsächlich verdammt schwierig.
Das KISS-Prinzip beim Schreiben
Beim Schreiben liegt die Kunst meiner Ansicht nach darin, Informationen klar und deutlich zu vermitteln. Natürlich können euch gelehrte Wissenschaftler ihre Theorien in dicken Manifesten darlegen, aber wer schafft es den Kern innerhalb eines Satzes zu erläutern? Wer bringt die Dinge auf den Punkt, statt um sie herumzureden oder sie komplex zu beschreiben? Das ist die eigentliche Kunst.
Deshalb würde ich das KISS-Prinzip hier so anwenden, dass Informationen möglichst einprägsam und einfach vermittelt werden sollten. Dazu passen die fünf W-Fragen und die Idee, dass selbige möglichst schon im ersten Absatz beantwortet werden sollten.
Auch das KISS-Prinzip ruft beim Schreiben wieder dazu auf, diese brennenden Fragen der Nutzer sofort zu beantworten und zwar so, dass sie jeder Laie versteht. Einfach sein. Macht es also nicht unnötig kompliziert, sondern antwortet auf offene Fragen und klärt das Wichtigste direkt zu Beginn so, dass jedes Kind es verstehen kann.
Das KISS-Prinzip für Webmaster
Gleiches gilt bei der Wahl von Technik, Themes, Hardware, Konfigurationen und mehr. Natürlich könnt ihr ein dickes WordPress Theme kaufen, was allerlei eindrucksvolle Funktionen hat.
Aber kommt damit auch jeder Nutzer zurecht? Versteht jeder, wozu all diese Funktionen eigentlich da sind? Läuft der Server damit auch unter Hochlast noch stabil?
Eher nicht. Machs einfach, denn das funktioniert, ist skalierbar und sorgt für Langlebigkeit.
Meine Deutung des KISS-Prinzips
Was das KISS-Prinzip meiner Meinung nach also sagen möchte ist, dass ihr euch nicht in komplizierten Details verlieren sollt. Schreibt ihr einen Artikel, achtet darauf, dass jeder ihn verstehen kann.
Designt ihr eine Nischenseite, achtet darauf, dass jeder mit ihr zurechtkommt. Dass nicht zu viel designt wird, sondern nur so viel, dass jeder Teil der Seite verständlich bleibt. Mit Icons und Bildsprache, mit Formen und Mustern. Designsprache, die jeder begreift, auch die Oma, die Symbole für Menüs noch nie gesehen hat und damit nichts anfangen kann.
Das KISS-Prinzip bezieht sich aber auch auf tatsächliche Probleme. Löse ein Problem des Nutzers und zwar auf so einfache Weise, dass ihm sofort geholfen wird. Wer daran denkt und das beachtet, hat praktisch in jedem Teil seines Blogs einen echten und dauerhaften Mehrwert. Wer in jedem Artikel ein Problem löst, liefert immer auch das, was der Nutzer eigentlich sucht. Und wer immer einfache Technik nutzt, findet auch jederzeit jemanden, der mit dieser zurechtkommt oder Probleme entsprechend schnell beheben kann.
Leitsätze sind wichtig für den Alltag
Ich selbst bin, wie gesagt, ein ziemlich großer Fan von Prinzipien wie dem KISS-Prinzip, weil sie mir ermöglichen Gedankengänge zu reduzieren. Halt dich einfach, verlier dich nicht in Details, mach was du tun willst, aber sorg immer auch dafür, dass jeder damit zurechtkommt.
Für mich sind solche Leitsätze und Mantras enorm wichtig. Sie dienen mir als Motivation, sie erinnern mich daran, dass ich mich auf das Wesentliche konzentrieren sollte und vor allem machen sie mir auch immer wieder deutlich, dass simple Dinge nach wie vor am besten funktionieren. Das ist nunmal einfach so und gerade im Web hat sich das immer wieder als wahr herausgestellt. Je simpler, je effektiver. Sei es nun bei der Performance, oder bei der Optimierung der Conversion-Rate. Einfach sein hat durchweg Vorteile.
Leider scheinen das viele vergessen zu haben, denn wenn ich im Web surfe, dann sehe ich Webfonts, die viel zu viel Ladezeit fressen. Ich sehe Animationen, die verspielt sind und keinerlei Sinn ergeben oder Zweck erfüllen. Ich lese seitenweise Erklärungen, die dann doch kein Problem lösen, sondern nur weitere Fragen aufwerfen.
Dann möchte ich dem Webmaster eine Mail schreiben, oder ihn anrufen und ihm ganz einfach sagen:
Keep it simple, stupid.
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